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Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu – Die offizielle Film-Adaption in unserer Comic-Rezension Nerdkultur

Der Jugendliche Tim Goodman lebt bei seiner Oma und hat nur noch wenig Kontakt zu seinem Vater Harry. Als Kind war Tim ein großer Fan von Pokémon und wollte auch selbst Pokémon-Trainer werden. Jedoch verlor er das Interesse an dieser Tätigkeit, weil sich sein Vater nach dem Tod von Tims Mutter immer mehr in die Welt der Taschenmonster verlor und für seinen Sohn dabei keine Zeit mehr hatte. Harry arbeitet als Polizist in der Großstadt Ryme City. Er und Tim leben in einer Welt, in der Pokémon und Menschen Seite an Seite existieren und in Ryme City sogar innerhalb einer Stadt zusammenleben. Dort sind Pokémon-Kämpfe zwar verboten, hin und wieder gibt es dennoch Auseinandersetzungen. Zu Beginn des Buches erfährt Tim, dass sein Vater Harry einen Unfall hatte, also macht er sich auf nach Ryme City, um der Sache auf den Grund zu gehen.


Tim und Pikachu müssen Harry Goodman finden

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In der Metropole Ryme City erhält Tim vom Vorgesetzten seines Vaters weitere Informationen, zum Beispiel, dass neben seinem Vater auch dessen Pokémon-Partner gestorben ist. Als er schließlich in der Wohnung seines Vaters ankommt, begegnet ihm ein Pikachu, das sich ebenfalls zur Wohnung hingezogen fühlt. Das Sonderbare ist, dass Tim das Pikachu verstehen und sogar mit ihm sprechen kann. Von ihm erfährt Tim, dass die Leiche seines Vaters bisher nicht gefunden wurde. Also gehen Tim und Pikachu davon aus, dass hinter dem Unfall noch mehr steckt und begeben sich auf Spurensuche.


Tim ist wenig begeistert von seinem aufgezwungenen Partner, jedoch raufen er und das Pikachu sich zusammen und machen sich gemeinsam auf die Suche nach seinem Vater. Ihre Recherchen führen sie mit einer Reporterin namens Lucy Stevens zusammen, die für den Sender CNM arbeitet. Der Chef des Senders und gleichzeitig auch Gründer von Ryme City, Howard Clifford, plant mit seinem Sohn parallel dazu eine große Parade in Ryme City, bei der das Zusammenleben von Pokémon und Menschen gefeiert werden soll. Bei den Recherchen zum Fall Harry Goodman stoßen Pikachu und Tim im weiteren Verlauf noch auf einen Komplott, bei dem sie auf ein Giftgas aufmerksam werden, das Pokémon aggressiv macht. Im weiteren Verlauf lernen sie das legendäre Pokémon Mewtu kennen, welches ihnen weitere wichtige Informationen zum Verbleib von Harry Goodman liefert. Letztendlich steht nicht weniger als die Rettung von ganz Ryme City, wenn nicht der ganzen Welt, auf dem Spiel.


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Ich habe in meiner Inhaltsangabe möglichst wenig verraten, was den Verbleib von Harry Goodman oder die Hintergründe des Giftgases „R“ angeht. Wenn ihr den Film bereits kennt, dann wisst ihr im Grunde auch, was im Comic passieren wird. Überraschungen bietet die offizielle Pokémon Meisterdetektiv Pikachu Film-Adaption dann für euch nicht. Anders als bei den üblichen Pokémon-Comics, hat man sich hier dazu entschieden, keinen Manga-Stil zu benutzen. Größtenteils wurden die Charaktere nach den Filmvorlagen gestaltet, was sich bei den Pokémon wahrlich einfacher umsetzen ließ, als bei den beteiligten menschlichen Protagonisten und Antagonisten. Aber es schadet dem Comic nicht, dass die Schauspieler des Filmes dort nicht eins zu eins zu erkennen sind. So hatte ich beispielsweise nicht ständig die Gesichter der Darsteller vor Augen, sondern konnte mich ganz auf die Geschichte konzentrieren. Manches Mal reißt mich eine solche Ähnlichkeit aus dem Lesevergnügen, aber das mag bei jedem Leser individuell unterschiedlich sein. Die Zeichnungen sind farbenfroh und detailliert genug, um immer den Geschehnissen folgen zu können, einzig bei ein paar Panels hätte ich mir eine andere Perspektive gewünscht. Abgerundet wird die Veröffentlichung mit ein paar Seiten an Pokémon-Charakterskizzen zum Abschluss des Buches.


Man darf gespannt sein, wie es im Jahr 2021 mit den Veröffentlichungen rund um Meisterdetektiv Pikachu weitergeht. Im Jahr 2018 erschien auf dem Nintendo 3DS das Spiel mit dem Namen Meisterdetektiv Pikachu, in dem uns das erste Mal die kaffeeliebende Elektromaus begegnete. Ein Jahr darauf konnten wir das gelbe Pokémon auf der großen Leinwand im Kino erleben, im Original von niemand Geringerem als Ryan Reynolds gesprochen. Wiederum ein Jahr später liegt nun mit Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu die offizielle Film-Adaption als Comic vor. Warum diese nicht parallel zum Film veröffentlicht wurde, kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Es mag lizenzrechtliche Gründe dafür geben, für Fans der Geschichte oder jene, die es werden wollen, gelingt es dem Comic meines Erachtens auch nicht gänzlich, die Vorlage einzufangen.


Fazit


Es ist ein wenig schade, denn auch wenn inhaltlich dieselbe Geschichte wie im zugrundeliegenden Film präsentiert wird, schafft es der Comic in meinen Augen nicht, dieselbe Atmosphäre wie die Zelluloid-Vorlage zu erzeugen. Einen meines Erachtens wichtigen Anteil am Geschehen nimmt die Gestaltung der Stadt Ryme City ein, die im Film mit den zahlreichen unterschiedlichen Pokémon ausgestaltet wurde. Zwar waren diese oftmals nur im Hintergrund zu sehen, dennoch wurden sie erstmals in dieser Form „zum Leben“ erweckt und verliehen dadurch auch der Stadt Leben. Diese Intensität bietet der Comic nicht, denn es sind nur hier und dort einzelne Taschenmonster im Hintergrund dargestellt, um die für die Geschichte wichtigen Pokémon zu ergänzen. Einige faszinierende und riesige Pokémon-Erscheinungen (ich spoiler hier mal nicht, aber wer den Film gesehen hat, wird sich daran erinnern können), die im Film gegen Ende nicht unwichtig sind, werden im Comic leider nicht in ihrer Gänze gezeigt. Überhaupt reißt die Comic-Umsetzung nur die wichtigsten Ereignisse an und erzählt die Geschichte des Filmes auf seinen ca. 100 Seiten emotionslos nach. Klar, es handelt sich auch „nur“ um eine Film-Adaption; dennoch hatte ich mir die eine oder andere weitere Erzählebene oder zumindest dieselbe Atmosphäre erhofft, die sich für mich bei der Lektüre leider nicht einstellte. Wer Pokémon Meisterdetektiv Pikachu im Kino oder auf Disc gesehen hat, braucht sich nicht unbedingt den Comic kaufen. Wer die Geschichte noch nicht kennt, aber lieber Papier als eine Fernbedienung in die Hand nimmt, bekommt den Kern der Erzählung auch hier geliefert.


Pokémon: Meisterdetektiv Pikachu ist erschienen bei Panini Comics, ISBN: 9783741615603, 116 Seiten, Softcover, 15,- Euro


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Kommentare 3

  • Tomaru

    M&M - Minish Mage

    Und ich dachte schon es gibt endlich Infos zum Switch Spiel :x

  • HAL 9000

    Mobbingbeauftragter

    Für mich im Film herausragend war auch der bissige Sarkasmus von Pikachu, der eben auch durch seine Stimme rüber gebracht wurde. Schon das kann in einem Comic ja nicht funktionieren.

  • WesY2K

    Turmritter

    HAL 9000 Was auch nur im Film und sogar noch besser im 3DS Spiel funktioniert, ist die Stimme von Pikachu. Ich fand super, dass er im Spiel so eine Tiefe Barry White Stimme hatte :-)