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Watch Dogs: Legion für PC im Test – Eine bunte Truppe gegen ein unterdrücktes London Nerdkultur

Wenn man den Namen Ubisoft hört, dann ploppen im Kopf eines geneigten Videospielers einige Namen auf. Assassins Creed, Far Cry, Rainbow Six, The Division ... Ach ja und Watch Dogs. Die Spielereihe rund ums Hacking geht mittlerweile in die dritte Runde, aber so richtig auf dem Schirm hat man sie trotz allem nicht wirklich gehabt. Als der erste Teil 2014 erschien, wollte die Handlung rund um den Vigilanten Aiden Pearce mit einem neuen Spielkonzept aufwarten, bei dem man die Spielwelt maßgeblich durch kleine Hacks beeinflussen kann. Ampeln konnten umgeschaltet werden, wenn man gerade verfolgt wurde. Gegnerische Verstecke wurden vor einem Einsatz per gehackter Kamera ausspioniert und man konnte mitunter ganze Gegnerverbände lahmlegen, sofern man über die passende Software verfügte. Das Experiment ging letztendlich nicht ganz auf, was nicht zuletzt an dem eher weniger überzeugenden Protagonisten lag und der Tatsache, dass das Hacking mehr Spielerei war und mitunter eher sperrig von der Hand ging. Der zweite Teil versetzte die Spielerschaft dann ins sonnige San Francisco und wartete mit einer (mir persönlich zu) lockereren Atmosphäre und einem deutlich hipster-orientierten Hauptcharakter auf, verfeinerte einige Gameplay-Elemente und versuchte weg von der eher ernsten Thematik des Vorgängers zu kommen. Nun, gut vier Jahre später, liefert Ubisoft den dritten Ableger der Reihe: Watch Dogs: Legion krempelt einige grundlegende Spielprinzipien gänzlich um, bleibt sich in einigen anderen Feldern jedoch ziemlich treu. Ob das funktioniert und wie man das Spiel (meiner Meinung nach) am besten angehen sollte, das möchte ich euch im Folgenden näher erläutern. Getestet wurde die PC-Version.


DedSec gegen Albion – Volk gegen Unterdrückung?


Watch Dogs: Legion, welches in einem fiktiven London in unserer heutigen Zeit spielt, bricht in vielerlei Hinsicht mit der einen oder anderen Konvention, die gerade für die Ubisoft-Spiele des letzten Jahrzehnt beispielhaft waren. Das beginnt bereits mit dem Protagonisten des Spiels, denn streng genommen gibt es den nicht so wirklich. Zwar verkörpert ihr zu Beginn des Spiels einen festgelegten Agenten, der aus den Vorgängern bekannten Hackergruppe DedSec und sollt einen Bombenanschlag im Londoner Parlament verhindern, doch daraus wird letztendlich nichts und euer James Bond-Verschnitt, der euch als Tutorial-Charakter dient, segnet das Zeitliche. Das wäre jetzt vielleicht ein Schock, wenn Watch Dogs: Legion nicht bereits im Vorfeld mit einem ganz bestimmten Feature beworben worden wäre – theoretisch kann fast jede Figur in der Spielwelt zum Protagonisten werden. Das bekommt ihr direkt vorgeführt, denn neben dem Bombenanschlag auf das Parlament sind noch weitere Sprengsätze im Herzen Londons in die Luft gegangen und als Sündenbock soll nun DedSec herhalten. Die Gruppe wird zum Staatsfeind erklärt und unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung wird die totale Überwachung Londons immer weiter vorangetrieben, bis die Metropole einem kleinen Polizeistaat gleicht – mit dem Unterschied, dass nicht die Polizei, sondern eine private, militärische Gruppe namens Albion die Fäden zieht. Vom ursprünglichen Kernteam rund um DedSec sind nur noch wenige überlebende Mitglieder übrig geblieben und eines davon seid ihr. Fortan gilt es, herauszufinden, wer hinter den Anschlägen steckt, wieso man es gerade auf DedSEc abgesehen hat und den totalitären Griff Albions zu lockern.


Im Laufe des Spiels können sich euch mitunter recht kuriose Gestalten anschließen.

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Doch wer seid ihr denn nun? Genau diese Entscheidung dürft ihr zu Beginn treffen, denn ihr erstellt euch euer Alter Ego nicht per klassischen Charaktereditor oder kriegt jemanden vorgesetzt, vielmehr dürft ihr aus einer vorgegeben Anzahl an zufälligen NPCs wählen. Diese haben allesamt ihre eigenen Stärken und Schwächen, die sich sowohl in passiven Boni als auch in aktiven Fertigkeiten sowie Ausrüstung äußern. Und die Bandbreite ist bereits von Beginn an recht bunt gefächert: Von der Punkerin mit Irokesenschnitt über einen Bauarbeiter, einer Hypnose-Künstlerin, die Feinde in ihren Bann ziehen kann, bis hin zur alten, pensionierten Rentnerin, die einen Taser als Waffe mit sich trägt. Und hier haben wir auch eines der viel beworbenen Key-Features des Spiels, denn bei eurem einen DedSec Mitglied wird es nicht bleiben. Im Laufe des Spiels erhaltet ihr nämlich ab einem gewissen Punkt die Möglichkeit, nahezu jeden NPC, der nicht zu einer der gegnerischen Fraktionen gehört, für eure Sache zu rekrutieren. Das sorgt dafür, dass ihr eine schlagkräftige und vielseitige Truppe aufbauen könnt, die für jede auch nur erdenkliche Situation theoretisch eine Lösung parat hat. Wollt ihr jemanden für eure Sache gewinnen, gilt es erst einmal herauszufinden, ob die Person euch gegenüber positiv oder wenigstens neutral eingestellt ist. Ist das der Fall, erledigt ihr eine oder zwei Aufträge für den- oder diejenige/n und schwupps, habt ihr ein neues Teammitglied in euren Reihen. Der Vorteil dabei liegt klar auf der Hand: Anstatt euch mit einem Charakter für den Rest des Spiels auf eine ganz bestimmte Spielweise festlegen zu müssen, habt ihr nun eine deutlich größere Freiheit, auch einmal neue Dinge auszuprobieren und auch etwas zu experimentieren. Denn sofern ihr nicht den Permadeath-Modus aktiviert habt, verliert ihr eure Mitglieder auch nicht, sondern sie landen bei einem gewaltsamen „Tod“ im Krankenhaus oder sie werden von Albion ins Gefängnis gesteckt, wo sie nach einer bestimmten Zeit wieder herauskommen. Der Nachteil dieser Mechanik ist jedoch einer, der Watch Dogs: Legion sein mutiges Experiment mitunter auch bestraft, denn an dem fehlenden Protagonisten, zu dem ihr eine gewisse Bindung aufbauen könnt, leidet die Handlung an sich. Die einzelnen Teammitglieder bleiben in ihrer Gesamtheit nämlich allesamt ziemlich blass und können gar keine komplexe Hintergrundgeschichte aufbauen, da dies dem grundlegenden Spielprinzip widersprechen würde. Und so bleibt sich Ubisoft auch in einer Sache treu: Die Geschichte von Watch Dogs: Legion ist nämlich auch eher gutes Mittelmaß. Das muss aber kein Beinbruch sein, worauf ich aber später noch einmal näher eingehen möchte.


Denn neben der eigentlichen Team-Mechanik bleibt sich der neueste Teil der Reihe weitestgehend treu, auch wenn Ubisoft etwas von der altbekannten und eher negativ behafteten „Ubisoft-Formel“ wegrückt. So gibt es zum Beispiel keine Türme mehr, die man abklappern muss, um die Karte aufzudecken und auch die Übersichtskarte zeigt sich deutlich entschlackter von der sonst üblichen Icon-Welle, denn die Entwickler haben unzählige Nebenaktivitäten, wie die Drohnenrennen oder die AR-Herausforderungen, entfallen lassen. Dafür gilt es, neben den obligatorischen Story-Missionen, das besetzte London Stück für Stück aus den Händen von Albion zu befreien. Dazu müsst ihr in den einzelnen Stadtvierteln verschiedene Missionstypen erledigen, welche die Öffentlichkeit gegen Albion aufbringt und DedSec Unterstützung beschert. Diese Missionen laufen allesamt nach einem recht ähnlichen Schema ab: Sabotiert einen Gegenstand, hackt euch in einen Computer. um eine Schalttafel zu verändern, befreit politische Gefangene, etc. Dafür müsst ihr stets in ein abgesichertes Gebiet eindringen, das strengst bewacht wird und bei dem euer Vorgehen mal mehr, mal weniger gut überlegt sein will.


Per ferngesteuerter Drohne erreicht ihr auch sonst unzugängliche Bereiche.

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Dafür stehen euch, wie auch schon in den Vorgängern, diverse Hacking-Methoden zur Verfügung. So ist es stets ratsam, wenn ihr vor dem eigentlichen Betreten der Sperrzone erst einmal in das lokale Kameranetz eindringt und so von Kamera zu Kamera springt, um euch ein Bild der Lage zu machen oder auch schon per Remote-Funktion erste Hacking-Versuche unternehmt. Denn bei Watch Dogs ging schließlich schon immer ums Hacken und jedes Mitglied von DedSec, auch die gerade frisch rekrutierte Rentnerin, kann problemlos elektrische Wandpanele in Annäherungsbomben verwandeln, Autos fernsteuern oder auf fliegenden Drohnen in unerreichte Höhen schweben – klar, das kratzt an der Glaubwürdigkeit, ist aber ziemlich witzig. Je nach gewählten Teammitglied und dessen Fähigkeit stehen euch dabei unterschiedliche Herangehensweisen zur Verfügung: Ihr wollt unbemerkt ein- und ausgehen? Dann hilft die Möglichkeit, euch für eine bestimmte Zeit zu tarnen, Wachpersonal abzulenken, indem ihr ihnen obszöne Bilder aufs Smartphone schickt oder ihr Wach-Drohnen zeitweise deaktiviert. Habt ihr hingegen einen Charakter, der etwas robuster ist und auch eigene Spezialwaffen mit sich bringt, dann kann auch mal der rabiate Weg zum Sieg führen, auch wenn das Spiel merklich darauf ausgelegt ist, dass ihr eher heimlich vorgehen solltet. Oder ihr werdet ganz kreativ und ruft als Bauarbeiter zum Beispiel die besagte Wartungsdrohne, auf der ihr durch die Gegend schweben und Gebäude von ganz anderen Punkten aus betreten könnt. Ihr seid jedoch nicht vollständig auf die reinen vorgegebenen Fertigkeiten eurer Teammitglieder angewiesen. Ihr könnt nämlich einige globale Fähigkeiten für euer gesamtes Team freischalten, wie zum Beispiel die Fähigkeit, jederzeit eine Spinnendrohne herbeizurufen, die ihr fernsteuern und mit deren Hilfe ihr teils verschlossene Bereiche erreichen könnt. Oder ihr nehmt ein paar Opfer in Kauf und erwerbt euch die Möglichkeit, feindliche Geschütztürme zu hacken und zu übernehmen. Für all diese Fertigkeiten benötigt ihr sogenannte Tech-Points, die überall in der Spielwelt verteilt herumliegen und von euch eingesammelt werden können.


Ist es euch dann gelungen, ein Viertel auf eure Seite zu ziehen, wird eine spezielle Mission freigeschaltet, die euch nicht nur einen ziemlich mächtigen Spezialisten als Teammitglied garantiert, sondern es werden euch auch alle Tech-Points des Vierteils auf der Übersichtskarte angezeigt. Diese Missionen sind allesamt etwas anspruchsvoller als die übrigen verteilten Aufträge und schicken euch immer in einen extra Bereich, der vom Rest der Spielwelt abgeschirmt ist und in dem auch ein kleiner Handlungsbogen gespannt wird. In den einzelnen Missionen müsst ihr euch mal in ein militärisches Abwehrsystem einhacken, mithilfe einer gekaperten Militärdrohne eine Albion-Stellung angreifen und daraufhin das Eye of London, das ikonische Riesenrad, hacken und zu einer Werbetafel für DedSec umfunktionieren. In einer anderen Mission untersucht ihr ein verlassenes Kraftwerk, in dem ein Folter-Gefängnis errichtet wurde und durch das ihr euch in kompletter Dunkelheit bewegen müsst; Eure einzige Lichtquelle ist eine Leuchtdrohne, die ihr immer ein paar Schritt vor euch lenken müsst, damit ihr überhaupt seht, wohin ihr geht. Oder ihr sabotiert den Hauptrechner von Albion, auf dem die Daten der meisten Londoner Bürger gespeichert sind, indem ihr eine Flugdrohne durch ein Labyrinth von Wartungsschächten steuert und in einen gesicherten Bereich eindringen lasst. Diese Aufträge bringen allesamt ein wenig mehr spielerische Abwechslung in den sonst irgendwann recht repetitiven Missions-Alltag und fordern euch auch einiges an Geschick ab, ohne dabei jedoch unfair zu werden. So werdet ihr das unterdrückte London Stück für Stück gegen Albion aufbringen.


Das unterdrückte London wird mitsamt seiner Sehenswürdigkeiten gut und überzeugend dargestellt.

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Dass die britische Hauptstadt mittlerweile mehr der Zentrale eines Polizeistaats gleicht, wird euch übrigens ziemlich gut vermittelt. Zwar findet in London immer noch der normale Alltag statt, doch finden sich überall in der Stadt regelmäßige Checkpoints verteilt, an denen Bürger gescannt und überprüft werden und schon beim kleinsten Verdachtsfall wird man von den Sicherheitskräften zur Seite gezogen. An allen Ecken und Enden kriegt ihr mit, wie unschuldigen Bürgern Vorwürfe gemacht werden oder auch mal jemand zu Boden geknüppelt wird, während am Big Ben in großen, roten und digitalen Lettern verkündet wird, das derzeit die höchste Terror-Warnstufe herrscht. In Sachen Inszenierung der Welt hat Ubisoft hier eine absolut saubere Arbeit geliefert: Das dystopische London wirkt auf der einen Seite bunt und vielfältig, nur um im nächsten Moment bedrückend und einengend zu erscheinen. Die Spielwelt wirkt lebendig, was nicht zuletzt an der altbekannten Stärke von Watch Dogs liegt, dass man jeden Bürger mit seinem Smartphone anvisieren und einige grundlegende Hintergrundinfos wie Alter, Beruf und einige pikante Details erfahren kann. Verbunden mit der Tatsache, dass ihr jeden der NPCs theoretisch rekrutieren könnt, erschienen mir die Stadt und seine Einwohner ziemlich glaubwürdig und nachvollziehbar – auch wenn selbst Watch Dogs: Legion nicht von den üblichen Krankheiten einer Open World verschont bleibt. So kommt es manchmal vor, dass vereinzelte Passanten ein etwas seltsames Benehmen aufweisen oder die selbstfahrenden Fahrzeuge ab und an mit der Wegfindung ihre Probleme haben. Letzteres führte dann auch zu mitunter kuriosen Situationen, wie der Tatsache, dass ein selbstgesteuertes Taxi gegen einen Baum gefahren und anschließend immer wieder mit Gas und Rückwärtsgang dagegen gerammt ist, wodurch ein Stau entstand, den ein Krankenwagen dann radikal durchbrechen musste. Anzahl an verletzten Passanten: Fünf – ein Hoch auf das britische Gesundheitssystem! Doch Spaß beiseite: Den Entwicklern ist es tatsächlich gelungen, London mit seinen vielfältigen Vierteln mehr als überzeugend darzustellen.


Die Spielwelt kann überzeugen, die Handlung ist eher durchschnittlich und die Missionen, abgesehen von den Abschluss-Missionen der einzelnen Viertel, werden mit der Zeit eher repetitiv. Verkommt Watch Dogs: Legion also erneut zu einem Spiel im Mittelmaß? Das kommt ganz darauf an, mit welchem Ansatz ihr den Titel angeht. Wer nach einer Erfahrung sucht, in der die Handlung das höchste Maß der Dinge ist und in der ihr stur von einer Story-Mission zur nächsten springen könnt, der wird nicht wirklich viel Freude mit Watch Dogs: Legion haben. Was den eigentlichen Reiz des gesamten Spiels meiner Meinung nach ausmacht, ist das Ausbauen eures Teams und jedes Mitglied seinen Stärken nach zu nutzen. Denn in keinem anderen Spiel werdet ihr auf teils so absurd und auf den ersten Blick unpassende Gestalten treffen, wie es hier der Fall ist. Ich hatte unglaublichen Spaß daran, eine bunte und schräge Truppe zusammenzustellen und mit diesen die einzelnen Viertel-Missionen auf ganz unterschiedliche Weisen zu beschreiten. Des Weiteren lege ich jedem den Permadeath-Modus ans Herz, denn dieser verändert eure Spielerfahrung enorm. Anstatt das eure Mitglieder nach einem Scheitern einfach nur im Krankenhaus oder Gefängnis landen, heißt es für das aktive Mitglied dann endgültig „Game Over“, was euch zu einer deutlich vorsichtigeren und planvollen Spielweise zwingt und gleichzeitig die Bindung zu den einzelnen Teammitgliedern erhöht. Es hat mir beinahe das Herz gebrochen, als ich mich mit meiner pensionierte Highschool-Lehrerin, die übrigens eine taser-feuernde Drohne lenken konnte, nicht sorgfältig genug umgesehen hatte und plötzlich in ein Feuergefecht verwickelt wurde, nur um dann das Zeitliche zu segnen. Wer Watch Dogs: Legion auf diese Weise spielt, wird deutlich mehr Spaß am Spiel finden, denn so schreiben sich die meisten kuriosen und interessanten Geschichten. Das muss man allerdings mögen und daher werden sich an diesem Titel wahrscheinlich die Geister scheiden.


Ob heimlich, gewalttätig oder kreativ: Wie ihr vorgehen wollt, bleibt allein euch überlassen.

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Technisch kann sich Watch Dogs: Legion durchaus sehen lassen. Das moderne London erstrahlt in prächtigen Farben und mit vielen kleinen Details, sodass es auch einfach Spaß macht, durch die Gegend zu laufen. Wer eine ganz starke Hardware sein Eigen nennt, der kann neben der Sichtweite und den üblichen Grafikeinstellungen auch Raytracing aktivieren, was sich durchaus sehen lassen kann. Es ist schon ein optisches Schmankerl, wenn sich die Spielwelt in Pfützen und anderen Oberflächen widerspiegelt, das Ganze hat dann allerdings auch seinen hardwaretechnischen Preis. In meinem Testrechner stecken neben einem nicht mehr ganz so frischen Ryzen 7 2700X Achtkern-Prozessor noch eine Geforce RTX 2080 und 32 GB Arbeitsspeicher. Gespielt habe ich in einer Auflösung von 2560 x 1440, womit ich alle Grafikeinstellungen auf Ultra und die Sichtweite auf Anschlag stellen konnte, ohne Einbrüche in der Framerate festzustellen. Mit aktivierten RayTracing änderte sich das dann schlagartig und auf der ersten Stufe hatte ich bereits einige Einbrüche, bei denen ich auf ca. 40 FPS durchgehend kam. Bei vollster Stufe ging die Framerate mitunter auf 20 FPS runter. Die Werte stammen von dem spielinternen Benchmark, den man in Watch Dogs: Legion aufrufen kann. Die Steuerung geht übrigens gut von der Hand und man merkt dem Titel an, dass er von der Bedienung her für Controller optimiert wurde. Maus und Tastatur funktionieren jedoch auch problemlos. Sound- und Musiktechnisch weiß der neueste Teil der Serie ebenfalls zu gefallen, mit der entsprechenden Ausstattung habt ihr jederzeit die Möglichkeit, eure Gegner auch akustisch auszumachen. In Sachen Musik gibt es eine Vielzahl an Tracks, die ganz typisch immer dann gespielt werden, wenn ihr ein Fahrzeug nutzt – die Bandbreite geht dabei von Pop über Punk und Metal bis hin zu Podcasts, die euch mehr Hintergrundwissen über die Welt vermitteln.


Zu guter Letzt sei noch ein Wort über Mikrotransaktionen verloren, denn die gibt es auch in Watch Dogs: Legion. Im spieleigenen Store könnt ihr euch gegen Echtgeld neben kosmetischen Items und Fahrzeugen auch spezielle Teammitglieder kaufen, die euch einen kleinen spielerischen Vorteil bringen, deren Sinn aber meiner Meinung nach eher fraglich ist, da die frei rekrutierbaren NPCs allesamt ausreichend sind.


Kann man Watch Dogs: Legion empfehlen?


Ja, aber … Wie bereits vorher erwähnt, kommt es meiner Meinung nach ganz darauf an, wie ihr an das Spiel herangeht. Wenn es euch nur nach einer guten Handlung dürstet, dann werdet ihr dank des fehlenden Protagonisten und der eher mittelmäßigen Prämisse wohl eher weniger Freude am Spiel haben. Wer jedoch Spaß daran hat, sein Team mit vielen unterschiedlichen Individuen zu bestücken und so zusätzlich die vielen Nebenmissionen auf ganz unterschiedliche Art und Weise anzugehen, der wird mit Watch Dogs: Legion viele Stunden gut unterhalten werden. Dem Ganzen kommt noch zugute, dass Ubisoft zumindest teilweise von der üblichen Ubisoft-Formel abgewichen ist und das Spiel nicht mit einer Unzahl an (überflüssigen) Aktivitäten zupflastert und euch hier eine glaubwürdige und gut umgesetzte Spielewelt erwartet. Ich hatte meinen Spaß mit Watch Dogs: Legion und kann nur sagen: Experiment geglückt, Ubisoft!


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Kommentare 15

  • zig

    Turmheld

    wie ich bei 70% der tellerrand news erstmal an nen switch port denke und dann immer enttäuscht bin... :/

  • Florian McHugh

    Tellerrandwäscher

    zig Dabei schreiben wir schon extra das "PC" vor den Test :D Tut mir leid für die Verwirrung.

  • zig

    Turmheld

    Florian McHughja das les ich dann immer in der zweiten sekunde... ;)

  • BobbyMC

    Chirurg der Videospiele

    Das wäre ein Spiel, dass ich ohne zu überlegen per Streaming auf der Switch spielen würde. Danke für den Test. :thumbup:

  • DLC-King

    Freedom of Choice

    Gar kein Interesse an dem Spiel bzw am der gesamten Reihe.

    Grund ist habe mir damals Watch Dogs 1 auf Wii U geholt und hab gehofft wie cool die Story sein könnte und das Gameplay.


    Ich fand beides langweilig, Aden Perace (ich glaub so hies die Hauptfigur) mega lame und auch so fand ich das alles ein Haufen crap war.


    Teil 2 fand ich noch bescheuerter und selbst auf den erstens Blick uncool.

    Beim ersten trailer von Legion musste ich mir nur an den Kopf fassen und fragte mich wohin zumindest die anfängliche cooles von WD1 hin ist?


    Ne ernsthaft würde ich nicht mal geschenkt in meine Sammlung stellen wollen.

  • Matchet1984

    The Musician

    Erstmal danke für den Blick über den Tellerrand, aber was mich wirklich interessieren würde wäre die Umsetzung für die aktuellen Heimkonsolen, denn dazu habe ich im Test nichts gefunden und wie schlägt es sich im direkten Vergleich mit GTA 5 oder RDR2? Ich lese derzeit eigentlich fast nur durchwachsene Kritiken zu Watch Dogs Legion, selten mal eine positivere Kritik, die 4Players haben sogar nur 57% vergeben und der Metacritic ist mit 71% auch nicht gerade berauschend.

  • playersdestiny

    DestinysPlayer

    Matchet1984

    Du bist hier auf einer Nintendo-Seite. Ich glaube nicht, dass die Redaktion das leisten kann (und will?), was du dir wünscht. Dafür sind wahrscheinlich allgemeine Videogames-Magazine die bessere Anlaufstelle.

  • Shulk meets 9S

    Meister des Turms

    Matchet1984 4Players gibt 57, was brauchst mehr.


    Warte bis es max 22 Euro kostet würde ich sagen:D

  • Florian McHugh

    Tellerrandwäscher

    Matchet1984 Was die NextGen Konsolen angeht, kann ich dir tatsächlich nicht weiterhelfen, denn davon besitze ich keine und habe auch in Zukunft nicht vor das zu ändern ;) . Ich denke aber, dass man sich da grob an der PC Version orientieren kann . Was deine zweite Frage angeht: Der Vergleich ist schwer, denn Watch Dogs: Legion hat meiner Meinung nach einen anderen Fokus als ein GTA und RDR2 - wenn es aber rein um die Handlung geht, dann zieht Watch Dogs definitiv den Kürzeren, genauso was die reine Menge an Aktivitäten in der Open World angeht. Was das Spiel dahingehend deutlich besser als die beiden Konkurrenten macht, ist es, eine deutlich vielfältigere Herangehensweise an die unterschiedlichen Aufträge zu ermöglichen und durch die vielen, unterschiedlichen Teammitgliedern ein deutlich abwechslungsreicheres Spielerlbenis zu ermöglichen.


    Shulk meets 9S Ich habe den Test von 4Players nicht gelesen aber das Spiel kommt allgemein sehr unterschiedlich an und wie ich bereits in meinem Test geschrieben habe, kommt es meiner Meinung nach ganz stark darauf an, wie man an das Spiel und sein Konzept herangeht. Ich will die ganzen Macken auch gar nicht schönreden aber ich mag den etwas anderen Ansatz ziemlich gerne und daher glaube ich, dass in diesem Fall die Wertungen allein wenig aussagen und man lieber schauen sollte, was im jeweiligen Text steht.

  • DLC-King

    Freedom of Choice

    Shulk meets 9S


    So ist es man sollte definitiv warten.

    Ich mein ich zahle eigentlich gerne den Vollpreis bei Videospielen.

    Aber Ubisofts Taktik ist ja wirklich so dass sie am Anfang die Fans abgrasen mit vollpreis, danach die unentschlossenen dazu bewegen wollen es zu kaufen, danach die sparfüchse und dann es komplett verramschen damit es sich hier und da noch verkauft.


    Ubisoft Spiele fallen so schnell und wirklich extrem im Preis.

    Selbst ein Mario & Rabbits bekommt man für "unter 15euro".

    Das ist bezeichnend.

  • Shulk meets 9S

    Meister des Turms

    DLC-King ja denke auch, größere Massenware als von denen bekommst sonst kaum, Ea, Warner evtl noch.

    War klar mit Mario Rabbits, deswegen hab ich gewartet bis gold edition auf 20 Euro war, mehr ist mir dieses Spielprinzip auch nicht Wert.


    Was toll war von Ubisoft ist Zombi U


    Florian McHugh was für eine Wertung hast du eigentlich vergeben, finde kein Fazit

  • RatedR

    Turmbaron

    Ich finde es toll, dass ihr auch über Sony und M$ berichtet.


    Zum Spiel:


    Bin kein Fan von Watch Dogs, finde vor allem Mist, dass man kein Charakter, mit Charisma hat. Alle so Austauschbar IMO.

  • Florian McHugh

    Tellerrandwäscher

    Shulk meets 9S Das Fazit ist ganz unten, auf eine Zahlenwertung verzichte ich bei Tellerrand-Tests öfters mal und gerade wegen den angesprochenen Gründen war das auch hier der Fall. Wenn ich eine Zahl geben müsste, wäre es eine 6/10 für diejenigen, die nur die Story spielen und eine 8/10, wenn man sich dem Spiel auf die von mir im Test geschilderte Art annähert.

  • DLC-King

    Freedom of Choice

    Ich finde es toll, dass ihr auch über Sony und M$ berichtet.


    Zum Spiel:


    Bin kein Fan von Watch Dogs, finde vor allem Mist, dass man kein Charakter, mit Charisma hat. Alle so Austauschbar IMO.



    So Unterschiedlich kann man es sehen.

    Ich fühle mich eher davon auf einer eigentlichen Nintendo Only Fan Seite eher belästigt.

    Aber hey jeder wie er mag. ✌🏻 Peace

  • Matchet1984

    The Musician

    Shulk meets 9S

    Ja das Spiel scheint generell nicht gut zu sein, da waren selbst die Vorgänger deutlich besser.


    playersdestiny

    Alles gut, es wurde ja inzwischen vom Tester Florian McHugh erklärt und damit begründet, dass keine dementsprechende Konsole vorliegt um ein Wertung für PS4 und Xbox One zu vergeben, somit stand dem Tester wirklich nur die PC Version zur Verfügung, das ist dann natürlich nachvollziehbar.