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Far Cry 6 für Xbox Series X|S im Test – Heidenspaß im Paradies

Vor wenigen Tagen erschien mit Far Cry 6 wohl eines der Spiele-Highlights diesen Jahres. Der sechste Teil der Reihe verspricht dabei wieder gehörig Action aus der First-Person-Perspektive und paart diese mit einer offenen Spielwelt, die zum Erkunden einlädt. Dabei setzt das Spiel zugleich mit Giancarlo Esposito auf einen ausdrucksstarken Schauspieler, um welchen die Geschehnisse des Spiels gesponnen werden. Wir haben für euch erneut den Blick über das Nintendo-Universum hinaus gewagt und klären nachfolgend, wie gut der Titel wirklich ist.


Eine malerische Umgebung


Mit meinen Eingangs geschriebenen Worten habe ich vermutlich die größte Stärke der Story von Far Cry 6 direkt benannt. Giancarlo Esposito, bekannt als Gustavo Fring aus der Serie Breaking Bad, macht als Bösewicht Castillo eine gute Figur. Dabei bleibt dieser jedoch unter seinen Möglichkeiten, da die Mischung aus Genie und Wahnsinn weniger gut gelungen ist, als im Fernsehauftritt von Esposito. Nichtsdestotrotz führt dieser spannend in die Geschehnisse der wunderschönen Insellandschaft Yara ein, wenn er gleich zu Beginn ein Boot mit Geflüchteten mittels Kugelhagel auf den Grund des Meeres schickt.


Die schönen Seiten von Far Cry 6 offenbaren sich direkt zum Spielbeginn.

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Ihr selbst schlüpft dabei in die Rolle von Dani, wahlweise als Mann oder Frau, und versucht dem Diktator in Kooperation mit einigen Guerilla-Kämpfern das Handwerk zu legen. Dabei trefft ihr nicht nur auf helfende Hände, die euer Vorhaben des Sturzes von Castillo unterstützen, sondern auch auf dessen Sohn. Dieser findet das Vorgehen seines Vaters alles andere als vorbildlich, jedoch wird insgesamt zu wenig aus der kriselnden Beziehung zwischen Vater und Sohn herausgeholt. Doch auch eure Beziehung zu den Charakteren des Spiels sind meist so oberflächlich, dass ich mich nur wenig mit diesen anfreunden konnte. Dies liegt meist daran, dass sie entweder zu überspitzt und unpassend karikiert werden oder einfach zu uninteressant wirken. Dies ist schade, jedoch war mir bereits im Vorfeld klar, dass ich Far Cry 6 nicht aufgrund seiner Geschichte spielen werde.


Dafür habe ich von Beginn an die tierischen Begleiter des Spiels ins Herz geschlossen. Im Laufe eures Abenteuers könnt ihr nämlich nicht nur auf Krokodil Guapo als Amigo zurückgreifen, sondern noch auf weitere Vier- und Zweibeiner. Diese helfen euch, indem sie Feinde direkt attackieren, ablenken oder euch bei der Suche nach Materialien unterstützen. Auch wenn sie somit nur eine taktische Komponente einnehmen, war es immer ein tolles Gefühl, einen Partner an der Seite zu haben, welcher nicht zu den doch eher oberflächlich charakterisierten Menschen gehörte. Dies bemerkte ich vor allem dann, wenn beispielsweise Guapo im Kampf besiegt wurde und meine Hilfe benötigte, was mir deutlich näher ging, als die Gefühle der Hauptcharaktere.


Per Smartphone dürft ihr feindliche Wachen ausspähen und euer Vorgehen planen.

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Fernab des Einsatzes eurer Amigos findet ihr euch in gewohnter Far Cry-Manier wieder. Ihr durchforstet die Landschaften von Yara, sammelt Munition und neue Waffen und erledigt dabei eine der unzähligen Haupt- und Nebenquests. Diese reichen von dem Zerstören von Tanks, über Schatzsuchen, dem Ausrauben von Munitionslagern bis hin zu Rennen und sind daher entsprechend abwechslungsreich. Etwas mehr Tiefgang wäre trotzdem wünschenswert gewesen, da mir die eingebauten Rätseleinlagen dann doch zu seicht waren. Besonders gut gefällt mir aber nach wie vor das Stürmen feindlicher Bastionen, da uns das Spiel verschiedene Handlungsoptionen liefert. So habt ihr es in der Hand, ob ihr ein Lager erst per Smartphone auskundschaftet, um dann leise einen Feind nach dem anderen zu erledigen oder ob ihr einfach per geklautem Panzer das Lager vollends überrollt. Schade ist, dass eure Widersacher meist keine gute Figur abgeben. Dadurch steht ihr, auch wenn ihr auf euch allein gestellt seid (euren Amigo mal ausgenommen), eigentlich nie vor wirklichen Schwierigkeiten. Somit ist euer Weg schnell gepflastert mit etlichen Leichen, die von euch erschossen, überrollt oder aufgeschlitzt wurden.


Eines der Hauptelemente des Spiels ist aber auch das Crafting-System. Egal ob am Wegesrand oder in Truhen, überall gibt es reichlich Materialien zu finden. Diese werden auch dringend benötigt, um spezielle Munitionstypen oder weitere Modifikationen für euch und eure Waffen herzustellen. Zwar fällt das Tüfteln an der Werkbank anfangs etwas unübersichtlich aus, bietet dann aber doch genug Tiefgang, um sich mit der Materie zu beschäftigen. Leider kommt ihr jedoch relativ schnell an den Punkt, an welchem ihr eure liebste Waffe samt passender Munition gefunden habt, sodass das Suchen neuer Ausrüstung obsolet wird. Gleiches gilt auch für die Ausrüstung, die Dani anziehen kann. Zwar bieten Helme, Handschuhe und Oberteile individuelle Eigenschaften, was taktischen Tiefgang ermöglicht, spielerisch war es am Ende aber egal, was ich trug, da ich immer gut gegen die Gegnermassen ankam. Neue Werkbänke und Geschäfte mit Materialien schaltet ihr auch im Laufe der Haupt- und Nebenquests frei, indem ihr gegnerische Stützpunkte einnehmt. Anschließend findet ihr dort nämlich freundlich gesinnte Kämpfer, die euch gerne unterstützen, wenn ihr das nötige Kleingeld parat habt. Zudem steigt ihr zunehmend auch in eurem Rang auf, was euch weitere Möglichkeiten im Spiel eröffnet.


Die große Spielwelt offenbart sich erst im Laufe der Geschichte.

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Abseits dessen könnt ihr aber auch mit weggesteckter Waffe die Schönheit Yaras erleben. Hierzu dürft ihr wahlweise auf den Rücken eines Pferdes steigen, euch per Traktor durch die Landschaften bewegen, Motorroller verwenden oder von hohen Klippen mittels Fallschirm abspringen. Das macht nicht nur einen Heidenspaß, sondern spielt sich zudem auch abwechslungsreich. Auch hier gefällt mir einfach die Tatsache, dass es mir überlassen wird, wie ich Far Cry 6 erleben möchte. Dabei blieb mir aber vor allem oben erwähnte Nutzung eines Panzers in Erinnerung, da es einem ein Gefühl der Übermacht gegen die Feinde gibt, was sehr spaßig ist. Als abwechslungsreich kann man wohl auch die Hahnenkämpfe im Spiel bezeichnen, für welche Ubisoft bereits eine Menge Kritik einstecken musste. Diese und viele weitere Aktionen im Spiel, wie beispielsweise das leise Morden mit der Machete, sind so überspitzt und blutig dargestellt, dass manch einer es als geschmacklos bezeichnen würde. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, wie viel ein Spiel mit seiner künstlerischen und kritischen Art darf und wann eine Grenze überschritten wird.


Toll ist in Far Cry 6 auch die Möglichkeit, gemeinsam mit einem realen Partner gegen Castillos Machenschaften vorzugehen. Dies klappt mit einem Freund oder auch unbekannten Spieler gut und ist vor allem in knackigeren Passagen sinnvoll. Seid ihr nämlich zu zweit unterwegs, könnt ihr euch gegenseitig heilen, falls einer zu Boden geht und auch die Schützenhilfe im Kampf kann Gold wert sein. Dabei bekommen beide Spieler im Übrigen den gefunden Loot, sodass ihr euch keine Sorgen machen müsst, Waffen oder Ausrüstungen miteinander zu teilen. Gespeichert wird der Spielfortschritt jedoch nur bei demjenigen, der das Spiel eröffnet hat. Beitretende Spieler dürfen aber in ihrer eigenen Kampagnen auf all die Dinge zurückgreifen, welche sie beim Mehrspieler-Modus erbeutet haben.


Ein First-Person-Fest!


Technisch sieht Far Cry 6 auf der Xbox Series X wunderschön aus, was aber auch auf die Landschaft von Yara zurückzuführen ist. Egal ob Höhlensystem, Strände oder Straße mit Baracken, ihr als Spieler könnt wunderbar in diese Welt eintauchen und das ohne technische Hürden. Eine Sache, die bereits andere Tester im Internet bemängelt haben, ist eine Fehlfunktion des Duckens, welche auch wir bemängeln müssen. So kam es immer wieder vor, dass es nicht möglich war, mit Dani in Deckung zu gehen, da sie sich einfach nicht ducken wollte. Dachten wir anfangs noch, dass dies am Third-Party-Controller lag, mussten wir jedoch feststellen, dass das Spiel dies verhinderte. Dies ist vor allem in den hitzigen Feuergefechten ein Ärgernis, da ihr euch den Kugeln somit problemlos präsentiert. Einige kleinere Bugs und Glitches haben wir ebenfalls zu Gesicht bekommen, dies waren jedoch nur kurze Momentaufnahmen und sie hatten keinen Einfluss auf den Spielfluss- und spaß.


Verbringen könnt ihr mit Far Cry 6 mindestens 20 Stunden. Ich selbst habe für die Story länger gebraucht, ließ mich aber auch immer wieder von neuen Vehikeln, Orten und Schatzsuchen ablenken. Wollt ihr wirklich jedes bisschen aus Far Cry 6 rausholen, sind deutlich mehr Stunden möglich. Zudem wurden im Rahmen des Season Pass bereits weitere Inhalte angekündigt, welche euch beispielsweise die Geschehnisse von Stranger Things näher bringen. Die Aussichten sind somit rosig, nicht zuletzt, da spannende Inhalte bis in den März 2022 das Spiel weiter füttern.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Maik Styppa-Braun

Ehrlicherweise war ich mir zum Abschluss nicht sicher, welche Note Far Cry 6 verdient hat. So schwankte ich zwischen einer sieben oder acht, entschied mich letztlich aber für die bessere Wertung. Grund hierfür ist für mich der tolle Mehrspieler-Modus, welcher dank der kooperativen Vorgehensweise einen wirklichen Mehrwert im Vergleich zu anderen First-Person-Shootern darstellt. Doch auch alleine hatte ich riesigen Spaß mit Far Cry 6. Die Story war hierfür zwar nicht hauptverantwortlich, unterhielt mich jedoch bis zum Abschluss. Überzeugend waren dafür die abwechslungsreichen Gefährten und die Amigos von Dany, welche mir allesamt ans Herz gewachsen sind. Entsprechend kann ich eine klare Empfehlung aussprechen, sofern ihr mit der Welt von Far Cry auch nur ein klein wenig anfangen könnt.
Mein persönliches Highlight: Mein treuer Krokodil-Begleiter Guapo!

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Kommentare 11

  • electroplankton

    Turmknappe

    Warum ist der Test auf ntower? Ist das ein Spiel für eine Nintendo Konsole?

  • Philipp_Watch

    Turmheld

    electroplankton


    N-Tower stellt regelmäßig Berichte/Tests über Spiele ein, die auch, oder nur auf anderen Plattformen veröffentlicht werden 😎


    Zum Test: Sollte eigentlich ein DayOne Kauf werden, aber Nintendo musste mich ja mit Dying Light und GTA und Pokémon wieder an die Switch geißeln 😂 Macht nichts, dann gibt’s FC6 eben nächstes Jahr auf die Series S

  • Spielunke

    Turmritter

    Philipp_WatchKann man dying Light in DE überhaupt kaufen für die Switch?

  • Maik Styppa-Braun

    Redakteur

    electroplanktonwir Redakteure haben immer wieder das Glück, auch mal den Blick über Nintendo hinaus zu wagen. Da viele unserer Leser auch Konsolen fernab von Nintendo besitzen, veröffentlichen wir eben ab und an einen Nerdkultur-Test. :)

  • Solaris

    Elden Tower

    Warum ist der Test auf ntower? Ist das ein Spiel für eine Nintendo Konsole?

    Klar doch, für die Nintendo Series N, hast du etwa keine bei dir Zuhause stehen? =O

  • Philipp_Watch

    Turmheld

    Philipp_WatchKann man dying Light in DE überhaupt kaufen für die Switch?

    Ich habe meine Version bei GamesOnly.at bestellt und kann deutsche Texte und Untertitel auswählen. Die Dialoge sind in Englisch 🙂 Macht irre Spaß auf der Switch

  • N-Switcher

    Turmbaron

    Ich find es mehr als schade das wir keine cloud Version auf die Switch bekommen.


    Philipp_Watch


    Im US e-shop mit einem US Account kannst du auch die deutsche Sprachausgabe downloaden...

  • Philipp_Watch

    Turmheld

    Ich find es mehr als schade das wir keine cloud Version auf die Switch bekommen.


    Philipp_Watch


    Im US e-shop mit einem US Account kannst du auch die deutsche Sprachausgabe downloaden...

    Ja und Nein….


    Mir hat Hitman 3 damals echt gereicht. Ich hatte 1 Minute tolles Gameplay und dann 2 Minuten (Dubai Level - viele Leute) nur FPS Einbrüche und Internet Probleme 😅 Möchte nicht wissen wie es bei FC6 aussieht

  • Spielunke

    Turmritter

    Ich habe meine Version bei GamesOnly.at bestellt und kann deutsche Texte und Untertitel auswählen. Die Dialoge sind in Englisch 🙂 Macht irre Spaß auf der Switch

    Vielen Dank für die Info

  • General McCreevous

    Turmheld

    mir fehlen in dem Teil ein paar wilde Tiere mehr + mehr Chaos durch die Tiere + mehr Tierarten

    Sonst ein super Spiel.

  • Eisblauer Wolf

    Wölfin des Nordens

    Ansich war ich schon immer neugierig auf diese Spielereihe, aber als ich First-Person las war es denn dann. Ich kann diese Perspektive überhaupt nicht leiden :D. Schade ich hätts mir gern mal angeguckt :).