Die Entwicklung des Mehrspieler-Modus in Animal Crossing Historie

Eines der Erfolgsrezepte von Animal Crossing: New Horizons dürfte für viele die Möglichkeit sein, gemeinsam mit der Familie oder mit Freunden die virtuellen Inseln erkunden zu können. Doch dieses heute beinahe schon von Fans der Reihe vorausgesetzte Feature war nicht immer so präsent wie heute. Aus diesem Grund haben wir uns für euch in der Zeit zurück bewegt und uns zu Gemüte geführt, wie sich der Mehrspieler-Spaß innerhalb der Animal Crossing-Reihe entwickelt hat. Da der zeitliche Aspekt der Spiele und viele weitere Informationen bereits im Spezial unserer lieben Julia behandelt wurden, gehe ich nur auf die Aspekte der Spiele ein, welche mit einer Mehrspieler-Komponente aufwarten und zu den Hauptteilen der Reihe gehören. Das Ergebnis könnt ihr in den folgenden Zeilen lesen:


Möge der Spaß beginnen!


So sah der Nintendo Wi-Fi USB Connector aus. © Nintendo

Den ersten Ansatz eines Mehrspieler-Modus findet man innerhalb der Nintendo GameCube-Umsetzung des ersten Animal Crossing-Teils. In diesem war es nämlich bereits möglich, die Städte von Freunden zu besuchen. Voraussetzung war jedoch, dass euer Spielpartner seine Memory Card inklusive seiner Speicherdaten mit zu euch brachte und an die Konsole anschloss. Ein gemeinsames Spielen war somit zwar nicht möglich, das Teilen der eigenen Ideen und Umsetzungen war damit aber schon beinahe seit Beginn der Reihe ein Bestandteil, den die Entwickler im Blick hatten. Dieser Spaß dürfte jedoch vielen nach einigen wenigen Malen vergangen sein, da es keinen wirklichen Mehrwert bot, auf diese Art zu spielen.


Mit Animal Crossing: Wild World schaffte es dann ein wirklicher Mehrspieler-Modus in das Spiel, welcher Spaß mit bis zu drei weiteren Freunde versprach. Um diesen nutzen zu können, bot Nintendo zweierlei Möglichkeiten. Die einfachste Variante war die lokale Verbindung zwischen den einzelnen Nintendo DS-Systemen. Ein Spieler öffnete die Tore zu seiner Stadt und anschließend konnte man diese besuchen. Ebenso verhielt es sich mit der Verbindung über die Nintendo Wifi-Connection. Hierbei handelte es sich um die Verbindungsmöglichkeit über das Internet. Im Rahmen dessen veröffentlichte Nintendo sogar einen Nintendo Wi-Fi USB Connector, da zum damaligen Zeitpunkt nicht jeder Haushalt über eine eigene WLAN-Verbindung verfügte und man mit Hilfe des Connectors eine eigene Verbindung herstellen konnte, vorausgesetzt, man besaß einen mit dem Internet verbundenen Computer. Dies öffnete Tür und Tor für Spieler weltweit, sich miteinander zu treffen, Dinge auszutauschen oder auch einfach nur miteinander Zeit zu verbringen. Im Rahmen dessen entstanden auch auf unterschiedlichen Online-Plattformen Foren, in welchen man sich mit unbekannten Mitspielern verabredete und die jeweiligen Freundescodes austauschte.


Doch was bot diese erste Mehrspieler-Erfahrung nun eigentlich? Zum einen konnte man mit seinen Besuchern die verschiedensten Aktivitäten unternehmen. Sei es das Weglaufen und Fangen auf den Wiesen oder das Organisieren von Angel- bzw. Insektenturnieren mit Hilfe einer einblendbaren Stoppuhr. Die Möglichkeiten waren für die damaligen Verhältnissen großartig. Doch auch der Besuch bei Tom Nook im Laden und das Einsammeln der unbekannten Früchte gehörte schon im Jahre 2006 zu den Dingen, denen man als Animal Crossing-Fan im Mehrspieler-Abenteuer nachging. Für die Unterhaltung mit euren Freunden war es außerdem möglich, mittels Touchscreen kurze Texte einzugeben, was zu diesem Zeitpunkt eine tolle Dreingabe war. Ich selbst erinnere mich sehr gerne an diese Zeit zurück, da man sich in der Schule mit seinen Freunden für einen virtuellen Rundgang verabredete und diesen dann nachmittags durchführte.


Wii Speak konnte das Online-Erlebnis auf ein neues Level heben. © Nintendo

Einen Schritt weiter ging man dann bei der Entwicklung von Animal Crossing: Let´s Go to the City. In dem Wii-Ableger war es nämlich nicht nur möglich, ein Keyboard anzuschließen, womit das chatten mit euren Freunden vereinfacht werden sollte, sondern der Titel wurde mit einem eigenen Chat-Modul ausgeliefert, welches auf den Namen Wii Speak hörte. Dieses ermöglichte allen in einem Raum befindlichen Personen an einem Gespräch über die Internetverbindung mit einem Freund teilzunehmen. Wirklich erfolgreich war das Gadget leider nicht, ich persönlich freue mich jedoch sehr darüber, es damals besessen zu haben. Passenderweise habe ich für euch auch unseren alten Hardware-Test herausgekramt, welcher sich heute noch ganz spannend liest. Inhaltlich bot der Titel zwar einige Neuerungen, diese hatten jedoch nur einen marginalen Einfluss auf die Mehrspieler-Möglichkeiten. Wie schon zuvor, wurde gemeinsam geangelt, man hat Insekten gesucht oder eben die Früchte der Freunde mit nach Hause genommen, um sie dort einzupflanzen und selber anzubauen. Eingestellt wurde die Nintendo Wi-Fi Connection übrigens am 20. Mai 2014, sodass ab diesem Zeitpunkt kein Zusammenspiel mehr in dem Nintendo DS- und dem Wii-Ableger möglich war.


Wirkliche Neuerungen bot dann erst der Nintendo 3DS-Ableger Animal Crossing: New Leaf. Neben den üblichen Möglichkeiten des gemeinsamen Spielens innerhalb der Stadt konntet ihr, dank der Hilfe von Törtel, mit bis zu drei Freunden auf eine tropische Insel reisen. Diese bot euch sowohl im Einzelspieler als auch in den Mehrspieler-Partien unterschiedliche kleine Minispiele, welche absolviert werden konnten. Diese reichten vom Angeln und der Jagd nach Insekten bis hin zu Ballonschießen sowie der Suche nach Fossilien. Belohnt wurden alle mit speziellen Medaillen, die auf der Insel gegen Gegenstände eingetauscht werden konnten. Somit schaffte es mit New Leaf eine Art Minispielinsel ins Spielgeschehen, welche für große Motivation sorgte, diese mit den eigenen Freunden zu besuchen, da eben besondere Erlebnisse ermöglicht wurden.


Das Beste kommt zum Schluss.


Mit bis zu acht Spielern könnt ihr in Animal Crossing: New Horizons auf eurer Insel spielen! © Nintendo

Zu guter Letzt hätten wir da natürlich noch neuesten Ableger, welchen wohl die meisten von euch gerade auf ihrer Nintendo Switch spielen. Animal Crossing: New Horizons bietet gleich drei unterschiedliche Möglichkeiten, miteinander zu spielen. Zuerst sei da das Zusammenspiel an einer Konsole. Jedes auf der Konsole hinterlegte Profil kann auf der Insel nämlich eine Hütte anlegen, sodass der Titel dann beispielsweise mit geteilten Joy-Con erlebt werden kann. Diese Art des Spielens ist mit bis zu drei weiteren Personen möglich. Darüber hinaus könnt ihr euch per lokaler Verbindung oder über das Internet mit bis zu sieben weiteren Personen treffen. Die Möglichkeiten ähneln denen in Wild World und Let´s Go to the City: Ihr könnt euch gegenseitig besuchen, einkaufen, angeln, Insekten fangen oder auch einfach nur bewundern, wie eure Freunde ihre Inseln gestaltet haben. Einschränken könnt ihr dieses Mal, welche Interaktions-Möglichkeiten eure Besucher auf eurer Insel haben. Dies soll verhindern, dass eure Gäste alle Bäume fällen oder sonstigen Schabernack treiben. Angelturniere oder gar Minispiele sucht man aktuell vergeblich. Die Hoffnung, dass uns Nintendo dahingehend aber per Update überrascht, ist sehr groß.


Nintendo bietet euch im neuesten Ableger eine gute Mischung aus bekannten Kommunikationsmöglichkeiten. Zum einen habt ihr per eingeblendeter Tastatur die Möglichkeit, einander kurze Texte zu schicken. Solltet ihr euer Smartphone zur Hand haben, gibt es sogar die Möglichkeit, die Nachrichten mit diesem zu schreiben und zu versenden, da diese Möglichkeit für die meisten sicher einfacher sein dürfte, als die Eingabe über die integrierte Bildschirmtastatur der Nintendo Switch-Konsole. Dank der Applikation auf euren mobilen Geräten ist zudem auch ein gewisser Sprachschatz implementiert,auf den ihr bei Bedarf zurückgreifen könnt. Zuletzt unterstützt Animal Crossing: New Horizons auch die Verwendung von Tastaturen, welche an die Docking-Station angeschlossen werden können. Die Vielfalt der Kommunikationsmöglichkeiten ist somit vorbildlich und jede dürfte bei eine Variante finden, die ihm zusagt.


Alles in allem empfinde ich die Entwicklung des Mehrspieler-Modus in Animal Crossing als sehr spannend. Schon immer lud der Titel dazu ein, diesen mit anderen zu spielen, sich auszutauschen und auch gegenseitig herauszufordern. Die virtuelle Bewohner sind zwar meiner Meinung nach allesamt toll inszeniert und die Unterhaltungen amüsieren auch für eine Weile, doch die wirkliche Stärke der Titel kommt jedoch erst zum Tragen, wenn man gemeinsam mit echten Mitspielern in Kontakt tritt. So nutzen auch wir als Redaktion ganz aktuell die Möglichkeit, uns virtuell zu treffen, angeln zu gehen oder auch Gegenstände auszutauschen, um uns einander zu unterstützen. Auch wenn Animal Crossing: New Horizons gerade erst erschienen ist, darf man gespannt sein, wie Nintendo das zukünftige Online-Spiel noch weiterentwickeln wird. Hoffentlich bereits im neuesten Ableger der Reihe.


Wir hoffen, unser kleiner Rückblick hat euch gefallen und wir würden uns freuen, wenn ihr eure Mehrspieler-Erlebnisse mit uns in den Kommentaren teilt!

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Kommentare 3

  • Tisteg80

    Meister des Turms

    Den USB Connector musste ich natürlich auch haben, klare Sache :)


    Und heute haben es die Leute so leicht und vergeben vernichtende User-Bewertungen, weil das Spiel nur eine Insel pro Konsole bietet... X/

  • Internetzwerg

    Turmbaron

    Und wie viel hat sich das Spiel Jetzt weltweit verkauft?

  • Linnea

    △○╳□

    Ich spiele meine Spiele zwar echt gerne online, aber gerade bei Animal Crossing ist das bei mir eher eine Art Überwindung...


    Grund dafür sind aber nicht die spielerischen Möglichkeiten, sondern die unfassbar träge Art und Weise, wie das Spiel die Spieler zusammenführt.
    Es gibt in Videospielen nichts nervigeres als ewig lange Ladezeiten, aber aus genau solchen Wartezeiten bestehen die Anflüge der Mitspieler.


    Schlimmer noch: Diese Tortur muss man für jeden Spieler einzeln über sich ergehen lassen.
    Hätte man das nicht endlich elegant per Pop-up lösen können, indem man irgendwo "Spieler X hat die Insel betreten" einblendet? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das auf der Switch nicht möglich gewesen wäre.


    Jedenfalls ist das der Grund, wieso ich den Multiplayer in Animal Crossing nur dann nutze, wenn es wirklich nötig ist um beispielsweise Items zu tauschen.