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Artus und seine Untotenrunde – Once & Future 1 in unserer Comic-Rezension

Stellt euch vor, ihr bekommt einen Anruf, dass eure Oma aus dem Altersheim abgehauen ist, aber statt verwirrt durch die Straßen zu irren, führt sie euch zu ihrem geheimen Waffenarsenal und verkündet, dass sie ihre alte Berufung wieder aufnimmt und Monster jagen muss – und ihr sollt ihr dabei helfen. Genau so ergeht es Duncan, dem Protagonisten der Comic-Reihe Once & Future, und so viel vorweg: Es ist großartig.


Der König ist untot. Lang lebe der König.


Bei einer Ausgrabung in Cornwall werden Artefakte aus dem 6. Jahrhundert entdeckt. Kurz darauf wird der verantwortliche Archäologe ermordet und eines der Fundstücke, eine Schwertscheide, verschwindet. Damit wird für Bridgette McGuire, ehemalige Monsterjägerin, klar, dass sie ihren Lebensabend nicht länger ruhig im Altersheim verbringen kann, denn eine nationalistische Gruppe beschwört anscheinend einen längst zur Legende gewordenen König aus dem Reich der Toten, um England unter ihre Macht zu bekommen. Aber diesmal ist die rüstige Lady nicht allein. Es wird Zeit, ihren Enkel Duncan einzuweihen, damit er den Platz einnehmen kann, der ihm schon lange vorherbestimmt ist.

Bridgette McGuire ist alles andere als eine typische Großmutter.

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Autor Kieron Gillen, u. a. bekannt durch zahlreiche Marvel-Comics, und Zeichner Dan Mora holen mit der Once & Future-Reihe den berühmten Artus-Mythos in die Neuzeit und geben ihm dabei einen wesentlich düsteren Anstrich. Denn aus der Anderswelt dringen nicht nur der König und seine Ritter ins Hier und Jetzt, auch Monster und Dämonen erscheinen nach langer Zeit wieder in England. Duncan versteht entsprechend die Welt nicht mehr, und dass gerade seine Oma die abgebrühte Expertin ist, die ihn nun im Schnelldurchlauf und auf ihre ganze eigene, alles andere als liebenswürdige Weise zu ihrem Nachfolger macht, ist erfrischend anders und vor allem sehr humorvoll.


Das Tempo ist dafür, dass es der erste Band einer Reihe ist, bereits erstaunlich hoch. Es geht Schlag auf Schlag, sodass die Erklärungen und Hintergrundinformationen manchmal etwas zu kurz kommen und nicht immer sofort nachvollziehbar ist, warum gerade was passiert. Es hilft, die König Artus-Saga zu kennen, dann macht dieser Comic noch mehr Spaß, aber es ist keinesfalls eine Voraussetzung. Ich habe parallel immer mal wieder in die über tausend Jahre alte Vorlage geschaut und fand es umso interessanter zu sehen, was Gillen und Mora daraus gemacht haben.


Die Zeichnungen sind durchweg großartig, vor allem auch wegen dem Farbkonzept, das auf ganz bestimmten Farben beruht und sich je nach Ort oder Vorgang in der Geschichte ändert, sodass man nach einer Weile bereits am Farbschema sieht, was los ist. Die Panels sind eher klassisch angeordnet, hier wird wenig experimentiert, aber das ist aufgrund des bereits erwähnten hohen Erzähltempos auch gut so.


Das einzige Manko dieser Ausgabe ist die nicht immer gelungene Übersetzung. So ist an einer Stelle jemand „total durchgemischt“, was der Szene etwas unfreiwillig Komisches gibt, was dort aber leider so gar nicht passt. Im englischen Original stand sicherlich „mixed up“, was man hier besser mit „durcheinander“ übersetzt hätte. Davon abgesehen kann ich Once & Future I – Der König ist untot aber wärmstens empfehlen, vor allem für Fans von britischer Geschichte, der Artus-Saga, Monstern und Untoten und draufgängerischen Großmüttern. Ich habe direkt mit dem Folgeband weitergemacht und auch Band 3 und der vorläufig letzte 4. Band, der am 13. Juni 2022 erscheint, werden noch bei mir einziehen.


Once & Future 1: Der König ist untot ist erschienen bei Cross Cult, ISBN: 978-3-96658-182-0, 144 Seiten, Hardcover, 22,– Euro


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