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Grönland Vertigo – Eine Expedition in die unendlichen Weiten Grönlands in unserer Comic-Rezension Über den Tellerrand

Wer sich kulturell mit dem Thema Grönland auseinandersetzt, der wird früher oder später auch auf die Geschichten des dänischen Autors Jørn Riel stoßen, der jahrelang in Grönland gelebt hat und seine dortigen Abenteuer mit in seine Geschichten einfließen lässt. Die Eislandschaften der größten Insel der Welt lassen Grönland perfekt erscheinen für spannende Abenteuer am Rande der Zivilisation. Hier sind Menschen noch nicht an jeder Ecke anzutreffen, auch wenn der Einfluss unserer Herrschaft über den Planeten selbstverständlich auch in Grönland zu spüren ist. Die Arktis und insbesondere die früheren Jäger dort, sind ein wichtiger Bestandteil von Riels künstlerischem Schaffen und sollten nun vom Zeichner Hervé Tanquerelle auch visuell umgesetzt werden. Bei der aktuellen Ausgabe von Grönland Vertigo handelt es sich um eine Neuauflage des 2017 bereits erschienenen Buches, ergänzt um einen Skizzenteil und ebenfalls als Hardcover veröffentlicht.


Es lauern unbekannte Gefahren in der Landschaft Grönlands.

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Der Zeichner Georges Benoit-Jean steckt in einer kleinen Schaffenskrise und bekommt einfach kein neues Szenario auf Papier. Es will ihm seit Wochen einfach nichts einfallen, also wird er bereitwillig von einer eingehenden E-Mail abgelenkt, die bei ihm eintrifft. Dort wird er von einem Kapitän namens Magnus Kuller auf eine dreiwöchige Expedition nach Grönland eingeladen. Da Benoit-Jean in der Vergangenheit bereits arktische Erzählungen eines Jørn Freuchen als Comic adaptiert hatte - das klingt doch schon sehr autobiografisch, wenn ich mir den ersten Absatz oben anschaue – lädt ihn dieser nun auf eine Expedition in den Nordost-Grönland-Nationalpark ein. Die Reise soll ein künstlerischer und wissenschaftlicher Austausch zwischen den unterschiedlichsten Professionen sein, aber vor Ort soll auch ein Kunstwerk errichtet werden. Zur Besatzung gehören sowohl die Mannschaft des Schiffes, aber auch Bildhauer, Geologen Ornithologen sowie eine Filmcrew und, falls er zusagt, eben Benoit-Jean als Zeichner.


Auch wenn sich Benoit-Jean zunächst von den Unwägbarkeiten der Reise verunsichern lässt, steht die Reise aber auch für ein mögliches neues Szenario, dessen sich der Zeichner annehmen kann. Die Option, spannende neue Menschen kennenzulernen und vor Ort die Begebenheiten zu studieren, lässt ihn daraufhin einwilligen und schon Anfang August geht die Reise aus Frankreich in den Norden los.


An Bord sind mit den beschriebenen Gefährten ausschließlich Männer und so ist der Umgang miteinander etwas rauer. Die Reise verläuft dann entsprechend der Prämisse auch nicht ohne Zwischenfälle, hier und da stoßen die Männer an ihre physischen Grenzen, aber auch psychologisch tut die Expedition nicht allen Teilnehmern gut. Höhepunkt ist ein Ausflug von Benoit-Jean mit seinem Mentor Jørn Freuchen abseits der geplanten Route, bei der sie eine alte Hütte aufsuchen, in der Freuchen vor Jahren einige Zeit gelebt hatte. In dieser Hütte gibt es einen Schatz, den Freuchen unbedingt bergen möchte und schließlich gemeinsam mit dem Zeichner auch wiederfindet. Seit Jahrzehnten liegen ein paar Flaschen Whisky dort versteckt, die Freuchen unbedingt von der Expedition mit nach Hause mitbringen möchte. Es steht außer Frage, dass die beiden Herren nach dem Fund erst mal eine der Flaschen austesten müssen, oder vielleicht auch zwei…


Fazit


Kauzige Charaktere, immer wieder eingestreuter Humor und die Landschaft Grönlands als Kulisse. Hervé Tanquerelle kann hier aus dem Vollen schöpfen und verarbeitet seine persönlichen Erfahrungen in diesem visuellen Bericht. Optisch erinnert sein Zeichenstil frappierend an den von Tim & Struppi-Erfinder Hergé, selbst einige Charaktere könnten direkt aus den Abenteuern des Reporters stammen. Dennoch bietet Grönland Vertigo viel mehr als nur eine bloße Hommage, Tanquerelle verpackt seine Erlebnisse in eine spannende Geschichte und lässt den Leser den eigentlich wichtigsten Protagonisten fast vergessen: die Schönheit der Insel Grönland.


Grönland Vertigo ist erschienen beim Avant Verlag, ISBN: 978-3-96445-023-4, 112 Seiten, Hardcover, 22 x 30 cm, vierfarbig, 25,- Euro


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