Comic-Rezension: Invincible Band 2

Über den Tellerrand

In meiner Rezension zum ersten Band, die ihr hier finden könnt, habe ich es grundsätzlich vermieden, den großen Plottwist innerhalb der ersten Hefte zu erwähnen. Dies lässt sich leider nicht fortführen, da es nun einmal ein Konflikt ist, der die Geschichte so richtig in Gang bringt. Wer sich dennoch nicht spoilern lassen möchte, liest sich entweder meine Besprechung des ersten Bandes durch, um eine grundsätzliche Information über Invincible zu erhalten, oder springt zum letzten Absatz vor dem Fazit.

Bereits in der Rezension zu Band 1 haben wir festgestellt, dass Invincible eine etwas andere Art von Superhelden-Comic ist. Nahezu zeitgleich hat Autor Robert Kirkman neben der relativ unbekannten Serie „The Walking Dead“ (Kennt doch hier niemand, oder?) auch an den Abenteuern des Jugendlichen Mark Grayson gearbeitet. Dieser ist der Titelheld und muss sich neben der Schule und der Pubertät auch noch damit auseinandersetzen, dass er plötzlich Superkräfte besitzt und als Held bei einer Eingreiftruppe aushelfen soll. Dann offenbart ihm sein Vater auch noch, dass er ein Außerirdischer ist und sie beide dazu auserkoren sind, die Menschheit für die Alien-Rasse zu unterwerfen.

Alles Gute kommt von oben! © Cross Cult



Mark stellt sich gegen seinen Vater, woraufhin dieser von der Erde verschwindet. Für die Öffentlichkeit muss natürlich ein Alibi her, weswegen während großen Teilen des zweiten Buches auch für viele Menschen nicht klar ist, was mit Omni-Man genau passiert ist. Die Guardians of the Globe ermordet, Omni-Man nicht mehr auf dem Planet, wer soll denn nun diese Schuhe ausfüllen?

Der Vorfall mit seinem Vater macht Mark nicht nur körperlich zu schaffen, hauptsächlich geistig beschäftigt er sich noch lange mit dem Zusammenstoß der anderen Art. Wenn man von seinem eigenen Vater so vor den Kopf gestoßen wird, dann lässt das schon an einem selbst zweifeln. So sind auch andere Jugendliche skeptisch, die ebenfalls besondere Kräfte besitzen und Invincible als Bedrohung ansehen, könnte er so sein oder werden wie sein Vater. Das Verschwinden von Omni-Man Nolan Grayson hinterlässt auch bei Invincibles Mutter ihre Spuren: Es dauert ein wenig, bis sich Sohn und Mutter wieder ein wenig annähern können. Die Frau in der Familie ist nämlich „nur“ ein Mensch, sie besitzt keine Superkräfte, macht sich aber jetzt verstärkt Sorgen um ihren Sohn, wo ihr Mann verschwunden ist.

Kann die Unterwasser-Hochzeit noch verhindert werden? © Cross Cult



In der Schule und der Peer-Group läuft für Mark auch nicht immer alles so rosig. Die Schule nimmt zwar zunächst Rücksicht auf ihn, damit er den Verlust verarbeiten kann, jedoch steht der Sprung aufs College demnächst an und es wird nicht leicht für Mark, sich darauf vorzubereiten. Doch schließlich schafft er seinen Abschluss auf der Reginald Vel Johnson High – wer mag, kann ja mal recherchieren, wer VelJohnson ist, ich hab mich königlich amüsiert – und lernt auf dem College auch neue Leute kennen.

Parallel dazu schickt ihn das Pentagon im Verlauf des Buches auf zahlreiche Missionen, weshalb Mark kaum Zeit zum Verschnaufen hat. So zieht es ihn für eine Mission in eine Unterwasserstadt, wo er eine Königin zur Frau nehmen soll. Dann geht es auch in den Weltraum auf eine Begleitmission zum Mond, die leider ein wenig aus dem Ruder läuft und unwissentlich einen Infiltrator auf die Erde mitbringt. Ob und wie das Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Story haben wird, ist noch nicht absehbar. Ebenso wie die Nebenhandlung rund um Angstrom Levy, der mit Hilfe von zwei Lakaien mehrere Paralleldimensionen zusammenführen möchte. Ein Multiversum hat noch keiner Geschichte geschadet, findet ihr nicht auch?

Invincible ist durchaus auch ein Team-Player. © Cross Cult



Kirkman, Ottley und Crabtree führen die Geschichte rund um Mark Grayson gekonnt weiter. Wie zuvor wird die Welt in Invincible sehr bunt und vielfältig dargestellt. Seien es die unterschiedlichen Figuren, Monster und Aliens oder aber die Welt an sich. Hier ist kaum etwas düster und dunkel; blättert ihr durch die Seiten könntet ihr denken, ihr lest ein „My Little Pony“-Comic. Ganz so bunt und unschuldig ist die Geschichte natürlich nicht, Kirkman und Co. reißen hier neben der üblichen Superhelden-Thematik auch Themen wie Identität, Selbstbewusstsein und die Suche nach dem Platz in einer verwirrenden Welt an. Das ist auch dieses Mal wieder verdammt unterhaltsam und liest sich schnell weg, was durchaus positiv zu deuten ist. Einige Elemente werden nun der Ursprungsgeschichte hinzugefügt und es wird angedeutet, in welche Richtung die weitere Geschichte sich entwickeln könnte. Dennoch bleibt es spannend, weil der Leser nie genau weiß, was ihn auf der nächsten Seite erwartet.

Fazit

Auch im zweiten Sammelband wird die Geschichte rund um Invincible und seine Abenteuer nicht langweilig, im Gegenteil, es werden einige neue Elemente eingeführt, die später mit Sicherheit wieder aufgegriffen werden. Cross Cult hat erneut einen dicken Sammelband herausgegeben, der nebst den US-Heften 14-24 auch Heft 0 und eine Geschichte vom Free Comic Book Day 2004 beinhaltet. Abgerundet wird die Premium-Edition wie gehabt mit einigen Extras wie Skizzengalerie und Informationen aus erster Hand. Auch wenn Invincible bisher in Deutschland kein langer Erfolg vergönnt war, mit den Premium-Editionen von Cross Cult könnte und sollte sich das ändern. Band 3 lässt auch nicht lange auf sich warten und soll noch in diesem Sommer erscheinen.

Invincible Band 1 ist erschienen bei Cross Cult ISBN: 978-3-959813-83-9, 16x24cm, Softcover, 320 Seiten, 30,00 Euro
Jetzt bei Amazon bestellen: Invincible Band 2

Unser Onlinemagazin ntower ist Mitglied der Affiliate-Netzwerke Amazon PartnerNet und MediaMarkt/Saturn-Partnerprogramm. Bei einer Bestellung über einen unserer Affiliate-Links erhalten wir über den jeweiligen Shopbetreiber eine variable Provision. Für Endkunden entstehen keine Zusatzkosten.

Berichtsbild: © Cross Cult

Kommentare 1