Horror: FatalFrame und Shinrei Camera

Wegen dem baldigen Release von Shinrei Camera in Japan, das ein Spin-Off zur Hauptserie „Fatal Frame“ darstellt, möchte ich euch kurz was über meinen Lieblingsteil diese Serie erzählen.

Also: Willkommen zu: Fatal Frame 2: Crimson Butterfly!


„Fatal Frame“ (oder auch „Project Zero“ außerhalb von Japan) ist eine Horrorserie von Tecmo, die vornehmlich auf der PS2 erschien; jedoch auch für die Xbox geportet wurde.
Fatal Frame 2 stellt für mich das beste Horrorspiel aller Zeiten da. Dabei ist es verglichen mit den Flagschiffen des Genres, Resident Evil und Silent Hill (SH), ziemlich unbekannt. Darum gibt es jetzt von mir eine kleine Kostprobe zu „Fatal Frame“, die ich euch durch Videos zu versüßen versuchen werde. ;) Aber nicht von mir eingespielt...


Ich würde mich über Kommentare freuen!:)


[Blockierte Grafik: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/thumb/a/af/Fatal_Frame_II_-_Crimson_Butterfly.jpg/250px-Fatal_Frame_II_-_Crimson_Butterfly.jpg]


Fatal Frame 2: Crimson Butterfly
Playstation2: 2003 (Japan), 2004 (Europa)
USK: 16 Jahre (Bitte um Diskretion)


Fatal Frame 2 ist die Geschichte der Zwillinge Mio und Mayu. Ihr spielt Mio und entdeckt gemeinsam mit eurer Schwester ein traditionell japanisches Dorf in Mitten eines Waldes.
Das Spiel beginnt hier in vielerlei Hinsicht ähnlich wie Silent Hill 2. Das Geschehen wird durch eine, für das Jahr 2004, sehr sehr detaillierte Cutscene eingeleitet.

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Darauffolgend läuft man erst mal einige Zeit durch das stille Unterholz und wird wie in SH2 sehr langsam an den Handlungsort „Das Dorf der Götter“ hingeführt und erhält so ein Gefühl
für die Isolation der Mädchen. Im Dorf angekommen spielt sich ein Großteil der Geschichte immer wieder in den verschiedenen Herrenhäusern ab. Diese haben durch Holzgänge, Veranda, Tatamiräume und dergleichen diese typische japanische Atmosphäre.
In den Häusern selbst ist es dunkel. Zugegeben, nicht so dunkel, wie z.B. in dem Spiel „Amnesia“ oder etwa wie in dem Apartmenthaus in SH2 – nein, diese Dunkelheit erinnert bewusst an die Finsternis, die jeder von uns kennt, wenn er abends die Tür zu seiner Wohnung aufschließt und erstmal von stiller, bleicher Schwärze erwartet wird.

Gut, aber zurück zur Geschichte, ohne viel zu spoilern.
In dem Dorf der Götter hat sich vor wenigen Jahren eine Katastrophe ereignet. Seit jeher gibt es ein Ritual zu Versiegelung der Hölle, um dessen Eingang das Dorf errichtet wurde. In regelmäßigen Abständen müssen die Zwillinge eines der Herrenhäuser ein Ritual durchlaufen. Doch als dies einmal fehlschlug, hat eine tiefe Finsternis das Dorf verschlungen und alle Bewohner dahingerafft. Und jetzt kommt eine der wichtigen Aspekte ins Spiel: Diese Leute „durchleben“ als Geister in endloser Schleife diese Nacht!


In dem folgenden Video seht ihr eine kurze Einführung in das erste Haus. Das Osaka-Haus:


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Mayu und Mio begegnen also nach und nach diesen Geistern.
Dabei hat jeder Geist seine individuelle Geschichte, die sehr subtil erzählt wird; nämlich durch seinen Tod, die „Musik“ und die Umgebung.
So erfahren die Geister immer wieder ihre Todesursache. Das ganze führt zu abstrakten Erscheinungen, wie Frauen, mit gebrochenen Nacken oder ertrunkene Männer. Zum Beispiel gibt es aber auch wirklich geniale Einfälle, wie eine Frau, die die gesamte Zeit über immer wieder über ein Treppengeländer stolpert und so ständig in den Tod fällt. Dabei ist das auch ihre Angriffstaktik; dass sie also immer wieder von oben vor eure Füße fällt und dann mit gebrochenen Armen nach euch greift.
Ein weiterer sehr gut integrierter Geist ist auch ein junges Mädchen, das fast blind ist und sich deshalb wegen Angst vor Fremden oft in Schiebetürschränken versteckt. Zusätzlich trägt sie aber auch immer ein Glöckchen bei sich, damit sie gehört wird, falls sie sich einschließt. ..nun könnt ihr euch vorstellen, wie man sich also fühlt, wenn man also einen dunklen Gang entlang geht und man leise ein solches Glöckchen klingen hört und das Hirn dann nach und nach schlussfolgert...
So wird auch die Musik - oder besser: Geräusche – als Storymittel eingesetzt.


Hier einmal ein Video von einem sehr frühen Geist. Diese Frau hat sich vor der Dunkelheit an jenem Tag in einer Truhe versteckt und wird jedoch, wie man an dem Kindergeschrei hört, durch ihr Baby verraten. (Eigentlich erscheinen die Geister in-game, das war hier nur eine spezielle Situation)


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Und da habt ihr auch schon das Kampfsystem gesehn! Lasst mich aber erst kurz ausholen...


Das Kampfsystem der Silent Hill-Spiele gilt für mich als das beste für Horrorspiele. Dabei ist es so simpel!:) Man hat seine Waffe, legt sie an und schießt oder schlägt mit X! Hier wird man nicht aus der Erfahrung gezogen, da das Kämpfen eben nicht komplex ist; außerdem ist es nicht befriedigend oder überinszeniert, sodass man sich auch nicht übermächtig fühlt. In den folgenden Teilen wurde dies aber immer immer ausführlicher:
SH 3: Blocken möglich
SH 4: Schläge aufladbar.
SH Origins: Schläge aufladbar, Waffen zerstörbar und Dinge nun auch werfbar
SH Homecoming: Komplexes Kampfsystem, mit leichten und schwachen Schlägen, Hechtsprüngen etc.


Leider wurden die Spiele auch fortlaufend schwächer, wobei es sich mit der Resident Evil-Reihe ähnlich verhält. Zu komplexe Kampfsysteme in Horror-Spielen ziehen den Spieler aus der Erfahrung heraus. Bei SH Homecoming hat es sich am Ende angefühlt, wie in einem Devil May Cry oder ähnlichem, dadurch dass man um die Gegner ständig herumtänzelte. Man konnte zusätzlich komplexe Fernschusswaffen bedienen und irgendwann in Spiel beginnt sich dann das Gewicht zwischen Jäger und Gejagten allmählich zu verlagern.. und das Ergebnis ist eine halbgare Erfahrung.

Was hat nun Fatal Frame damit zu tun?

Fatal Frame schafft den Spagat!
Das Kampfsystem ist seit dem ersten Teil weitestgehend gleich geblieben. Auf recht Arcadegame-ähnliche Weise nimmt man die Geister mit der Kamera Obscura ins Visier und wartet, bis sich der Kreis um das Fadenkreuz auflädt um Schaden anzurichten.
Der Trick ist hierbei: Die Kamera macht nur dann wirksamen exorzierenden Schaden, wenn man die Geister an sich herankommen lässt. Man schaut also zu, wie sich der Geist dem Spieler nähert und versucht diesen Wunsch des Umdrehens und schnell Weglaufens zu unterdrücken. Dann, im letzten Moment, bietet sich die Möglichkeit für einen Zero-Shot! Zusätzlich kann man später sein Timing noch weiter verbessern um einen namensgebenden „Fatal Frame“ zu landen.
Dabei muss man auch die Bewegungen der Geister gut analysieren und das Spiel hat in diesem Sinne durchaus eine Lernkurve, die andere Horrorspiele nicht besitzen. Natürlich wird man irgendwann mal so gut, dass das Kämpfen leicht wird; aber bis sich dieser Effekt einstellt braucht es mindestens einen Spieldurchlauf. Außerdem (erscheint es zumindest mir so), dass die Geister nie genau an den selben Orten erscheinen...


Hier nochmal ein kurzer 2-minütiges Video zu einer Begegnung mit der „Broken Neck“-Frau; außerdem auch ein wenig Umgebungserkundung!


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Fatal Frame ist gruselig! Und das nicht zu knapp!

Nicht umsonst steht in der Anleitung, man solle das Spiel als verängstigte Person nicht alleine spielen – ich verstehe genau, was gemeint ist. Vor einigen Jahren habe ich das Spiel nach gerade einmal 3 (von ca. 8h) Stunden schnell wieder in die Hülle gepackt, in die nächstbeste Schublade geschoben und schon am folgenden Tag landete es auf ebay. ..und alles nur, damit ich es mir zu Beginn diesen Jahren wieder gekauft habe und es mit einem Freund allein in einem Haus bei stockfinsterer Nacht durchgezockt habe. Jetzt liebe ich das Spiel!


Die Art von Angst, die man beim Spielen entwickelt ist sehr ähnlich wie bei Silent Hill. Es ist dieses konstante Angstgefühl und nicht ein ständiges „BUH!“ und „SPLATTER!“. Die Geister sind, obwohl übernatürlich, sehr realistisch dargestellt. Dadurch, dass man nämlich von ihrem Leiden erfährt und nicht von überzogenen Effekten (wie z.B. Blut) abgelenkt wird. Hierbei kann ich auch nur empfehlen, mit Kopfhörern oder Soundanlage zu spielen, um in den Genuss der vollen Soundkulisse zu kommen. Ich bevorzuge zwar den dichten Silent Hill-Sound mit rhythmischen Beats, Kratzen und Dröhnen – aber auch bei Fatal Frame weiß das Ensemble zu überzeugen. Hier werdet ihr oft mit Geräuschen konfrontiert, die ihr so auch von zuhause kennt. Zum Beispiel das schnelle Wegrennen von nackten Füßen auf Holz, Klopfen an der Tür oder das Gleiten einer Schranktür. Und auch wenn oft nichts passiert, lässt einen diese ständige Präsenz hellhörig werden...


Die Geschichte zählt für mich dabei auch zu den Besten, die in Horror-Spielen erzählt wurden. Es ist beim ersten Mal spielen herrlich, durch fein angedeutete Umstände die Geschichte nach und nach zu erfahren. Gegen Ende kann man sich als Spieler ab einem gewissen Punkt wirklich ausmalen, wie man NICHT möchte, dass es endet. Man versucht einfach alles dagegen zu tun!
..und das ist das Ende da und man ist fassungslos!


Versteht mich nicht falsch auch ich hab Gänsehaut bekommen bei Enden wie in SH2, aber hier wird man nochmal auf ganz andere Weise als Spieler.. naja.. berührt!


Soweit so gut!
Ich hoffe, ich habe den Blog-Eintrag nicht zu sehr gesprengt. :D
Hier habe ich für euch im folgenden noch den Titel-Song von Fatal Frame2: Chou 蝶 “Schmetterling“!
Außerdem, für diejenigen, die ich vielleicht etwas ansprechen konnte, aber das Spiel (auch wegem dem momentanen Preis) nicht selbst spielen möchten, noch den Link zu einer herrlichen Walkthrough! Der Youtuber ist das Beste, was Horror-Spielen je passiert ist..er schreit nur gerne;) Ich empfehle jedem davon zumindest das erste Video zu sehen! :)


Song:

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Walkthrough:

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Bis dann,
soeren -Amagury-

Kommentare 4

  • Das Ende ist krass, ich stimmt dir voll und ganz zu! >< Ah.. das war einfach kein Happy End.. Als dann noch die Musik anfing und alles so in einander überging.. WUNDERBAR!
    Schön einen gleichgesinnten gefunden zu haben;) ist ja leider eher geheimtip;)

  • Wirklich schöner Blogeintrag! ^^
    Mich würds auch total freuen, wenn Shinrei Camera nach Europa kommen würde.
    Der zweite Fatal Frame Teil ist auch mein Lieblingsteil, allein schon wegen dem Ende! :O

  • Freut mich;)
    Ja, Shinrei Camera würde ich mir auch zu Gerne noch holen. Fand auch den Trailer echt vielversprechend. So neue Gamekonzepte gehören unterstützt :)

  • Hui, da hat sich aber jemand Mühe gegeben.


    Für mich persönlich eines der besten Horror-Spiele überhaupt. Die Reihe ist der Hammer und ich will unbedingt Shinrei Camera hier haben.^^