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Die geheimnisvollen Akten von Margo Maloo in unserer Comic-Rezension

Der Junge Charles hat es nicht leicht, er und seine Familie ziehen um nach Echo City. Dort hat sein Vater ein altes Hotelgebäude erworben und möchte es in Eigenregie umbauen und gestalten. Charles findet die Idee an sich ganz cool, in einem ehemaligen Hotel zu wohnen, dennoch ist ihm nicht ganz wohl bei der Sache. Allerdings scheint es etwas mit dem Gebäude oder der Gegend an sich auf sich zu haben. In seinem Blog im Internet schreibt er:


Seid gegrüßt, treue Leserinnen und Leser. Sicherlich habt ihr euch schon Gedanken über meinen Verbleib gemacht. Euer gewissenhafter Chronist wurde gewaltsam aus seiner vertrauten Umgebung gerissen und an einem anderen, gefährlichen Ort verschleppt, fern seines Zuhauses, seiner Schule und seiner Freunde! Demoralisiert, aber dennoch entschlossen, werde ich auch weiterhin vom erbitterten Kampf für die Rechte von Kindern berichten.


Was hat es mit dem geheimnisvollen Mädchen Margo auf sich?

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Seine Eltern und er haben eine Wohnung von vielen im Gebäude bezogen. Nachdem Charles sein Zimmer eingeräumt hat, verbringt er die erste Nacht in der für ihn noch ungewohnten Umgebung. In dieser Nacht stellt sich heraus, dass ein Monster in seinem Wandschrank wohnt, was ihn in seinem Zimmer besucht. Vor Schreck weckt Charles seine Eltern, die ihm natürlich kein Wort glauben.


Tag 2 in feindlichem Territorium. In diesem Gemäuer lauert ein Monster. Die Erwachsenen sind wie üblich keine Hilfe. Ich stehe alleine da.


Am nächsten Morgen steckt der Schrecken der letzten Nacht noch in den Gliedern, dennoch macht sich Charles auf, die neue Wohngegend zu erkunden. Er kommt nicht weit, als ihn ein anderer Junge, der ebenfalls im ehemaligen „Bellweather-Hotel“ wohnt, vor der Tür anspricht. Der andere Junge heißt Kevin und „schmeißt den Laden hier“. Er weiß vom Monster und den anderen Lebewesen im Gebäude, hilft Charles aber trotzdem und gibt ihm eine Visitenkarte von einer gewissen Margo Maloo. Sie soll eine Monster-Mediatorin sein und eine der wenigen Menschen, die mit den Monstern kommunizieren und sie in ihre Schranken weisen kann. Charles weiß nicht so recht, was er von Kevin und der Visitenkarte halten soll.


Möglicherweise wurden die Bewohner des Hauses durch die Schrecken bereits in den Wahnsinn getrieben.


Am Abend beschließt Charles dann, sich bei Margo Maloo auf der angegebenen Telefonnummer zu melden. Prompt taucht sie auch an seinem Fenster auf und die beiden machen sich gemeinsam auf die Suche nach dem Monster, welches sich im Wandschrank von Charles befindet.


Werte Leserinnen und Leser, ihr werdet nicht glauben, was ich in den letzten 24 Stunden entdeckt habe! Aber gewisse … Umstände verbieten mir bis auf Weiteres, nähere Einzelheiten zu enthüllen. Weitere Erkundungen, obgleich gefährlich, sind geboten. Falls ihr nichts mehr hört, bin ich gefallen – im Kampf für die WAHRHEIT.


Charles ist von seiner Begegnung mit Margo noch immer geschockt und gleichzeitig fasziniert. Gemeinsam haben die beiden schließlich einen Troll gefunden, der sich im Gebäude verschanzt hat. Vor Margo schien er aber Respekt zu haben, sie zeigte sogar für den Troll Verständnis. Es stellt sich heraus, dass der Troll nur ein Sammler von Spielzeug-Figuren ist und sich eine der Puppen von Charles gemopst hat, um seine Sammlung zu vervollständigen. Vielleicht können Monster und Menschen ja koexistieren? Margo hat Charles nach dem Ausflug in die Katakomben verboten, darüber in seinem Blog zu schreiben, also notiert er in seinem Tagebuch:


Charles muss sich an die neue Umgebung und sein Zimmer noch gewöhnen.

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Einsatztagebuch: Gibt es nur ein Monster in den Mauern des Bellwether? Und ist es wirklich friedlich? Ist man überhaupt irgendwo sicher?


Das erste Abenteuer von Charles in der neuen Stadt geht zu Ende und es stellt sich heraus, dass vielleicht doch nicht alles so schlecht ist, wenn man umzieht. In den ersten Tagen hat er direkt zwei neue geheimnisvolle Kinder kennengelernt, die das Leben hier noch spannend gestalten könnten.


Weitere Abenteuer warten auf Charles und Margo Maloo, wobei zwei weitere Kurzgeschichten in „Die geheimnisvollen Akten von Margo Maloo“ zu finden sind. Margo bleibt dabei auch immer ein wenig geheimnisvoll und taucht so schnell auf, wie sie auch wieder verschwindet, sehr zum Ärger von Charles. Dabei umgibt sie immer auch eine Aura der Ungewissheit, die zumindest in diesem ersten Buch noch nicht aufgelöst wird. Fest steht, es gibt viel mehr Monster in der Stadt, als es zunächst den Anschein hat.


Ein unsichtbarer Feind versetzt die Kinder dieser Stadt in Angst und Schrecken. Sie verdienen Antworten. Das ist mein Schlachtfeld. Aber noch muss ich forschen, nicht kämpfen. Lauert in jeder dunklen Gasse dieser Stadt ein Monster? Beobachten uns aus jedem Winkel verborgene Augen?


Treue Leserschaft. Die letzten Tage waren überaus aufschlussreich. Ich habe eine neue Mitstreiterin gewonnen, die mir diese umkämpfte Stadt zeigt und in kürzester Zeit meinen Respekt, gar meine Bewunderung gewonnen hat. Sind Kinder an diesem Ort vielleicht nicht die einzige unterdrückte Minderheit? Haben wir hier möglicherweise etwas gemeinsam … mit einem uralten Feind?


Autor und Zeichner Drew Weing schafft es von der ersten Seite an, eine tolle Stimmung aufzubauen. Die Zeichnungen sind dabei gekonnt schaurig gestaltet, ohne zu erschrecken oder abstoßend zu wirken. Margo Maloo umgibt dabei in ihren Augen immer ein Ausdruck von ein wenig Wahnsinn, vielleicht erhalten wir im zweiten Buch darüber mehr Informationen. Sie stellt neben Charles eine zweite Protagonistin dar und weiß viel mehr über die Monster und ihr Verhalten, als uns in den ersten drei Geschichten gezeigt und gesagt wird. Die Gestaltung der Monster hat mir ebenso gut gefallen, so sind diese auch mal skurril aber nie wirklich angsteinflößend. Wenn doch, hat Margo immer noch ein As im Ärmel, um dem Monster auf den Zahn zu fühlen.


Fazit


Es kommt selten vor, dass wir uns in unserer Familie einig sind, was einen neuen Comic angeht. Von den geheimnisvollen Akten der Margo Maloo waren wir alle durchweg begeistert. Eine tolle Geschichte mit einigen Twists, die aber nie zu viel verrät. Gemeinsam mit Charles werden wir in die Welt der Monster und von Margo eingeführt. Das geschieht durchaus mit bekannten Wesen wie Trollen oder Kobolden, kommt aber dennoch mit vielen weiteren fantasievollen Situationen daher. Als Leser kommt man nicht umhin wissen zu wollen, wie es weitergeht. Dabei hat Margo sowohl uns Erwachsene als auch meinen 11-jährigen Sohn um den Finger gewickelt und fasziniert. Eine unbedingte Kaufempfehlung mit Witz, Charme und einer gehörigen Portion Grusel.


Die geheimnisvollen Akten von Margo Maloo ist erschienen bei Reprodukt, ISBN: 978-3-95640-236-4, 72 Seiten, farbig, 20,7 x 28,5 cm, Hardcover, 18,00 Euro


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