© Asterix®-Obelix®-Idefix® / © 2021 Les Éditions Albert René / Goscinny – Uderzo

Asterix und der Greif in unserer Comic-Rezension

Endlich ist es wieder so weit. Ein neues Abenteuer unserer Lieblingsgallier steht in den Startlöchern. Mit Asterix und der Greif erscheint am 21.10.2021 das mittlerweile 39. Asterix-Album bei Egmont Ehapa Media. Das fünfte Gemeinschaftswerk von Jean-Yves Ferri (Text) und Didier Conrad
(Zeichner) ist ein wilder Ritt durch schneebedeckte Steppen, wo Asterix nicht nur auf das sympathische Volk der Sarmaten, sondern auch auf jede Menge Römer trifft – damit sind großes Vergnügen und jede Menge Keilereien garantiert. Gemäß der Tradition verschlägt es unsere gallischen Freunde also wieder ins Ausland, nachdem sie im letzten Album ganz in der Nähe ihres gallischen Dorfes geblieben waren. Doch wer sind die Sarmaten und was genau hat es mit dem Greif auf dem Cover auf sich? Das wollen wir uns nun genauer anschauen.


Was hat es mit dem Greif auf sich?

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Zu Beginn lernen wir, dass die Römer gerne den ihnen unbekannten Völkern jede Menge Mythen zuschreiben. So auch den Ländern im Osten, die für sie noch wenig erschlossen sind und insgesamt als Barbaricum angesehen werden. Dort soll ein Fabelwesen existieren, der sogenannte Greif, den Cäsar gerne mit einer Expedition fangen lassen möchte, damit er diesen im Zirkus zur Unterhaltung der Massen zur Schau stellen kann. Cäsars Geograf Globulus hat für Cäsar bereits eine Sarmaten-Amazone gefangen, die oben genannte Expedition zum Greif führen soll.


Als wir unsere beiden gallischen Krieger Asterix und Obelix das erste Mal zu Gesicht bekommen, befinden sie sich bereits mit einem Schlitten mitten im schneebedeckten sarmatischen Land. Mit dabei haben sie ihren Druiden Miraculix, der sich bereits einen Schnupfen eingefangen hat. In einer Vision ist Miraculix sein alter Freund und Schamane Terrine erschienen, der ihn zu sich gerufen hat. Aus diesem Grund befinden sie sich nun in diesem Dilemma und haben die Orientierung verloren. Kurze Zeit später geleitet ein Wolf die Freunde aber erfolgreich zur Jurte des Schamanen, wo sie sich aufwärmen und stärken können.


Terrine erzählt den Galliern von der römischen Armee, die den Weg in den Osten auf sich genommen hat, um dort den Greif zu finden und zu fangen. Dabei sollen Asterix und Obelix helfen, um die Römer in die Schranken zu weisen, denn es ist normalen Menschen, die kein Schamane sind, nicht gestattet, in die Nähe des Greifs zu gehen. Eine kurze Vorstellungsrunde im Dorf von Terrine offenbart, dass nicht nur Tee mit vergorener Ziegenmilch im Land der Sarmaten eine Tradition ist, sondern auch die männlichen Bewohner der Sarmaten das Haus hüten, während die Frauen in den Krieg ziehen.


So staunen unsere gallischen Freunde nicht schlecht, als sie von den Damen des Hauses unter ihre Fittiche genommen werden und mit den Römern als Emissäre verhandeln sollen. Die sarmatischen Amazonen gehen einer Konfrontation nicht aus dem Weg, immer wieder sprechen sie sich mit Asterix ab und schmieden gemeinsam mit ihm die Pläne zur Abwehr der römischen Armee. Idefix hat sich in der Zwischenzeit den heimischen Wölfen angeschlossen, sehr zum Verdruss von Obelix. Doch am Schluss des Abenteuers wird unser kleiner treuer Freund noch eine wichtige Rolle einnehmen.


Seit 2013 erschien regelmäßig alle 2 Jahre ein neues Asterix-Album, ein Umstand, den sich langjährige Fans nicht haben träumen lassen. Noch unter der Aufsicht und Obhut von Albert Uderzo, der leider im März 2020 verstarb, nahmen Autor Jean-Yves Ferri und Zeichner Didier Conrad das Zepter bei den Galliern in die Hand und führten die Abenteuer von Asterix, Obelix, Idefix und Co. weiter. Mit Asterix und der Greif gelingt Ferri und Conrad ein unterhaltsames Album mit tollen Szenarien und einer frischen Geschichte. Auch wenn Asterix-Vater Uderzo hier eventuell seine letzten Einflüsse hat wirken lassen, habe ich den Eindruck, dass sich die beiden neuen „Väter“ nun freigestrampelt und die Abenteuer in ihrem Sinne weiterführen können. So finden sich in Asterix und der Greif eher wenige der klassischen Anspielungen und Traditionen wieder, was sowieso nicht ins Szenario gepasst und somit als Fremdkörper rübergekommen wäre.


Ganz weit im Osten liegt das Land der Sarmaten.

© Asterix®-Obelix®-Idefix® / © 2021 Les Éditions Albert René / Goscinny – Uderzo

Neben der runden Geschichte erschafft Zeichner Didier Conrad mit diesem Album ein eher ungewohntes Szenario und hat sich mit Ferri eine winterliche Kulisse ausgesucht, die sich von der Landschaft des Altai hat inspirieren lassen. Sie besteht aus Steppen und kleinen verschneiten Bergen mit Lärchenwäldern, die von Bächen und kleinen Seen durchzogen werden. Denn auch wenn es hin und wieder schon Schnee in den Abenteuern gegeben hat, wurde dieser Stil nie so konsequent durchgezogen wie in Asterix und der Greif.


Auch in Asterix und der Greif finden sich wieder jede Menge Anspielungen an vergangenes und aktuelles Weltgeschehen. So gibt einer der römischen Legionäre immer wieder halbgare Aussagen von sich. Wie es denn sein könne, dass die Sonne jeden Morgen im Osten aufgehe, wo sie denn vorher sei? Schnell stimmen dem Soldaten namens Fakenius einige seiner Kameraden zu. Der Zaubertrank spielt in diesem Abenteuer eine untergeordnete Rolle, Miraculix fehlen die passenden Zutaten, der Vorrat von Asterix ist eingefroren, also bleibt es an Obelix hier und da mal mit roher Gewalt auszuhelfen. Dennoch gibt es immer wieder Scharmützel mit Römern, ist doch klar.


Der Humor kommt nicht zu kurz, es gibt Keilereien mit Römern und zum Abschluss des Abenteuers stoßen alle Beteiligten tatsächlich noch auf den Greif. Ob es sich dabei um das mythische Wesen handelt oder aber eine andere Kreatur, dass solltet ihr gerne selbst herausfinden, es lohnt sich!


Asterix und der Greif ist am 21.10. im Handel erhältlich und bei Egmont Ehapa Media erschienen; ISBN: 978-3770424399, 48 Seiten, Hardcover, 12,- Euro


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Unser Fazit

Meinung von Dennis Gröschke

Ein neues Asterix-Abenteuer ist immer wieder ein Ereignis. Auch außerhalb der Comic-Szene beschäftigen sich sämtliche Medien mit den Abenteuern des kleinen Galliers. Asterix und Obelix sind nicht nur in Deutschland Kult und werden von Lesern alle Altersgruppen gelesen und gekauft. Asterix und der Greif ist dabei in meinen Augen das reifste Abenteuer von Ferri und Conrad, von vorne bis hinten durchdacht und mit den beliebten Figuren und Charakteren ausgestattet. Die beiden Künstler scheinen sich nun vollkommen im Asterix-Universum wohlzufühlen, stellen damit passende Nachfolger von René Goscinny und Albert Uderzo dar und führen die gallischen Abenteuer in eine hoffentlich bunte Zukunft. Asterix und der Greif bekommt von mir eine Empfehlung für alle Altersgruppen.
Mein persönliches Highlight: Die Enthüllung des Greifs am Ende hat mich dann doch überrascht.

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Kommentare 6

  • ThyTrueMaverick

    Turmheld

    Mal direkt bestellt, Asterix geht immer. Wird für mich der erste Comic aus der Feder der beiden. Bin gespannt! :thx:

  • TomParis

    Turmbaron

    i

    Ich bin gespannt. Die Vorgänger waren grauenvoll, nichts im Vergleich mit den alten Klassikern.

    Das Heft liegt schon hier und wird am Wochenende gelesen.

  • dr.retro

    Retrogamer aus Leidenschaft

    Schade, das die Bände nicht mehr mit römischen Ziffern nummeriert werden. Fand ich früher einmalig und ein grandioses Gimmick.

  • Ande

    Meister des Turms

    Gerade gelesen und fand es auch ganz gut. Alle paar Jahre ein neuer Asterix muss einfach sein. Seit meiner Kindheit begleitet mich der kleine Gallier und sein dicker Freund.

  • ThyTrueMaverick

    Turmheld

    Ande

    Wer ist hier dick? :troll:

  • MichiP

    Videogamer

    warum wird denn der Käsemacher erst mit dem Namen "Margarine" vorgestellt (S. 11) und dann ab Seite 19 nur noch "Ötküsine" genannt?


    Der Hamster auf Seite 22 sieht auch anders aus, als ich sie kenne.


    Insgesamt ein gutes und unterhaltsames Abenteuer unserer Lieblingsgallier. 👍