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Watch Dogs: Legion – Tag Null in unserer Buch-Rezension Nerdkultur

Ende November erschien mit dem Buch "Watch Dogs: Legion – Tag Null" die Vorgeschichte des Open-World-Abenteuers aus dem Hause Ubisoft. Darin wird beschrieben, wie es zu der Situation kam, wie sie im Spiel vorzufinden ist. Das Buch umfasst hierbei eine Zeitspanne von einer Arbeitswoche, also fünf Tagen, und endet mit den verheerenden Bombenanschlägen, mit denen das Videospiel eingeleitet wird. Der tyrannische Sicherheitsdienst Albion und dessen Omnipräsenz im Spiel ist zu Beginn des Buches noch spärlich in London zugegen. Die Geschichte lässt euch in die Rolle von sechs unterschiedlichen Personen schlüpfen, deren Handlungsstränge sich mit fortlaufender Dauer zunehmend miteinander verstricken.


Das Unglück nimmt seinen Lauf


Der Roman beginnt mit dem jungen Olly Soames, Mitglied der Widerstandsgruppe DeadSec, der Zeuge eines Mordes mitten in London wird. Nicht viel später stirbt eine weitere Person auf dieselbe Art und Weise. Vom verantwortlichen Killer fehlt jedoch jede Spur. Die Verbrechen sorgen für Aufruhr innerhalb der Metropole, deren glanzvolle Tage aufgrund der vergangenen Wirtschaftskrise weit zurückliegen. Der paramilitärische Sicherheitsdienst Albion, angeführt von Nigel Cass und dessen rechter Hand Sergeant Faulkner, sieht sich immer mehr in Verantwortung für die Stadt und mischt sich zunehmend in die Arbeit der Polizei ein. Die junge aufstrebende Politikerin Sarah Lincoln will die Ausweitung des Zuständigkeitsbereiches der selbsternannten Exekutive unbedingt verhindern und wittert eine große Verschwörung. Was alle Beteiligten noch nicht wissen: Die Uhr tickt.


Das Cover ist ansprechend gestaltet und zeigt drei der sechs Hauptcharaktere – Olly, Danny und Hannah.

© Cross Cult / Ubisoft

Wie eingangs erwähnt, erlebt ihr die Geschichte des Buches aus der Sicht von sechs verschiedenen Personen. Da wäre das DeadSec-Mitglied Olly Soames, die junge Politikerin Sarah Lincoln sowie deren Assistentin Hannah Shah, Albion-Mitarbeiter Danny Hayes, dessen Schwester Ro Hayes und Auftragsmörder Art Coyle. Zu Beginn wissen die wenigsten voneinander. Da sie aber letztendlich alle in dieselbe Sache verwickelt sind, kreuzen sich ihre Wege und verlaufen abschließend sogar stellenweise parallel. Die Handlung ist spannend erzählt und aufgrund der unterschiedlichen Perspektiven angenehm vielschichtig, ohne zu überfordern. Jedoch darf man bei einem knapp vierhundertseitigen Buch keine tiefgründigen Charaktere erwarten, schließlich würden den einzelnen Personen jeweils nicht mal hundert Seiten gewidmet, um deren Hintergründe auszuarbeiten.


Ein bisschen schade ist hierbei, dass man sich kaum Charakteren aus dem Spiel bedient hat. Die Protagonisten sind meines Wissens nach kein beziehungsweise kaum Bestandteil des Videospiel-Titels. Lediglich große Namen wie Albion-Chef Nigel Cass, DeadSec-Vorstand Dalton sowie Sabine werden am Rande bemerkt oder bekommen kleinere Auftritte. Auch über Hauptantagonist Zero Day erfahrt ihr so gut wie nichts, obwohl dieser als Strippenzieher der ganzen sich anbahnenden Katastrophe fungiert. Hier hätte man sich noch mehr beim Videospiel bedienen können, um dessen größten Kritikpunkt, die wenig ausgeprägte Story, mit diesem Zusatzprodukt ein bisschen kompensieren zu können.


Der Fokus ist sowieso eher auf die Verbrechen gerichtet, die sich im späteren Verlauf als Element einer waschechten Verschwörung entpuppen. Interessant ist hierbei, dass keiner der Parteien als Held hervorgeht. Klar findet man Albion eher in der Rolle des Bösewichts wieder, doch auch DeadSec arbeitet mit unlauteren Methoden und schreckt nicht immer vor zivilen Opfern zurück. Der Umstand weiß zu gefallen und lässt das Ganze echter wirken. Um die todernste Lage etwas aufzulockern, räumt man DeadSecs KI Bagley einige Passagen im Roman ein. Der teils sehr trockene Humor der künstlichen Intelligenz sorgt für den ein oder anderen Schmunzler beim Schmökern.


London wirkt innerhalb des Buches weitaus zerfallener, als es im Spiel der Fall ist. Das lässt sich vermutlich damit erklären, dass die Handlung des Romans ein Jahr vor der Hauptkampagne des Spiels stattfindet. Die Spielwelt ist eine der größten Stärken des Action-Abenteuers. Diese kann in geschriebener Form nicht ganz so gut überzeugen wie auf dem Bildschirm. Allerdings wird die allgemeine Situation, die permanente Vernetzung untereinander und der stetige Missbrauch dieses Umstandes durch Hacker gut verdeutlicht und schafft ein unangenehmes Gefühl der Beklemmung. Mit der laufenden Entwicklung wächst auch die Paranoia der einzelnen Hauptcharaktere, welche man als Leser gut nachvollziehen kann.


Das Taschenbuch verfügt über ein schickes Cover und kommt in einem handlichen Format daher, welches es ermöglicht, das Buch überall mit hinzunehmen. Hier und da hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen (das würde bei ntower niemals geschehen), dabei handelt es sich jedoch um nichts Gravierendes. Die Übersetzung ist gelungen, die Sprache ist nicht allzu anspruchsvoll und sorgt somit für einen angenehm zügigen Lesefluss.


Fazit


Ob es sich bei Watch Dogs: Legion wirklich um das heißeste Videogame des Jahres handelt, wie auf der Front des Buches zu lesen ist, darüber lässt sich streiten. Solltet ihr euren Spaß mit dem Spiel gehabt haben und gerne in dessen Welt eingetaucht sein, dürfte euch auch der Roman gut unterhalten, insofern ihr das Lesen nicht scheut. Hierbei handelt es sich um eine gelungene Ergänzung zur Haupthandlung des Spiels, die euch die vorherrschende Dystopie besser nachvollziehen lässt. Die Geschichte lässt sich dank der einfachen Sprache angenehm zügig lesen ohne zugleich anspruchslos zu wirken. Mit dem nachfolgenden Link könnt ihr das Buch bei Bedarf bestellen und uns zudem ohne jeglichen Aufpreis finanziell unterstützen.


Watch Dogs: Legion – Tag Null ist erschienen bei Cross Cult, ISBN: 978-3-96658-416-6, 393 Seiten, Softcover, 15,- Euro


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Kommentare 1

  • Tomaru

    M&M - Minish Mage

    Für Buchrezensionen und Tellerrand Kram etc vllt lieber einen einfachen Hintergrund mit der entsprechenden Bezeichnung als Newsbild nehmen, jedesmal dieser kurze Schockmoment "WAAAS?! Dieses oder jenes Spiel kommt für Nintendoooo?!"