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Invincible: Unsere Rezension zur neuen Animationsserie auf Amazon Prime Video

Was für Zeiten für Comic-Fans. Nicht nur erschien gerade der sogenannte „Snyder-Cut“ zum Film Justice League mit knapp 4 Stunden Laufzeit sondern auch Marvel veröffentlichte die ersten Episoden zu The Falcon and the Winter Soldier, ihrer neuen Serie im Marvel Cinematic Universe auf Disney+. Da will man bei Amazon natürlich nicht hintendran stehen und möchte die Zuschauer nach dem großen Erfolg von The Boys nun mit einer Zeichentrickserie zu Invincible überzeugen. Das alles startet hier bei uns in Deutschland innerhalb einer Woche, auf unterschiedlichen Plattformen. Doch wir konzentrieren uns heute auf Invincible, exklusiv zum Streamen auf Amazon Prime Video ab dem 26.03.2021.


Vater und Sohn beim ersten Training.

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Noch bevor Kirkman mit The Walking Dead seinen Durchbruch erlebte, hinterließ er mit Invincible auch seinen Fußabdruck in einer Superhelden-Serie. Bereits im Januar 2003 erschien die erste Ausgabe von Invincible in den Vereinigten Staaten von Amerika, während im Oktober 2003 dann das erste Heft zu The Walking Dead erschien – was für ein Jahr für den Autoren! Während die Reihe um die Zombies hierzulande relativ schnell im Jahr 2006 vom deutschen Verlag Cross Cult aufgegriffen wurde, dauerte es bei Invincible viel länger, bevor die ersten Bände der Reihe auf Deutsch vorlagen. Erst im Jahr 2019 begann erneut Cross Cult mit der Veröffentlichung des Superhelden-Comics im deutschsprachigen Raum und konnte damit nicht nur viele Fans, sondern auch mich überzeugen.


Nun wurden die Comics mit Hilfe von Amazon Prime Video als eine animierte Serie umgesetzt, deren ersten 3 Episoden mir vorab zur Verfügung gestellt wurden. Die Serie orientiert sich dabei sowohl von der Optik als auch vom Inhalt her sehr an den Comics, was hier durchaus zu begrüßen ist. Da haben die Serienerschaffer ganze Arbeit geleistet, denn das was wir auf dem Bildschirm zu sehen bekommen, könnte so eins zu eins aus dem Comicbuch entsprungen sein. Die Identität der Vorlage wird also gewahrt und konsequent in das neue Medium überführt.


Identität ist auch das Stichwort für Mark Grayson, als Sohn von Omni-Man Nolan Grayson schlägt er sich bisher mit dem Leben eines durchschnittlichen amerikanischen Jugendlichen durch. Als Kind hatte ihm sein Vater erklärt, dass auch er diese Superkräfte in sich trägt, da diese weitervererbt werden. Bisher hatte sich die Familie mit der geheimen Identität des Vaters arrangiert, nun kommt auch noch der Sohn hinzu. Klar, dass sich Mark einmal ausprobieren muss, was dann schnell auch zu Problemen führt. So erleben wir im Rahmen der ersten Episode die ersten zaghaften Versuche von Mark, sich mit seinen Kräften auseinanderzusetzen. Sein Vater nimmt ihn direkt unter seine Fittiche und trainiert mit ihm, seine Kräfte einzusetzen und zu beherrschen. Und so dauert es auch nicht lange bis Vater und Sohn einen ersten gemeinsamen Einsatz haben.


In der Welt von Invincible gibt es eine Eingreiftruppe namens „Guardians of the Globe“, die analog zu den Avengers oder der Justice League zu sehen sind. Wir Zuschauer erleben sie unmittelbar zum Einstieg in die Serie, als die sogenannten Mauler-Zwillinge (zwei grobschlächtige Kämpfer, die Klone voneinander sind) versuchen in das Weiße Haus einzudringen und dem amerikanischen Präsidenten einen Besuch abstatten wollen. Diese Action-Sequenz setzt auch gleich den Ton für die gesamte Serie. Hier geht es entsprechend der physischen Auswirkungen von Gewalt auf den menschlichen Körper nicht gerade zimperlich zu. Es spritzt Blut und auch einzelne abgetrennte Körperteile werden hier direkt gezeigt, die Serie richtet sich, ähnlich wie The Boys, an ein erwachsenes Publikum.


Mark Grayson als Invincible in voller Montur.

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Erwachsen werden und Verantwortung übernehmen ist auch das Kernthema der ersten drei Folgen, in denen Mark Grayson, fortan als Superheld Invincible, sich seinem Schicksal stellen muss. So bekommt Mark ziemlich schnell mit, dass es neben den Guardians of the Globe auch noch weitere Teams gibt und schließt sich dem Teen Team an. Als dann beim nächsten Einsatz mal wieder eine Alien-Rasse die Erde angreift, stellt sich heraus, dass eine Mitschülerin von seiner Schule ebenfalls eine Superheldin ist. Immer wieder wird Mark mit neuen Einsätzen konfrontiert und so muss er sich erst mit seinem neuen Lebensstil arrangieren. Schließlich koordiniert er nun Schule, Privatleben und Superheldendasein, was selbstverständlich zu Problemen führen kann.


Neben der Coming-of-Age-Geschichte kommt auch die Action in Invincible nicht zu kurz. Insbesondere die Animationen können sich sehen lassen, alles geht flüssig ineinander über, die Action macht einen ordentlichen Eindruck und wird toll inszeniert. Dazu hat man eine tolle Riege an englischen Sprechern für die Serie gewonnen (mir stand nur die englische Synchro zur Verfügung), die alle einen guten Job machen. Mark Grayson wird dabei von Stephen Yeun gesprochen (Glenn in der TV-Serie zu The Walking Dead), für seine Mutter konnte Sandra Oh (aus Grey´s Anatomy) gewonnen werden und Marks Vater Omni-Man wird von Oscar-Preisträger J.K. Simmons vertont, den viele vielleicht als J. Jonah Jameson aus den Spider-Man-Filmen von Sam Raimi kennen dürften. Auch weitere Figuren, die ich hier aus Spoilergründen nicht nennen darf, wurden hochkarätig mit bekannten Schauspielern wie Walton Goggins, Zachary Quinto, Zazie Beetz oder auch Mark Hamill besetzt. Das ist schon rein akustisch eine Freude, weil alle merklich ihren Spaß an der Vertonung hatten. Ich gehe davon aus, dass wir auch in der deutschen Fassung eine tolle Vertonung erhalten werden.


Fazit


Invincible hat mir als Comic-Reihe bereits großen Spaß bereitet und hat mich auch als animierte Serie direkt abgeholt. Ich war überrascht, dass die acht Folgen der ersten Staffel sogar jeweils eine Laufzeit von knapp 43 Minuten haben, entgegen der üblichen kurzen 22 Minuten so vieler Zeichentrickserien. Der Humor kommt nicht zu kurz, die Figuren sind allesamt glaubwürdig und gleichzeitig ein wenig krude, machen auf jeden Fall aber Spaß. Invincible ist wie bereits angedeutet keine Serie für Kinder, sind doch die Episoden mit einer Freigabe ab 16 bzw. ab 18 versehen. Ich freue mich über die gute Umsetzung und kann es gar nicht abwarten, die restlichen Folgen der Staffel zu schauen.


Die ersten 3 Episoden von Invincible sind ab dem 26.03.2021 auf Amazon Prime Video erhältlich, danach wird wöchentlich eine weitere Folge ergänzt.


Wenn ihr euch nun auch für die Comicvorlage interessiert, kann ich euch die Lektüre ebenfalls ans Herz legen.


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Kommentare 4

  • Herr von Faultier

    Hardcore Noob

    Mark sieht aus wie Homer Simpson. :D

  • gerdsen

    Turmritter

    Invincible wurde bereits 2011 von Nona Arte ins deutsche übersetzt. Der Verlag ging wohl Pleite und nach Band 2 war Schluss.


    Die Mauler Twins als grobschlächtige Kämpfer zu beschreiben wird den Charakteren nicht gerecht. Die beiden sind Forschungs Genies.


    In den Amerikanische Trailern wird mit den Synchronsprechern geworben. Es ist kein spoiler wenn man weiss das Zachary Qunito Robot spricht oder Battle Beast von "Worf" . Die Figuren sind für neue Zuschauer unbekannt und die Stimme wird direkt enthüllt.

    Ich bin sehr gespannt auf die deutsche Synchro und hoffe auf gute Sprecher...

  • Dennis Gröschke

    Nerdkulturist

    gerdsen

    Du hast mit den Mauler-Zwillingen da schon recht, aber ich hab hier ja bisher nur die ersten 3 Episoden der Serie besprochen und da bekommen sie am Anfang der ersten Episode und ganz zum Schluß der dritten Episode was zu tun. Was in den Comics passiert, hat meiner Ansicht in dieser Besprechung nichts verloren, dazu wird in der Serie vieles wahrscheinlich nur angerissen oder weggelassen.


    Ist halt doch ein anderes Medium, ich denke aber der Kern wird erhalten bleiben.

  • gerdsen

    Turmritter

    Dennis Gröschke

    Alles klar.

    Bin gespannt wie Sie dargestellt werden.