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Sieben Pfeifer von Christopher Golden in unserer Buchbesprechung Über den Tellerrand

Es sind schon verrückte Zeiten. In diesem Jahr hatte ich mir fest vorgenommen, das erste Mal auf die Leipziger Buchmesse zu fahren. Seit ich Anfang 2019 angefangen habe Comics und Graphic Novels zu rezensieren, hatte ich noch keine Gelegenheit, eine Messe zu besuchen, weder zum Thema Comics noch allgemein. Also hab ich mich registriert und auch einen Presseausweis erhalten, vorab schon mal abgeklopft, wer denn von Seiten der Verlage persönlich vor Ort sein würde und gecheckt, welche Bücher im März zum Zeitpunkt der Messe erscheinen sollten. Darunter befanden sich auch Bücher des Autors Christopher Golden, dessen Romane und Erzählungen gerne auch mit Illustrationen versehen werden. So geschehen bei Der Fährmann aus dem Buchheim Verlag und auch beim vorliegenden Sieber Pfeifer, wo niemand Geringeres als John Howe die Umschlagzeichnung beigesteuert hat. In Leipzig war geplant, mit Christopher Golden ein Interview zu führen, wie wir mittlerweile wissen, kam dann alles ganz anders. Dennoch möchte ich euch in den nächsten Wochen vor Halloween unter anderem drei seiner Bücher näher vorstellen, um euch ein wenig auf das Gruselfest einzustimmen.


Diesen Kreaturen möchte man nicht nachts begegnen.

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Bevor ich näher auf die Geschichte des Buches eingehe, möchte ich noch ein paar Worte zu den beteiligten Künstlern verlieren. Neben Christopher Golden hat auch Amber Benson an Sieben Pfeifer mitgeschrieben. Sie dürfte den meisten Menschen als Tara Maclay aus der Fernsehserie Buffy ein Begriff sein. Nach der Serie hat sie in vielen weiteren Produktionen mitgewirkt, aber auch zahlreiche Romane und Geschichten verfasst, von denen in der Community vielleicht noch Jenseits GmbH: Einmal Tod ist nicht genug bekannt ist. Christopher Golden habe ich das erste Mal im Zusammenhang mit Hellboy wahrgenommen, hat er doch beim Ableger der B.U.A.P. an der Geschichte Hohle Erde mitgeschrieben, aber auch einige Hellboy-Romane, offizielle Bücher zu Buffy the Vampire Slayer und gemeinsam mit Amber Benson Adaptionen zur Webserie Ghosts of Albion verfasst. Lange Rede, kurzer Sinn: Beide kennen sich im ihrem Metier aus und dürften in Fankreisen mit Sicherheit auch ihre Anhänger haben.


In alten Legenden heißt es, man höre in stürmischen Nächten manchmal ein seltsames Pfeifen, gefolgt vom Erscheinen riesiger schwarzer Hunde. Aber dies sind keine gewöhnlichen Kreaturen, sondern dämonische Wesen, entfesselt von der wilden Jagd auf verlorene Seelen. Nur selten sieht man mehr als einen von ihnen zur selben Zeit, doch wenn alle sieben gemeinsam erscheinen sollten, sei das Ende der Welt gekommen.


In der malerischen Stadt Kingsbury mitten in Vermont betrauert Rose Kerrigan den Tod ihres Großvaters, eines liebenswürdigen, aber seltsamen alten Mannes. Schon bald wird sie von der Legende der Sieben Pfeifer erfahren, denn die gespenstischen Hunde sind nach Kingsbury gekommen und jagen eine Seele, die man vor ihnen verborgen hat. Zuerst ist es nur einer, doch es werden mehr, je länger sie nicht finden, wonach sie suchen. Und wenn alle sieben Dämonen zusammenkommen…


Wir begegnen der jungen Frau Rose Kerrigan kurz bevor sie ihren Großvater verliert. Der alte Mann liegt im Sterben und kann von Rose noch ein letztes Mal besucht werden, auch wenn Rose mit ihrer Großmutter kein so gutes Verhältnis hat und sie ihrer Enkeltochter eher feindselig gegenübertritt. Doch ihr Großvater stirbt nicht wirklich eines natürlichen Todes, kommt ihn doch ein hundeähnlicher Dämon holen. Von all dem bekommt Rose zunächst allerdings nichts mit. Zum Glück hat sie gute Freunde, die ihr in der schwierigen Zeit beiseite stehen. Da ihre Eltern derzeit verreist sind, übernachtet Rose in ihrem Elternhaus, was ein wenig abseits der Kleinstadt liegt und versorgt dort den Hund ihrer Eltern. In der Nacht werden der Hund und sie allerdings durch ein schrilles Pfeifen geweckt und begegnen dort draußen einem der „Pfeifer“ aus der Ferne, als er einen Hirsch reißt.


Als Leser verfolgen wir die nächsten Tage die Ereignisse innerhalb der Stadt Kingsbury und begegnen auch anderen Personen, die weitere Pfeifer beobachten beziehungsweise mit ihnen in Kontakt kommen. Immer mehr gespenstische Hunde tauchen in der Stadt auf, bis zum Schluss dann alle sieben Pfeifer zusammenkommen. Was es damit auf sich hat, soll hier natürlich nicht verraten werden, aber Rose steckt zum Teil in dieser Geschichte mit drin.


Benson und Golden beschreiben die Ereignisse einiger weniger Tage, an denen nach und nach die sieben Pfeifer zusammenkommen. Die Geschichte baut sich langsam aber stetig auf und wird zu einem befriedigenden Ende geführt. Im Gegensatz zu manch anderem Autor, schmücken sie die Geschichte nicht unnötig aus und stopfen sie mit Nebenhandlungen zu, wie das ein Stephen King beispielsweise gerne macht. So haben wir hier ein kurzes aber dennoch ansprechendes Vergnügen auf knapp 170 Seiten, was mit kurzen Kapiteln auch für Leser geeignet ist, die zwischendurch mal ein paar Seiten lesen wollen. Bei der Legende um die Sieben Pfeifer handelt es sich um eine fiktive mythische Legende aus dem Keltentum, die Benson und Golden hier aufgreifen und in die Moderne überführen.


Fazit


Optisch präsentiert sich die deutsche Ausgabe des Buches ebenfalls sehr ansprechend. Auf dem Cover sind die Autorennamen und der Titel mit einem Prägedruck versehen, das Buch hat einen Farbschnitt und kommt in dieser Hardcover-Ausgabe auch mit einem Lesebändchen daher. Insgesamt also auch optisch und haptisch eine tolle Veröffentlichung, die am ehesten noch dem Horror-Genre zugeordnet werden kann. Der Eindruck wird durch die Illustrationen auf dem Cover oder der Buchinnenseite von John Howe noch unterstützt, was die Veröffentlichung gekonnt abrundet. John Howe war einer der Illustratoren, der seit Jahrzehnten im Kosmos der Herr-der-Ringe-Buchveröffentlichungen dort als einer der großen Künstler gilt. Er hat ebenso gemeinsam mit Peter Jackson an den Verfilmungen gearbeitet und dort grandiose Zeichnungen und Szenerien beigesteuert, wie man schön aus den Specials der DVD-Veröffentlichungen sehen konnte. Sein Artwork rundet diese mehr als gelungene deutschsprachige Veröffentlichung der Novelle gekonnt ab.


Sieben Pfeifer ist erschienen im Buchheim Verlag, ISBN: 978-3-946330-05-9, Hardcover, Farbschnitt, Lesebändchen, 168 Seiten, 14,95 EUR


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