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Ghost of Tsushima im Test – Samurai-Epos mit bekannten Mechaniken Über den Tellerrand

Seit zehn Jahren zählt das Open World-Genre zu den beliebtesten und erfolgreichsten Videospiel-Genres. Spätestens mit Erscheinen von The Elder Scrolls V: Skyrim im Jahr 2011 begann die enorme Popularität. Danach folgten viele weitere Open World-Hits. So zeigte beispielsweise The Witcher 3: Wild Hunt, wie eine offene Welt mit vielen interessanten Nebenmissionen und einer guten Haupthandlung gelingen kann. Und auch Assassin’s Creed prägte das Genre mit den bekannten Türmen und Aussichtspunkten, mit denen die Weltkarte nach und nach offengelegt wird. Dabei wurde auch die sogenannte „Ubisoft-Formel“ für einen Großteil der Spiele des französischen Konzerns geprägt: große Welten mit allerlei Sammelgegenständen. 2017 sorgte auch The Legend of Zelda: Breath of the Wild durch seine Klettermechanik für viel mehr Freiheiten. Natürlich existieren noch viele weitere Open-World-Titel, unter anderem auch von Entwickler Sucker Punch Productions. Mit der inFamous-Serie hat das zu Sony Interactive Entertainment gehörende Studio bereits ein paar Open-World-Spiele erschaffen und nun ist am 17. Juli 2020 mit Ghost of Tsushima der nächste große Titel und zugleich der letzte PlayStation 4-First-Party-Blockbuster erschienen.


Die Insel Tsushima mit bekannten Elementen


Die Insel Tsushima liegt im Westen von Japan. Bei den mongolischen Invasionen Japans im 13. Jahrhundert war sie die erste Anlaufstelle für die Mongolen und wurde stets überrannt. Von Tsushima aus starteten die Mongolen ihre Angriffe auf die japanischen Hauptinseln. So viel zum historischen Hintergrund, der auch im Spiel zur Geltung kommt. Denn die 80 Samurai der Insel Tsushima traten den Tausenden mongolischen Angreifern zu Beginn des Spiels entgegen. Doch die Invasoren kämpfen, anders als die Samurai, weniger ehrenhaft. Während die Samurai somit niedergemetzelt wurden, überlebte Fürst Jin Sakai schwer verletzt die Schlacht. Nach einer kurzen Zeit der Genesung bricht er auf, um seine Insel von den Mongolen zu befreien. Erste Anlaufstelle ist die Burg Kaneda, welche die südliche Insel Kami-jima mit der Insel Shimo-jima verbindet. Dort ist nicht nur der Anführer der Mongolen, sondern auch euer Onkel, Fürst Shimura, inhaftiert, der die Schlacht von Komoda ebenfalls überlebt hat. Doch euer erster Anlauf scheitert und Schritt für Schritt passt sich Sakai dem Krieg an. Somit verdeutlicht der Charakter den Zwiespalt zwischen den Lehren der Samurai und den Wegen, wie ein Krieg gewonnen werden kann. Es gilt also, Verbündete um sich zu scharen, die Mongolen zu vernichten und die Bevölkerung zu retten.


Die Insel von Tsushima lädt zum Erkunden ein.

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Ghost of Tsushima wurde sehr stark von anderen Open-World-Spielen inspiriert. Die Landschaft der Welt wirkt mit ihren verschiedenen Szenen teilweise wie das Hyrule aus The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Beide Spiele haben teilweise eine ähnliche Flora und Fauna. Dies liegt vielleicht auch an dem japanischen Setting, wovon ebenfalls etwas Inspiration in The Legend of Zelda: Breath of the Wild einfloss. Gameplay-technisch erinnert Ghost of Tsushima sehr an Assassin’s Creed, denn ihr könnt durch hohes Gras schleichen, Gegner meucheln und auch an Felsklippen hochklettern. Die Missionen erinnern ebenfalls teilweise daran. Aber auch ein Vergleich mit The Witcher 3: Wild Hunt ist denkbar. Denn oftmals müsst ihr in einer Nebenmission erst einen Bereich untersuchen, dann einer Spur folgen und abschließend ein paar Gegner offen oder heimlich töten. Meist ist eine solche Nebenmission mit einer persönlichen Schicksalsgeschichte verknüpft. Vor allem muss ich, auch wenn ich normalerweise kein Freund von Vergleichen bin, eine sehr starke Ähnlichkeit von Ghost of Tsushima mit Assassin’s Creed III erwähnen. In beiden Spielen muss man feindliche Lager zerstören, erlebt die Geschichten von Verbündeten und Freunden, die euer Band mit ihnen stärken, und auch die Geschichte mit Selbstzweifel und Verrat erinnert an das 2012 erschienene Spiel von Ubisoft. Lediglich das Klettern von Baum zu Baum ist bei Ghost of Tsushima nicht möglich.


Ein Fuchs führte uns zu einem Inari-Schrein und wird auch entsprechend belohnt.

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Die Welt von Ghost of Tsushima ist wirklich außerordentlich schön. Nicht nur grafisch (worauf ich später eingehen werde), sondern auch von der Abwechslung her. Denn die Insel Tsushima bietet Grasländer, Wälder, Sumpfgebiete, Siedlungen, Tempel, Felsen, Bambuswälder und mehr. Auch kleinere Bäche mit Brücken fügen sich malerisch in die Landschaft ein. Über die Insel verteilt existieren verschiedene Fuchsbaue. An diesen findet ihr natürlich Füchse, die euch zu diversen Inari-Schreinen (Inari ist im Shinto u. a. die Göttin der Füchse) führen. Auch heiße Quellen sind über Tsushima verteilt, an denen ihr eure maximale Gesundheit erhöhen könnt. Darüber hinaus könnt ihr an Bambusständen eure Entschlossenheit erhöhen. Beim Reisen können euch Vögel zu diesen verschiedenen Orten lotsen. Besonders gut haben mir die vielfältigen Schreine gefallen. Denn nicht nur führen verschiedene Torii (hölzerne beziehungsweise auch steinerne Torbögen) zu den Schreinen der Kami (Götter), der Weg zum Schrein selbst ist meist zerstört oder blockiert, sodass ihr klettern müsst. Dies ist zwar nicht sonderlich schwer, allerdings wurden diese Kletterpassagen recht spannend gebaut, sodass ihr euch wie ein Entdecker fühlt. Mein erster Schrein war beispielsweise an einer Felsenklippe am Wasser, was einen sehr guten Eindruck macht. Ich musste an einer Felswand lang, durch Höhlen kriechen, auf kleine Äste springen und irgendwann erreichte ich das auf einem Felsen im Meer befindliche Schreingebäude. Manchmal ist der Weg recht einfach, manchmal allerdings nicht klar genug erkennbar. Das Springen funktioniert meist hervorragend, allerdings passiert es auch, dass ein Sprung danebengeht.


Mein treues Pferd (zu Beginn des Spiels werden euch drei Pferde und drei Namen vorgeschlagen) und ich.

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Der große Vorteil des Spiels ist es, euch nicht sofort die ganze Insel zur Erkundung freizugeben, sondern zunächst nur den südlichen Bereich. Wenn ihr die Burg Kaneda erobert habt, werdet ihr auch die erste Hälfte (die Region Toyotama) der nördlichen Insel erkunden können. Doch selbst bei dieser Dreiteilung der Karte bietet jede Region viele Orte zum Entdecken. Denn nicht nur gibt es viele Missionen zu erledigen, auch sollen Dörfer befreit, Feldlager vernichtet und Orte erkundet werden. Das Vernichten der Feldlager gefällt mir sehr, denn hier müsst ihr oft Köpfchen beweisen. Natürlich ist ein blindes Hereinstürmen möglich, allerdings endet dies mit großer Wahrscheinlichkeit mit dem Tod, wenn noch nicht viele Kampffähigkeiten freigespielt wurden. Oder ihr taktiert weise, ähnlich wie bei Assassin’s Creed, und versteckt euch im Gras, steckt Gegner im Brand, lenkt sie mit Windglocken an oder verübt Attentate durch Türen oder von Dächern herunter aus. Wenn ihr den Lagerkommandeur beobachtet oder eliminiert, könnt ihr sogar neue Kampfhaltungen erlernen, auf die ich später noch eingehen werde. Bomben sind ebenfalls hilfreich. Wenn ihr den taktischen Ansatz wählt, gilt es, nicht direkt von Gegnern entdeckt zu werden, sonst rufen sie Alarm aus und fast das gesamte Lager ist hinter euch her. Auch können Hunde oder Adler euch entdecken. Sollten auch Gefangene im Lager oder im besetzten Dorf sein, könnten die Mongolen diese abschlachten, wenn sie euch entdecken. Ihr müsst sie also beschützen, falls ein Mongole mit entsprechender Markierung auf den Gefangenen zugeht.


In der Natur selbst lassen sich Blumen oder andere Ressourcen wie Vorräte, Eisen und Raubtierfelle finden. Diese sind vor allem in Lagern oder in Dörfern zu finden. Bei Fallenstellern, Rüstungsherstellern, Waffenschmieden sowie Bogenmachern könnt ihr diese Ressourcen zur Verbesserung eurer Waffen oder der Rüstung einsetzen. Für das Ändern eures Aussehens könnt ihr an bestimmten Orten Haikus schreiben, um neue Stirnbänder zu erhalten, oder Säulen der Ehre entdecken, an denen ihr neue Schwerter erhaltet. Durch das Einsammeln von Bannern könnt ihr außerdem neue Sattelfarben für euer Pferd freischalten. Auch das Färben beziehungsweise Ändern eurer Rüstungsfarben ist möglich. Des Weiteren gibt es auf der Insel neben Jins Reise und den Geschichten von Tsushima die mythischen Geschichten. Diese verleihen euch besondere Ausrüstung oder Techniken, die ihr dann im Spiel anwenden könnt. Die mythischen Geschichten werden euer Können allerdings sehr herausfordern, wenn ihr noch nicht so weit seid.


Die Waffen und Geschichten eines Samurais


Was das Spiel von anderen Open-World-Spielen unterscheidet, ist das Setting. Nioh und Sekiro: Shadows Die Twice boten zwar jüngst ein japanisches Setting, aber eher mehr auf Fantasy und Mythos bezogen. Ghost of Tsushima handelt dagegen von der Geschichte und den Idealen der Samurai. Diese auf Ehre bedachten Krieger handelten stets nach einen Kodex. Im Spiel wird sich mit den Themen Ehre, Überzeugung und der Umgang mit Lehre und Krieg beschäftigt. Gerade das Thema Krieg wird in all seinen Facetten gezeigt. Zerstörte Siedlungen, Brutalität gegenüber der Zivilbevölkerung und auch die Menschen werden authentisch dargestellt. Kriegsherren mit ihrem kalten Kalkül, Samurai mit Ehre, die leidende Bevölkerung und sogar Kriegsgegner, die sich gegen jegliche Art von Gewalt wehren, kommen in dem Spiel gut zu Wort. Auch die Evolution von Jin Sakai vom stolzen Samurai hin zum Geist von Tsushima und das Hinterfragen seiner Ideale im Krieg ist gut durchdacht und wird hervorragend erzählt. Vom Samurai wandelt er sich mehr und mehr zu einer Person, die jedes Mittel nutzen möchte, um den Krieg zu beenden und das Volk zu befreien, was natürlich den Lehren der Samurai widerspricht.


Lager müssen vernichtet werden. Am Anfang und Ende jeder Mission wird der entsprechende Missionstitel angezeigt.

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Vor allem die Nebengeschichten zeigen das Schicksal einzelner Menschen. Jede Mission erinnert dabei etwas an eine Episode aus einer gut geschriebenen Serie. Alle Wendungen und Entscheidungen sind im Allgemeinen nachvollziehbar und logisch im Handlungskontext. Gerade in Bezug auf die verschiedenen Gameplay-Möglichkeiten ist die Entwicklung des Charakters Jin Sakai spannend. Und auch wenn verschiedene Wendungen manchmal vorhersehbar sind, fesselte mich die Geschichte größtenteils. Die Missionen wirkten nie wie Lückenfüller, sondern evozierten stets immer eine gewisse Neugier an dem weiteren Handlungsverlauf.


Das Kampfsystem selbst ist noch einmal besonders, hat aber seine Schwächen. Es gibt vier verschiedene Kampfhaltungen, die gegen fast jeden Gegnertyp gut ankommen. Die Stein-Kampfhaltung ist gut gegen reine Schwertkämpfer, die Wasser-Kampfhaltung effektiv gegen Schildnutzer, die Wind-Kampfhaltung gut gegen Speerkämpfer und dann gibt es noch die Mond-Kampfhaltung, die gegen große Barbaren effektiv ist. Mit der Dreieckstaste führt ihr schwere Angriffe aus und könnt somit bei korrekter Kampfhaltung den Gegner recht schnell ins Taumeln bringen und ihnen mit der Dreieck- oder der Quadrattaste entsprechend zusetzen. Auch Ausweichen und Blocken ist möglich. Bei korrekt eingesetztem Block könnt ihr den Gegner parieren und ihm mit einem Konterschlag Schaden zufügen. Gerade in Duellen eins gegen eins ist dies ein besonderes Gefühl, im richtigen Moment gekontert und zugeschlagen zu haben. Die Duelle können mit Bosskämpfen verglichen werden, denn hier müsst ihr euch auch gegen starke Gegner behaupten.


Brutales Verhalten den Mongolen gegenüber. Links unten erkennt ihr meine Entschlossenheit und mein Leben.

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Eine Gruppe von Gegnern könnt ihr auch herausfordern und mit dem richtigen Timing ohne Schaden direkt eliminieren. Dies kann sich auch auf die Moral der übrigen Gegner auswirken und sie zur Flucht bewegen. Wenn es einmal hitzig wird, könnt ihr mit Kunai die Gegner ins Taumeln bringen, Rauchbomben zum Vorteil verwenden oder mit Haftbomben einzelne Gegner anvisieren. Für den Fernkampf steht der Bogen mit normalen Pfeilen, aber auch mit Feuer- und Sprengpfeilen zur Verfügung. Statt des Bogens könnt ihr auch Windglocken zur Ablenkung nutzen und Schwarzpulverbomben werfen. Das Arsenal an Hilfswaffen erinnert leider erneut recht stark an Assassin’s Creed. Bei dem Kampfsystem ist allerdings das Wechseln zwischen den Kampfhaltungen und der Hilfsitems etwas umständlich. Zwar könnt ihr schnell zwischen Bogen und Schwert wechseln, aber die Auswahl der Kampfhaltung und der Hilfsobjekte erfolgt über die Schultertaste R2. Mit den Pfeiltasten bestimmt ihr das Hilfsobjekt, mit den Aktionstasten die Kampfhaltung. Dabei verdrückt man sich manchmal recht schnell und wählt die falsche Haltung oder das falsche Item aus. Mit dem Wechsel zwischen Bogen, Pfeilen und Bomben verhält es sich ähnlich mit L2. Der Fluss wird dadurch im Kampf gegen mehrere Gegner leider wegen diesem Wechsel oftmals kurz unterbrochen. Dennoch kann das Kampfsystem überzeugen.


Durch das Absolvieren von Missionen erhaltet ihr einen höheren Bekanntheitsgrad und verschiedene Technikpunkte, die ihr zum Freischalten von Fertigkeiten für den Kampf, bessere Fähigkeiten zum Ausspionieren von Gegnern (vergleichbar mit dem Adlerauge aus Assassin’s Creed), dem Ausführen von Attentaten oder der Wirkung eurer Geisterwaffen verwenden könnt. Somit hat man ein stetes Belohnungs- und Fortschrittssystem eingebaut, welches motiviert. Hinzu kommt die Nutzung von Talismanen. Jeder Talisman gewährt verschiedene Boni auf eure Fähigkeiten. Ganz wichtig im Kampf ist auch die Entschlossenheit, mit der ihr unter anderem euer Leben auffüllen könnt. Diese ist auch wichtig, um manche Spezialattacken auszuführen. Die Entschlossenheit wird unter anderem durch gut ausgeführte Konter wieder aufgefüllt. Nicht zuletzt sorgen die Bambusstände und der Aufstieg eures Rufes dafür, dass die Entschlossenheit steigt und ihr mehr davon zur Verfügung habt.


Einer der vielen erklimmbaren Schreine auf Tsushima.

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Wie ihr anhand der Screenshots seht, ist die Grafik des Spiels super. Selbst auf der normalen PlayStation 4 wirkt der Titel sehr farbenfroh. So ist der Goldene Wald beispielsweise mit seinen gold-gelben Tönen eine Augenweide. Und auch die verschiedenen Tageszeiten, Wettereffekte und Animationen sind toll in Szene gesetzt. Da ist manche leicht matschig wirkende Textur bei den Felsen verzeihbar. Doch es sei anzumerken, dass die grafische Pracht vor allem durch HDR erzielt wird. Ich hatte mein Spiel zunächst ohne HDR gestartet. Es sah zwar auch gut aus, aber manche Farben oder Schatten haben mit HDR im Titel eine andere Wirkung. Die Grafik versetzte mich des Öfteren in Staunen und ließ mich manchmal innehalten, weil ich mich einfach nicht an der Umgebung sattsehen konnte. Lediglich die Animationen der Charaktere wirken manchmal etwas steif und ungelenk. Allerdings sehen die Modelle sehr schön aus. Ein Fotomodus bietet die Gelegenheit, einige Momente und Orte festzuhalten. Diverse Filter, Wetter- und Fokuseinstellungen und mehr können vorgenommen werden, um eine Szene entsprechend gut aufzunehmen. Ein Großteil der hier im Test zu sehenden Screenshots ist mit dem Fotomodus auf einer Standard-PlayStation 4 entstanden. Die Grafik ist aber auch unabhängig vom Foto-Modus schön. Ein nettes Gimmick ist der Schwarz-Weiß-Vintage-Filter, wodurch das Spiel wie ein älterer Samurai-Streifen wirkt.


Und auch was das Technische anbelangt, bin ich sehr beeindruckt gewesen, denn das Spiel hatte relativ kurze Ladezeiten. Allerdings fiel während des Spielens dann doch etwas das Nachladen von Objekten, Landschaften oder Schatten auf. Dies macht sich vor allem durch ein paar Bildstörungen beim Reiten oder in Häusern bemerkbar. Ansonsten lief das Spiel aber ohne größere Schwierigkeiten. Ein paar kleinere Fehler bei der KI waren leider ebenfalls vorhanden, ruinieren den Spielspaß aber nicht. Die deutsche Vertonung ist ebenfalls sehr gelungen. Fans von japanischem Originalton können natürlich auch die japanische Sprachausgabe samt deutschen oder englischen Untertiteln auswählen. Die Musik ist ebenfalls hervorragend und setzt in den richtigen Momenten ein. In der Natur wird hingegen hauptsächlich auf Umgebungsgeräusche gesetzt. Dass man am Anfang ein Soundsetting wählen kann, also beispielsweise Kopfhörer, Soundbar, TV-Lautsprecher und vieles mehr, um das beste Sounderlebnis zu erhalten, ist sehr lobenswert. Eine Spielzeiteinschätzung ist leider etwas schwierig. Wer nur auf die Hauptmissionen wert legt, ist vielleicht nach 25 Stunden Spielzeit fertig. Wer mehr von der Welt sehen möchte, alles befreien will und vielleicht sogar alle Trophäen einsammeln möchte, braucht vermutlich eher 60 Stunden. Das ist natürlich vom Spielertyp und den verschiedenen Schwierigkeitsstufen des Spiels, die ihr auswählen könnt, abhängig. Vor Kurzem ist sogar ein neuer Schwierigkeitsgrad mit einem Patch hinzugekommen.


Fazit


Fazit von Marco Kropp: Ghost of Tsushima ist eines der schönsten Open-World-Spiele, die ich bisher spielen durfte. Nicht nur, weil ich mich als Assassin’s Creed-Langzeitspieler direkt heimisch fühlte, sondern weil das Gameplay auch so erweitert wurde, dass es in meinen Augen nahezu perfektioniert wurde. Aber ich kann auch verstehen, wenn die Welt für manchen Spieler zu leer wirkt. Dabei finde ich es toll, dass ich nicht aller fünf Meter auf eine Höhle, Gegner oder einen anderen Ort stoße, wie es bei Bethesdas Open-World-Titeln der Fall ist. Denn ich habe bei Ghost of Tsushima wirklich das Gefühl, die Insel zu erkunden und nicht nur, auf ein Icon nach dem nächsten zu stoßen. Auch die Missionen fühlten sich nicht wie sinnlose Beschäftigungsarbeit an, sondern waren dank der vielen unterschiedlichen Geschichten stets einzigartig. Leider könnte das Grundgameplay für viele schnell eintönig werden und auch das Kampfsystem hat seine Schwächen. Wer darüber hinwegsehen kann und die Assassin’s Creed-Titel mag, der sollte sich den Titel unbedingt holen. Nicht nur wegen dem Versuch eines Abbildes vom Japan des 13. Jahrhunderts, sondern auch weil ihr hier ein sehr vertrautes, aber dennoch anderes Spiel erhaltet. Es ist den Entwicklern wirklich gelungen, ihre Vorliebe für japanische Samurai-Filme in einen Blockbuster umzuwandeln, wenn auch mit Schwächen. Ein gelungener Abschlusstitel für die PlayStation 4.


Fazit von Thomas Steidle: Ich bin wahrlich kein erfahrener Spieler, was das Open World-Genre anbelangt. Lediglich Xenoblade Chronicles X und The Legend of Zelda: Breath of the Wild habe ich durchgespielt – alles andere als typische Vertreter dieses Genres. Daher war ich vor Veröffentlichung schon sehr gespannt, wie mir Ghost of Tsushima gefallen wird. Und was soll ich sagen? Ich persönlich bin zum allergrößten Teil unglaublich begeistert. Das Spiel bietet mit den verschiedenen Biomen und Farbgebungen eine wunderschöne Kulisse, weswegen ich den Fotomodus des Spiels immer wieder benutze. Die zahlreichen Sammelgegenstände, Quests und gegnerischen Lager laden zum ausführlichen Erkunden der wunderschönen Spielwelt ein. Ich habe noch lange nicht alle Winkel von Tsushima erkundet und freue mich jeden Tag aufs Neue, in das Spiel eintauchen zu können. Einen kleinen Wermutstropfen stellt das nach einiger Zeit etwas repetitive Gameplay dar. Wer aber nicht jeden Fleck der Insel auskundschaftet, sondern sich auf die soliden Geschichten fokussiert, kann sich auf ein durchweg motivierendes Abenteuer freuen.


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Kommentare 8

  • arminius73

    Turmbaron

    Warum vergebt ihr eigentlich bei "fremden" Tests, wie z.B. PS4-Spielen, keine Noten?

  • Dennis Meppiel

    Administrator

    arminius73


    Das planen wir mal für ein weiteres ntower-Update. Etwas Geduld. ;)

  • Eisblauer Wolf

    Wölfin des Nordens

    Hat mir sehr gefallen der Test, jetzt weiß ich etwas besser Bescheid darüber. Ich las sehr oft das viele sich den Titel ho!en werden, weil hier und da :)

    Und ich muss zugeben das mich das geschriebene schon einbischen triggert und ich neugierig bin ;)

  • Linnea

    The Last Of Us

    Toller Test.

    Ich freue mich über jeden einzelnen Tellerrand-Test, den ihr veröffentlicht.


    Ich bin auch für ein Notensystem. :love:

  • Vincent will Raven

    Diktator

    Macht den Affiliate Amazon link bei Gta 6 dann seid ihr reich :wario:


    Ghost of Tsushima ist wunderhübsch und bei gewissen quests kommt sogar ein gewisses Gothic feeling auf.

  • Tomek2000

    Meister des Turms

    Das Spiel macht wirklich etwas her und ich finde gut, dass ihr besondere Spiele auch wenn die nicht auf Nintendo Systeme erscheinen testet:thumbup:

  • Windwaker

    Turmbaron

    Danke Ntower das ihr auch einmal über den Tellerand hinaus getestet habt.Find ich gut.:thx:

  • Crimsmaster_3000

    Bastardo de Crimson

    Finde das Spiel wirklich gelungen... Mischung aus AC, Horizon, Witcher 3 und Zelda Botw... Von den genannten werden jeweils die besten Aspekte rausgepickt und zu einem wirklich guten Gesamtpaket geschnürt. Allerdings kommt es leider insgesamt weder an Horizon, Witcher oder Botw ran... Aber überholt für mich auf jeden Fall die AC Reihe (da das Spiel kompakter ist)


    :nsaf: