© 2020 by Scott Cawthon

Five Nights at Freddy's – Die silbernen Augen in unserer Graphic Novel-Rezension Nerdkultur

Horror liegt gerne im Auge des Betrachters. Für die eine Person kann es schon der blanke Horror sein, nur auf die Straße zu gehen und sich dort zu bewegen. Andere wiederum suchen den Nervenkitzel und begeben sich in Situationen, in denen sie einem höheren Risiko ausgesetzt sind und bei denen sie sich verletzen könnten. Dennoch lassen sich Menschen in Geschichten und Erzählungen gerne durch spannende Plots oder gruselige Situationen ängstigen, unabhängig davon, was sie im echten Leben für einen Charakter haben. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und ob es nun blutig zugeht oder die Spannung so hoch getrieben wird, dass man den neuen Roman nur so verschlingt – in der Vorstellung ist vieles möglich und in einer sicheren Umgebung auch auszuhalten.


Werdet ihr wieder vom Ort des Grauens entkommen können?

© 2020 by Scott Cawthon

Es ist immer beruhigend, wenn die Personen, die sich ursprünglich einmal eine Geschichte ausgedacht haben, auch in einer Adaption des Werkes mit an Bord sind. So steht der Name von Scott Cawthon, dem Erfinder und Entwickler des ursprünglichen Computerspiels „Five Nights at Freddy's“ auch auf dem Cover der Graphic-Novel-Adaption. Mittlerweile ist aus dem ersten Teil auch eine ganze Reihe an Videospielen entstanden, die nicht zuletzt auch auf der Nintendo Switch veröffentlicht wurden. Ergänzend dazu entstanden auch mehrere Romane, der erste in dieser Reihe hieß „Die silbernen Augen“ von dem diese Graphic Novel nun eine bildliche Umsetzung ist.


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Zehn Jahre ist es jetzt nun her, seitdem die schrecklichen Morde in Freddy Fazbear's Pizzeria die gesamte Stadt in Angst und Panik versetzten. Nun kehrt Charlie an den Ort des Grauens zurück. Charlie ist die Protagonistin in der Graphic Novel „Die silbernen Augen“,. Sie ist in der Kleinstadt groß geworden und ihrem Vater gehörte die Pizzeria. Gemeinsam mit ihren Freunden aus der Schulzeit trifft sie sich am Jahrestag der Tragödie in der Kleinstadt wieder. Wider besseren Wissens, was aus nahezu allen Horrorfilmen bekannt ist, beschließen sie, ein letztes Mal den traumatischen Ort zu besuchen. Natürlich finden sie einen Weg in das seit Jahren verlassene und nach außen hin abgesperrte Gebäude. Warum auch immer man an einen solchen Ort freiwillig zurückkehren möchte? Vielleicht um sich seinen inneren Dämonen zu stellen? Schnell stellen die Jugendlichen fest, dass im Inneren der Pizzeria das Grauen die Zeit überstanden hat. Die vier animatronischen Maskottchen in Menschengröße, die einmal die Attraktion des Ladens waren, beherbergen nun ein düsteres Geheimnis. Es sollte klar sein, dass die Truppe rund um Charlie der Sache schnell auf den Grund gehen und die Gefahr bannen wird, oder etwa doch nicht?


Ich persönlich habe keines der Spiele aus der Reihe gespielt, sondern habe die Graphic Novel mit den Augen eines Neulings gelesen. Die optische Umsetzung gestaltet sich durch Zeichnerin Claudia Schröder überraschend bunt und wenig gruselig. Ihr Artwork kam aber wohl auch schon in den Spielen zum Tragen, weswegen eine Umsetzung mit ihr als Zeichnerin nur logisch erschien.


Bei der Geschichte konnten mich die unterschiedlichen Charaktere der Jugendlichen nicht für sich gewinnen. Ihre Motivation wird mir nicht klar und im Grunde sind sie mir fast schon egal. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn man wie in einigen der bekannten Horrorfilme insgeheim auch für den Bösewicht jubelt und sich auf die Dezimierung der Gruppe durch diesen freut. Doch das passiert hier auch nicht. Viel zu lange lassen die richtigen Gegenspieler auf sich warten und können dann auch nicht überzeugen. Dazu fehlt es aber auch an der entsprechenden Atmosphäre innerhalb der Pizzeria. Mir ist schon klar, dass eine unscheinbare Pizzeria vielleicht eine interessante Location für Mord und Totschlag abgeben kann, aber hier wurde alles viel zu bunt und hell umgesetzt.


Fazit


Ich habe keine Angst und mich beklemmt auch nichts, wenn ich die Gruppe durch die unterschiedlichen Räumlichkeiten der eigentlich abgesperrten Pizzeria verfolge – das Überraschungsmoment fehlt hier komplett. Was im Videospiel durch plötzliches Erscheinen von Antagonisten, Musik, Soundeffekten und Gameplay erreicht werden kann, funktioniert nicht automatisch auch als graphische Umsetzung. Auch der Roman zu der Vorlage schafft es hier eventuell mehr Atmosphäre zu erzeugen, weil ich als Leser meine Fantasie einsetzen kann. Meinen Geschmack hat die graphische Umsetzung in dieser Graphic Novel nicht getroffen, zu wenig detailliert und oftmals ungelenk erschienen mir die Zeichnungen und Aktionen der Protagonisten der Geschichte. Ich habe bereits viele Filme und Serien aus diesem Bereich gesehen und auch Comics können mir mit einer entsprechenden Atmosphäre ein wohliges Gefühl von Grusel bescheren. Für Fans der Videospielumsetzung kann die Graphic Novel dennoch einen Blick wert sein, weil sie etwas zur Lore des Franchises beiträgt und eventuell die eine oder andere Lücke füllt.


Five Nights at Freddy's Graphic Novel – Die silbernen Augen ist erschienen bei Panini Comics, ISBN: 9783741620010, Softcover, 192 Seiten, 20,- Euro


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Kommentare 1

  • Wiisel666

    Turmheld

    FNaF ist eine Serie die ich nur per Gametheory konsumiere ;) sehr empfehlenswert ;)