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Death‘s Door für Xbox Series X|S im Test – Spiel mir das Lied vom Tod, kleine Krähe

Der Tod fasziniert die Menschen seit Anbeginn der Zeitrechnung. Was mit uns passiert, wenn unser irdisches Leben endet, wird in Religion, Philosophie und Literatur breit diskutiert. Glaubt man dem Entwicklerstudio Acid Nerve, ist die Antwort auf diese Frage gar nicht so schwer. Wenn das Leben zu einem Ende kommt, erscheint eine kleine Krähe, die uns mit einem rot leuchtenden Schwert den Garaus macht und uns so durch die Tür ins Reich der Toten schubst. Das ist die grundlegende Idee von Death‘s Door, einem isometrischen Action-Adventure, das jetzt exklusiv für PC und Xbox-Konsolen erhältlich ist. In unserem Test verraten wir euch, ob das Spiel mit der düsteren Thematik und der kleinen Krähe überzeugen kann.


Als Schnitter macht ihr euch daran, die Seelen derjenigen einzusammeln, deren Zeit gekommen ist.

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In der Welt von Death‘s Door dreht sich alles um die namengebenden Türen des Todes. Krähen-Geister, die als Schnitter oder im Englischen Reaper bekannt sind, werden in die Welt ausgeschickt, um die Seelen derjenigen einzusammeln, deren Zeit gekommen ist. Das Problem an der Sache ist, dass viele Geschöpfe in der Welt von Death‘s Door so überhaupt keine Lust haben, mit euch mitzukommen. Deshalb ist euer Schnitter mit einem Schwert ausgestattet, das ihm dabei hilft, sich zur Wehr zu setzen und seinen Auftrag als Seelensammler zu erfüllen.


In spielerischer Hinsicht ist Death‘s Door dabei ein recht klassisch gehaltenes Action-Adventure mit Metroidvania-Elementen und Rollenspiel-Anleihen. Vom Firmensitz im Jenseits aus betretet ihr durch die Todestüren die Welt der Sterblichen, die um einen großen Friedhof im gotischen Stil herum aufgebaut ist. Von diesem Friedhof aus gelangt ihr zu verschiedenen größeren Arealen, die allesamt im Stil eines Dungeons konstruiert sind, wie man sie auch aus der The Legend of Zelda-Reihe kennt. Die einzelnen Abschnitte sind relativ verschachtelt und um verschiedene kleine Schalter- und Umgebungsrätsel aufgebaut. So müsst ihr beispielsweise im Anwesen der Urnenhexe, einem der ersten größeren Areale, mit brennenden Pfeilen oder eurem Feuerzauber magische Gefäße entzünden, die dann Türen öffnen.


Der Clou an der Geschichte: Im Verlauf der Hauptmissionen erlangt ihr schrittweise neue Fähigkeiten, die euch den Zugang zu weiteren Arealen öffnen. So lohnt sich auch das nochmalige Bereisen der einzelnen Abschnitte, denn hinter verschlossenen Wegen könnte noch der ein oder andere Bonus auf euch warten. Death‘s Door belohnt euch dabei mit Seelen, die ihr in einem rudimentären Rollenspielsystem zur Verbesserung eurer Talente einsetzen könnt. Die Seelen erlangt ihr zum einen durch das Bezwingen von Gegnern und zum anderen durch Aufspüren entsprechender Artefakte. So könnt ihr beispielsweise die Angriffe mit dem Schwert verstärken oder die Bewegungsgeschwindigkeit eures Charakters erhöhen. Zusätzlich gibt es noch grüne wie rote Kristalle, die eure Lebens- beziehungsweise Magieleiste erweitern, wenn ihr vier Stück davon findet. Die Charakterprogression gibt einen zusätzlichen Anreiz zur Erkundung der Spielwelt, insgesamt fallen die Verbesserungen aber moderat aus. Trotzdem solltet ihr darauf achten, im Verlauf des Spiels eure Werte zu steigern, da ihr ansonsten sehr lange an stärkeren Gegnern sitzen werdet.


Die anspruchsvollen Bosskämpfe sind ein Highlight des Spiels.

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Doch auch unabhängig von den Verbesserungen eurer Krähe sind die Kämpfe in Death‘s Door anspruchsvoll. Eure Gegner verfügen über eine ganze Palette von Fähigkeiten, die euch insbesondere in Kämpfen mit größeren Gruppen ins Schwitzen bringen können. So müsst ihr beispielsweise Fernangriffen ausweichen oder diese mit eurer Waffe zurückschleudern. Andere Gegner wiederum sind gepanzert und müssen öfter attackiert werden, bevor ihr ihnen überhaupt Schaden zufügen könnt. Ein Highlight des Spiels sind dabei ohne Zweifel die herausfordernden Bosskämpfe, die euch am Ende eines Areals erwarten. Diese sind abwechslungsreich gestaltet und fantastisch in Szene gesetzt. Euer Gegenüber versucht in mehreren Phasen, euch den Garaus zu machen. Der Schlüssel zum Erfolg besteht darin, die Angriffsmuster zu erkennen und sich eine entsprechende Lösungsstrategie zurechtzulegen. Insgesamt verlangt das Kampfsystem von euch ein koordiniertes Vorgehen. Wer sich ohne Plan ins Getümmel stürzt, wird selbst schnell durch die Todestür befördert.


All diese Aspekte sprechen für sich genommen schon für ein sehr gutes Spiel. Die Kombination der Mechaniken aus Erkundung, Umgebungsrätseln und anspruchsvollem Kampfsystem funktioniert, auch wenn das Erforschen mit weiteren Waffentypen oder anderen Belohnungen sicher noch reizvoller wäre. Wo Death‘s Door aber wirklich glänzt und aus der Masse hervorsticht, ist die Konzeption der Spielwelt an sich. Jeder Raum und jedes Areal ist ansprechend gestaltet und fügt sich wunderbar in die Spielwelt ein. Wenn man Death‘s Door spielt, hat man das Gefühl, durch eine märchenhafte Miniaturwelt zu laufen, die immer wieder aufs Neue überrascht. Obwohl die Spielwelt nicht allzu groß ist, wirkt sie dadurch unfassbar faszinierend und lädt zum Staunen ein.


Die Welt von Death's Door ist wunderschön in Szene gesetzt.

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Diese Faszination ist zu einem guten Teil auch der Stilrichtung des Spiels und der gewählten Thematik geschuldet. Die Welt von Death‘s Door ist trotz der an sich düsteren Thematik vielfältig und teils wunderschön anzusehen. Die Handlung des Spiel greift das Überthema Tod natürlich ebenfalls auf, bleibt aber lange im Hintergrund. Erst nach und nach eröffnet sich das zugrunde liegende Geheimnis der Spielwelt, daher soll hier nichts vorweggenommen werden. Interessant ist, dass alle Charaktere, die ihr trefft, unterschiedliche Gründe dafür haben, dem Tod entkommen zu wollen. Diese sind zwar nicht besonders komplex, aber zumindest prinzipiell nachvollziehbar und sorgen so dafür, dass ihr die schrulligen Antagonisten als echte Gegenspieler kennenlernt.


Neben der famosen Inszenierung ist auch die Technik des Spiels überzeugend. Für den Test habe ich Death‘s Door auf einer Xbox Series S gespielt. Auf Microsofts Konsole läuft das Spiel durchweg flüssig mit 60 Bildern pro Sekunde. Abstürze oder andere Fehler sind mir in meinem Spieldurchlauf nicht begegnet. Die Ladezeiten fallen auf der Series S erwartbar kurz aus und auch die Steuerung geht gut von der Hand. Neben der gelungenen Technik sticht aber vor allem die fantastische musikalische Untermalung des Spiels heraus. Death‘s Door setzt außerhalb der entsprechend vertonten Kampfsequenzen vor allem auf ruhige Instrumental-Stücke und erzeugt so eine fast schon melancholische Stimmung. Insgesamt trägt die gelungene musikalische Begleitung so stark zur Immersion bei und lässt einen in der Welt von Death‘s Door versinken.

Unser Fazit

9

Geniales Spiel

Meinung von Adis Selimi

Es gibt Spiele, die damit punkten wollen, möglichst groß zu sein und möglichst viele Mechaniken zu bieten. Death‘s Door beweist, dass man für ein geniales Spiel gar nicht immer mehr von allem braucht. Viel wichtiger ist die Abstimmung der einzelnen Spielelemente und die Konzeption der Welt, in der sich die Spieler bewegen sollen. Vor allem die wunderschöne und verschachtelte Landschaft des Spiels, die an ein Miniaturwunderland erinnert, hat mich begeistert. Daneben ist Death‘s Door aber vor allem einfach ein sehr gutes Spiel mit einer interessanten Idee und wenigen, dafür aber perfekt aufeinander abgestimmten Mechaniken, die bis zum Schluss motivieren. Jeder, der die klassischen 2D-Zelda-Spiele mag, sollte sich Death‘s Door unbedingt ansehen. Auch alle anderen erwartet hier ein fantastisches und in vielerlei Hinsicht einzigartiges Spiel.
Mein persönliches Highlight: Die abwechslungsreich gestaltete und kreative Spielwelt.

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Kommentare 13

  • Wowan14

    Gamer aus Leidenschaft

    An sich spricht es mich schon an aber es hat leider dennoch diverse Eigenschaften/Features die mich schon in ähnlichen Games recht genervt haben die ich langsam leid bin

  • FloFibonacci

    Turmheld

    Das Spiel würde der Switch sowohl optisch als auch spielerisch ziemlich gut stehen... 😉

  • playersdestiny

    DestinysPlayer

    Ich finde es genial, Design, Sound und Gameplay! Es hat nicht in den ersten Minuten gezündet, aber nach kurzer Zeit entwickelt es eine starke Anziehungskraft, und man möchte gar nicht mehr aufhören.


    Eine Indie-Perle!

  • Solaris

    Nostalgiebrillenträger

    Das muss ich unbedingt auch noch im GamePass spielen, nur Gutes bislang davon gelesen.

  • sCryeR

    Turmfürst

    Der Titel ist soweit ich weiß nicht im Gamepass, aber gut möglich das er kommt.


    Gamepass ist einfach so krass im Moment und in den nächsten Monaten. Wenn man bereit ist auch spielen eine Chance zu geben die man so nie gekauft hätte.

  • Waldwatz

    Turmheld

    sCryeR

    Du hast Recht, der Titel ist nicht im Gamepass und wird laut Developer auch nicht so schnell darin landen.


    Das Spiel ist echt Klasse, aber es ist auch verdammt schwer……zumindest für nicht Dark Souls erprobte.…womit ich nicht sagen will das es genauso schwer wie DS ist, geht aber in die Richtung.

    Es ist IMHO deutlich schwerer als Ori, welches von dem ein oder anderen gerne als Schwere-Referenz zu Death’s Door genommen wird.


    Es ist aber kein Rougelike/lite. Die einzige Bestrafung bei Tot ist das man zur letzten aktivierten Tür zurück gesetzt wird. Man behält alle gesammelten Seelen & Co..

  • Rotbart93

    - Break In To Break Out -

    Ich spiele das Game aktuell auch, finde es aber schon etwas überschätzt, ist für mich persönlich niemals eine 9. Ist definitiv ein gutes Spiel, auch gerade wegen der Musik, aber mehr dann auch nicht. Das Spiel ist schon sehr repetitiv, vorallem die Kämpfe. Gibt mMn sehr viele bessere Soulsklone. Ich denke die Beliebtheit liegt hier vielleicht auch einfach an der Einsteigerfreundlichkeit, die ja für das Genre eher unüblich ist und auch daran, dass es leichte Zeldaelemente enthält.


    Solaris ist leider nicht im GP

  • playersdestiny

    DestinysPlayer

    Schwierig, ja, aber nicht unfair. Da es, wie im Review erwähnt, auf sehr wenige Mechaniken setzt und keine Fingerkrämpfe mit unzähligen Tastenkombinationen erfordert, ist es nicht kompliziert.


    Die Rücksetztpunkte sind fair gesetzt, ein Bildschirmtod hat keine negativen Auswirkungen, und bei Bossen kann man unmittelbar einen neuen Versuch starten.


    Es fasziniert mich ähnlich wie Hollow Knight.

  • Waldwatz

    Turmheld

    playersdestiny

    Fair/Unfair ist relativ.

    Man benötigt schon sehr gute Reflexe und ein gutes Erinnerungsvermögen, da selbst die Mini Bosse mehrere Angriffsmuster haben, die auch nicht immer in der gleichen Reihenfolge kommen.

    Dazu dauert das Aufleveln sehr lange, da man nur wenig Seelen für das Töten der Gegner bekommt und selbst bei Mini-Bossen / Bossen nicht viele Seelen ausgeschüttet werden. Ich bin jetzt 3 Stunden drinnen und konnte gerade mal 2 Attribute um jeweils 1nen Punkt leveln. IMHO wird da tatsächlich zu sehr die Dark Souls Karte gespielt.


    Und ja, ich finde das Spiel gut und bereue den Kauf nicht.....aber ich werde wohl nicht mal bis zum ersten echten Boss kommen, da zu schwer.

  • playersdestiny

    DestinysPlayer

    Waldwatz

    Die Fähigkeiten machen keinen großen Unterschied. Das wird in vielen Reviews bemängelt, daher ist Leveln eher unnötig. Läuft halt nebenbei.


    Man muss auch nicht unbedingt linear durchs Spiel gehen. Ich dachte, dass ich nach dem Zwischenboss in der Villa durch wäre und bin dann weiter zum Frosch. Vielleicht einfach mal woanders weitermachen, wenn man nicht weiterkommt.


    Das Spiel ist ziemlich verschachtelt, und eine gute Orientierung erleichtert die Sache. Und ja, das Spiel setzt auf gute Reflexe, aber nachdem ich gestern Dariusburst gespielt habe, war Death's Door doch erheblich leichter. Will damit nicht sagen, dass es leicht ist, nein, es hat schon einen gehobenen Schwierigkeitsgrad, aber es ist fair, wie ich finde.


    Ist auch egal. Ich finde es super! Sollte es für Switch erscheinen, hoffe ich auf eine Retail.

  • Solaris

    Nostalgiebrillenträger

    Dann kommt es vielleicht noch in den GamePass da es auf den Konsolen ja Xbox Exklusiv ist.

  • EdenGazier

    Prinzipal der Spiele

    Kommt in den Gamepass so ca 3 Monate nach Release.


    Ist nicht das erste exklusive Spiel das nachträglich nach ca 3 Monate in den Gamepass landete.


    Entweder Instant oder später


    Und für die NSW wird es nach der Zeit Exklusivität auch erscheinen

  • Waldwatz

    Turmheld

    playersdestiny

    Ich komme leider an keiner Stelle mehr weiter, die normalen Gegner gehen gerade noch (obwohl IMHO die Arena Fights meist 2-3 Waves zu viel haben, das sollten immer 3 oder 4 Waves sein und nicht wie jetzt teilweise 8 oder sogar noch mehr), aber spätestens bei den Mini-Bossen (egal welchen) gehe ich drauf….was schade ist (und wieder mal zeigt das das Einschätzen des Schwierigkeitsgrades bei Reviews wohl fast sinnlos ist, ein Review meinte das es leichter als Ori wäre….nur Ori habe ich relativ Problemlos durchgespielt, ein Reviewer meinte es ist härter als Sekiro….was wiederum übertrieben ist).


    Mit etwas mehr Übung würde ich wohl etwas weiter kommen…..nur habe ich a.) nicht die Zeit dafür und b.) nimmt mir gerade der Hinweis das das Leveln nichts bringt, die restliche Motivation. Ich hab auch gerade meine XBox Store Bewertung von 5 auf 3 Sterne abgewertet.

    IMHO wieder eines der Beispiele wo sich die Devs mit fehlenden Schwierigkeitsgraden selbst ein Bein stellen….selbst ein DS würde noch mehr verkaufen wenn die Entwickler mal von Ihrem Ross herunterstiegen und verschiedene Schwierigkeitsgrade anbieten würden.


    Als Abschluss von mir deshalb ein: Tolles Spiel, aber nur für DS & Co. Spieler wirklich geeignet, für den Rest nur interessant wenn man viel Zeit hat und sehr frustresistent ist.