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Kampfsport mit strenger Disziplin – Pankat in unserer Graphic-Novel-Rezension Nerdkultur

Im Jahr 2020 konnte mich eine Graphic Novel richtig begeistern, mit der ich nicht gerechnet hatte: Mechanica Caelestium von Merwan. Für mich wie aus dem Nichts erschien dieses Hardcover-Buch Mitte des Jahres bei Schreiber & Leser und zog mich unmittelbar auf den ersten Seiten in seinen Bann. Nicht nur optisch war ich direkt gefesselt, auch die Geschichte rund um Aster von Pan in dieser durchaus dystopischen Zukunft gefiel mir äußerst gut. Die Völkerball-Action-Szenen wurden hervorragend und dynamisch in Szene gesetzt und schienen direkt aus dem Buch zu springen. Die Spannung war also groß, als ich erfuhr, dass bei Schreiber & Leser auch in diesem Jahr ein Buch von Autor und Künstler Merwan erscheinen sollte: Pankat.


Nach einiger Recherche und nach abgeschlossener Lektüre wurde mir klar, dass Pankat nicht erst im Verlauf des letzten Jahres entstanden war. Schon seit über 15 Jahren arbeitete Merwan an diesem Projekt, was sich an den ursprünglichen Veröffentlichungen im französischen Original zeigte. Auf Deutsch liegt nun die gesamte Geschichte vor, die zuvor in 3 Büchern erschienen war.


Mané muss sich seinen Widersachern und seinen inneren Dämonen stellen.

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Der junge Mané begeistert sich sehr für die Kampfkunst Pankat, eine äußerst harte, strenge Disziplin für Körper und Geist. Die besten Schulen für diese Kampfkunst befinden sich in der Stadt Irap. Zu Beginn des Buches erleben wir, wie Mané dort eintrifft und sich zunächst einmal durchschlagen muss, schließlich wartet eine Stadt nicht noch auf weitere Menschen. Das heißt, es braucht eine Unterkunft und auch etwas zu Essen. Schnell macht Mané auch unliebsame Erfahrungen mit den dortigen Bewohnern, die in Irap alle für sich selbst ums Überleben kämpfen. In einer Bar lernt er Fessat kennen, der sich von nichts und niemandem etwas gefallen lässt. Aber auch Mané zeigt er die kalte Schulter, was sich im Verlauf der Geschichte jedoch noch ändern wird. Es scheint, als würde Fessat dann Mané unter seine Fittiche nehmen, doch irgendwas führt der Gauner doch im Schilde…


In der Zwischenzeit zieht es Mané zu Großmeister Eiram, der eine der bekanntesten Schulen für Pankat in der Stadt gegründet und aufgebaut hat. Gerne würde Mané hier lernen und unterkommen und verschafft sich bei seinen ersten Probekämpfen auch Respekt und wird in das Pankat-Team aufgenommen. Bald steht ein großes Turnier an, was der Pankat-Schule von Eiram viel Respekt und Ehre einbringen könnte. Doch sein bester Schüler Mané lässt sich nicht nur einmal von seiner Mission ein guter Pankat-Kämpfer zu werden ablenken. Denn sein Kontakt zu Fessat birgt noch einige Gefahren und bringt bei Eiram böse Erinnerungen ans Tageslicht. Was verbindet diese beiden Gestalten und warum ist es Fessat so wichtig, die neu errichtete Kampfarena in die Luft zu sprengen?


Pankat punktet bei mir, ähnlich wie Mechanica Caelestium, erneut mit den tollen Zeichnungen und Farben von Merwan. Ich mag diesen etwas verschrobenen Stil bei der Gestaltung seiner Figuren, die in diesem Falle ja auch alle bei Weitem keine frommen Gestalten sind. Auch die Umgebungen und insbesondere Gestaltung der Stadt Irap zieht einen als Leser unmittelbar ins Buch und in die gestaltete Welt hinein. Jedoch merkt man als Leser dem Buch an, dass es nicht in einem Stück geschrieben und entworfen wurde, dafür sind die Zeichnungen nicht kohärent genug. Aber auch die Geschichte kommt im Verlauf des Buches leider ins Stocken, es gibt keinen richtigen Spannungsaufbau und Merwan verzettelt sich in kleineren Situationen und Kämpfen von Mané und anderen Kämpfern.


Ein großer Pluspunkt bei Mechanica Caelestium waren die toll inszenierten Action-Einlagen, wenn es beim Völkerball so richtig zur Sache ging. Toll eingefangen von Merwan und jederzeit nachvollziehbar, welche Figur hier an welcher Stelle und auch zueinander steht. Da passt von der Gestaltung der Panels und der Anordnung einfach alles. Umso erstaunlicher, dass sich Merwan in Pankat in immer kleiner werdenden Panels verliert, insbesondere bei den Pankat-Kämpfen. Dann verschmelzen die beiden Kämpfer gerne mal zu einer Melange und der Leser kann nicht ganz nachvollziehen, was im jeweiligen Panel gezeigt werden soll. Insgesamt ist das auch Meckern auf hohem Niveau, denn die Kämpfe nehmen zum Glück nicht den Großteil der Geschichte ein. Immer wenn der Fokus auf einzelnen Personen liegt oder eine Szene aus weiter Ferne illustriert wird, kann die Zeichenkunst und Farbgebung von Merwan auch bei Pankat punkten und den Leser in den Bann ziehen.


Wenn ihr euch selbst ein Bild vom Artwork zu Pankat machen möchtet, findet ihr hier ein paar Eindrücke auf der Verlagsseite.


Pankat ist erschienen bei Schreiber & Leser, ISBN: 978-3-96582-065-4, 216 Seiten, Hardcover, 32,80 Euro


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Unser Fazit

Meinung von Dennis Gröschke

Es sollte klar sein, dass nicht jedes Werk eines Künstlers ein Meisterwerk sein kann. Auch wenn Mechanica Caelestium letztes Jahr mein persönlicher Comic des Jahres war, Pankat kann dort in allen Belangen nicht mithalten. Dazu ist die Geschichte zu holprig erzählt und der Spannungsaufbau führt zu keinem zufriedenstellenden Ende. Ist Pankat dadurch gleich eine schlechte Graphic-Novel? Nein, auf keinen Fall! Optisch immer noch eine Wucht und von Schreiber & Leser im selben großformatigen Hardcover herausgebracht wie Mechanica Caelestium, macht die Veröffentlichung in dieser Form dennoch viel Spaß. Das Buch sieht edel aus, liegt gut in der Hand und holt aus den Zeichnungen das Optimum heraus. Im Anhang finden wir weitere Zeichnungen und Konzepte, gepaart mit ergänzenden Angaben vom Autor selbst. Eine tolle Veröffentlichung eines guten Buches, bei dem es diesmal nicht zum Meisterwerk gereicht hat.

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