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Postapokalypse ohne Zombies – Sweet Tooth Deluxe Edition Band 1 in unserer Comic-Rezension

Die Hauptfigur bei Sweet Tooth ist der Junge Gus, der mit einem besonderen Merkmal auf die Welt kam: Er trägt ein Geweih auf dem Kopf. Gemeinsam mit seinem Vater lebt er abgeschieden in einer Hütte in Nordamerika und lernt dort in den ersten Jahren seines Lebens, dass in der weiten Welt nur Gefahren auf ihn lauern. Da sein Vater sehr gläubig ist, bringt er Gus auch die Lehren der Bibel näher, auch wenn Gus nicht alles glaubt, was ihm beigebracht wird.


Der Vater verbietet ihm, sich weiter von der Hütte zu entfernen und bringt ihm im Lauf der Jahre alles Wichtige zum Überleben bei. Gus bekommt gesagt, dass seine Mutter bereits gestorben sei, als er noch ein Baby war. So kennt Gus nur seinen Vater und die nähere Umgebung. Er weiß nicht, dass eine Seuche den Großteil der Menschheit dahingerafft hat und dass er einer von vielen sogenannten Hybriden ist: Kinder, die mit tierischen Merkmalen oder Äußerem auf die Welt kommen. Diese „Mischwesen“ werden von den Menschen draußen in der weiten Welt gejagt. Von all dem bekommt Gus die ersten 9 Jahre seines Lebens nichts mit, bis zu dem Tag, als sein Vater stirbt.


Gus kennt noch nicht viel von dieser Welt.

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Nachdem Gus seinen Vater beerdigt hat, begegnen ihm zwei Männer, die ihn überfallen und mitnehmen wollen. Doch ein dritter Mann namens Jepperd erschießt die beiden anderen und rettet damit Gus. Da er nun nicht weiß, was er machen soll, schließt er sich Jepperd an, der ihm verspricht, ihn in ein Reservat zu bringen. Es beginnt eine Reise, die voller Gefahren ist und Gus immer wieder vor neue Erkenntnisse stellt. Nicht alle Menschen tun Gutes und nicht alle Menschen sind grundsätzlich schlecht. Doch neben Gus gibt es noch viel mehr Hybridwesen und sie werden zu Experimenten gezwungen. Um sie zu studieren und herauszufinden, wieso alle Kinder in den letzten 8 Jahren nach Ausbruch der Seuche mit diesen tierischen Merkmalen auf die Welt gekommen sind, werden sie im Reservat gefangen gehalten. Doch da gibt es einen Punkt, der nicht ganz in die Geschichte passt, denn Gus ist bereits 9 Jahre alt und daher vor der Seuche geboren. Oder etwa nicht?


Als ich mich Anfang 2019 wieder intensiver mit dem Thema Comics befasst habe, stieß ich des Öfteren auf den Namen Jeff Lemire und die Comic-Reihen Black Hammer, Descender oder eben auch Sweet Tooth. In vielerlei Hinsicht wurden seine Geschichten nahezu in den Himmel gelobt und als etwas Besonderes herausgestellt. Mein Einstieg erfolgte dann mit dem ersten Black Hammer-Buch und ich war durchaus interessiert. Lediglich die Masse an anderen Interessen hat mich Black Hammer noch nicht weiterlesen lassen. Die andere Reihe, die mein Augenmerk erlangte, war Sweet Tooth, die bei Panini auch auf Deutsch in 6 Paperbacks erschienen war. Jedoch waren einige davon nicht mehr im Druck und eine Serie anfangen, die ich nicht zu Ende lesen kann, wollte ich auch nicht. Also musste ich warten und wurde nun für meine Geduld belohnt.


Ab sofort ist Sweet Tooth bei Panini wieder in einer neuen Auflage verfügbar, dieses Mal sogar als Hardcover in einer Deluxe Edition, die gleich die ersten 12 Hefte fasst. Insgesamt dürften dann in der Deluxe Edition 3-4 Bücher herauskommen, umfasst die Serie doch im Original 40 Hefte.


Es wurde nicht zu viel versprochen, Sweet Tooth wird seinem Ruf gerecht und passte sehr gut in das damalige Portfolio von Vertigo, einem der Unterlabel von DC Comics. Da es dieses Label nun nicht mehr gibt, erscheint die Neuauflage als DC Black Label. Auf Netflix soll entweder dieses oder nächstes Jahr auch eine Serienumsetzung zu Sweet Tooth erscheinen.


Fazit


Jeff Lemire schafft es spielend den Leser mit seiner Geschichte in den Bann zu ziehen. Man möchte einfach wissen, was es mit Gus und den hybriden Lebewesen auf sich hat. Auch wenn das Setting mit Seuche, Postapokalypse und dem Überleben des Stärkeren einige wirklich mehr als bekannte Punkte aufweist, bringt Lemire dennoch genug eigene Ideen mit hinein. Nur einige wenige Figuren benötigt er und erschafft damit fast schon eine Art Kammerspiel. Denn auch wenn Gus und Jepperd in der Wildnis unterwegs sind, begegnen sie nicht vielen Lebewesen. Das versetzt den Leser aber dadurch in eine passende Stimmung, die durch die optische Umsetzung Lemires noch unterstützt wird. Wirklich schön anzusehen ist Lemires Artwork dann für mich persönlich nicht, es mangelt immer öfter an Details und die Farbpalette ist auch arg eingeschränkt. Auf der anderen Seite haben mich die Perspektiven und der Fokus einzelner Panel immer wieder umgehauen. Das ist schon großes Kino und ließ bereits vor über 10 Jahren erahnen, warum Lemire einmal sehr populär in seinem Schaffen werden würde. Wenn ihr so wie ich die Paperback-Ausgaben verpasst habt, möchte ich euch diese Deluxe Edition ans Herz legen, die auf 300 Seiten nicht nur die ersten 12 Hefte enthält, sondern zusätzlich Bonus-Material mit Skizzen und Anmerkungen vom Künstler persönlich.


Sweet Tooth Deluxe Edition Band 1 ist erschienen bei Panini Comics, ISBN: 978-3741620799, 300 Seiten, farbig, Hardcover, 29,00 Euro


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Kommentare 1

  • Lazarus

    Meister des Turms

    JA Mann! Meine liebste Graphic Novel Reihe! Sollte jeder mal lesen. Extrem großartig. Das Hardcover der neuen Ausgabe macht auch gut was her.