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Creative Outlier Air V2 im Hardware-Test – In-Ears, die auch auf der Nintendo Switch überzeugen können? Hardware-Test

Egal ob der tägliche Podcast auf dem Weg zur Arbeit, das Lieblingslied beim Spazierengehen oder der markante Sound eines Videospiels: Musik und Soundeffekte begleiten unseren Alltag immer öfters und sind für viele gar nicht mehr wegzudenken. Während ich als kleiner Knirps damals ehrfürchtig zu meiner Schwester und ihrem Walkman (ihr wisst schon, das Ding, das noch mit Kassetten lief) aufsah, durfte ich mich über einige neidische Blicke erfreuen, als ich meinen eigenen tragbaren Discman in den Händen hielt. Die Evolution der Musikabspielgeräte ging von da an umso schneller voran und von den noch recht klobigen MP3 Playern ging es weiter bis zum Smartphone, das heute jede Art von Player streng genommen obsolet macht. Was jedoch all diese Geräte gemein hatten, war die Tatsache, dass man für den absoluten Musikgenuss ein vernünftiges Paar Kopfhörer besitzen musste, wenn man nicht gerade blecherne und stumpfe Töne serviert bekommen wollte. Neben den großen Vertretern, die es allerdings heute immer noch berechtigterweise gibt, entwickelte sich der Trend zu immer kleineren und kabellosen Kopfhörern, die den passenden Namen In-Ear verpasst bekommen haben und heute um die Gunst von Musikfans buhlen. Bei den Outlier Air V2 von Creative handelt es sich um eben solche und wieso dieser Test nicht nur für alle musikalischen Liebhaber, sondern auch für uns Nintendo Switch-Besitzer interessant sein dürfte, das erfahrt ihr im Folgenden.


Kommen in einer schicken Aluminium-Hülle daher: Die Outlier Air V2

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In der Vergangenheit assoziierte ich die Marke Creative ausschließlich mit den beliebten und erfolgreichen Soundkarten sowie ein paar Lautsprechern, die sich auch für den Gamingbereich eigneten. Doch mittlerweile ist man mit der Zeit gegangen und das Repertoire an Hardware ist um einige Produkte angewachsen und mit den Outlier Air V2 und einem Preis von 69,99 € will man vor allem das mittlere Preissegment angreifen. Ich habe die Kopfhörer gut drei Wochen testen können und dies ausgiebig auf drei verschiedenen Geräten getan: Meinem Huawei Smart P Lite, an meinem PC sowie auf der Nintendo Switch mittels eines Bluetooth-Adapters. Als Vergleich am PC stand mir mein treues Sennheiser Headset GSP 350 zur Verfügung, bei den beiden restlichen Geräten durfte sich Creatives neuestes Produkt mit den Liberty Neo In-Ear von Soundcore messen, die jedoch eher im unteren Preissegment angesiedelt sind.


Die Outlier Air V2 kommen in einer recht schicken Aufbewahrungsbox aus Aluminium daher, in der ihr die beiden Kopfhörer auch gleich aufladen könnt, die auch in die meisten Hosen- und Jackentaschen passt und somit jederzeit mitgeführt werden kann. Drei LED-Leuchten klären euch darüber auf, ob die beiden Ohrteile noch genug Saft haben oder ihr sie aufladen müsst. Ansonsten sind neben einem ziemlich kurzen USB-C Kabel und der Bedienungsanleitung keinerlei nennenswerte Extras vorhanden. Die Kopfhörer an sich machen einen recht wertigen Eindruck und liegen auch dank eines magnetischen Kontakts fest in der Ladeschale, sodass keinerlei Gefahr besteht, dass sie herausfallen könnten. Manchmal ist das jedoch auch zu viel des Guten und ich musste die Outlier erst herauspulen. Der initiale Kopplungsprozess via Bluetooth funktionierte auf allen drei Endgeräten problemlos und eine freundlich angenehme Stimme teilt euch mit, ob der Kopplungsversuch erfolgreich war und ob eure Batterie noch über genug Energie verfügt. Letztere soll laut Hersteller übrigens ganze 32 Stunden am Stück durchhalten, ehe euch der Saft ausgeht. Die Realität sieht dabei etwas anders aus, denn die Angaben gelten vor allem dann, wenn ihr die Lautstärke nicht zu weit aufdreht. Wer mit einer höheren Lautstärke unterwegs ist, wird ca. 15 Stunden auskommen, ehe die Kopfhörer wieder aufgeladen werden wollen – was wiederum gut zwei Stunden in Anspruch nimmt. Sind die Ohrstücke dann jedoch erst einmal im Ohr, saßen sie zumindest bei mir bombenfest und auch wildes Umhergespringe, intensives Fahrradfahren oder auch das Hängen an einer Boulderwand haben nicht dafür gesorgt, dass ich auch nur ansatzweise das Gefühl hatte, die Kopfhörer würden mir aus den Ohren rutschen. Anders sah es da hingegen bei meiner Frau aus, für welche die Kopfhörer an sich gefühlt schon etwas zu groß waren und nicht ganz so sicher saßen. Wer also etwas kleinere Ohren hat kann die Outlier Air V2 zwar auch benutzen, muss sich aber erst an deren Maße gewöhnen.


Klangqualität & Bedienung


Doch kommen wir nun zur Frage aller Fragen: Taugen die Kopfhörer auch akustisch etwas oder erwartet euch mit den Outlier hier eine böse Überraschung? Im Vorfeld war ich verhalten optimistisch eingestellt, verbindet man mit dem Namen Creative, zumindest im Soundbereich, eigentlich eine recht gute Qualität. Und was soll man sagen: Auch mit den Outlier wird der Hersteller seinen Ansprüchen durchaus gerecht: Instrumente lassen sich akustisch klar voneinander unterscheiden und die einzelnen Tracks kamen allesamt mit ihren Eigenheiten und Besonderheiten rüber. Egal ob Metal, Rock, Folk oder auch eher ruhigere Töne, das Gehörte hob sich immerzu klar von der Test-Konkurrenz ab. Wer es eher ruhiger mag und sich auf dem Weg zur Arbeit oder vor dem Zubettgehen noch in aller Ruhe den ntower- (oder einen anderen, wenn es denn unbedingt sein muss) Podcast anhören will, der wird sich zudem darüber freuen, dass die jeweiligen Sprecher klar und verständlich rüberkommen. Der positive Eindruck gilt auch für den Einsatz auf der Nintendo Switch in Verbindung mit einem Bluetooth-Adapter. Der eh schon kernige und kraftvolle Rock-Soundtrack zu Hades kam noch um einiges wuchtiger rüber und während einiger Testrunden in Mario Kart 8 Deluxe hatte ich zumindest das Gefühl, die herannahende Konkurrenz hinter mir zu hören. Anders war es hingegen als Ersatz für ein vernünftiges Gaming-Headset, hier können die In Ears von Creative erwartungsgemäß nicht so sehr überzeugen, allen voran nicht, wenn es um den räumlichen Klang in Shootern oder Survival-Spielen geht – hier konnte mein Sennheiser deutlich auftrumpfen.


In der App könnt ihr verschiedene Feineinstellungen vornehmen.

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Nichtsdestotrotz war ich von der Qualität der Kopfhörer positiv angetan. Wem das jedoch noch nicht genug ist, der kann das Klangerlebnis mithilfe der SXFI-App, die ihr euch auf euer Smartphone laden könnt, optimieren. Dabei habt ihr die Möglichkeit, eure Outlier mithilfe der Bluetooth-Verbindung mit der App zu verbinden und diverse Soundprofile einzustellen oder die Höhen und den Bass selbst nach euren Vorlieben anzupassen. Das macht zwar keinen enormen Unterschied, lässt sich in seinen Nuancen aber durchaus heraushören. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann zudem seine Ohren mithilfe der Smartphone-Kamera abfilmen, wodurch die App das Klangerlebnis noch weiter optimieren soll. In Sachen Isolierung können die Outlier Air ebenfalls überzeugen: Je nach Lautstärke bekommt ihr durch die enge Passform der Kopfhörer von eurer Umgebung relativ wenig mit.


In Sachen Bedienung wurde ich diesmal Opfer meiner eigenen Ungeduld, denn als ich die Kopfhörer das erste Mal in Betrieb hatte und die Lautstärke höher stellen wollte, durfte ich erst einmal feststellen, dass es natürlich keinen entsprechenden Regler an den kleinen Kopfhörern gibt. Also schnell einen Blick in die Bedienungsanleitung geworfen und schon war die recht simple Steuerung der Creative Outlier erklärt: Einmal auf die Oberfläche des rechten Ohrteils drücken und gedrückt lassen und die Musik wird lauter, dasselbe auf der linken Seite erfüllt den gegenteiligen Zweck. Tippt ihr zweimal auf die Oberfläche, startet bzw. pausiert ihr den aktuellen Track, tut ihr das hingegen dreimal hintereinander, wird auf der rechten Seite der nächste beziehungsweise durch Tippen auf der linken Seite der vorherige Track gespielt. Die einzelnen Touch-Befehle sind übersichtlich und gehen schnell in Fleisch und Blut über, die Oberfläche reagiert schnell auf eure Bewegungen – und manchmal auch zu sensibel! Denn es kam das eine oder andere Mal vor, dass ich einen der Kopfhörer kurzzeitig aus dem Ohr nehmen musste und ich dabei die Lautstärke komplett rauf- oder runtergedreht hatte. Bleibt am Ende noch das Thema Telefonie, denn die Outlier Air V2 haben ein Mikrofon eingebaut, mit dem ihr auch telefonieren und den jeweiligen Sprachassistent auf eurem Smartphone nutzen könnt. Im Vergleich zu meinen alten Soundcore-Kopfhörern, wo mich mein Gesprächspartner schon bei den kleinsten Bewegungen nicht mehr verstehen konnte, lieferte die Lösung von Creative ein durch und durch gutes Ergebnis ab. Man wird euch die meiste Zeit sehr gut verstehen. Was die Verbindung zwischen Kopfhörern und dem jeweiligen Endgerät angeht, habe ich gemischte Erfahrungen machen dürfen. Es kam vereinzelt vor, dass die Verbindung zwischenzeitlich kurz abgehackt war und es dementsprechend zu Aussetzern von ein bis zwei Sekunden kommen konnte und das bei allen Testgeräten, wobei der Bluetooth-Adapter für die Nintendo Switch noch am besten abgeschnitten hat. Das ist zwar nicht die Regel, doch wenn es mal passiert, ist es mitunter recht störend.


Fazit


Kann ich nun die Creative Outlier Air V2 nun empfehlen oder nicht? Abgesehen davon, dass es ab und an zu gelegentlichen Aussetzern und Rucklern in der Verbindung zum Endgerät kam und die Kopfhörer gerne mal etwas überempfindlich sind, was die Berührungssensibilität in puncto Bedienung angeht, war ich von der Verarbeitung und der soundtechnischen Qualität des Produkts recht angetan. Die Outlier sitzen fest im Ohr, machen einen wertigen Eindruck und können auch in Sachen Klang vollkommen überzeugen. In Verbindung mit einem Bluetooth-Adapter können die In-Ears auch problemlos in Verbindung mit der Nintendo Switch genutzt werden, was das Spielerlebnis vor allem im Handheld-Modus noch um einiges steigert. Kostentechnisch ordnen sich die Kopfhörer mit einem UVP von 69,99 € im Mittelfeld ein und für diesen Preis kann man meiner Meinung nach zugreifen, sofern man gewillt ist so viel auszugeben.

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Kommentare 3

  • wonderboy

    Turmbaron

    vielen dank für den Test!


    gibts demnächst vielleicht auch mal einen Vergleichstest über Bluetooth-Adapter?

  • frutch

    erwachsenes Kind

    Mein erstes Gaming Headset war von Creative für schlappe 30€ und das war eines der besten Headsets die ich hatte.


    Der Test liest sich wirklich vielversprechend, somit schon mal danke dafür. Werde das Ganze im Auge behalten.

  • SvenIsHere

    Lord des Donners

    Also ich habe mir vor kurzem die Xiaomi Mi Earbuds Basic geholt die es im Augenblick für schlappe 22,17€ beim MM gibt. Trotz des geringen Preises musste ich überrascht feststellen das sich der Sound eher wie die von Mittelklasse Buds anhört. Natürlich kein Vergleich zu meinen Teufel On-Ear. Aber das darf man bei Ear-Buds bei dem Preis auch nicht erwarten. Also wirklich zu empfehlen wer erst mal earbuds testen möchte ohne viel Geld aus zu geben. Die Creative Buds scheinen auch nicht übel zu sein. Schön das hier auch mal andere Technik beleuchtet wird. Kann jemand einen guten und zuverlässigen Bluetooth Adapter für die Switch empfehlen?