retro Gamer - das Magazin Blog #2

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  • Hallo liebe Leser/-innen,

    da wir gerade unsere Retro-Woche zelebrieren, will ich wieder einmal auf mein Lieblingsmagazin aufmerksam machen. Wie es der Zufall will, erschien diese Woche am Donnerstag die neueste Ausgabe der deutschsprachigen retro Gamer. Zusätzlich ist gerade ein Sonderheft der retro Gamer im Umlauf, das bereits seit Mitte April die Regale der Zeitschriftenhändler ziert. In meinem Blog möchte ich euch unter anderem mitteilen, was ihr von den beiden Heften erwarten könnt.


    Die Entstehung und die Hintergründe des Magazins retro Gamer:

    Das britische Magazin retro Gamer wird schon seit Anfang 2004 weltweit in englischer Sprache produziert. Noch bevor die Wii mit ihrer Virtual Console die Retro-Spiele wieder in den Vordergrund schob, beschlossen einige Redakteure in Großbritannien ein Magazin zu veröffentlichen, dass sich ausschließlich mit den Spielen aus "grauer Vorzeit" befassen sollte. Das veröffentlichte Heft wurde in kürzester Zeit so erfolgreich, dass sich der zuständige Verlag Live Publishing von dem anfänglichen vierteljährlichen Veröffentlichungszeitraum verabschiedete und es monatlich herausbrachte. Doch bereits im Jahr 2005 war das Heft schon in Gefahr. Live Publishing, der Herausgeber der retro Gamer und vieler anderer Magazine, musste in die Insolvenz gehen.

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    Die Erstausgabe der englischen retro Gamer

    Glücklicherweise erwarb der Verlag Imagine Publishing die Rechte für die retro Gamer und der Erfolg konnte weitergehen.
    Am 15.08.2012 kam erstmals eine ins deutsche lokalisierte Ausgabe des britischen Magazins retro Gamer heraus. Sie wurde von der GamersGlobal-Redaktion im Auftrag der Heise-Verlagsgruppe lokalisiert und war ursprünlich nur als Sonderheft geplant. Doch der Zuspruch war so groß, dass die Heise-Verlagsgruppe sich für eine Weiterführung des Magazins entschied. Bisher erscheint das Heft vierteljährlich. Während man am Anfang sich nur der Lokalisation der englischen Texte aus der britischen retro Gamer annahm, fingen die deutschen Redakteure im Laufe des Jahres 2013 damit an, auch eigene Berichte und Themen einzufügen. Allerdings stören immer wieder zahlreiche Übersetzungsfehler, Satzfehler und Schreibfehler den Lesefluss, was angesichts der kommerziellen Vermarktung des Magazins in diesem Umfang nicht vorkommen dürfte.

    Was euch beim Kauf eines retro Gamer-Hefts in der Regel erwartet:

    Inhaltlich befasst sich das Magazin, wie der Name es erahnen lässt, nicht mit den aktuellen und kommenden Blockbustern, sondern überwiegend mit den bekannten und unbekannten Klassikern der virtuellen Spielegeschichte aus den 70ern-90ern. Ob Spieleautomaten, Heimcomputer, Videospielekonsolen oder PC - zu allen Bereichen, die nichts mit dem Begriff "neu" zu tun haben, darf man ausführliche Berichte und Reportagen zu den Spielen, Firmen und der Technik jener Zeit erwarten. Interviews mit damaligen Entwicklern, Designern und Insidern der Branche sind ebenfalls vorhanden. Insgesamt fällt der Umfang mit ca. 200 Seiten pro Ausgabe sehr ordentlich aus, was sich auch im hohen Preis (zur Zeit 12,90€) bemerkbar macht. Dafür findet man im Heft aber auch kaum störende Werbung.


    Die neue retro Gamer - Ausgabe 03/2015

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    Die neue retro Gamer 03/2015 liegt seit Donnerstag in den Regalen. Für Konsolenanhänger bietet dieses Heft aber nicht viel Inhalt. Nintendofans können sich nur über einen Bericht zu The Legend of Zelda (I) freuen und Sonyjünger gehen diesmal gar komplett leer aus. Lediglich Sega wird mit 3 ausführlicheren Beiträgen zum Game Gear, zum Master System und mit einem Making-Of zum Prügelspiel Eternal Champions bedacht.

    Der Schwerpunkt liegt dieses mal unübersehbar bei den Computern (Heim und Personal). Vor allem dem Adventure-Genre hat sich die Redaktion der retro Gamer mit rund 25 Seiten ausführlich gewidmet. Dazu gibt es u.a. noch Reportagen zur Jedi Knight- und System Shock-Serie, einen sehr umfassenden Beitrag zu den Computerspielen des Dungeons & Dragons-Universums und ein Interview mit Chris Sawyer, dem leitenden Entwickler von Spielen wie Transport- und Rollercoaster Tycoon.
    Ein kleiner Geheimtip in dieser Ausgabe ist der 5-seitige Beitrag mit und über Jez San, dem Gründer der Firma Argonaut. Argonaut entwickelte in den 90ern den 3D-fähigen Risc-Prozessor für das SNES namens Super FX. In dem Mix aus Interview und Reportage erfährt man Vieles über die Entstehung des Chips und über die Zusammenarbeit von Nintendo und Argonaut - natürlich aus der Sicht von Jez San.

    PS: Wer schon über die Anschaffung des RetroN 5 nachgedacht hat, sollte den 2-seitigen Bericht dazu lesen. Dort werden kurz und sachlich die Vor- und Nachteile der Konsole behandelt.

    Das Sonderheft der retro Gamer:

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    Das Sonderheft ist vor allem für Neueinsteiger des Magazins empfehlenswert. Denn es wurden überwiegend Artikel aus den bisherigen Ausgaben gesammelt und für dieses Sonderheft meist unverändert recycelt. Lediglich die angesprochenen Textfehler wurden zum Teil behoben. Unter den größtenteils interessanten Beiträgen finden sich umfangreiche Making of-Berichte zu Shenmue (Dreamcast), Super Metroid (SNES) und Planescape: Torment (PC) oder auch Zusammenfassungen der Spieleserien Tekken, StarFox und Civilization. Zusätzlich wurde das Sonderheft mit einigen wenigen aber gänzlich neuen und exklusiven Beiträgen garniert. Etwa zu Final Fantasy VII, The Legend of Zelda: Ocarina of Time und der Mario Kart-Reihe.

    Im Gegensatz zum regulären Heft sind nur Artikel zu Spielen und nicht zur Hardware enthalten. Alle Spiele wurden dabei nach Genres wie Action-Adventure und Strategiespielen sortiert, wobei jedes Genre mit einer kleinen historischen Entstehungsgeschichte eingeleitet wird. Diese sind aber leider sehr kurz und oberflächlich ausgefallen. Da wäre mehr möglich gewesen.

    Mein persönliches Fazit zum Sonderheft:
    Retro-Neugierige, die das Heft noch nicht kennen und die der stolze Preis von 14,99 (für prallgefüllte und nahezu werbefreie 256 Seiten) nicht abschreckt, können ruhig mal einen Blick riskieren. Bisherige retro Gamer-Leser hingegen sollten sich den Kauf des Sonderheft gut überlegen und es erst einmal durchblättern. Auf Grund der recycelten Artikel ist das Heft für diese eher uninteressant. Aber ob Jemand für einige exklusive Berichte, die vielleicht 10% des Hefts ausmachen knapp 15€ bezahlen will, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.


    Wer auf das Magazin neugierig geworden ist, kann im Heise-Shop einmal stöbern. Dort gibt es auch kleinere Leseproben, damit ihr euch ein genaueres Bild über das Magazin machen könnt.

    680 mal gelesen

Kommentare 5

  • Roman Dichter -

    Ich hatte ja ursprünglich nicht geplant, die Sonderausgabe zu kaufen - aber als ich jetzt "Shenmue" gelesen habe, bin ich ganz nervös geworden - schau mer mal. ;)

  • FALcoN -

    Der Preis fällt vor allem wegen der kaum vorhandenen Werbung (ganze 10 Seiten im aktuellen Magazin), dem relativ hochwertigen Papier und dem Umfang so hoch aus.

    Wenn ich als Vergleich eine PC Games ohne DVD für 4€ nehme, die von 116 Seiten nur 80-90 Seiten Text bietet (der Rest ist Werbung) und auf dünnerem Papier gedruckt ist, ist der Preis durchaus OK.

  • Splatterwolf -

    Das Einzige, was mich an dem Magazin abschreckt, ist der stolze Preis. Deswegen habe ich bisher nicht zugegriffen. Gibt es eine Erklärung für diesen hohen Preis?

    Ist das wirklich auf die Seitenzahl zurückzuführen, wie hier angedeutet?

  • ManoXxX -

    Ich habe die letze Ausgabe von meinem Bruder zum Geburtstag geschenkt bekommen. sehr intressanter Inhalt. schön die alten klassiker nochmal zu sehn. :)

  • Dirk Apitz -

    Guter Artikel!

    Habe erst gerstern diese Zeitung gesehen und überlegt ob ich zugreife. Werde wohl am Montag eine holen, bin jetzt doch neugierig^^