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Fire Power – Die neueste Reihe aus der Feder von Robert Kirkman in unserer Comic-Rezension

Manches Mal hätte ich gerne 48-Stunden-Tage wie andere Menschen. In der Zeit, in der ich meinen Alltag geregelt bekomme und auch hin und wieder meinen Hobbys fröne, erschaffen andere Menschen Welten, führen eine Firma und sind an einer der erfolgreichsten und bekanntesten TV-Serien der letzten 10 Jahre beteiligt. Ich spreche von Robert Kirkman, dem Mastermind hinter „The Walking Dead“, der zur richtigen Zeit auf den wieder aufkommenden Zombie-Hype aufgesprungen ist (oder ihn vielleicht mit begründet hat). Kirkman hat neben den laufenden Toten auch noch andere Projekte ersonnen und auf den Weg gebracht. Das abgedrehte und sehr amüsante „Invincible“ zum Beispiel, was ich euch an dieser Stelle auch schon vorgestellt habe. Doch wem die wandelnden Toten zu langwierig und die Superhelden-Abenteuer von Mark Grayson zu bunt und heroisch sind, der kann sich gemütlich mit „Fire Power“ entspannen.

In Fire Power nimmt sich Robert Kirkman dem Thema Shaolin an.

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Fire Power ist der neueste Streich von Kirkman und schlägt nun in eine andere Kerbe; fast schon bodenständig. Owen Johnson sucht nach der Wahrheit über seine Eltern, die ihn als Kind verstoßen haben. Er wuchs bei Pflegeeltern auf und hat nun den beschwerlichen Weg nach China auf sich genommen, um dort in einem Shaolin-Tempel nach dem wahren Grund zu suchen, weshalb ihn seine Eltern nicht großgezogen haben. Mittlerweile zu einem stattlichen Mann herangewachsen, erleben wir Leser zu Beginn des Buches, wie Owen hoch oben in den Bergen im Tempel ankommt. Mit letzter Kraft absolviert er seine Aufnahmeprüfung und darf fortan zunächst im Tempel und bei den Schülern des Ordens der Flammenden Faust bleiben. Dort macht er sich nicht nur Freunde, sondern stößt bei den anderen Schülern auch auf Ablehnung.


Owen lernt jedoch schnell und deckt nach und nach mehr Geheimnisse des Ordens auf. Er lernt eine Frau kennen, deren Liebe hier oben im Tempel vom Meister nicht geduldet wird. Dennoch kann er das Vertrauen des Meisters gewinnen, der sich Owens annimmt und ihn ausbilden lässt. Es stellt sich heraus, dass im Tempel der Flammenden Faust mal jemand in der Lage war, durch Willen und reine Energie einen Feuerball zu erschaffen und von sich zu schleudern. Doch diese Gabe ist bereits lange nicht mehr erfolgreich angewandt worden, was die Schüler und Meister des Ordens nicht davon abhält, es immer wieder zu probieren. Wird Owen hier oben in den Bergen mehr über seine Eltern erfahren können und wird es ihm gelingen, die lange verloren geglaubte „Fire Power“ zu reaktivieren?


Fire Power macht in erster Linie einfach sehr viel Spaß. Das Buch liest sich schnell weg und setzt kein großes Vorwissen voraus. Ich hatte viel Vergnügen mit der Lektüre und verfolge die Wege von Owen in der Zukunft gerne weiter. Dennoch muss hier auch festgehalten werden, dass die Geschichte in diesem ersten Band ohne große Überraschungen daherkommt. Wer in den letzten 40 Jahren Filme, Serien sowie Comics und Bücher gelesen hat, die auch nur den Hauch von Fantasy oder Martial Arts in sich haben, weiß bereits, wie die einzelnen Plotpunkte verlaufen werden. Owen ist ein guter Schüler und lernt einige der Geheimnisse des Ordens kennen. Wer wird wohl derjenige sein, der die „Fire Power“ reaktivieren kann?


Zum Schluss des Buches gibt es einen Zeitsprung in die Zukunft, vielleicht schließt sich daran im zweiten Buch eine völlig andere Geschichte an. Bisher ist Fire Power sehr generisch im Story-Verlauf, macht aber Spaß zu lesen. Das liegt hauptsächlich an den Zeichnungen von Chris Samnee (Thor, Daredevil) und den tollen Farben von Matt Wilson (Paper Girls, Black Widow). Samnee schafft es, die Action gut in Szene zu setzen, und auch die Charaktere sind immer gut zu erkennen, auch wenn er dort wenig Details verwendet. Gepaart mit den Farben von Wilson ist es aber eine Freude, dem Buch zu folgen.


Fazit


Fire Power ist leichte Lektüre, was in diesem Zusammenhang aber bei Weitem nicht negativ gemeint ist. Es gibt ja auch genug Geschichten, bei denen höchste Aufmerksamkeit gefordert ist. Robert Kirkman kann es sich als einer der Chefs bei Image Comics erlauben, mal einen Comic zu machen, auf den er persönlich einfach Bock hat. Bisher reißt seine Shaolin-Geschichte keine Bäume aus, dennoch ist Kirkman nie verlegen darum, ihren Kern zu erweitern oder auf den Kopf zu stellen. Das erste Buch fungiert hier als Präludium und es kann gut sein, dass die weiteren Geschichten in einem anderen Setting als den chinesischen Bergen spielen. Da Fire Power in den Vereinigten Staaten erst Mitte des Jahres 2020 gestartet ist, stehen wir hier wohl auch erst am Anfang. Dieser ist sehr spaßig und kann in einem Rutsch weggelesen werden, wenn ihr nicht erst einem Feuerball ausweichen müsst.


Fire Power ist erschienen bei Cross Cult, ISBN: 978-3-966582-06-3, 160 Seiten, farbig, 16 x 24 cm, Hardcover, 22,00 Euro


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