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Schocktober – Das sind die gruseligsten Geister-Begegnungen in Pokémon-Spielen Spezial

Die Pokémon-Reihe, die sich seit jeher als äußerst kinderfreundlich darstellt, eignet sich schon seit dem Erscheinen der ersten Editionen optimal für schaurig-schöne Geschichten. Das liegt nicht nur an dem Aussehen so mancher Taschenmonster oder deren dazugehörigen Pokédex-Einträgen, sondern auch an unheimlichen Eastereggs, auf die nicht nur in den alten, sondern auch in den neueren Spielen getroffen werden kann. Wir wollen im Rahmen unserer Halloween-Woche eine Auswahl dieser übernatürlichen Phänomene näher beleuchten und dabei in die teils ziemlich grässlichen Fratzen blicken.


Die Alte Villa


Warum sind es eigentlich immer die kleinen, süßen Mädchen, die so unheimlich sein können?

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Wir beginnen mit einer geisterhaften Begegnung, die für einige doch eher zur bekannteren Sorte zählen dürfte. In den Spielen Pokémon Diamant-Edition und Pokémon Perl-Edition, die ersten Hauptableger für den Nintendo DS, ist im schattengesäumten Ewigwald die verlassene Alte Villa zu finden. Doch sie scheint nur im ersten Moment verlassen. Solltet ihr es wagen, den großen Speisesaal zu betreten, kann es passieren, dass ihr in die kalten Augen eines Butlers blickt. Zunächst scheint es sich nur um einen alten Mann zu handeln, doch nur kurze Zeit später schwebt dieser wie von Geisterhand zur linken Seite des Bildschirms hinaus – und wird ab dann nie wieder zu treffen sein.


Dasselbe gilt für ein kleines Mädchen, auf das in der oberen Etage getroffen werden kann. Die kleine Gestalt, die über einen Sprite verfügt, der direkt aus dem Horror-Klassiker Shining entsprungen sein könnte, kann euch durch eine Wand hinweg anstarren, wenn ihr dort den Raum betretet, der mit einem unheimlich wirkenden Portrait ausgestattet ist. Auch diese Begegnung dauert nur wenige Sekunden, bis das Mädchen schließlich ebenfalls schwebend den Raum verlässt und nie mehr zu sehen sein wird.


Der Hintergrund dieser Aufeinandertreffen erscheint rätselhaft: Weder könnt ihr mit den Geistern reden noch hinterlassen sie euch etwaige Items. Es ist zudem nicht garantiert, dass ihr auf sie trefft, sodass manche Spieler unter euch vermutlich noch nie auf diese unheimlichen Gestalten getroffen sind. Das erwähnte Portrait, das über rote Augen verfügt, die euch zu verfolgen scheinen, birgt wiederum ein besonderes Geheimnis: Bis einschließlich zur 6. Generation war es der einzige Ort jemals, an dem Spieler mit einem eingesteckten GBA-Modul eines anderen Pokémon-Spiels auf ein wildes, fangbares Gengar treffen konnten.


Antonia und ihre geisterhaften Freunde


Während so ein verlassenes altes Haus ein Ort ist, bei dem man durchaus schon im Vorfeld damit rechnet, auf ungewöhnliche Begebenheiten zu treffen, gibt es in der Pokémon-Welt auch einige gänzlich untypisch wirkende Plätze, die ebenso Schauriges bereithalten. Auch die Pokémon-Liga ist davor nicht gefeit. In den Remakes der dritten Generation, Pokémon Omega Rubin und Pokémon Alpha Saphir, ist die Geister-Pokémon-Trainerin Antonia ein Mitglied der Top 4. Die im Grunde sehr aufgeweckt und fröhlich wirkende Frau scheint aber nicht nur zu ihren Taschenmonstern eine besondere Verbindung zu haben.


Das ist vermutlich mit einer der unheimlichsten Kameraperspektiven der Pokémon-Welt überhaupt.

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Das wird deutlich, wenn ihr euch im Verlauf der Geschichte zur Pokémon-Liga durchkämpfen konntet und Antonia erstmals gegenübertretet. Im ersten Gespräch begrüßt sie euch mit einem herzlichen Lachen – so weit, so heiter. Schon in dieser Szene ist im Hintergrund allerdings ein Stuhl zu sehen, der unbesetzt ist. Klickt ihr weiter, setzt eine Überblende ein. Wenn ihr dabei dann durchweg jenen Stuhl beobachtet, taucht in den letzten Frames, bevor das Bild ganz schwarz wird, plötzlich ein Mädchen auf, das dort mit einem scheinbar leeren Blick sitzt!


In der direkt daran anschließenden Szene wechselt die Kameraperspektive und es scheint, als würdet ihr nun mit den Augen eben jenes Mädchens sehen. Während des Gesprächs bewegt sich die Kamera auf euch zu, der Geist kommt also auf euch zu. Dann wechselt die Perspektive erneut, die Kamera blickt nun fest von hinten rechts auf das Geschehen. Schaut ihr dann aus diesem Winkel ganz genau hin, könnt ihr erkennen, dass das Mädchen quasi direkt vor euch zu stehen scheint. Echt unheimlich! Was hat es mit dem Geistermädchen auf sich? Warum hält es sich bei Antonia auf? Weshalb scheint es so an euch interessiert zu sein? Zu keinem Zeitpunkt wird im Spiel auf dieses Mädchen eingegangen, sodass dessen Vorkommen jedenfalls fragwürdig, wenn nicht gar sinnlos erscheint. Aber genau das ist auch das Schaurig-schöne daran.


Sofern ihr im späteren Verlauf dann auch die Delta-Episode des Spiels abgeschlossen habt, könnt ihr Antonia unter anderem noch einmal am Pyroberg antreffen. Dort steht sie zwischen Gräbern und scheint entweder mit sich selbst oder … „etwas“ zu sprechen. Tatsächlich hat sie dort wohl Kontakt zum Geist ihrer Großmutter zu haben, die wiederum zuletzt als Wächterin der Roten Kugel und der Blauen Kugel an der Spitze des Berges tätig war. Die immer so fröhlich wirkende Antonia scheint also über gleich mehrere Kontakte ins Jenseits zu verfügen.


Das Mädchen von der Wunderbrücke


Dieser dunkle Traum scheint das Mädchen über einen langen Zeitraum gequält zu haben ...

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In den beliebten Spielen Pokémon Schwarze Edition und Pokémon Weiße Edition gibt es zur Abwechslung eine unheimliche Begegnung, die im spielübergreifend späteren Verlauf sogar eine gewisse Relevanz hat bzw. euch bei der Komplettierung eures Pokédex nützlich ist. Überquert ihr nämlich die imposante Wunderbrücke, kann es passieren, dass ihr am östlichen Ende des Überwegs neben einem Jungen ein schweigsames Mädchen stehen seht. Geht ihr etwas näher auf das Mädchen zu, verschwindet es plötzlich wie von Geisterhand. Dass es sich dabei nicht etwa um einen üblen Spielfehler handelt, macht die Reaktion des in unmittelbarer Nähe stehenden Jungen deutlich, der verdutzt reagiert und sich fragt, ob da nicht gerade noch jemand stand. Geht ihr daraufhin etwas weiter und sprecht im an der Brücke angrenzenden Häuschen eine ältere Dame an, erfahrt ihr, dass an jener Stelle häufig ein Mädchen mit ihrem Abra gespielt hat, noch bevor die Brücke gebaut wurde.


Zu diesem Zeitpunkt war es das erst einmal mit Informationen zum Mädchen und ihr könnt das Spiel mit einem ab dann wohl eher mulmigen Gefühl fortsetzen. In den später erschienenen Fortsetzungen Pokémon Schwarze Edition 2 und Pokémon Weiße Edition 2 gibt es jedoch ein Wiedersehen: Im Bizarro-Haus erscheint euch das Mädchen erneut und hat einige kryptische Worte für euch übrig. Die Informationen, die sich sonst im verrückt-düsteren Haus finden lassen, lassen einen Rückschluss auf eine ziemlich düstere Geschichte zu – eine Geschichte über einen ewig währenden, vom Legendären Pokémon Darkrai verursachten Albtraum, die die Kollegen von The Game Theorists eindrucksvoll aufgeschlüsselt haben.


Letzten Endes erhaltet ihr vom Mädchen immerhin die Lunarfeder, die benötigt wird, damit ihr zurück auf der Wunderbrücke auf das ebenfalls Legendäre Pokémon Cresselia treffen könnt. Ein absolut familienfreundlicher Hergang.


Die Hexe, die nicht existiert


Wenn selbst Junichi Masuda (angeblich) nicht weiß, was es mit dieser Hexe auf sich hat ...

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Ein bis heute ungeklärtes Aufeinandertreffen findet sich wiederum in den Spielen Pokémon X und Pokémon Y. Inmitten der eigentlich pompösen und riesigen Stadt Illumina City ist ein großes, aber nicht näher beschriftetes Haus zu finden. Wagt ihr es euch, eine höhere Etage des Gebäudes zu betreten, stoppt plötzlich die bis dahin spielende Hintergrundmusik, das Bild fängt an zu flackern und es taucht quasi aus dem Nichts hinter euch eine Person mit dem Sprite einer Hexe auf. Sie „läuft“ daraufhin ohne eine sichtbare Bewegungsanimation an euch vorbei, sagt, dass ihr nicht der- oder diejenige seid und verschwindet daraufhin spurlos.


Der Grund für das Auftauchen dieses geisterhaften Wesens bleibt erneut rätselhaft, da ihr im weiteren Spielverlauf nicht mehr damit konfrontiert werdet und durch diese Szene auch kein gesondertes Item erhaltet. Einige Zeit nach der Veröffentlichung des Spiels, in welcher Fans der Spielereihe schon die wildesten Theorien rund um die Hexe gesponnen haben, haben die Kollegen von Kotaku im Rahmen eines Interviews mit dem verantwortlichen Spieldirektor Junichi Masuda die Möglichkeit genutzt, Informationen diesbezüglich aus erster Hand in Erfahrung zu bringen. Die Antwort auf die Frage, was es mit dem Mädchen auf sich hat, dürfte aber alles andere als beruhigend klingen: Demnach habe das Team von Herrn Masuda dem Spiel nie einen solchen Charakter hinzugefügt. Er dürfte also gar nicht existieren.


Bis zum heutigen Tage findet sich keine Erklärung für das Auftauchen der Hexe. Einzig in den später erschienenen Editionen Pokémon Omega Rubin und Pokémon Alpha Saphir findet sich am Pyroberg eine Person, die ebenfalls über den bekannten Sprite einer Hexe verfügt. Sprecht ihr sie an, verschwindet sie zwar nicht urplötzlich, entgegnet euch aber mit genau dem gleichen Satz, den ihr von der Geisterhexe zu hören bekommen habt: Ihr seid nicht der- oder diejenige. Ein Zufall? Eine bewusste Hommage? Oder handelt es sich gar um das Mädchen aus Illumina City? Wir werden es wohl nie erfahren.


Hattet ihr weitere unheimliche Begegnungen?


Gestatten: Die Manifestationen der Seelen von einsam in einem Wald verstorbener Kinder.

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In der umfangreichen Chronologie der Pokémon-Spiele gibt es noch zahlreiche weitere Vorfälle mysteriöser Aufeinandertreffen. Welche sind euch davon selbst begegnet? Was ist euch am stärksten in Erinnerung geblieben? Schreibt es gerne in die Kommentare.


Wie ganz zu Beginn erwähnt, können es darüber hinaus auch die Pokémon selbst sein, die so manchem durchaus einen Schrecken einjagen. Das fängt bei Taschenmonstern der ersten Generation an und zieht sich bis zu den aktuellsten Editionen durch. So sieht beispielsweise Hypno recht unscheinbar aus, hat es laut dem Pokédex-Eintrag sowohl aus Pokémon Feuerrot als auch Pokémon X faustdick hinter dem Pendel. Demnach berichtet man von einem Vorfall, bei dem es ein Kind mitnahm, das es zuvor hypnotisiert hatte. Unheimlich. Das Aussehen von Zobiris basiert wiederum auf einem der bekanntesten realen Fälle von vermeintlichem Alien-Kontakt, während Flunkifer auf der Geschichte der Futakuchi-onna, ein bösartiges Fabelwesen des japanischen Volksglaubens, fußt.


Das Pokémon Paragoni entsteht laut Pokédex-Eintrag aus der Seele eines verstorbenen Kindes, das sich in einem Wald verlaufen hat, und Makabaja setzt sich aus den Überresten einer Seele eines verstorbenen Menschen zusammen – und trägt dabei eine Totenmaske, die das Gesicht der jeweiligen Person zeigen soll, gleich mit sich. Makaber? Ja! Beispiele wie diese finden sich in der Pokémon-Welt zuhauf. Was ist diesbezüglich euer Favorit? Lasst uns in den Kommentaren unsere schaurig-schönsten Pokémon-Geschichten miteinander teilen!

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Kommentare 9

  • Eisblauer Wolf

    Wölfin des Nordens

    Was ich so makaber finde bzw undenkbar ist, bei einigen Pokémon wird im Pokédex geschrieben das die sich von anderen Pokémon ernähren, manchmal wird auch gezielt ein Name genannt. Oder auch im Animé, wenn Ash und Co Bürger essen, wo kommt das her?! Normale Tiere gibt es ja nicht, die Welt in Pokémon wird ja nur von Menschen und Pokémon bewohnt, also müsste ja theoretisch ein Tauros z.B. herhalten. Aber allein diese Vorstellung das Pokémon getötet, geschlachtet und gefressen werden müssten funktioniert nicht in meinen Gedanken. ^^ Pokémon kann man nur fangen oder besiegen, was anderes geht einfach nicht, das wäre einfach nur... ,ja makaber ;)

  • KemoSabe666

    Turmritter

    Eisblauer Wolf

    Im Anime sieht man ja wie ein karpador gegrillt wird 😁

  • Eisblauer Wolf

    Wölfin des Nordens

    KemoSabe666 Ich glaube auch mich erinnern zu können das es eine Folge gibt wo ein gebratenes Karpador gezeigt wird. Es war aber nur der Umriss denke ich. Ich schau ja grade auf Pokémon Tv wieder von vorne und irgendwann wird mir diese Scene schon vor die Linsen kommen und dann achte ich mal ganz bewusst dadrauf ;)

  • Anime90

    Turmbaron

    Im Manga zu den Spielen sterben immer Pokémon

  • Kabuki-Ende

    noch nicht ganz am Ende...

    ich hatte tatsächlich solch ein spuk-phänomen in schwert und schild vermisst

  • Sakura

    Kirschblüte

    Am gruseligsten ist immer noch das tote Knogga im Pokemonturm in Lavandia :D

  • Marq

    Anime-Spiele ohne Chibis!

    Anime90


    Das stimmt nicht. Du beziehst dich vermutlich auf Kogas Arbok, das gleich im ersten Band zerteilt wurde - was auch der Grund war, dass die Mangas hierzulande ewig nicht veröffentlicht wurden. Später stellt sich allerdings heraus, dass ein Trick im Spiel war und das Pokémon überlebt hat.


    Hier sterben also keine Pokémon, geschweige denn "immer".

  • Anime90

    Turmbaron

    Marq@'Marq'es sterben schon mehr. Lies mal paar zusammen Fassungen der Manga. Oder Google mal pokemon manga deaths

  • Marq

    Anime-Spiele ohne Chibis!

    Anime90


    Ich habe die Mangas von vorne bis hinten gelesen und auch deinen Vorschlag gegoogelt. Der einzige erwähnte Tod von Pokémon sind zwei Magmars, die von Giovanni zerstückelt wurden. Klar ist das hart, aber immer noch weit entfernt von "immer".


    Nur die Mangas der ersten Generation (Rot, Blau, Grün, Gelb) sind etwas düster. Alle anderen halten sich eng an die Spiele.


    Ich glaube, du hast die Mangas einfach nie gelesen.