© Giant Squid

The Pathless für PC im Test – Kann das neueste Werk der ABZÛ-Macher überzeugen? Nerdkultur

Vor einigen Jahren konnte das Studio „Giant Squid“ mit seinem ersten Titel namens „ABZÛ“ zahlreiche Spieler begeistern. Dort taucht ihr in die Tiefen des Meeres hinab und könnt eine wunderschöne Welt mit all ihren Fischen – zum größten Teil entspannt und ohne jeglichen Druck – entdecken. Mit der Veröffentlichung der PlayStation 5 wartet der Entwickler mit seinem zweiten Spiel „The Pathless“ auf, welches zudem für die PlayStation 4, Apple Arcade und den PC (Epic Games Store) erschienen ist. Im Gegensatz zu ABZÛ verschlägt es uns dieses Mal aber nicht ins Wasser, sondern eher in die Luft, um eine Insel vom Fluch des sogenannten Gottesmörders zu befreien. Ob auch dieses Spiel von Giant Squid wieder begeistern kann, haben wir für euch anhand der PC-Version getestet.


Nachdem ihr ein Gebiet vom Fluch befreit habt, erstrahlt die wunderschöne Welt in all ihrer Pracht.

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Die Welt, in der The Pathless spielt, unterliegt einem Fluch des sogenannten Gottesmörders. Um seine finsteren Pläne aufzuhalten, macht sich eine namenlose Jägerin – wie bereits viele vor ihr – auf den Weg zu einer Insel und befreit dort vier vom Fluch befallene Gottheiten, um den Gottesmörder auf einer riesigen fliegenden Insel stellen zu können. Abseits ein paar weniger – und sogar vertonten – Zwischensequenzen spielt die Geschichte bis zum Ende des Spiels allerdings eher eine Nebenrolle. Die meisten Details erfahrt ihr durch das Erkunden von Ruinen und dem Auffinden von toten Bewohnern, deren letzte Gedanken ihr noch einmal lesen könnt.


Aber erst einmal zurück zum Anfang: Nach einer kurzen Einleitung in die grundsätzliche Geschichte des Spiels verschlägt es euch prompt auf die bereits genannte Insel. Nachdem ihr euch ein paar Meter vom Ufer wegbewegt, wird euch bereits der wichtigste Teil des Gameplays präsentiert: Das Bogenschießen. Eure Fähigkeiten im Spiel sind nämlich sehr begrenzt, weswegen ihr fast alles mit eurem Bogen erledigt – sogar schnell fortbewegen könnt ihr euch dank seiner Hilfe. In der ganzen Welt sind nämlich eine Menge Kristalle verteilt, die ihr mit eurem Bogen abschießen könnt, wodurch eine spezielle Leiste aufgeladen wird. Durch die Energie dieser Leiste könnt ihr sprinten und jedes Mal, wenn ihr wieder einen Kristall abschießt, füllt sie sich und ihr bekommt sogar einen direkten Geschwindigkeitsschub.


Diese besondere und befriedigende Art der Fortbewegung fühlt sich unheimlich gut an und geht schnell in Fleisch und Blut über. Im Laufe eures Abenteuers begegnen euch noch zwei weitere Arten von Kristallen: Der eine lässt euch nach Abschuss für eine kurze Zeit noch schneller laufen, während der andere euch in die Luft katapultiert. Luft ist hier übrigens ein gutes und wichtiges Stichwort, da eure Bewegungsmöglichkeiten in den Höhen von eurem treuen Partner, einem Adler, ergänzt werden. Mit dessen Hilfe könnt ihr nicht nur durch die Luft gleiten, sondern dabei auch mehrmals mit kräftigen – aber in der Anzahl begrenzten – Flügelschlägen an Höhe gewinnen.


Vor dem Kampf gegen eine verfluchte Gottheit findet zuerst eine Verfolgungsjagd durch das ganze Gebiet statt.

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Aufgrund dieser tollen Fortbewegung macht es richtig Laune, über die Insel zu rennen und zu gleiten. Ergänzt wird die wunderschöne Welt von diversen Rätseln, bei denen ihr zum Beispiel mit eurem Bogen Fackeln entzünden und Schalter aktivieren müsst. Komplex werden diese allerdings nicht wirklich und leider wiederholen sich die vorkommenden Elemente so oft, dass ich mir teilweise dachte: „Schon wieder ein Fackelrätsel ...“. Abgesehen von den Rätseln findet ihr in der Welt verschiedene „Siegel“. Diese müsst ihr einsammeln und auf drei verschiedenen Türmen pro Gebiet einsetzen, um gegen den Boss anzutreten.


Und damit kommen wir zum besten Teil des Spiels: Die Kämpfe gegen die verfluchten Gottheiten, welche verschiedene Tiere, wie z. B. einen Hirsch, darstellen. Nachdem ihr die besagten drei Türme in einem Gebiet aktiviert habt, könnt ihr die Gottheit des Gebiets herausfordern. Zunächst müsst ihr sie aber über die ganze Region hinweg verfolgen, während der Wald um euch herum am brennen ist. Um aufzuholen, müsst ihr so viele Kristalle wie möglich abschießen. Habt ihr die Kreatur schließlich eingeholt, müsst ihr nur noch bestimmte Stellen abschießen und versuchen, nicht den Anschluss zu verlieren. Daraufhin geht der Kampf gegen das Monster erst so richtig los. Innerhalb einer Arena weicht ihr den verschiedensten Attacken aus und versucht immer wieder, das Monster mit euren Pfeilen zu treffen. Die Inszenierung ist hier perfekt gelungen, weshalb diese Bosskämpfe und auch der Endboss die Highlights des Spiels darstellen.


Grafisch ist das Spiel ebenso gut gelungen. Die Welt ist zuerst in eine Art dunklen Schleier gehüllt und sobald ihr ein Gebiet vom Fluch befreit habt, erstrahlt um euch herum die farbenfrohe Umgebung. In den Bosskämpfen wird aufgrund des ganzen Feuers, der Funken und des dichten Rauchs eine spannende und packende Atmosphäre aufgebaut, die durch die Musik ergänzt wird. Abseits der Kämpfe erwarten euch ein paar ruhigere Melodien, die euch bei der Erkundung der Welt begleiten.


Fazit: Ein kurzes Abenteuer mit innovativer Idee


The Pathless begeistert insbesondere mit dem innovativen und befriedigenden Konzept, in der ganzen Welt Kristalle abzuschießen und mit dem dadurch erhaltenen Geschwindigkeitsboost durch die Welt zu sprinten. Die Bosskämpfe gegen die verfluchten Gottheiten stellen hierbei aufgrund der genialen Inszenierung die Highlights dar. Abseits dessen bietet das Spiel leider nicht allzu viel, was das Gameplay anbelangt. In der Welt sind zwar immer wieder Rätsel vorzufinden, allerdings sind diese selten komplex und enthalten immer die gleichen Elemente. Besonders lang ist The Pathless zwar nicht, allerdings bewerte ich die Länge angesichts des grundsätzlichen Spielprinzips als genau richtig. Kurz gesagt: Wer bereits mit dem vorherigen Spiel des Entwicklers namens „ABZÛ“ seinen Spaß hatte, wird ihn auch hier haben.

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Kommentare 3

  • _Mallymkun_

    Turmknappe

    Danke für die Rezension! Habe das Spiel schon relativ lange auf meinem Radar, weil mir ABZÛ gut gefiel. Schade, dass The Pathless scheinbar keine ein wenig anspruchsvolleren Rätsel oder Spielmechaniken bietet, aber man wollte wahrscheinlich den Spagat zu einem entspannten Spielerlebnis schaffen, wie es das schon beim Vorgänger gab, und hat deshalb bei der Komplexität des Spiels eher Abstriche gemacht.

  • Dante Frost

    Twirps

    Vielen Dank für den Bericht; jetzt hol ich mir das definitiv für die PS5 :)

  • Iskimoi

    Turmritter

    Wunderschönes Game...Ist schon bekannt ob es auch für Switch erscheinen wird?