Wissen, was und wann das Kind spielt – Die Nintendo Switch-Altersbeschränkungen Guide

Die Nintendo Switch wurde mehrfach von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, kurz USK, für den hervorragenden Jugendschutz gelobt. Das ist kein Wunder, denn die Nintendo Switch-Konsole ist in diesem Thema wirklich der Vorreiter. Euer Kind hat eine neue Nintendo Switch-Konsole erhalten? Dann versuchen wir euch in diesem Text die Möglichkeiten näherzubringen, wie ihr immer die Spielaktivitäten im Blick haben könnt.


Der Kinder-Account


Für die maximale Kontrolle ist es empfehlenswert, dem Kind einen eigenen Kinder-Account zu erstellen. Dies ist die einzige Möglichkeit das Kind daran zu hindern unwissentlich Spiele aus dem Nintendo eShop (der Download-Plattform der Nintendo Switch) herunterzuladen. Der Erziehungsberechtigte kann außerdem das Passwort für einen Kinder-Account ändern und so das Kind daran hindern online zu spielen.


Nicht nur das Kind muss einen Account erstellen, sondern auch der Erziehungsberechtigte, erst dann gelingt die Verwaltung. © Nintendo

Für einen Kinder-Account ist es erforderlich einen verwaltenden Eltern-Account einzurichten. Auf der Webseite https://accounts.nintendo.com/ könnt ihr das tun. Nur wenn ein Eltern-Account existiert, kann ein Kinder-Account erstellt und verwaltet werden. Klickt unten auf den Button „Nintendo-Account erstellen“, wählt dann „Für Nutzer ab 16 Jahren“ aus und füllt alle Felder mit euren persönlichen Informationen aus. Nach dem Bestätigen der E-Mail ist euer Account eingerichtet und ihr müsst alle Schritte von Anfang an wiederholen, um einen Account für das Kind zu erstellen. Wählt hierfür logischerweise „Für Nutzer bis zu 15 Jahren“ aus. Ist dies erfolgt, könnt ihr über das Einloggen über den oben genannten Link die Restriktionen für das Kind einstellen.


Das Programm einzurichten ist kinderleicht, doch es ist erforderlich ein Smartphone oder Tablet zu besitzen, auf welchem iOS oder Android läuft. Habt ihr einen App Store oder einen Play Store auf eurem Gerät, könnt ihr euch die App herunterladen, wichtig ist nur, dass es sich um kein sehr altes Gerät handelt. Die Android-Version 4.4 oder die iOS-Version 9.0 ist Grundvoraussetzung für diesen Dienst. Erfüllt ihr diese Anforderungen, so sucht im App Store beziehungsweise Play Store nach Nintendo Switch-Altersbeschränkungen, die App ist selbstverständlich kostenlos. Hierfür ist kein Kinder-Account notwendig, es kann alles über einen Account erfolgen. Solltet ihr die App über den Eltern-Account einrichten, ist es wichtig, dass auch dieser auf der Nintendo Switch-Konsole existiert.


Die Applikation Nintendo Switch-Altersbeschränkungen


Die Applikation muss zudem mit der Nintendo Switch-Konsole verknüpft werden. Startet dafür die Nintendo Switch-Konsole, drückt im Startmenü auf das Zahnrad in der unteren Leiste, um die Einstellungen zu öffnen und wählt den Punkt „Altersbeschränkungen“ aus. Hier könnt ihr die Verknüpfung starten. Startet zudem die App, die euch in das Einrichtungsmenü führt. Dafür müsst ihr euch mit eurem Nintendo-Account in der App einloggen und danach den auf der Nintendo Switch-Konsole angezeigten sechsstelligen Code eingeben. Ist dies getan, könnt ihr nun die App benutzen. Drückt in dieser auf Einstellungen und Geheimzahl, um eine 4–8-stellige Geheimzahl einzurichten.


Ihr könnt die Spieldauer genauestens für das Kind festlegen. © Nintendo

In dieser App könnt ihr unter dem Menüpunkt „Spielzeit“ sehen, wie viel das Kind pro Tag gespielt hat und in der „Monatsübersicht“, die immer am 1. Tag jedes Monats erscheint, die beliebtesten Spiele des Kindes des vorherigen Monats auslesen. Begebt ihr euch in die Einstellungen, könnt ihr sogar eine beschränkte Spieldauer einstellen. Die Spieldauer pro Tag kann auf 0:15 bis 6:00 Stunden eingeschränkt werden. Habt ihr diese Einstellung eingerichtet, kann das Kind eine Benachrichtigung auf der Nintendo Switch-Konsole in der oberen linken Ecke sehen, sobald die Grenze erreicht ist. Dennoch kann das Kind noch unbegrenzt weiterspielen, denn die Funktion dient nur dazu einen Hinweis zu zeigen. Ist dem Kind bewusst, dass der Erziehungsberechtigte einen Blick auf die Spieldauer werfen kann, wird das Kind wahrscheinlich mit dem Spielen aufhören, sobald es gespeichert hat. Im schlimmsten Fall könnt ihr das Spielverhalten sanktionieren, indem ihr den „Software pausieren“-Button aktiviert. Somit wird die Konsole nicht mehr spielbar sein, sobald die Spieldauer überschritten ist. Wir empfehlen aber diese Funktion nicht einzusetzen, denn das Kind könnte sehr frustriert über den verlorerenen Spielstand sein.


Über den „Gute-Nacht-Alarm“ ist es möglich dem Kind mitzuteilen, dass es zu spät zum Spielen ist. Dafür könnt ihr eine Uhrzeit zwischen 16:00 Uhr und 23:45 Uhr festlegen. Ist die „Software pausieren“-Funktion aktiviert, kann das Spiel ab dieser Uhrzeit nicht mehr gespielt werden, ist die Funktion deaktiviert, zeigt die Konsole nur eine Mitteilung in der linken oberen Ecke des Bildschirms. Auch über die Wochentage kann die Einschränkung unterschiedlich erfolgen, so könnt ihr dem Kind am Wochenende erlauben länger zu spielen als unter der Woche. Das Kind kann die Funktion aber nicht austricksen, denn um die Uhrzeit in der Konsole umzustellen, muss das Kind den PIN-Code der App eingeben.


Abgesehen davon ist es möglich zusätzliche Einschränkungen über die App festzulegen. Klickt ihr auf „Einschränkungskategorie“ könnt ihr zwischen Jugendlicher, Kind oder Kleinkind wählen. Je nachdem wie alt euer Kind ist, könnt ihr zwischen den Kategorien wählen. Alternativ ist es möglich die Einstellungen manuell anzupassen. Ist euer Kind zu jung für gewisse Spiele, könnt ihr auch Spiele mit einer gewissen Altersbeschränkung sperren. Klickt dazu auf „Gesperrte Software“, abgesehen davon könnt ihr das Kind daran hindern Bilder und Videos in sozialen Netzwerken zu posten oder die Möglichkeiten der verbalen Kommunikation einschränken.


Einen guten Überblick bietet das folgende Video von Nintendo, es visualisiert alle Funktionen, die wir euch in diesem Text vorgestellt haben.


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Berichtsbild: © Nintendo

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Kommentare 16

  • Littlenicki

    Turmknappe

    Leider ist die Funktion mit der Altersbeschränkung ziemlich sinnfrei.
    Wenn ein Erwachsener auch einen Account hat spielt das Kind einfach mit diesem.
    Leider ist es ja nicht möglich diese mit Passwort zu sperren.
    Auch können z.b. keine getrennten Zeit für 2 Kinder eingegeben werden.


    Guter Ansatz - aber nicht durchdacht.

  • Olaf85

    Turmritter

    @Littlenicki hmm also ich muss den Code für die Altersbeschränkung auch eingeben, wenn ich mit meinem Account spielen will...

  • tulekparson

    Schokoholic

    @Littlenicki das stimmt so nicht: die Jugendschutzeinstellungen greifen für die Switch und nicht für etwaige Profile auf selbiger. Somit sind alle Profile auf der betreffenden Switch den Alters- und Zeitbeschränkungen unterworfen.


    Durch Eingabe der PIN kann ein Erwachsener aber Spiele spielen, die für Kinder nicht geeignet sind, bzw. geblacklistet wurden und natürlich die Zeitbeschränkung umgehen.


    Edit: Ja, die Sache mit Geschwistern und der Switch ist tatsächlich ein Minenfeld. Ich finde es aber völlig ok, dass Eltern hier gegebenenfalls selber mal einen Blick werfen müssen und eventuell sogar eine salomonische Lösung nötig ist.


    Ich habe eine Switch und 3 Kinder, ich benutze die Altersbeschränkungseinstellungen auch tatsächlich nur dafür ungeeignete Inhalte zu sperren, denn nur weil ich gerne Wolfenstein auf der Switch spiele müssen es meine Kinder noch lange nicht. Eine Zeiteinschränkung habe ich gar nicht gesetzt, ich bin der Meinung das Erziehung im Allgemeinen und hier Mediennutzungserziehung (oder wie auch immer man das nennen mag) im Konkreten hoheitliche Aufgabe der Eltern sind und nicht, oder nur in Maßen, outgesourct werden können und schon gar nicht an "doofe" Computer/Programme.

  • Ilja Rodstein

    Redakteur

    @tulekparson Problem wird halt wirklich sein, wenn man zwei Kinder hat, aber ansonsten muss man sich eine zweite Konsole kaufen..

  • tulekparson

    Schokoholic

    @Ilja Rodstein Ich gebe zu, die Geschwisterkindproblematik in meinem Post aus den Augen verloren zu haben, ich habe meinen Beitrag entsprechend um meine Meinung ergänzt.

  • Frank Drebin

    Spezielle Spezialeinheit

    Also ich bin davon noch immer begeistert. Meine zwei Jungs sind 5 und 8.
    Ich habe Ihnen sogar erlaubt Zelda BotW zu spielen.


    Aber mit der App sperre ich Spiele ab 13 Jahren. Sprich sie dürfen kein Fortnite spielen. Bei Rocket League geht kein Online zocken. Und natürlich auch Resident Evil ist dadurch gesperrt!!!


    Und ich brauche keine Angst haben, dass sie es mal heimlich spielen.


    Für meine Frau und für mich ist die App goldes Wert!!

  • Raveth

    Eine sehr gut Funktion die ich für den kleinen Bruder meiner Freundin ebenfalls eingerichtet habe. Leider muss ich feststellen das ich zu einer Minderheit gehöre die das nutzt. Sowas sollte für alle Kinderaccounts pflichtig werden.

  • bubisaurus

    Turmsaurier

    Wer „maximale Kontrolle“ haben will, hat vielleicht auch andere Probleme als ungeeignete Spiele. Aber Spaß beiseite, auch wenn ich mich an der Formulierung tatsächlich ein bisschen stoße. Umso charmanter - ganz großes und ehrliches Lob - finde ich dafür, die Empfehlung auf die Funktion „Software pausieren“ zu verzichten, um beim Kind keinen Frust über verlorene Spielstände aufkommen zu lassen.


    Ich halte es allgemein übrigens wie @tulekparson. Medienerziehung hat nichts mit Verboten zu tun, sondern basiert auf Kommunikation. Wir wollen ja medienkompetente Kinder haben und das geht nicht ohne darüber zu reden. Gemeinsam besprochene und festgelegte Regeln, was etwa Spieldauer angeht, sind leichter zu akzeptieren. Finde die festgelegte Spieldauer als Orientierung trotzdem nützlich. Ich habe als Kind nämlich nie auf die Uhr geschaut beim Spielen. Tue ich heute auch nur dann, wenn ich noch was „Wichtiges“ vorhabe. In Erinnerung gerufen zu bekommen, dass man mit Papa oder wem auch immer ausgemacht hat, dass heute nur drei Stunden drin sind, finde ich da gar nicht so übel. Ob es sich daran hält, entscheidet das Kind dann ja immer noch selbst. Gefällt mir als Konzept eigentlich ganz gut.


    Generell kann ich die USK speziell in Bezug auf die Nintendo Switch aber nicht mehr ernst nehmen. Selbst mit der Altersbeschränkung für bestimmte Software können unsere zwölfjährigen Mitmenschen softcore Pornografie anschauen. Als ich letztes Jahr diese „Pure / Electric Love“-Scheiße im eShop gefunden und gesehen habe, dass das ab zwölf freigegeben ist, bin ich richtig wütend gewesen und jetzt kommt es grade wieder hoch.

  • Raveth

    @bubisaurus


    "Generell kann ich die USK speziell in Bezug auf die Nintendo Switch aber nicht mehr ernst nehmen. Selbst mit der Altersbeschränkung für bestimmte Software können unsere zwölfjährigen Mitmenschen softcore Pornografie anschauen. Als ich letztes Jahr diese „Pure / Electric Love“-Scheiße im eShop gefunden und gesehen habe, dass das ab zwölf freigegeben ist, bin ich richtig wütend gewesen und jetzt kommt es grade wieder hoch."


    Ich musste da erstmal googlen was das überhaupt ist. Aber warum bist du jetzt richtig wütend? Warum schätzt du Spiele nicht ab 12 ein?

  • bubisaurus

    Turmsaurier

    @Raveth Ehrlich gesagt überrascht mich die Frage total. Ohne groß zu vertiefen, warum ich aus kindheitspädagogischer Sicht hoffe, dass diese Spiele ihren Weg auf keine - naiv, ich weiß - Konsolen von Kindern gefunden haben, finde ich sie absolut daneben. Die Spiele arbeiten mit einer sexistischen Darstellung von Frauen, teils in Latexanzug und mehr oder minder eindeutigen Posen. Mir ist klar, dass das vergleichsweise noch harmlos ist und dass der Zugang zu tatsächlicher Pornografie noch leichter ist als der Zugang zum Spiel, aber ich finde, dass diese Spiele unter 16 Jahren auf keinen Fall gespielt werden sollten.


    Gegenfrage: welche Botschaft vermitteln wir einem zwölfjährigen Kind denn mit einer Latexkatze, die ihm ihre Krallen zeigt?

  • Raveth

    @bubisaurus


    Um die Frage als erstes zu beantworten.
    Das ein Frau daran Spass haben kann, wenn sie sich als Latexkatze verkleidet. Und Männer bzw Jungs das auch anziehend finden können.


    Hier ein Auszug der USK für Spiele ab zwölf
    "Ebenso können in alltagsnahen Settings Themen wie Gewalt oder Sex eine Rolle spielen – etwa wenn dabei in angemessener Weise Probleme des Erwachsenwerdens thematisiert werden. Die daraus entstehende Auseinandersetzung oder auch Identifizierung mit Problemen und Charakteren darf 12-jährige dabei zwar herausfordern; sollte aber weder verstörend oder sozial-ethisch/sexual-ethisch desorientierend wirken."
    Letzteres mit dem verstörend oder desorientiert trifft auf Latexkatzen nicht zu. Kinder ab 12 können und sollen sich mit Sexualität im allgemeinen auseinander setzen.
    Aber wir gesagt habe dir Spiele nicht gespielt. Wenn da keine Pornographie dabei ist wie du selber geschrieben hast, sehe ich auch kein Problem.



    "Die Spiele arbeiten mit einer sexistischen Darstellung von Frauen, teils in Latexanzug und mehr oder minder eindeutigen Posen. "


    Ist das eine Feststellung oder schon negativ gewertet? ?(

  • bubisaurus

    Turmsaurier

    @Raveth Natürlich kann eine Frau es schön finden, sich in Latex zu kleiden. Das war aber zu keinem Zeitpunkt Diskussionsbestand. Wir reden hier über den konkreten Fall der Darstellung einer Frau in einem Videospiel, die klar objektiviert wird. Unabhängig davon, was manche Personen gerne tun oder wie sie sich kleiden, wird die Frau in dieser Videospielreihe zu einem Konsumtionsgegenstand. Da werden nicht, wie du die USK zitierst, in „angemessener Weise Probleme des Erwachsenwerdens thematisiert“.


    Und um deine Frage zu beantworten: es ist eine Feststellung. Die sexistische Darstellung ist aber negativ zu werten.

  • Raveth

    @bubisaurus


    Und da liegt dann auch schon das Problem. Eine sexistische Darstellung ist per se für dich etwas schlechtes, für mich nicht. Und um dir zu widersprechen eine sexistische Darstellung ist eben nicht negativ.

  • bubisaurus

    Turmsaurier

    @Raveth Ich nehme jetzt einfach mal an, dass du eine sexualisierte Darstellung okay findest und keine sexistische, weil ich hoffe, dass du die auf ein Geschlecht (in dem Fall das weibliche) bezogene Diskriminierung nicht okay findest.

  • Raveth

    @bubisaurus


    Wollte gerade mich korrigieren. Mir ist das der Fehler gerade beim Gassi gehen ebenfalls aufgefallen.


    Edit. Bzw ja ich meinte eine sexuallisierte Darstellung ist nicht sexistisch

  • Maeter

    Flora's secret

    @bubisaurus
    „Gegenfrage: welche Botschaft vermitteln wir einem zwölfjährigen Kind denn mit einer Latexkatze, die ihm ihre Krallen zeigt?„


    Finde die Frage echt interessant. Was denken sich zwölfjährige oder besser noch jüngere dabei?
    Gibt ja so ein schönes Bild, wo die einen Leute nur Delfine sehen, andere ein Paar das gerade einen Intimen Vorgang durchlebt.
    Witzigerweise sehen halt besonders Kinder oder jene die weniger Sexuelles Gedankengut vorantreiben meist Delfine, die anderen Lüstlinge halt das Paar. XD