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Historie der Teenage Mutant Ninja Turtles-Videospiele – Teil 2 Manhattan in Time Spezial Historie

Herzlich willkommen zum zweiten Teil unserer mehrteiligen Historie zu den Videospielen der Teenage Mutant Ninja Turtles. Die Ankündigung von Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge und auch der Cowabunga Collection für die Nintendo Switch nehmen wir zum Anlass, uns in den nächsten Wochen und Monaten mit den bisherigen Gehversuchen der Turtles im Bereich der Videospiele zu beschäftigen. Bis zum Release der neuen Spiele werden wir in unregelmäßigen Abständen die älteren Games nochmals oder auch erstmals unter die Lupe nehmen und uns durch die Videospielwelten der vier Schildkröten-Brüder schnetzeln. COWABUNGA!


Mit den beiden ersten Spielen für das NES, die wir euch im ersten Teil unserer Historie (siehe hier) vorgestellt haben, waren Videospieler der damaligen Zeit bereits gut versorgt, doch wir wissen ja: Gamer möchten gerne mehr. Mehr Spiele, mehr Sprites und mehr Manhattan! Das dachte sich auch Konami und veröffentlichte bereits im Dezember 1991 Teenage Mutant Ninja Turtles III: The Manhattan Project in Japan und ein paar Monate später dann auch in den USA. Zur Hochzeit der Animationsserie nahm man sich eben diese als Vorlage und erneut konnte man als Spieler in die Fußstapfen der vier Brüder treten. Doch es gab einen Haken: Es blieb bei einem Release in den beiden genannten Ländern. Trotz Werbung und Vorschauen in einschlägigen Magazinen verzichtete man auf eine Veröffentlichung des Spieles in hiesigen Gefilden. Denn wir erinnern uns, das SNES war in Japan und den Staaten längst auf dem Markt. Also sprach eigentlich nichts gegen eine weitere Veröffentlichung eines Turtles-Spieles hier in Europa, konnte man hier doch noch auf die NES-Fangemeinde hoffen.


Manhattan Project wurde nie in Europa veröffentlicht, das wird sich im Jahr 2022 endlich ändern.

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In Deutschland schauten die Spieler damals wohl oder übel in die (Fernseh)-Röhre, denn das „Manhattan Project“ ist bis heute nicht offiziell bei uns erschienen. Dabei hatten sich die Turtles nach ihrem Einsatz im zweiten NES-Spiel doch so sehr auf Urlaub gefreut. Zu Beginn von Manhattan Project erleben wir sie relaxend am Strand von Florida, doch die Ruhe hält nicht lange an. Während eines Fernsehberichts von April O'Neil wird diese erneut vom Shredder gefangen genommen und als ob das nicht genug wäre, wird ganz Manhattan aus der Erde gerissen und in die Luft gehoben.


Beim Gameplay an sich durften Fans keine neuen Offenbarungen erwarten, allerdings wurden die Turtles nun mit Spezialfähigkeiten ausgestattet, damit sich die Brüder untereinander mehr in ihren Angriffen unterscheiden. Auf der anderen Seite passen die entsprechenden Animationen und Angriffsmöglichkeiten auch besser zu jeder einzelnen der Schildkröten. Neben den neuen Fähigkeiten und den Animationen gefielen die allgemeinen Grafiken den damaligen Spielern sehr. Alles war ein wenig näher an der Cartoon-Serie dran, auch wenn sich die Gestaltung einiger Figuren und Hintergründe auf einem hohen Niveau befanden, schließlich war das NES zu dem damaligen Zeitpunkt schon lange Zeit auf dem Markt. Dennoch fielen die großen Sprites und grellen Farben förmlich aus dem Fernseher heraus.


Das Scrolling erfolgte nicht nur in eine Richtung, sondern war ebenso flexibler gestaltet worden und zum Soundtrack äußern sich noch heute zahlreiche aktuelle YouTuber begeistert. All das haben wir hier in Europa nicht zu sehen bekommen und können daher nicht nachvollziehen, dass einige Gamer das Manhattan Project auf einer Höhe mit den Turtles in Time sehen. Klar hinkt der Vergleich ein wenig, weil sich die beiden Spiele auf unterschiedlichen Systemen bewegen, aber dennoch wurde noch einiges aus der alten Hardware herausgekitzelt. Hier in Europa war der Ausflug in die unterschiedlichen Zeitebenen dagegen ungleich populärer. Ganz aktuell wurde aber mit Teenage Mutant Ninja Turtles: The Cowabunga Collection doch tatsächlich eine Sammlung der alten Konami-Klassiker der Turtles für die Nintendo Switch angekündigt. Mit dabei ist dann auch Teenage Mutant Ninja Turtles III: The Manhattan Project, welches dann erstmals in Europa auch für Spieler verfügbar ist, die sich das Spiel nicht importiert oder auf einer Retro-Börse besorgt haben. Ebenfalls mit integriert in dieser Collection sind die Arcade- Version sowie die Umsetzung für das SNES von Teenage Mutant Ninja Turtles IV: Turtles in Time.


Die Turtles auf Zeitreise in der Steinzeit und bei den Piraten!


Hier kommt dann wohl auch die Grundlage für Shredder's Revenge endlich ins Spiel, gilt Turtles in Time doch in unseren Gefilden als DAS Nostalgie-Spiel für Turtles-Fans. Doch Moment mal, da stimmt doch was nicht. Wieso heißt das Spiel Teenage Mutant Ninja Turtles IV: Turtles in Time? Das hat einige Käufer damals bestimmt irritiert, doch heute wissen wir es besser, dass man nicht einfach den dritten Teil vergessen hat. Aber wie noch bei den ersten beiden Spielen auf dem Nintendo Entertainment System gab es zu Turtles in Time eine Arcade-Version für die Spielhallen. Gegenüber dieser Arcade-Version wurden für die Heimkonsolenfassung auf dem SNES aber Änderungen vorgenommen, die allgemein als Verbesserung angesehen werden. Einige davon schauen wir uns nachfolgend an.


Zahlreiche Gegner stürmen auf euch ein. Nichtsa, was einen Ninja Turtle nervös machen müsste.

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Als das Spiel im November 1992 in Deutschland veröffentlicht wurde, wussten viele Gamer in Deutschland wahrscheinlich nichts von der Arcade-Version, weil das mit der Automaten-Kultur in Deutschland früher so eine Sache war. Konnte man am Automat noch mit bis zu vier Spielern gleichzeitig daddeln, reduzierte sich die Anzahl der Spieler am SNES logischerweise auf zwei. Mein Kollege Adis hat sich in unserem Test näher mit dem SNES-Port beschäftigt. Im weiteren Verlauf möchte ich daher den Fokus ein wenig mehr auf die Änderungen und Ergänzungen zu der Arcade-Fassung legen. Eine erste Änderung gab es bereits beim Intro: Während in der Automaten-Fassung die Turtles im Hintergrund Pizza essen und Foot Soldier bekämpfen, läuft im Vordergrund die Titelsequenz. Im Unterschied dazu orientiert sich die Introsequenz der SNES-Version mehr an der animierten Serie und die Turtles kommen von schräg oben ins Bild gesprungen.


Grundsätzlich blieben bei der Umsetzung die Steuerung und die graphischen Elemente erhalten, auch wenn es hier und da Anpassungen an die Hardware gab. Dennoch musste man sich optisch und akustisch nicht verstecken. Geringfügige Anpassungen an der Steuerung waren zu vernachlässigen, das Werfen von Gegnern wurde leicht angepasst und bei der SNES-Version wird nun eine gehaltene Taste vorausgesetzt, wenn man mit seiner Figur rennen möchte. In der Arcade-Version brauchte man dazu den Stick nur längere Zeit in eine Richtung gedrückt halten und die Figur nahm automatisch Geschwindigkeit auf.


Größere Anpassungen wurden allerdings bei den normalen Widersachern und den Bossgegnern vorgenommen. So tauchen in der SNES-Fassung dann Slash, Rocksteady, Bebop, der Rattenkönig und Shredder in einem Roboteranzug auf. Ergänzend dazu wurde das Spiel auch noch um eine weitere Stage ergänzt, die das Technodrome zeigt und bereits in optisch ähnlicher Form im ersten Arcade-Game enthalten war. In diesem Level gab es dann auch Anpassungen hinsichtlich der Platzierung der jeweiligen Gegner, die beim ersten Spielen der SNES-Fassung mit Sicherheit für Überraschungen sorgten, falls man den Arcade-Automaten kannte. Ebenfalls überarbeitet wurden einige der Übergangslevel wie beispielsweise das Surflevel in der Kanalisation, wo nun mit Hilfe des Mode 7-Effektes auf der Hardware gepunktet werden konnte. Sicherlich waren die Sprites und Animationen der Figuren nicht auf einem Level mit der Arcade-Version, dennoch konnte man mit der Umsetzung in dieser Hinsicht sehr zufrieden sein.


Der VS-Modus war nicht sehr umfangreich und konnte nur kurz unterhalten!

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Mit ein wenig Geschick lässt sich Turtles in Time innerhalb von 1,5 Stunden gut durchspielen, was für ein Vollpreis-Spiel auf dem SNES zu wenig Inhalt ist, anders als beispielsweise bei einem Arcade-Automaten. Aus diesem Grund hat Konami noch zwei Modi hinzugefügt, die sich hier spielen lassen. Da wäre zum einen ein Versus-Mode, in dem sich zwei Spieler gegenseitig in einer vorgegebenen Stage bekämpfen, während Master Splinter im Hintergrund zu sehen ist. Man könnte das durchaus als Trainingseinheit für das Spiel ansehen, bevor man sich ins Hauptabenteuer stürzt. Jedoch fehlt dem Spiel hier eine größere Variation hinsichtlich der Angriffs- und Bewegungsmöglichkeiten, weswegen dieser Modus nett ist, aber eben auch kein vollwertiger Ersatz für ein Beat 'em up mit den Turtles. Darauf sollte Konami zu einem späteren Zeitpunkt noch zurückkommen, aber das behandeln wir in einem anderen Text. Zudem wurde ein Time-Trial-Modus hinzugefügt, in dem ihr innerhalb einer bestimmten Zeit so schnell wie möglich alle auftauchenden Gegner besiegt. Dies geschieht in Szenerien, die ihr aus dem Hauptspiel kennt, nur ohne das Scrolling, der Bildschirm bleibt fest an einer Stelle und die Gegner müssen dort dann innerhalb von 30 Sekunden erledigt werden, bevor es zum nächsten Bildschirm geht.


Abgerundet wird die Umsetzung von Teenage Mutant Ninja Turtles IV: Turtles in Time für das Super Nintendo mit einer gelungenen musikalischen Untermalung und schönen, kräftigen Grafiken, was das Spiel noch heute zu einem Vorzeigetitel für 2D-Brawler mit Scrolling macht. In diese Kerbe möchte auch die aktuelle Iteration des Genres mit Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge auf der Nintendo Switch einschlagen, weswegen die Vorfreude in der Community so groß ist. Aber wer weiß, vielleicht kehren wir vorher noch einmal zur Zeitreise zurück, je nachdem, wann wir die Cowabunga Collection hierzulande zu Gesicht bekommen. Es sind tolle Zeiten für Fans der Turtles und von Brawlern angebrochen.


Mit diesem zweiten Teil unserer Historie schließen wir vorerst mit Brawlern der Turtles auf den Heimkonsolen ab. Im nächsten Teil soll es dann um die Umsetzungen auf dem Game Boy gehen, bevor wir uns daran anschließend um die Tournament Fighters kümmern. Mögen eure Pizzen bis dahin immer heiß und lecker sein!

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Kommentare 2

  • afriixy

    Turmbaron

    Turtles in Time und Battletoads. Was für Brecher auf der SNES.

  • otakon

    Ssssssssswitch

    Fand Turtles in Time damals so toll aber konnte es nur mal bei Freunden spielen da ich mir das Spiel selbst nicht kaufen konnte zu dem Zeitpunkt.