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The Crow – Die ultimative Fassung des Comic-Klassikers endlich auf Deutsch! Nerdkultur

Wenn man die Geschichte von „The Crow“ auf den Kern herunterbricht, handelt es sich um einen Racheakt. Ein Mann steht von den Toten auf, um sich an den Mördern seiner Freundin und sich selbst zu rächen. Doch genau diese Vereinfachung würde dem Buch von James O’Barr bei Weitem nicht gerecht, steckt doch in seinem Werk ein viel größeres Dilemma dahinter. In „The Crow“ verarbeitet O’Barr den Verlust seiner Verlobten, die einen tragischen Unfalltod starb. „The Crow“ offenbart dahingehend viele seiner Emotionen, Gefühlsregungen und Verarbeitungsmechanismen, die er durch seine Hauptfigur Eric durchlebt und auf Papier gebracht hat. In insgesamt fünf Heften und über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren hat James O’Barr die Geschichte erdacht und niedergeschrieben. Nun liegt mit der „Ultimate Edition“ von Dani Books das komplette Buch als Hardcover endlich auch wieder in deutscher Sprache vor.


Endlich liegt The Crow wieder in deutscher Sprache vor!

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Ich bin wie so viele Menschen durch den Film erstmals auf die Geschichte aufmerksam geworden. Im Jahr 1994 kam die Verfilmung in die deutschen Kinos und schuf mit seiner Ästhetik und dem Soundtrack eine ganz eigene Version der Geschichte rund um Eric Draven. Meine erste Sichtung dürfte auf VHS-Kassette gewesen sein, immerhin war ich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Films im Kino noch keine 18 Jahre alt und die Vorlage mitunter nicht nur düster, sondern auch brutal. Wie gut die filmische Umsetzung ist, konnte ich bis vor Kurzem nicht wissen, kannte ich die Vorlage doch nicht. Einhergehend mit dem Film steht die Tragödie bei den Dreharbeiten, als Hauptdarsteller Brandon Lee (Sohn von Bruce Lee) durch eine reale Pistolenkugel stirbt und somit das ganze Projekt dem Untergang geweiht war. Dennoch entschieden sich die Macher dazu, den Film fertigzustellen und somit die Arbeit von Brandon Lee zu würdigen. Und das Ergebnis kann sich auch heute noch sehen lassen, denn atmosphärisch ist der Film nach wie vor eine Wucht. Dazu tolle Darsteller und ein passender Soundtrack und die Rachegeschichte ist komplett.


Eric und Shelly sind ein junges Paar mit großen Plänen für die Zukunft. Doch diese Zukunft gestaltet sich anders als von ihnen geplant, als sie eines Tages von einigen Gangmitgliedern ohne ersichtlichen Grund getötet werden. Eric muss als erstes dran glauben, danach trifft es seine Verlobte Shelly, an der sich die Männer der Gang auch noch vergehen. Doch Eric bekommt eine zweite Chance und kehrt ein Jahr später von den Toten zurück. Sein Ansinnen ist Rache zu nehmen an den Mördern und Peinigern von Shelly. Dabei wird er von einer Krähe begleitet, die ihn beschützt und auch leitet, um den blutigen Pfad der Rache zu einem für Eric befriedigendem Ende zu bringen. Doch kann die Rache die ersehnte Erlösung bringen?


Schmerz, Trauer und Wut sind und bleiben die zentralen Themen des Comics und der Verfilmung. Weder die Comic-Vorlage noch der Film sind für Kinder gedacht und in ihrer Darstellung explizit. Während der Film mit Brandon Lee einen charismatischen Darsteller aufbot, kann ich erst heute die wahre Kunst beurteilen, die er in die Figur des Eric steckte. Der Comic ist heute ein Klassiker, war zum Zeitpunkt der Verfilmung aber erst ein paar Jahre alt. Während der Comic viel mehr in die Hintergründe und Vorgeschichte eintaucht und dem Leser Szenen der Liebesgeschichte von Shelly und Eric zeigt, kann der Film das nur anreißen. Es kommt dort schon gut rüber, aber die wahren Ausmaße werden dem Leser erst mit der Lektüre des Comics bewusst.


Optisch ist das schon wahnsinnig gut gemacht von James O’Barr. Nicht nur entpuppt sich sein Artwork als gekonntes Spiel mit Licht und Schatten und dem entsprechenden Einsatz von Schwarz, sondern er verwendet innerhalb der Erzählung auch unterschiedliche Stile bis hin zur Aufrasterung von größeren Flächen. Dabei springt er optisch von ganz detailreichen Inszenierungen hin zu einer großflächigen, atmosphärischen Gestaltung und setzt die Anordnungen der Panels gekonnt ein. Letztere sind hier nur ein Mittel zum Zweck und werden von O’Barr auch gerne überlagernd oder ganz klassisch gestaltet. Jede Seite ist dahingehend aufregend und faszinierend zu entdecken.


Fazit


Abschließend muss hier die vorliegende Veröffentlichung von Dani Books gewürdigt werden. Man sieht die Arbeit, die in das Projekt gesteckt wurde, um gemeinsam mit Autor und Zeichner O’Barr die „ultimative Fassung“ in deutscher Sprache zu gestalten. Ein toll gemachtes Hardcover-Buch mit einigen Extras und passenden Anmerkungen und Ergänzungen für die Leser wird diesem Meisterwerk mehr als nur gerecht. Wer wie ich nur den Film oder Versatzstücke aus dem Comic kennt, der sollte sich umgehend die Ultimate Edition von The Crow besorgen, und das komplette Ausmaß von Eric Dravens Schmerz und Trauer begutachten. Mit Sicherheit keine leichte Lektüre, aber eine Veröffentlichung, die es in nächster Zeit von dem Material nicht mehr so schnell geben wird. Für mich schließt sich ein Kreis, der vor knapp 25 Jahren mit der Sichtung des Filmes begann und nun durch die Comic-Veröffentlichung geschlossen wird. Danke.


The Crow: Ultimate Edition ist erschienen bei Dani Books, ISBN: 978-3-95956-130-3, Hardcover, 17 x 26 cm, 272 Seiten, 25,- Euro


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