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Asterix: Der goldene Hinkelstein – Ein verschollener Schatz aus der Feder von Goscinny und Uderzo! Über den Tellerrand

So ziemlich genau vor einem Jahr erschien bei uns in Deutschland mit Die Tochter des Vercingetorix das neueste Asterix-Album. Seit ein paar Jahren kümmern sich Jean-Yves Ferri und Didier Conrad um die Reihe und haben mit dem Vercingetorix-Album ihre vierte Zusammenarbeit vorgelegt. Aber auch zwischen den einzelnen Alben bleibt es im Asterix-Universum nicht ruhig, immer wieder erscheinen ältere Alben in Mundart übersetzt oder wir dürfen uns mit den beiden Galliern auch auf der Nintendo Switch durch Römerhorden prügeln.


Kurz bevor ich euch im April diesen Jahres mit Asterix – Tempus Fugit: Wahre Mythen und falsche Fakten ein Buch über die kleinen und großen Mythen aus dem Asterix-Universum präsentieren konnte, verstarb Zeichner Albert Uderzo im März diesen Jahres im Alter von 92 Jahren. Ebenfalls Ende April dann die Sensation, noch in diesem Jahr soll bereits ein weiteres Sonderalbum erscheinen und das Beste daran: Es handelt sich um eine fast vergessene Geschichte, mit den Texten von René Goscinny und Zeichnungen von Albert Uderzo. Im Jahr 1967 erschien in Frankreich eben diese Geschichte als Schallplatte, die jedoch nie als Album umgesetzt wurde und dementsprechend auch nur wenige begleitende Zeichnungen von Uderzo besaß. Doch nun wurde diese Geschichte letztes Jahr noch unter Aufsicht von Uderzo mit Hilfe seiner engsten Mitarbeiter fertiggestellt und liegt uns ab sofort als fertiges Album auch in deutscher Sprache vor.


Oh lieblich Melodei...

© obs/Egmont Ehapa Media GmbH/© 2019 LES EDITIONS ALBERT RENE

Unsere Geschichte beginnt wie gehabt in dem kleinen gallischen Dorf. Schmied Automatix und Barde Troubadix streiten erneut darum, ob der Barde in aller Öffentlichkeit singen darf und ob dieser Gesang nicht als Körperverletzung gewertet werden kann. Asterix und Obelix kommen rein zufällig vorbei und versuchen den Streit zu schlichten. Troubadix möchte in diesem Jahr am populären Gesangswettstreit der Barden im Karnutenwald teilnehmen, um den ersten Preis, den goldenen Hinkelstein, für das Dorf zu gewinnen. Zunächst scheint diese Idee nicht gut anzukommen, doch Asterix macht sich für den Einsatz des Barden vor Ort stark. Vielleicht werden die Zuschauer beim Wettbewerb dafür sorgen, dass Troubadix sich endgültig vom Gesang verabschiedet, wenn er dort vorsingt?


Gesagt, getan: Asterix und Obelix begleiten den Barden zum Wettbewerb und sollen sicherstellen, dass ihm unterwegs nichts zustößt. Zur selben Zeit langweilt sich der römische General Eucalyptus im Lager Babaorum zu Tode und sehnt sich nach Unterhaltung. Da erwähnt der Zenturio ebenfalls den anstehenden Gesangswettbewerb der Barden im Karnutenwald und bekommt prompt den Auftrag, den besten der Gesangs-Barden zu entführen und ihm zur Unterhaltung ins Lager zu bringen. Es muss nicht extra erwähnt werden, dass sich die Wege unserer beliebten Gallier und die der Römer kreuzen werden, oder?


Hier möchte ich nochmals auf meine eingangs erwähnten Aussagen zu sprechen kommen. Bei Der goldene Hinkelstein handelt es sich nicht um ein neues Asterix-Album im klassischen Stil. Die Geschichte rund um den Gesangswettbewerb wird nicht als Comic erzählt, sondern mit wenigen, großformatigen Zeichnungen auf den Seiten präsentiert und mit viel Text ergänzt. Stellt es euch wie ein Album zu einem der Asterix-Filme vor wie es beispielsweise mit Das Geheimnis des Zaubertranks im letzten Jahr parallel zum Film veröffentlicht wurde. Wir erinnern uns, die Geschichte erschien ursprünglich als Schallplatte in Frankreich im Jahr 1967. Sie wurde nie als eigenständiges Album umgesetzt und beinhaltet aus diesem Grund auch keine klassische Comic-Aufteilung in Form von Panels. Mir war das seit der Ankündigung im Frühjahr bewusst, weil es in der Presse auch so kommuniziert wurde. Jedoch scheint der Verlag Egmont in der Werbung für die große Öffentlichkeit dahingehend keinen guten Job gemacht zu haben, so beschwerten sich in zahlreichen großen Versandhäusern die Kunden darüber, mit dem vorliegenden Album getäuscht worden zu sein. Ich kann das durchaus nachvollziehen, bekommt man doch im Vorfeld so gut wie nichts über die Inhalte der Asterix-Alben mit, weil die Geschichten immer unter Verschluss gehalten werden. So wird nicht jedem Leser klar sein, dass er mit dem güldenen Hinkelstein keinen klassischen Comic erhält.


Erneut erscheint das Album sowohl als Soft- aber auch als Hardcover für den Sammler. Falls ihr also die Möglichkeit habt, vor Ort in einer lokalen Buchhandlung das Album in die Hand zu nehmen, schaut einmal rein, um euch ein Bild davon zu machen. Die Geschichte bietet dabei viele der klassischen Elemente eines normalen Asterix-Albums, liest sich aber naturgemäß schneller, weil es nur wenige Bilder und viel Dialoge gibt, die aber bei Weitem nicht den Umfang eines normalen Albums füllen.


Fazit


So sehr der Umstand des vorliegenden Asterix-Bandes auch im Vorfeld als Sensation gefeiert wurde, kann die Geschichte an sich nur enttäuschen. Dabei beinhaltet sie, wie bereits erwähnt, einige der Kernelemente einer guten Asterix-Geschichte, jedoch fehlt es an einer ausgefeilten Struktur. So kommt Der goldene Hinkelstein als nette kleine Kurzgeschichte daher, mit einigen Verwechslungen und Verwirrungen im Lauf der Handlung. Obelix bekommt ordentlich etwas zum vermöbeln, Asterix gibt wie immer den Weg vor und alle anderen Figuren verhalten sich ihrer Natur entsprechend. Das Abenteuer kommt dabei sehr kurzweilig daher und stellt die beiden gallischen Freunde vor keine große Herausforderung. Es tut nicht weh, ist aber auch keine große Glanzleistung von Goscinny und Uderzo. Wenn die Zeichnungen von Uderzo wie gehabt überzeugen können, fehlt es der Geschichte am Wortwitz von Goscinny, auch wenn sich wie gewohnt mit der Übersetzung große Mühe gegeben wurde. Eine kleine Anmerkung zum Schluss möchte ich dabei aber noch geben. Am Ende des Buches findet sich ein QR-Code, mit dem ihr auf die Seite eines Musiklabels gelangt. Dort habt ihr die Möglichkeit, euch das extra für dieses Album produzierte Hörspiel in deutscher Sprache anzuhören. Ihr findet das Hörspiel aber auch bei den einschlägigen Streaming-Anbietern und könnt es euch dort mit entsprechendem Abonnement ebenfalls anhören. Damit schließt sich gewissermaßen der Kreis zu einer Schallplatte, die vor über 50 Jahren in Frankreich veröffentlicht wurde. Beim Teutates!


Asterix: Der Goldene Hinkelstein ist erschienen in der Egmont Comic Collection, ISBN: 978-3-7704-4128-0, Hardcover, 29 x 22 cm, 48 Seiten, 13,- Euro


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Kommentare 1

  • Haby

    Wahnsinn, was sich im Asterix Umfeld tut! Erst mal Ruhe in Frieden Uderzo;(:(; du hast sehr gute Zeichnungen gemacht!

    Die letzten Bücher waren aber von dir nicht der Knaller; es freut mich das die neuen wieder bessere Geschichten machen. :)^^

    Mit Asterix plaudert aus der Schule und Wie Obelix in den Zaubertrank gefallen ist sind schon zwei solcher Albem raus gekommen; ich Glaube

    sogar Asterix in Amerika gibt es als Album. / Schätze hier aber eher den Film als das Album!


    Tempus Fugit ist ein sehr schönes Buch, daher danke euch hier nochmals für die Vorstellung!

    Werde mir aber eher das "Das Geheimnis des Zaubertranks" als Film anschauen wie als Album lesen; genauso hoffe ich das auch eben " Der Goldene Hinkelstein" als Film raus kommt. Das ist mir lieber wie das Album.