Comic-Rezension: Geschichten aus dem Hellboy Universum – B.U.A.P. Die Froschplage Band 1

Über den Tellerrand

Letztes Jahr startete der neue Hellboy-Film „Hellboy – Call of Darkness“ in den deutschen Kinos. Auch vorher schon war der Höllenjunge in unterschiedlichen Medien unterwegs, nicht zuletzt in zwei weiteren Realverfilmungen und auch als Zeichentrickfigur. Mittlerweile existiert die Figur Hellboy seit über 25 Jahren. Grund genug uns ein wenig mit der Materie auseinanderzusetzen und zu schauen, welche Lektüre man den neugierigen Kinogängern oder Streaming-Fans eventuell empfehlen kann, um weiter in das Hellboy-Universum vorzudringen.

Ein spannender und gelungener Einstieg in die Abenteuer rund um die Behörde. © Cross Cult

Zunächst einmal besteht das Hellboy-Universum mittlerweile aus verschiedenen Comic-Reihen, die zu einem großen Teil miteinander verwoben sind, aber auch teilweise alleinstehend gelesen werden können. Grundlage für den aktuellen Film waren die über Jahre erschienenen Geschichten „Der Ruf der Finsternis“ und „Der Sturm“, in denen Schöpfer Mike Mignola keltische Mythen und Teile der Artussage in die „Hellboy“-Legende einfließen ließ. Die Geschichten liegen im Hellboy-Kompendium 3 gesammelt vor und erschienen im Cross Cult Verlag. Wollt ihr jedoch von Beginn an in die Hellboy-Welt einsteigen, empfiehlt sich dazu natürlich das Hellboy-Kompendium 1, wo die ersten drei Bände von Hellboy versammelt sind. Ebenfalls einen guten Einstieg in die erweiterte Welt von Hellboy liefert euch der hier nun zu besprechende Band aus der Spin-off-Reihe B.U.A.P., der die Abenteuer der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen nachzeichnet. Im Verlauf der Abenteuer von Hellboy und seinen Kollegen von der Behörde kommt es nämlich zu einem Bruch, bei dem der Höllenjunge die Behörde verlässt und fortan allein auf Entdeckungstour geht.

Der vorliegende Band zur Froschplage setzt unmittelbar nach diesem Verlust von Hellboy ein und macht die anderen Charaktere aus dem Hellboy-Universum zu den Protagonisten, allen voran Abe Sapien, Liz Sherman, Roger der Homunkulus, das Medium Johann Kraus und als Einsatzleitung Dr. Kate Corrigan. Die Geschichten rund um das Team wurden in der Folge auch nicht mehr allein von Mike Mignola gezeichnet und erdacht, sondern man experimentierte ein wenig herum, bis sich nach und nach ein kreatives Kernteam herauskristallisieren sollte. Aus diesem Grund sind die hier enthaltenen Geschichten auch eine Mischung aus unterschiedlichen Talenten, was sowohl die Erzählungen als auch die Zeichnungen und Kolorierungen angehen. Das mindert nur bedingt die Qualität, denn die Nebenreihe rund um das B.U.A.P.-Team hält sich bis heute, auch wenn der Story-Bogen rund um die Froschplage vor langer Zeit bereits abgeschlossen wurde und die Agenten es mittlerweile mit der Hölle auf Erden zu tun haben.

Zu Beginn des Buches begeben sich Abe, Roger, Johann und Kate in „Hohle Erde“ auf die Suche nach Liz Sherman, die sich vor zwei Jahren in ein entferntes Kloster zurückgezogen hatte, um die Behörde und ihre Freunde nicht mit ihrer Feuerkraft als Brandstifterin zu gefährden, die sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht unter Kontrolle hat. Weitere Kurzgeschichten folgen, die unsere neuen Protagonisten ein wenig näher beleuchten und sie bei Einsätzen zeigen. Dabei greift Cross Cult zu einem großen Teil auf die bereits veröffentlichten (und vergriffenen) Geschichten aus den ersten beiden B.U.A.P.-Bänden zurück, die bereits 2005 und 2006 in Deutschland erschienen sind. Bevor wir aber zur Hauptgeschichte, oder sollten wir sagen, zur Hauptplage kommen, können die Leser noch in folgende Geschichten eintauchen:
  • Hohle Erde
  • Der Killer in meinem Kopf
  • Abe Sapien versus Wissenschaft
  • Die Trommeln der Toten
  • Der Geist von Venedig (bisher unveröffentlicht auf Deutsch)
  • Dunkle Wasser
  • Nachtzug (bisher unveröffentlicht auf Deutsch)
  • Da ist etwas unter meinem Bett (bisher unveröffentlicht auf Deutsch)
  • Ein normaler Tag bei der B.U.A.P. (bisher unveröffentlicht auf Deutsch)
  • Die Froschplage

Captain Daimio wird im weiteren Verlauf der Geschichte noch eine wichtige Rolle spielen. © Cross Cult

Die ersten vier der oben aufgeführten Geschichten sind diesmal auch koloriert und nicht in schwarz-weiß abgedruckt. Neben den bisher unveröffentlichten Erzählungen lohnt sich für den geneigten Sammler, der die originalen Veröffentlichungen bereits besitzt (so wie ich), aus diesem Grund die Neuveröffentlichung dennoch. Das Buch ist, wie man es nun bereits seit Jahren von Cross Cult gewohnt ist, in Hardcover gebunden und was die Papier- und Druckqualität angeht hochwertig ausgestattet. Auf knapp 400 Seiten erwarten euch damit eine Menge Abenteuer rund um die Einsatztruppe und auch ohne Hellboy wird es da nicht langweilig – erst recht nicht, wenn mit der Froschplage Guy Davis als Zeichner und Dave Stewart als Kolorist übernehmen.

Die Froschplage ist daher mit knapp 130 Seiten auch die längste Geschichte des Bandes. Dort finden sich ebenso wie in den vorhergehenden Geschichten noch viele Verweise auf frühere Einsätze der Agenten oder auf Abenteuer von Hellboy. Im Mittelpunkt steht der Ausbruch einer Plage, die Menschen in froschähnliche Kreaturen verwandelt, ausgelöst von einem mysteriösen Pilz, der seine Sporen dadurch immer weiter verbreitet. Das Team rund um Abe Sapien macht sich auf den Weg, die Hintergründe der Plage zu ergründen, nichtsahnend, dass diese Geschichte nur den Anfang dessen darstellt, was noch auf sie zukommen soll. Begleitend dazu ergründen Mignola und die anderen dabei noch die Vorgeschichte und den Hintergrund der Figur Abe Sapien, über den bis zu diesem Zeitpunkt noch recht wenig bekannt war. Im Lauf der Jahre sollte dieser Charakter aber auch eine eigene Reihe bekommen (hierzulande zu einem großen Teil in den Hellboy-Universum-Büchern gesammelt), um den Charakter feiner auszuarbeiten.

Die Abenteuer rund um die Agenten und Wesen der Behörde nehmen mittlerweile mindestens eine genauso wichtige Rolle im Hellboy-Universum ein, wie der Höllenjunge selbst. Bis heute erscheinen noch neue Geschichten, die nach und nach auch auf Deutsch bei Cross Cult landen und dort veröffentlicht werden. Für Nachschub ist also gesorgt.

Fazit

Auch wenn ich den Anfang der Froschplage nun zum wiederholten Male gelesen habe, er macht mir immer wieder Spaß. Band 1 aus der Froschplage-Saga stellt noch dazu einen tollen Einstieg in das erweiterte Hellboy-Universum dar. Dabei lassen sich sowohl die Kurzgeschichten als auch die Haupt-Story in diesem Buch hervorragend ohne weitere Vorkenntnisse lesen und genießen. Hier bekommt ihr einiges geboten, was auch durchgehend die Atmosphäre des Hellboy-Universums einfängt, wobei die Geschichten rund um die Behörde eher nicht im Bereich der Märchen und Sagen angesiedelt sind, wie ein Großteil der ersten Hellboy-Geschichten. Bei den B.U.A.P. stehen vielmehr Mystery- und Pulp-Elemente im Vordergrund, die nicht umsonst viele Leser auch an die Geschichten und Kreaturen von Lovecraft erinnern.

Sammler und Stammleser der B.U.A.P.-Comics bekommen mit den neu hinzugefügten Geschichten (siehe Auflistung oben) ebenfalls einen guten Grund, sich das Buch erneut zu kaufen, falls sie die zwei Original-Bände bereits besitzen. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt in die Welt einzusteigen, auch ohne den neuen Hellboy-Film gesehen zu haben. Hellboy und die Abenteuer rund um die Behörde bieten euch fantastische Geschichten in einer Welt voll von Pulp, Mythen, Märchen und Sagen. Ich lasse mich immer wieder gerne in dieses Universum hineinziehen und kann euch den Einstieg mit dem ersten Band der Froschplage nur wärmstens empfehlen.

B.U.A.P. Die Froschplage Band 1 ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3959818995, 14x21cm, Hardcover, 408 Seiten, 40,00 Euro
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Wenn ihr bei Hellboy zu Beginn einsteigen wollt, empfehle ich euch das Hellboy Kompendium 1 erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3864259852, 16x24cm, Hardcover, 448 Seiten, 50,00 Euro
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Wenn ihr die Geschichte des neuen Hellboy-Filmes nachlesen wollt, steigt ihr beim Hellboy Kompendium 3 ein, ebenfalls erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3959817875, 16x24cm, Hardcover, 480 Seiten, 60,00 Euro
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Berichtsbild: © Cross Cult

Kommentare 7

  • Lazarus Turmfürst - 29.03.2020 - 16:03

    Ich habe für Hellboy wirklich nur Liebe übrig. Ich lese aktuell noch das zweite Kompendium. Die Froschplage werd ich mir bei Zeiten auch noch zulegen.
  • Wichert Turmheld - 29.03.2020 - 21:34

    Hellboy ist mit Abstand meine lieblings Comicreihe. Nach Zelda meine Liebste Reihe fiktiver Werke überhaupt.
    Bei allem was Hellboy rellatiert ist, kann man eigentlich bedenkenlos zugreifen. Die B.U.A.P Geschichten sind neben den Hauptabenteuern von Hellboy das essentiellste was das Mignolaverse zu bieten hat.

    Hellboy war tatsächlich einer der entscheidenden Faktoren, warum ich bei dem Verlag mein Praxissemester verbracht habe und bis heute auf den Messen mithelfe ;)
  • AnimalM Turmbaron - 30.03.2020 - 11:12

    Ich mag Hellboy. Einfach eine richtig gute Reihe, mit einem tollen Zeichenstil und schön düsterer Atmosphäre. Die ersten beiden Filme mochte ich ebenfalls sehr, der neue reizt mich hingegen gar nicht.
  • Lazarus Turmfürst - 30.03.2020 - 11:17

    Zitat von AnimalM:

    der neue reizt mich hingegen gar nicht.
    Ist auch absolut furchtbarer Mist.
  • AnimalM Turmbaron - 30.03.2020 - 11:46

    @Lazarus Also wie erwartet :thumbup: Schade.
  • Wichert Turmheld - 30.03.2020 - 12:50

    @Lazarus
    Ich fand den Film bis zur ersten Hälfte sogar ganz OK. Aber dann wurde der Regisseur scheinbar von einem tolwütigen Affen gebissen und es wurde zu einem Desaster...
  • Dennis Gröschke Rabbit Season - 30.03.2020 - 13:33

    Oh ja, beim neuen Film passt so einiges nicht. Und ich würde auch noch nichtmal sagen, dass es an David Harbour liegt, wie ich ursprünglich dachte. Der macht das schon ganz gut. Aber bis auf wenige Ausnahmen, die Riesen und die Szenen im Hexenhaus, waren die Special Effects auch einfach nicht gut. Und Milla Jovovich kann ich leider auch nicht mehr sehen, ihre Darstellung des Bösen ist einfach nur lächerlich.

    Liebe Hütte Hühnerbein, knicke Deine Beine ein.