© Cross Cult

Erst Ballern, dann fragen – Fear Agent in unserer Comic-Rezension Nerdkultur

Wenn es darum geht, eine Bedrohung aus dem Weltraum abzuwenden, dann sind die Fear Agents die erste Wahl. Sie kümmern sich darum, wenn Aliens einen anderen Planeten angreifen, auf dem sie nichts zu suchen haben oder den sie im schlimmsten Fall erobern wollen. Heath Huston ist ein solcher Fear Agent und er steckt mächtig in der Klemme. Er ist der letzte seiner Art und für den Schutz der Erde verantwortlich. Nun steht er vor Gericht und weiß gar nicht so recht, warum. Um das näher zu untersuchen, müssen wir uns an den Anfang des Buches begeben. Dort begleiten wir Heath, ausgestattet mit Strahlenkanone, Jet-Pack und Granaten auf einer Mission bei der er „aus Versehen“ einen wichtigen Repräsentanten einer Alien-Rasse in die Luft jagt. Dennoch kann er mit seinem Raumschiff vom Planeten Frazterga fliehen und entkommen.


Zurück bei seinem Auftraggeber muss Heath das Beste aus seiner Situation machen, irgendwie wurde der Auftrag zwar erledigt, aber sicher nicht so wie beabsichtigt. Heath ist halt eher ein Dreckskerl und erledigt seine Missionen auf seine Weise, was nicht immer glattgeht. Gemeinsam mit seiner Begleiterin Annie, einer künstlichen Intelligenz an Bord seines Raumschiffes, schlägt er sich so mehr oder weniger durch. Bei seinem nächsten Auftrag verschlägt es ihn aber nun in eine verlassene Raumstation und dies wird sein Leben für immer verändern.


Fear Agent Heath hat immer alle Hände voll zu tun!

© Cross Cult

Dort trifft er auf die Warp-Forscherin Mara, die ebenso wie Heath unmittelbar davor festgestellt hat, dass die Raumstation nicht ohne Grund verlassen ist. Hat sich dort doch eine Alien-Rasse breitgemacht, mit der nicht zu spaßen ist. Chauvinistisch wie Heath ist, schnappt er sich Mara und versucht mit ihr von der Station zu entkommen, böse Zungen würden behaupten, er entführt sie. Mara lässt sich das vorerst alles gefallen, jedoch können weder sie noch Heath verhindern, dass sich die Alien-Rasse auf den Weg Richtung Erde macht, um dort mal richtig aufzuräumen und die Menschheit auszulöschen.


Wenn es heißt, Rick Remender hat eine Science-Fiction-Story mit Pulp-Anleihen geschrieben, dann wird dem einen oder anderen Leser schon klar, in welche Richtung sich der Comic bewegt. Deadly Class, Black Science, Low oder Seven to Eternity stehen bereits auf seiner Liste, allesamt Titel, die nicht unbedingt für ein kindliches oder jugendliches Publikum gedacht sind. Doch neben den mitunter blutigen Einlagen, den fluchenden Protagonisten und Anleihen an bereits bekannten Geschichten im Bereich Science-Fiction, kann sich der Leser sicher sein, dass ihm eine Geschichte serviert wird, die durchaus noch die eine oder andere Überraschung aufweist. Remender springt mitten im Buch auf eine andere Zeitebene, lässt seinen Protagonisten sterben und direkt wieder klonen und wirft ihn zwischendurch (man erinnere sich an den Anfang dieses Textes) auch vor Gericht.


Wer jetzt denkt, ich habe hier der geneigten Leserschaft zu viel vorweggenommen, den kann ich beruhigen. Ich habe hier bei der Darstellung der Ereignisse nur an der Oberfläche gekratzt. Nicht ohne Grund erwähnte ich die Pulp-Einflüsse weiter oben, denn es geht mitunter schon drunter und drüber bei Fear Agent Heath Huston.


Ich habe das Buch in zwei Sitzungen verschlungen, es wird nicht langweilig und liest sich so weg. Das ist zum Einen sicherlich meiner Affinität zum Pulp aber auch der Science-Fiction geschuldet, zum Anderen wollte ich aber auch wissen, wie es weitergeht. Dabei ist es nicht so, dass Autor Remender nach jedem Kapitel einen riesigen Cliffhanger aufbaut, wie es andere Autoren gerne machen, sondern der Sog ergibt sich durch die Struktur der Geschichte, die erzählt wird.


Einen weiteren großen Anteil haben die phantastischen Zeichnungen und Farben von Fear Agent, die den Leser jede Seite neu entdecken lassen. Tony Moore (The Walking Dead, Battle Pope) und Jerome Opeña (Seven to Eternity, Spawn) holen aus der klassischen Panelanordnung alles raus, was nur geht. Geradezu konventionell gibt es keine Überlappungen bei den Panels und nur selten Splashpages, die sich über eine oder gar 2 Seiten des Buches entfalten. Unterstützt werden sie bei den Farben von Lee Loughridge und Michelle Madsen, die uns farbenprächtige Welten und Aliens präsentieren, es ist eine helle Freude.


Fazit


Eine Freude hat mir die Lektüre von Fear Agent auch gebracht und mich darin bestärkt, die Besprechung dieses Titels anderen Büchern vorzuziehen, die es ebenso verdient hätten. Im Verlauf der Geschichte bekommt Heath noch ein wenig Hintergrund verpasst, um nicht völlig als Abziehbild von anderen bekannten Science-Fiction-Helden zu gelten. Dennoch sollte euch klar sein, dass der Anteil an dreckigen Aktionen und die Action, in die Heath geworfen wird, die Überhand in diesem Buch hat. Meist wird erst geschossen und dann gefragt, es gibt Zeitreisen, es kommen mehr als eine Handvoll unterschiedlicher Alien-Rassen vor und kein Mensch kann all das überleben und dann auch noch normal weiterlaufen – was sich ja auch im Buch zeigt. Das ist kein Star Trek, das ist eher Firefly, Buck Rogers oder Flash Gordon, wenn auch ein wenig dreckiger. Aber Dreck lässt sich ja wieder abwaschen, was man sich bei Heath Huston eher nicht vorstellen kann. Die Reihe erschien in den Staaten bereits ab dem Jahr 2005 und wird nun von Cross Cult in 3 Hardcover-Büchern auf Deutsch veröffentlicht, wobei der erste Band direkt 10 Hefte beinhaltet. Fear Agent gewinnt keine Preise für Originalität, macht aber einfach Spaß beim Lesen und bringt euch eine gute Zeit.


Fear Agent Band 1 ist erschienen bei Cross Cult, ISBN: 978-3-966583-03-9, 256 Seiten, 16 x 24 cm, Hardcover, 26,00 Euro


Fear Agent Band 1 jetzt bei Bücher.de bestellen


Fear Agent Band 1 jetzt bei Amazon.de bestellen


Unser Onlinemagazin ntower ist Mitglied der Affiliate-Netzwerke Amazon PartnerNet, Awin, Webgains, Media Markt E-Business GmbH und Saturn online GmbH. Bei einer Bestellung über einen unserer Affiliate-Links erhalten wir über den jeweiligen Shopbetreiber eine variable Provision. Für Endkunden entstehen keine Zusatzkosten.

Teilen

Kommentare 1

  • BooomXXL

    Turmknappe

    Für mich als Comicsammler sind solche Rezensionen immer sehr interessant. Dadurch kann man das ein oder andere neue entdecken. Also bitte weiter so 👍