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Ein mächtiger Krieger mischt die nordische Mythologie auf – God of War in unserer Comic-Rezension

„Und Kratos stürzte sich vom höchsten Berg ganz Griechenlands hinab. Nach 10 Jahren des Leidens, 10 Jahren endloser Albträume sollte dies nun das Ende sein. Der Tod als Retter vor dem Wahnsinn. Doch es war nicht immer so gewesen …“


Als ich diese Worte vor etlichen Jahren das erste Mal auf meiner PlayStation 2 vernahm, stand ich ganz am Anfang eines Spieles, das die grafischen Qualitäten der Konsole ausreizen sollte. So etwas wie God of War hatte man damals noch nicht gesehen. Die Inszenierung, die Grafik und das Gameplay waren schon etwas Besonderes. Dabei bediente man sich bei der Erzählung bei der griechischen Mythologie und brachte hier und da auch ebensolche Brutalität dieser mythologischen Geschichten mit ein. Kratos war alles andere als zimperlich, weswegen das Spiel an ein erwachsenes Publikum gerichtet war.


Atreus und Kratos müssen sich vielen Gefahren stellen.

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Aus dem ersten Spiel entstand über die Zeit ein wichtiges Franchise für Sony und die PlayStation-Konsolen. Doch auch wenn die Inszenierung und Brutalität immer immersiver wurden, die Geschichten und das Gameplay ließen bei den späteren Spielen eher nach. Also war es Zeit für einen Reboot auf der PlayStation 4. Doch war das wirklich ein Neustart oder nur ein anderer Kratos, der sich nun mit seinem Sohn in der nordischen Mythologie zurechtfinden musste und sich deren Monster und Fabelwesen erwehrte?


Der PlayStation 4-Titel schlug ein wie eine Bombe und brachte die Marke God of War wieder ins Rampenlicht. Es ist also kein Wunder, dass bereits ein Nachfolger angekündigt und gezeigt wurde, der nun erstmals auch auf der PlayStation 5 erscheinen soll. Er diente ebenfalls als Grundlage für den hier zu besprechenden Comic, in dem Kratos alles andere als gut gelaunt ist – aber er war ja noch nie ein Quell der guten Laune.


Kratos ist gelangweilt, Tag für Tag geht er in die Wälder hinaus, um sich zu prüfen und zu lernen, mit seiner unbändigen Wut umzugehen. Denn Kratos ist immer noch mächtig wütend. Davon erzählt er seiner Frau und seinem Sohn Atreus abends in seiner Hütte. Während sie einen Eintopf macht, lobt sich Kratos dafür, dass er seine Wut am Tage im Zaum halten konnte. Er hat ein Rudel Wölfe, was sich ihm näherte, nicht angegriffen, sondern nur abgewehrt. Doch kurz bevor die Situation geklärt schien, traf eine Gruppe Trolle hinzu und forderte Kratos zum Kampf auf. Es kam, wie es kommen musste, Kratos verlor die Beherrschung und erledigte die Trolle auf blutige Weise. Nun fühlt er sich als Versager, weil er dem Zorn nicht entgehen konnte.


In einer zweiten, längeren Geschichte trifft Kratos auf einen alten Mann, der sich einem Bärenangriff ausgesetzt sieht. Zunächst kümmert sich Kratos nicht weiter darum, merkt aber, wie erneut die Wut in ihm aufsteigt. Also hilft er dem alten Mann und zerlegt den Bären kurzerhand in einigen blutigen Panels. Doch der Bär war kein gewöhnlicher Bär, sondern ein verwandelter Mann, der Teil einer größeren Gruppe war. Diese Gruppe von Männern macht die Hütte von Kratos und seiner Familie ausfindig und greift nun Atreus und Kratos an. Selbstverständlich tötet Kratos alle seine Widersacher und nimmt die Verfolgung eines Mannes auf, der fliehen konnte. Bei den Bären handelt es sich um Berserker, die Kratos und seiner Familie den Garaus machen wollen. Also müssen Atreus und Kratos ihnen zuvorkommen und besuchen eine alte Schamanin, die ihnen das Geheimnis rund um die Berserker verrät, allerdings für einen gewissen Preis. Nur so viel: Es bleibt weiterhin blutig ...


Kratos ist wütend, er muss sich seinem Zorn stellen. Kratos ist schwach, weil er sich nicht beherrschen kann, sondern der Zorn ihn immer wieder übermannt. Auch als grundsätzlicher Fan der Spielereihe komme ich hier nicht umhin, zu sagen, dass das schon starker Tobak ist. Letztendlich geht es immer nur um das eine, es findet keine Charakterentwicklung statt. Im Gegenteil, immer wieder versucht Kratos, seinen Sohn zu „erziehen“ und ihn auf das harsche Leben in der Wildnis vorzubereiten. Immer wieder kommt es zwischen den beiden zu Konflikten, weil Atreus (noch) nicht so ein großer Krieger ist wie sein Vater. Das ist für ein paar Seiten ganz nett zu lesen, aber trägt in meinen Augen keinen ganzen Comic. Immerhin kann die Optik überzeugen und bringt uns die Geschichte in zahlreichen, teils auch sehr blutigen Panels näher. Nichts für zartbesaitete Gemüter!


Wenn ihr euch selbst ein Bild vom God of War-Artwork machen möchtet, findet ihr hier ein paar Eindrücke auf der Verlagsseite.


God of War ist erschienen bei Cross Cult, ISBN: 978-3-96658-499-9, 17 x 26 cm, Softcover, 112 Seiten, 15,00 Euro


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Unser Fazit

Meinung von Dennis Gröschke

Hierzulande hat sich der Cross Cult-Verlag die Rechte an den Comics zu God of War gesichert und im Oktober dieses Jahres den ersten Band veröffentlicht. Optisch und inhaltlich greifen die Zeichnungen auf die Charaktere des PlayStation 4-Spieles zurück und präsentieren uns ein paar gewalttätige und durchaus blutige Panels, wenn Kratos sich mal wieder nicht beherrschen kann. Der Comic kann in meinen Augen mit den Zeichnungen von Tony Parker und den Farben von Dan Jackson durchaus punkten. Die Geschichte jedoch bringt mich nicht hinter dem warmen Ofen in Kratos´ Hütte hervor. Im Grunde werden hier nur die allgemeinen Rachegedanken von Kratos thematisiert, die ihn zu einem zornigen Mann gemacht haben. Das ist für ein paar Seiten durchaus hinnehmbar, führt aber schnell in eine Sackgasse, weil drumherum keine spannende Geschichte erzählt wird. Und von einer Charakterstudie sind wir bei diesem Comic meilenweit entfernt. Wenn ihr Fan des Franchise seid, bekommt ihr hier jede Menge Gore und Kratos wie zu seinen besten Tagen. Hattet ihr euch so wie ich ein paar Hintergründe zur allgemeinen Lore erhofft, werdet ihr leider enttäuscht.

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Kommentare 2

  • Vigy-luigi091016

    Die einzisgte Reihe außerhalb Nintendos wo ich noch wirklich gerne zocken würde.Zu meiner PS Zeiten hab ich die Reihe geliebt.


    Bei god Of War muss ich irgendwie immer an Kid Icarus denken.Man könnte soviel aus der Reihe machen ,da steckt soviel Potenzial dahinter. .vieleicht Ein open World mit guter Story so ähnlich wie das neue Ubisoft Spiel wo auch in der griechischen Mythologie spielt

  • Heldissimo

    Turmbaron

    Das Reboot war eigentlich nicht schlecht hatte aber zu viele recycelte Gegner und viel Füllmaterial. Hoffe man hat im nächsten Ableger etwas mehr Abwechslung.