Das Turtle Beach Recon 200 GEN 2 im Hardware-Test – Was taugt das Headset auf der Nintendo Switch? Hardware-Test

Erst letztes Jahr erhielt unser Team die Gelegenheit, das neueste Headset der Firma Turtle Beach auszutesten. Nun, ein gutes Jahr später, gibt es eine neue Version: das Recon 200 GEN 2. Wie schlägt es sich im Vergleich zu seinem Vorgänger? Wie steht es um das Preis-Leistungsverhältnis und ist dieses Headset wirklich für Nutzer der Nintendo Switch geeignet? Wir haben gründlich nachgesehen und präsentieren hier die Antworten.


Das Produkt kommt in drei schicken Farben daher: Schwarz, Weiß und Mitternachtsblau. Mit seinen 40-mm-Lautsprechern verspricht es einen immersiven und detaillierten Spielsound. Highlight des Headsets sind die beiden verschiedenen Modi, die per Schieberegler ausgewählt werden können: Boost oder ohne Boost. Mit der Nutzung des Akkus, welcher eine Laufzeit von etwa 12 Stunden im Neuzustand besitzt, lässt sich die Tonqualität des Headsets auf ein neues Level heben. Neben eines lauteren und wesentlich klareren Sounds bekommt man auch einen Bassboost, den man in diversen Actionszenen nicht missen möchte. Auf der linken Seite befindet sich ein stangenartiges Mikrofon, welches sich nach vorne drehen lässt. Allein durch das Drehen des Mikrofons könnt ihr euch auch unkompliziert stummschalten.


Die Verpackung macht einen robusten Eindruck. Versandschäden sind keine zu befürchten.

© Turtle Beach | Bildmontage: © ntower

Bei der Anlieferung des Produkts wurde auf sicheren Versand geachtet. Die Verpackung kam unbeschädigt und in einem sehr guten Zustand an. Innerhalb des Kartons, der allerlei interessante Hinweise zu dem Produkt enthält, befindet sich eine Art Kartonschale, in der das Headset sicher eingebettet wurde. Neben des in Plastik eingehüllten Headsets finden sich auch ein kurzes USB-C-Ladekabel (ca. 50 cm), ein Aufkleber mit dem Logo der Firma Turtle Beach und eine kurze Schnellstartanleitung. Die Anleitung ist in verschiedenen Sprachen verfasst und beschäftigt sich mit den verschiedenen Konsolen, auf denen ihr dieses Headset nutzen könnt. Für uns interessant ist natürlich der Abschnitt über die Nintendo Switch. An dieser Stelle kam es für mich schon zu einem Verdruss. Laut Bedienungsanleitung werde nur der Handheld-Modus unterstützt. Diesen Umstand konnte ich weder glauben noch auf sich sitzen lassen, also habe ich als Erstes nachgesehen, ob dies der Wahrheit entspricht, – tut es nicht. Das Headset funktioniert sowohl im Handheld- als auch im TV-Modus. Bei der Anlieferung war besonders positiv, dass das Headset schon geladen war. Es war also nicht notwendig, einige Zeit zu warten, um das neue Headset in Betrieb nehmen zu können. Generell ist die Ladezeit nicht allzu lang. Durch die lange Akkulaufzeit kommt man auch lange ohne Aufladen aus.


Besonders auffällig beim Heben des Headsets ist das Gewicht und die Verarbeitung. Das Gewicht ist angemessen und nicht zu schwer. Insgesamt macht das Headset einen stabilen Eindruck. Die Hörmuscheln lassen sich nach innen drehen. Die Größe ist leicht verstellbar über die Kopfbügel, welche aus Metall bestehen. Über Einrasten der Bügel könnt ihr euch entsprechend die Größe zurechtrücken, wie es euch passt. Diese Einstellungen sind aber nicht so stabil wie gewünscht. Ein leichter Druck reicht aus und die Einstellung muss neu vorgenommen werden. Das Feineinstellen der Größe kann also auch schnell eine Geduldsprobe werden. Das Mikrofon, das sich nach vorne drehen lässt, macht einen robusten, aber etwas kurzen Eindruck. Die Länge des Mikrofons sagt aber nichts über seine Tonqualität aus – aber dazu kommen wir gleich noch genauer. Der Memory Foam, der die Hörmuscheln ummantelt, ist sehr weich und komfortabel. Dieser Umstand wird durch Turtle Beach auch besonders beworben, da dies für Brillenträger sehr freundlich sein soll. Ich, ein Brillenträger, kann diese Aussage teilweise bestätigen.


Spielen wir doch ein paar Stunden


Meine erste Spielrunde mit dem Recon 200 GEN 2 begann sehr positiv. Einfach das Audiokabel an der Nintendo Switch anschließen und los geht es. Über verschiedene Regler auf der linken Seite könnt ihr einige Einstellungen vornehmen. Zum einen gibt es einen Regler, mit dem man den Akkuboost aktivieren kann, welcher die Klangqualität nachhaltig beeinflusst. Wichtig zu beachten ist, dass ihr den Regler in die richtige Richtung schiebt. Ihr müsst nämlich dem Headset angeben, welche Konsole ihr nutzt. Laut Bedienungsanleitung müssen wir den Regler auf PS stellen. PlayStation 4, Computer, mobile Endgeräte und Nintendo Switch teilen sich diese Position. Xbox bekommt dagegen eine Extrawurst auf dem Regler. Neben dem Schieberegler gibt es weiterhin zwei Rädchen, mit denen man sowohl Lautstärke der Kopfhörer als auch das Mikrofon-Monitoring einstellen kann. Je höher das Mikrofon-Monitoring eingestellt ist, desto lauter hört man sich selbst beim Sprechen. Das beugt vor allem dem Schreien ins Mikrofon beim Spielen vor.


Mittels integrierter Schieberegler am Headset lassen sich während des Spiels bequem die Lautstärke und das Mikrofon-Monitoring unkompliziert einstellen.

© Turtle Beach | Bildmontage: © ntower

Ähnlich wie im Test des Vorgängermodells habe ich mit dem Spiel „Animal Crossing: New Horizons“ das Headset ausprobiert. Der Ton wird klangvoll aus dem Headset wiedergegeben. Durch mögliche Feineinstellungen könnt ihr diesen nach euren Präferenzen einstellen. Dabei wirkt der Ton nicht hohl, sondern wird über eine positive Bassunterstützung ergänzt. Das Headset sitzt fest auf dem Kopf, ohne zu quetschen. Einige Stunden solltet ihr ohne Probleme das Tragen überstehen können. Bei mir persönlich kam es nach etwa vier bis fünf Stunden Tragezeit zu Schmerzen auf dem Kopf. Das kann vielleicht am Gewicht des Produkts liegen oder an der Tatsache, dass ich normalerweise Headsets nicht so lange am Stück trage. Positiv dagegen ist der Memory Foam. Trotz mehrerer Stunden Spielzeit ohne Brille hatte ich keine Probleme mit dem Gefühl an den Ohren. Die Ohren wurden weder zu warm noch schwitzten sie übermäßig. Mit Brille sieht die Sache etwas anders aus. Nach etwa zwei Stunden konnte ich die Brille mit dem Headset nicht mehr angenehm tragen. Ich bekam Schmerzen an den Ohren. Auch wenn der Druck auf das Brillengestell nicht hoch ist, kann es auf Dauer durchaus unangenehm werden. Im Vergleich zur Konkurrenz macht Turtle Beach aber trotzdem eine gute Figur, wenn es um den Tragekomfort für Brillenträger geht.


Neben längeren Spielerunden nutzte ich das Headset auch zur Aufnahme eines Podcasts. Die Qualität der Tonaufnahmen war angemessen dafür, dass kein separates, professionelles Mikrofon genutzt wurde. Hin und wieder ist aber in der Aufnahme ein leises Rauschen zu hören, welches aber kaum auffällig ist. Das Mikrofon-Monitoring ist eine positive Ergänzung, die half, die eigene Stimmlautstärke unter Kontrolle zu halten. Auch bei Gesprächen mit anderen über das Internet fiel die Klangqualität positiv auf, sodass ich dieses Headset guten Gewissens empfehlen kann, wenn es um lockere Spielerunden mit Freunden geht.


Sollte das Headset einmal auf dem Boden fliegen, ist es nicht sofort kaputt. Tatsächlich habe ich aus Versehen mein Headset vom Tisch geschubst und es hatte keinerlei Macken. Auch wenn zu Beginn der Nutzung der Plastikgeruch etwas penetrant sein kann, verfliegt dieser schnell. Das Verbindungskabel zwischen Headset und Nintendo Switch hat eine angenehme Länge von etwa 120 cm. Das Ladekabel ist dagegen ziemlich kurz geraten. Ein Kabel der Länge von etwa 50 cm ist nicht wirklich praktikabel. Da aber ein USB-C-Anschluss genutzt wird, sollte man auch auf ein ähnliches, längeres Ladekabel aus dem eigenen Haushalt zurückgreifen können.


Es gibt Headsets in verschiedenen Formen und Farben. Entsprechend variiert auch die Preisklasse solcher Produkte massiv. Während es einige Produkte schon für unter 20 Euro gibt, kann man sich auch diverse Markenprodukte für mehrere Hundert Euro nach Hause holen. Das Recon 200 GEN 2 hat eine unverbindliche Preisempfehlung von 59,99 Euro. Man kann hier also von einer preislichen Mittelklasse reden. Für einen Preis von knapp 60 Euro gibt es ein stabil wirkendes, verstellbares Headset, welches mit einem butterweichen Memory Foam ausgestattet ist. Die Brillenfreundlichkeit ist zwar dadurch gegeben, aber auf lange Sicht kann dieser Umstand nicht unbedingt überzeugen. Das kurze, robuste drehbare Mikrofon hat eine gute Klangqualität und eignet sich ideal für Spielerunden mit Freunden. Die Möglichkeit, den Akku zu nutzen und so mehr Klang aus dem Spiel herauszuholen, ist eine hochwertige Ergänzung. Wenn der Akku einmal schlappmacht, kann man auch dann noch das Headset in leiserer Qualität nutzen. Auch hier macht das Headset keine schlechte Performance, empfehlen würde ich das aber nicht unbedingt. Wenn möglich, solltet ihr schon aufs Ganze gehen.


Jetzt Turtle Beach Recon 200 GEN 2 bei Turtle Beach bestellen


Jetzt Turtle Beach Recon 200 GEN 2 bei Amazon bestellen


Unser Onlinemagazin ntower ist Mitglied der Affiliate-Netzwerke Amazon PartnerNet, Awin, Webgains, Media Markt E-Business GmbH und Saturn online GmbH. Bei einer Bestellung über einen unserer Affiliate-Links erhalten wir über den jeweiligen Shopbetreiber eine variable Provision. Für Endkunden entstehen keine Zusatzkosten.

Unser Fazit

Meinung von Simon Münch

Das Recon 200 GEN 2 der Firma Turtle Beach ist ein Gaming-Headset der preislichen Mittelklasse. Mit einem Preis unterhalb von 60 Euro bekommt ihr ein solides Modell, das ohne viel Schnickschnack ein schickes Design aufweist. Das Gewicht des Headsets ist nicht zu hoch und es sitzt dank angenehmer Polster auch für mehrere Stunden gut auf dem Kopf. Der Memory Foam der Hörmuschel ist sehr weich. Das bietet vor allem Brillenträgern die Chance, ein positives Erlebnis zu haben, sofern man es mit der Dauer der Nutzung nicht übertreibt. Das Kunstleder ist angenehm auf der Haut. Schweiß oder Hitze bemerkt man selten bis nie. Die Soundqualität des Headset muss sich nicht verstecken. Mit dem Boost, den man mit dem integrierten 12-Stunden-Akku bekommt, wird jedes Spielabenteuer zu einem Highlight. Empfehlenswert ist das Headset eher im Handheld-Modus, da das Audiokabel zu kurz sein kann, wenn man den TV-Modus benutzt. Trotz des Hinweises auf der Internetseite und der Bedienungsanleitung ist es trotzdem möglich, das Headset in beiden Modi zu nutzen. Die Klangqualität des kurzen Mikrofons ist klar und gibt wenig Grund zur Beanstandung. Durch das regelbare Mikrofon-Monitoring merkt ihr auch schnell, wenn ihr zu laut herumschreit. Insgesamt bekommt ihr für 59,99 Euro ein solides Produkt geboten, das einige Jahre halten und zufrieden machen wird.
Mein persönliches Highlight: Das erfrischende auditive Erlebnis mit dem Headset.

Teilen

Kommentare 4

  • N-Switcher

    Turmbaron

    Wenn ich mir solche overear Kopfhörer kaufe dann nur im Geschäft, ich will sehn wie der Bügel verarbeitet ist und die Gelenke der Höhermuscheln. Hab da trotz Markenname schon ziemlichen Schrott erwischt. Oft ist im bügel ein federstahlblech das so stark ist das irgendwann das kunstoffgehäuse des bügel aufplatzt beim auseinander biegen beim aufsetzen. Und wenn man an den muscheln sie aufbiegt zum aufsetzen dann brechen gerne diese gelenke...


    Da gibt es soviel schrott am markt das ein schlecht wird. Weil federstahlblech in kunstoffgehäuse ist standard...

  • Ngamer

    Son of a Patriot

    N-Switcher


    Stimm dir da zu. Probehören ist auch sowieso Pflicht. Egal wie teuer oder von welcher Marke. Wenn einem am Ende nicht Sound und Komfort gefällt bringt einen die bestbewerteten Kopfhörer nichts.

  • Solaris

    Nostalgiebrillenträger

    Hab schon einige Kopfhörer zur Zeit getestet, am Besten fand ich den Beyerdynamic 990Pro allerdings waren zischende S-Laute das K.O. Kriterium, aber sonst kristallklarer Tin und tolle Verarbeitung, der Anpressdruck auch etwas zu hoch, ich hätte mir die Edition sonst geholt aber wegen den S-Lauten dann sein lassen. Und immer noch auf der Suche. Unter 400€ scheint es leider nichts gescheites bei anspruchsvolleren Kopfhörer zu geben. :/

  • Ngamer

    Son of a Patriot

    Solaris


    Gehört auch zu meinen Favoriten. Muss auch sagen, das das zischen manchmal nervt. Aber für den Preis kriegt man nichts besseres und ich hab echt schon viele khs gehört.