© 2017 ATLUS, Hisato MURASAKI ©SEGA/SHOGAKUKAN

Persona 5 in unserer Manga-Rezension – Der Ursprung der Phantomdiebe

Unser Abenteuer startet in der U-Bahn Richtung Shibuya Station in Tokyo. Wir sehen einen jungen Mann, wie er in Erinnerungen schwelgt, die ihm nicht behagen. Irgendetwas ist vorgefallen, wo er sich eingemischt hat und nun dafür die Konsequenzen zu tragen hat. Genaueres erfahren wir zu Beginn noch nicht. Sein Name ist Akira Kurusu und er ist auf dem Weg zur Shujin-Akademie im Herzen Tokyos, an die er nun versetzt worden ist. Doch zunächst ist der Oberschüler unterwegs zu seiner neuen Unterkunft, wobei er zwischendurch in der Nähe der berühmtesten Kreuzung von Shibuya eine neue App auf seinem Smartphone entdeckt. War die schon immer dort auf dem Gerät? Sehr komisch.


In der ersten Nacht seiner neuen Unterkunft befällt Akira aber ein ungewöhnlicher Traum. Es scheint fast so, als ob er währenddessen in einer anderen Realität weilt. Wir Leser erfahren nach und nach davon, was damals vorgefallen ist und warum Akira versetzt wurde. So wollte er eigentlich nur einer Frau in Not helfen, ihm wird jedoch stattdessen ein Verbrechen angehängt. Überhaupt scheinen es Erwachsene auf ihn und sein Temperament abgesehen zu haben. Doch was es mit diesem Traum auf sich hat, das erfahren wir Leser erst später.


Akira und seine Persona kämpfen an der neuen Schule gegen einen Lehrer, der seinen Einfluss missbraucht.

© Tokyopop

Am nächsten Morgen auf dem Weg zur Schule begegnet Akira einem blonden Mädchen, das von einem Fremden im Auto aufgesammelt und mitgenommen wird. Erst später stellt sich für Akira heraus, dass der Fremde ein Lehrer an der Schule und gleichzeitig der Coach der Volleyball-Mannschaft ist. Unmittelbar darauf trifft Akira auf einen Mitschüler namens Ryuji Sakamoto, der ihm anbietet, den Weg zur Schule zu zeigen. Doch als die beiden vor Ort ankommen, stellen sie fest, dass die Schule durch ein seltsames Schloss ersetzt wurde. Doch wie kann das sein? Und warum laufen überall Monster durch die Gänge? Schnell finden sich Sakamoto und Akira Kurusu hinter Gittern wieder und treffen auf eine seltsam agierende Version des Lehrers namens Kamoshida, der vor einigen Stunden (oder waren es Minuten?) erst die Mitschülerin in seinem Auto mit zur Schule genommen hatte.


Alles scheint verändert zu sein und so führt sich Kamoshida hier auch wie ein König auf – schließlich befindet er sich ja in einem Schloss. Ist das ein Traum, eine andere Realität oder hat es was mit der App auf Akiras Smartphone zu tun? Jedenfalls befreit Akira sich und Sakamoto indem er seine Persona offenbart, eine Art physische Manifestation seiner inneren Psyche. Zunächst ungeplant, im weiteren Verlauf des Buches aber auch durchaus gewollt, kann Akira somit in der alternativen Welt auf diesen Kämpfer zurückgreifen und mit ihm agieren.


Im Verlauf des Mangas passieren noch weitere Dinge, die ich hier nicht weiter erläutern möchte, um nicht zu viel zu verraten. Nach und nach kommt Akira aber den Machenschaften von Lehrer Kamoshida auf die Schliche und erhält Unterstützung von einem katzenähnlichen Wesen namens Morgana. Die Themen, die Persona 5 dabei bearbeitet, sind nichts für Kinder. Nicht umsonst ist das Videospiel mit einer Freigabe ab 16 Jahren versehen und auch der Manga hat eine Altersempfehlung von 15 Jahren oder älter. Rund um Kamoshida und seine Volleyball-Mannschaft macht sich der Vorwurf von Missbrauch bemerkbar. Aber auch ein relativ plötzlicher Suizid im Umfeld der Schule wird thematisiert, der noch weitere Dinge in Gang setzt, die in diesem Band noch nicht final aufgelöst werden. Aus diesem Grund sollte man vielleicht das Videospiel kennen – oder den Band nicht unbedingt jüngeren Kindern zu lesen geben.


Die Umsetzung der Geschichte scheint ähnlich wie im Videospiel zu sein, was ich persönlich nicht gespielt habe. Aus diesem Grund kann ich keine Vergleiche anstellen, kann aber sehr wohl sagen, dass die visuelle Umsetzung generell recht standardisiert daherkommt und daher Potenzial verschenkt. Wenn ich mir dazu Videos rund um die visuelle Gestaltung des Videospiels anschaue, dann strotzt es dort bis in die Menüs nur so vor Style und Design. Ein wenig davon hätte ich mir auch für die Umsetzung hier gewünscht, auch wenn das vielleicht zu sehr vom eigentlichen Kern, der Geschichte, abgelenkt hätte. Nichtsdestotrotz lässt sich die Manga-Umsetzung einwandfrei lesen und verfolgen, auch wenn man die Vorlage nicht kennt. Hier und da hätte ich mir beim Protagonisten Akira ein wenig mehr Hintergrundinformationen gewünscht, aber vielleicht bekommen wir in den nächsten Bänden dazu noch mehr Inhalt.


Wenn ihr euch selbst ein Bild vom Artwork zum Persona 5 Manga machen wollt, findet ihr hier ein paar Eindrücke auf der Verlagsseite.


Persona 5 Manga Band 1 ist erschienen bei Tokyopop, ISBN: 978-3-8420-7153-7, Softcover, 208 Seiten, 6,99 Euro


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Unser Fazit

Meinung von Dennis Gröschke

Der Manga zu Persona 5 hat mir gut gefallen und auch mein Interesse für das Videospiel geweckt. In Japan erschienen beide Medien kurz hintereinander, umso erstaunlicher, dass es bei uns in Deutschland so lange gebraucht hat, bis wir auch den Manga in den Händen halten können. Leserinnen und Leser, die die Vorlage nicht kennen, kommen mit der Adaption gut klar und lernen die Fähigkeiten von Akira gemeinsam mit ihm kennen, was den Einstieg erleichtert. Insgesamt bleibt der Protagonist jedoch im ersten Band eher blass, wir erfahren wenig über seine Vergangenheit. Allerdings kann man als Leser sagen, dass er das Herz am rechten Fleck zu haben scheint und sich seine neuen Fähigkeiten zum Wohl der Gerechtigkeit zunutze machen möchte. Die visuelle Umsetzung ist unaufgeregt aber stilsicher von Hisato Murasaki umgesetzt – trotzdem ist da in meinen Augen noch Luft nach oben. Auf der anderen Seite sind wir jetzt auch erst in die Welt von Persona 5 eingestiegen. Ich bin gespannt, was uns die weiteren Bände der Reihe bringen werden.

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Kommentare 3

  • mrcb

    Turmheld

    Oh man, als ich "Persona 5" in der Überschrift gesehen habe, bekam ich einen halben Herzinfarkt... :D

    ... bis ich sie dann zu Ende gelesen hatte...

    Ihr traut euch was! ;)

  • Aveniala

    Turmamazone

    wurde auch Zeit.

    Hab die englischen schon lange, jetzt endlich kommen die auch bei uns Lokalisiert raus*.*

  • mrcb

    Turmheld

    @Dennis Gröschke

    Persona 5 zählt nicht umsonst zu einem der besten und bestbewerteten Spielen aller Zeiten!

    Wenn irgendwie die Möglichkeit besteht, würde ich unbedingt die 100+ Stunden ;) investieren, in der "Royal" Version noch weiter mit zusätzlichen Charakteren und einem möglichen anderen Ende erweitert...

    Eigentlich ein "muss" für einen Redakteur :D

    Nur Strikers hat mir nicht unbedingt so gefallen, aber ist ja eine ganz andere Art von Spiel...

    Das Buch, ist ja nicht teuer, habe ich jetzt mal über euren Link bestellt...