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Spirou und Fantasio in der Gesamtausgabe – Band 13: Tome & Janry Nerdkultur

Nachdem ich euch in diesem Jahr mit Asterix und auch Clever & Smart bereits einige europäische Genre-Vertreter vorgestellt und rezensiert habe, darf eine Reihe darunter natürlich nicht fehlen: Spirou und Fantasio. Die Ursprünge dieser Reihe gehen sogar bis in die 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück. Hatten die Abenteuer von Asterix und Obelix in der Zeitschrift Pilote ihren Ursprung, so gehen die ersten Gehversuche des Hotelpagen und des Reporters auf das belgische Magazin Spirou zurück. Der wohl berühmteste und nachhaltigste Künstler, der in den frühen Jahren die Abenteuer maßgeblich geprägt hat, ist André Franquin.


Seit den 80er-Jahren sind Spirou und Fantasio in Deutschland im Carlsen Verlag erschienen. In immer wieder neuen Formaten und Farbgebungen erschienen die Geschichten oftmals auch in der gewohnten frankobelgischen Albenform. Im Lauf der Jahrzehnte seit dem Start der Reihe kümmerten und kümmern sich noch immer unterschiedliche Autoren und Zeichner, gerne auch in Teams, um die Abenteuer rund um das dynamische Team. Namen wie Graf von Rummelsdorf, das Eichhörnchen Pips oder aber das Marsupilami kennen dabei auch Menschen, die die Geschichten von Spirou und Fantasio nicht regelmäßig verfolgen.


Seit dem Jahr 2014 veröffentlicht der Carlsen Verlag eine Gesamtausgabe in Hardcover-Bänden. Die Geschichten von André Franquin wurden dabei in acht Bänden in chronologischer Reihenfolge veröffentlicht. Der 9. Band markiert die Übergabe der Serie an Jean-Claude Fournier, von dem die folgenden drei Bände stammen. Band 12 widmete sich Nic & Cauvin, während nun ab dem vorliegenden 13. Band Philippe Vandevelde und Jean-Richard Geurts, besser bekannt als Tome & Janry die Abenteuer übernommen haben.


Auszug aus dem ikonischen Cover von „Marylin ist nicht zu stoppen“.

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Neben dem Album Jugendsünden, was mehrere Kurzgeschichten rund um Spirou und Fantasio vereint, finden sich in der Gesamtausgabe hier drei längere Abenteuer, die bei uns auch schon allesamt als Alben veröffentlicht wurden. Bei Das geheimnisvolle Virus wird in einer Polarstation ein heimtückisches Virus freigesetzt, was sich seinen Weg bis hin zum Hafen von Rummelsdorf bahnt und mittels eines Schiffes nun dort ankommt. Die Besatzung ist komplett infiziert und ein altbekannter Schurke aus dem Spirou-Universum schafft es dennoch von Bord. Da Fantasio ebenfalls am Hafen herumschnüffelt dauert es nicht lange, bis sich unsere beiden Protagonisten in einem neuen Abenteuer wiederfinden. Klar ist, dass der Graf sogar schon ein Gegenmittel hat und die beiden Abenteurer auch mit einem Serum ausstattet, was ihnen eine innere Wärme gibt und sie dementsprechend am Polarmeer nicht frieren müssen. Das folgende Abenteuer ist spannend inszeniert, an einigen Stellen humorvoll und liest sich wunderbar weg. Für ein erstes Album des neuen Teams Tome & Janry ein gelungener Einstieg.


Das völlige Gegenteil, zumindest was die Temperaturen angeht, erleben unser Reporter und der Hotelpage dann anschließend in Abenteuer in Australien. Kaum am Flughafen angekommen, werden sie von einer Kollegin Fantasios abgefangen und direkt nach Australien beordert, so wie es ein Telegramm des Grafen von Rummelsdorf zu entnehmen ist. Er fragt nach der Hilfe von Spirou, Fantasio und eventuell auch von Pips, weil er in Australien bei Ausgrabungen auf einen Schatz von unschätzbarem Wert gestoßen ist. Also machen sich alle Beteiligten sofort auf zum nächsten Flugzeug und das Abenteuer nimmt erneut seinen Lauf. Vor Ort kommt es immer wieder zu Verwechslungen und Wirrungen, zwischenzeitlich wird der Graf als tot geglaubt und zum Abschluss müssen sich Spirou und Fantasio noch mit der Tatsache abfinden, dass der Schatz ein wenig anders ausfällt, als ursprünglich angenommen.


Im Film Terminator 3: Rebellion der Maschinen aus dem Jahr 2003 bekommt es John Connor mit einer weiblichen Terminatrix zu tun. Bereits 20 Jahre vorher, im Jahr 1983, schicken Tome & Janry eine ähnliche Figur auf einen Feldzug durch Rummelsdorf. Ihr Name: Marylin. Die technischen Geräte in Rummelsdorf spielen verrückt und entwickeln in Marylin ist nicht zu stoppen teilweise ein Eigenleben. Seien es Rasenmäher, Telefone oder Rasierapparate, die Dinge geraten außer Kontrolle. Doch wer dahinter steckt, finden Spirou und Fantasio schnell heraus. Eine Roboterdame namens Marilyn macht das Dorf unsicher und versucht auch eine naheliegende Roboterfabrik unter ihre Kontrolle zu bekommen. Sie kann andere technische Geräte beeinflussen und dementsprechend auch weitere Roboter aus der Fabrik auf die Menschheit loslassen. Die Bürger von Rummelsdorf müssen sich zusammenschließen, um der Gefahr ins Auge zu blicken.


Ganz chronologisch präsentiert uns der Carlsen Verlag in dieser Gesamtausgabe die Geschichten von Spirou und Fantasio. Dabei teilen sich die Kurzgeschichten aus dem Jugendsünden-Album auf das gesamte Buch auf, so wie sie ursprünglich in der entsprechenden Reihenfolge auch in den Magazinen erschienen sind.


Fazit


Wow, ich hatte ja keine Ahnung von den Gesamtausgaben und bisher nur vereinzelte Alben von Spirou und Fantasio gelesen. Auf über 260 Seiten findet ihr in diesem Hardcover-Band nicht nur die oben bereits angesprochenen Alben, sondern auch eine umfassende Berichterstattung und redaktionelle Einordnung der Ereignisse hinter den Kulissen. Auf den ersten 80 Seiten bekommt ihr Skizzen, Kurzgeschichten, Auszüge aus anderen Veröffentlichungen, Hintergrundtexte und Fotos zu sehen, die euch einen Einblick geben, wie das künstlerische Duo überhaupt zur Comic-Reihe gekommen ist und was sich in der Redaktion des Magazins sonst noch so abgespielt hat. Alles auf tollem Papier in einer guten Qualität und mit größter Sorgfalt zusammengetragen. Ich bin begeistert und überlege mir stark, meine angefangene Sammlung an Spirou-Comics gänzlich auf die Gesamtausgaben umzustellen. Ganz starkes Ding!


Spirou und Fantasio Gesamtausgabe 13: 1981-1983 ist erschienen bei Carlsen Comics, ISBN: 978-3-551-71633-0, Hardcover, 272 Seiten, 34,- Euro


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