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Die Campbells 1: Inferno – Pirrrratenabenteuer mit viel Humorrrr in unsererrrr Rrrrezension Nerdkultur

Alleinerziehende Elternteile haben es nicht leicht. Neben dem Job und der Versorgung der Kinder mit allem, was sie so zum Leben benötigen, sollte man auch noch ein offenes Ohr für die Probleme und Belange der jungen Menschen haben. Wenn man dann noch ein alleinerziehender Vater von zwei Mädchen ist, kann es mitunter durchaus kompliziert werden. Die eigenen Bedürfnisse decken sich dann oftmals nicht mit denen der Töchter, erst recht, wenn die Mädchen wie alle Kinder die Schule besuchen sollen. Auf Schule haben Itaca und Genova überraschenderweise keine Lust, bildet doch ihr Leben schon ein Abenteuer genug ab. Die beiden Mädchen sind die Töchter von Campbell, einem waschechten Piraten, was die gewitzten Mädchen zu Piratentöchtern macht.


Campbell und seine Familie hat es faustdick hinter den Ohren.

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Piraterie ist bei den Campbells also eine Familienangelegenheit und so treffen wir das erste Mal auf die Truppe, als sie dem Piraten Carapepino und zwei seiner Handlanger auflauern, die eigentlich eine Schatztruhe vergraben wollten. Doch an der Stelle, deren Standort im Übrigen sehr auffällig ausgewählt wurde, befindet sich bereits eine andere Schatztruhe, und dann schauen die drei Halunken auch schon in die Mündung von Campbells Waffe. Das Ende vom Lied, Carapepino und seiner Mitstreiter werden in Sand eingegraben zurückgelassen, während Campbell und seine Töchter den Schatz bergen.


Die ungewöhnliche Familie Campbell hat sich in einem Baumhaus niedergelassen und lebt dort etwas abgeschieden vom Rest der Zivilisation. Itaca ist ein Mädchen im Teenager-Alter, während Genova noch ein junges Mädchen von vielleicht 7 Jahren ist. Nicht selten ziehen sich die Mädchen gegenseitig auf, lieben sich auf der anderen Seite aber auch heiß und innig. Die Mädchen vermissen ihre Mutter und Campbells Frau Fanny, die vor Jahren von einem skrupellosen Piraten namens Inferno getötet wurde. Bis heute bereut Inferno, dass er nicht auch Campbell und seine Töchter getötet hat, als Strafe erscheint ihm Fanny regelmäßig im Alkoholdelirium und macht ihm ein schlechtes Gewissen. In eingestreuten Rückblenden erleben wir als Leser, dass Campbell und Inferno eine bewegte Vergangenheit hatten und sich des Öfteren begegnet sind. Vielleicht steckt da ja noch mehr dahinter…


Zeichner und Autor Jose Luis Munuera gelingt es spielend, den Leser innerhalb von wenigen Seiten ins Geschehen zu ziehen. Es macht sofort Spaß, sich mit den Figuren zu beschäftigen, die allesamt in einem comicartigen Stil gezeichnet sind und so auch auf der Leinwand existieren könnten. Kurze Episoden fangen die charakterlichen Eigenheiten der Figuren ein und offenbaren uns eine Welt, wie wir sie zwar aus etlichen Piratengeschichten kennen, allerdings immer mal wieder mit einem großen Augenzwinkern. Der Comic ist dahingehend auf jeden Fall dem frankobelgischen Erbe verpflichtet und passt wunderbar in die Reihe an Klassikern wie Asterix, Spirou & Fantasio oder auch Lucky Luke. Das verwundert insofern nicht, hat der Spanier Munuera doch auch schon an Spirou mitgearbeitet. Mit den Campbells präsentiert er uns im Albumformat die Abenteuer der Piratenfamilie und entwickelt seine eigene kleine (Seefahrer-)Welt, die sowohl groß als auch klein begeistern kann. Das mag zwar nichts für die ganz kleinen Leser sein, aber bei Piraten geht es nun mal ein wenig hinterhältiger und rauer zu, auch wenn es hier und da ganz klare Sympathieträger gibt. Humorvolle Einlagen lockern die Geschichte dabei immer wieder auf.


Fazit


Action, Verrat und Humor werden bei den Campbells mit einer fortlaufenden Abenteuergeschichte vermischt, die im Grund zunächst nichts weniger will, als einfach Spaß zu machen. Als Leser ahnt man bereits, dass nicht immer alles so ist, wie es zunächst scheint, aber das ist bei dem Setting ja nun auch keine Überraschung. Auch wenn das erste Album zunächst episodenhaft aufgebaut ist, fügt sich das Geschehen am Schluss des Albums zusammen und lässt einen gespannt zurück, wie es wohl weitergehen mag. Soviel sei verraten, auch in den kommenden Alben präsentiert uns Jose Luis Munuera noch die eine oder andere Überraschung. Wer nun sich selbst ein Bild von der Piratenfamilie machen will, hat am Gratis Comic Tag 2020 die Gelegenheit sich Die Campbells als eines der zur Verfügung stehenden Gratis-Hefte zu sichern. Bereits am 5. September ist es soweit.


Die Campbells 1: Inferno ist erschienen bei Carlsen Comics – ISBN: 978-3-551-75502-5, Softcover, 56 Seiten, 12,– Euro


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