Kapitel 2 1/2: Fehlerbehebung und Katastrophenvermeidung

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  • Kapitel 2 1/2: Fehlerbehebung und Katastrophenvermeidung

    Viele Fehler und viele Katastrophen passieren nebenbei und oftmals aus Unachtsamkeit. Ein schlecht organisierter Arbeitsplatz bietet immer ein gewisses Risiko, das bedeutet aber nicht das ihr jetzt plötzlich ordnen müsst, sondern schlicht dass ihr auf die grundlegenden Dinge wie Sauberkeit und Sorgfalt zu achten habt. Hier einfach einige Tipps und Tricks, wie man unnötig Frust und unnötig Mehraufwand vermeidet.


    Sauberkeit:

    Farbe und Modeliermasse hinterlassen oft Spuren an euren Fingern. Das kann durch das direkte Arbeiten passieren, durch Wasser oder auch einfach durch unbemerkte Schlieren.
    Das Problem hierbei ist ganz einfach, die Rückstände können sich ganz unbemerkt auf die Figuren übertragen. Das kann die Farben verschmieren oder unschöne Flecken hinterlassen, Fingerabdrücke verursachen oder im schlimmsten Fall, schöne Übergänge versauen. Bei verschiedenfarbigen Massen oder einfacher Farbe (wobei einfach hierbei bedeutet, 1. Farbschicht), ist die Reparatur durchaus ganz einfach und schnell zu bewerkstelligen. Einfach abfeilen oder mit anderer Masse beziehungsweise Farbe dann etwas deckender übermalen, aber spätestens wenn ihr bei mehreren Farbschichten seid und jetzt die Tusche auftragt oder versucht Layer und Highlights zu setzen (also bestimmte Stellen aufhellt), ist so ein kleiner Fingerabdruck oder eine kleine Schliere durchaus tödlich und fast kaum noch unbemerkt zu reparieren. Hilft alles nichts, ist im schlimmsten Fall die Arbeit von Stunden im Eimer und es bleibt nur der Griff zur Grundierung oder zum Entfärber, um nochmals von vorne zu beginnen... Sauberkeit betrifft auch die Arbeitsfläche, Rückstände und Schlieren können unter Umständen auch eure Figur und eure Arbeit beeinflussen, denn wer sich noch an die Kindheit und das Play'Dooh oder die Fingerfarben erinnern kann: Krümel kriegt man fast nicht mehr aus der Masse oder Farbe herraus, geschweige denn Fussel. Achtet also darauf und haltet eure Arbeitsfläche sauber.

    Regelmäßiger Wasserwechsel ist zwar eigendlich selbstverständlich, aber oftmals passiert es auch mir noch, das ich einfach nicht daran denke und schön in Fahrt bin... Vorallem bei hellen Farben wie gelb oder rosa, praktisch ein Albtraum bei weiß ist es dann aber, wenn man mit dem ausgewaschenen Pinsel aus einer trüben, dunklen Brühe mit schwarzen, grauen, braunen, blauen und anderen dunklen Farbresten versuchen möchte, dann in kräftigen und hellen, leuchtenden Farben zu malen und sich wundert, warum jetzt plötzlich das blütenreine Weiß so gräulich verschmiert ist. Das wieder zu korrigieren ist nicht nur echt schwierig bis beinahe unmöglich, sondern führt zwangsweise zum enormen Verlust von viel Farbe.


    Konzentration:

    Konzentration und eine ruhige Hand sind elementär wenn es um Details und um Feinheiten geht, aber beides lässt mit der Zeit einfach nach, d.h. wir fangen an unsicherer zu werden, zu zittern oder verspannen uns. Wenn ihr merkt, ihr fangt an zu zittern oder ihr könnt euch nichtmehr konzentrieren, die Augen brennen oder der Nacken wird steif: Hört auf und macht eine Pause.
    Die Welt geht nicht unter, wenn ihr euch nicht zuviel abverlangt und so habt ihr länger und mehr Spaß sowohl an eurer Amiibo/Figur, als auch am Malen selbst. Also lasst euch Zeit, macht euch Licht und arbeitet lieber sorgfältig und Schritt für Schritt, statt später mit Rückenschmerzen oder Nackenschmerzen, brennenden Augen oder Kopfschmerzen vor eurem Amiibo zu sitzen und zu wissen: Ach verdammt. Hier übermalt, dort gezittert, dort ist die Linie schlecht geworden und die Farben tun einfach nicht das, was sie tun sollten.


    Zeit:

    Farbe braucht Zeit, um zu trocknen und genauso brauchen auch Fimo und co ihre Zeit, ihre Härtung. So ist es einfach und so soll es sein...Lasst euch ruhig Zeit und nehmt sie euch auch, nicht nur zum Malen auch für Übergänge ist es wichtig, vorallem darauf zu achten das die Farbe trocken ist, bevor ihr eine weitere Farbe darrüber malt. Das können abgestufte Farben sein, das können leichte Farben sein, das kann schwer und stark variieren, von Farbton zu Farbton, aber lieber warten und später mit etwas Wasser die Übergänge weich halten, als im Nachhinein zu merken, das die einzelnen Schichten ineinander verlaufen sind.


    Sicherheit:

    Messer, Skalpelle und Zangen haben eines gemeinsam: Scharfe Kanten und Spitzen, an denen man sich verletzen kann. Das wissen wir alle, ich sagte auch schon im letzten Kapitel wenn ihr noch nicht alt genug seid, fragt lieber eure Eltern und vorallem achtet auf euch, die Schutzkappen bei den Skalpellen sind beispielsweise keine Dekoration. Lasst so wenig dieser Werkzeuge einfach offen herrumliegen, wie möglich, kontrolliert sie (bei Nadeln vorallem: Sind noch alle da?) und pflegt sie. So bleibt die Freude und der Spaß beim Bemalen und Modellieren auch zum Einen verletzungsfrei und zum Anderen, habt ihr wirklich länger etwas davon.



    Fehlerbehebung:

    Ab und an kann es passieren, das es doch zu Fehlern kommt und genau dann ist es wichtig zu wissen, was man tun kann. Fehler also ersteinmal erkennen, dann kann man sie leichter beheben. Wie das im Einzelfall dann konkret aussieht, keine Sorge werde ich euch noch zeigen, aber so für den allgemeinen "Erstfall".
    Zu aller Erst kommt erstmal die Fehlererkennung: Was genau ist das Problem und vorallem bzw. fast viel wichtiger als das, wo genau befindet sich das Problem?

    Farbe die dort ist, wo sie eigendlich nicht hin sollte.
    Beim Malen kann es oft passieren, das Farbe vielleicht mal tropft oder spritz, das sie vielleicht auf bereits bemalte Stellen fließt oder einfach auf der Base landet und wir das nicht möchten. Die Korrektur richtet sich nach dem Untergrund bzw. der Stelle und wir haben mehrere Möglichkeiten:
    - Auf dem abgeklebten Bereich, sind wir ehrlich, interessiert es uns nicht. Da kann ruhig Farbe drauf, das ist kein Drama und kein
    Weltuntergang, denn immerhin kommt das Zeugs auch wieder weg.
    - Auf der Base, weil wir versucht haben Stellen zu bemalen, die sich nicht abkleben lassen. Hierbei kann man unterscheiden zwischen
    getrockneter Farbe oder ungetrockneter Farbe.
    - Bei frischer und flüssiger Farbe, ist es relativ einfach den Schaden zu beheben und gering zu halten, nehmt einfach dazu einen
    sauberen Pinsel und nehmt sozusagen vorsichtig die Farbe weg. Auch ein kleines Stück Küchentuch können die
    überflüssige Farbe gut wegnehmen... Ein bisschen warten, vielleicht noch mit etwas Wasser ausbessern, dann merkt man das
    überhaupt nicht mehr.
    - Bei bereits angetrockneter Farbe oder sogar fester Farbe habt ihr einige Möglichkeiten mehr. Ihr könnt beispielsweise
    die Stelle mit einer kleinen Feile abfeilen und später nachbemalen, direkt übermalen wäre natürlich auch eine Option aber,
    vorallem bei dunklen Farben, welche auf hellen Flächen gelandet sind, ist es schwierig, da empfiehlt sich das nicht.
    - Frisch bemalter Untergrund, welcher dann einige andere Farbtropfen abbekommen hat, könnt ihr auch verschieden Korrigieren.
    - Die Farbe könntet ihr einarbeiten, denn oftmals bei Flächen die besonders nahe aneinander sind, wirkt es im Endeffekt dann
    wie eine Spiegelung oder ein Schatteneffekt.
    - Farbverläufe könnt ihr auch durch Schattierungen oder Layer (Lichtreflektionen und Aufhellungen) korrigieren, das bietet sich
    an entsprechenden Stellen an, vorallem bietet es eine einfache Möglichkeit zusätzliche Effekte zu machen.
    - Ist die Farbe hell und eher "oberhalb", könnt ihr diese auch ruhig ein wenig vorsichtig mit der darrunterliegenden Farbe vermischen
    und auf diese Weise ganz natürlich, einen Schatten bzw. Lichteffekt erzeugen. Das erfordert zwar ein gewisses Fingerspitzengefühl, aber
    mit etwas Mut und Sorgfalt, geht das schon.
    Bei dünnen, vielen Schichten ist es auch manchmal garnicht schlimm, wenn der Untergrund mitscheint. Weil genau das einen schönen Farbverlauf bringt, den ihr sonst nicht erzeugen könntet. Solche kleinen Effekte, lassen sich zwar auch "herstellen", aber das ist sehr viel aufwendiger, als das es sich lohnen würde.


    Modellierungen/Sculping:
    Auch beim Modellieren passieren viele und vorallem häufige Fehler. Der Körper gefällt nicht, der Kopf ist zu klein, der Schweif irgendwie doch nicht so gut, die Idee die man hatte, sieht in der Umsetzung furchtbar aus... Das passiert jedem. Glaubt es mir, es ist utopisch und größenwahnsinnig zu glauben, man hat einen Klumpen Masse und formt daraus ein Pikachu oder ein Dragoran eben mal so. Die Figuren entstehen in mühsamer Kleinstarbeit, Stück für Stück... Wie genau das Funktioniert, erkläre ich noch keine Bange, aber auch hier gibt es einfache Möglichkeiten, die gröbsten Fehler zu vermeiden.
    - Legt euch genügend Bilder zurecht und haltet eure Werkzeuge, eure Finger und eure Arbeitsfläche zwar feucht, aber schwimmt nicht damit...
    Auch zuviel Wasser, kann dem Ergebnis nicht guttun. Lieber dann mal trocknen lassen, warten und weiter machen, wenn die erste
    Grundform steht.
    - Nicht zu vorschnell schneiden, an bekommt schwerer Material an den Amiibo oder die Figur, als es zu entfernen...
    - Prüft vorsichtig, ob es trocken ist. Mir ist schon passiert, ich habe eine Figur in die Hand genommen und sie war noch weich...
    - Achtung Mischverhältnis: Die gesamte Masse richtet ihre Eigenschaften größtenteils nach der Hauptkomponente. Das kann Segen wie
    Fluch sein. Fimo muss in den Backofen, Green Stuff zum Beispiel trocknet an der Luft, Sculpey kann man auch mit dem Föhn härten.
    Die Mischung machts, denn ein Gemisch aus 70% GS und 30% Fimo ist flexibel, länger zu bearbeiten und trocknet an der Luft,
    anders herrum wird später die Masse einfach viel, viel härter. Achtet und bedenkt das, wenn ihr damit arbeitet, das ist wichtig.


    Wichtig:

    Am Wichtigsten ist, benutz euren gesunden Menschenversand. Wenn ihr versucht zum Beispiel, auf einem Untergrund etwas Farbe abzukratzen, nutzt keine Klinge, das könnte Kratzer und unschöne Spuren verursachen. Stören euch bestimmte Schönheitsfehler wirklich so sehr? Mein Pikachu hat früher ein bisschen geschielt, das hat mich extrem gestört... Mein "unbemaltes" Pikachu beispielsweise, hat an dem einen Knie etwas weniger Farbe, es wirkt fast "Dreckig"... Ich habe absichtlich das so gelassen, weil ich es garnicht so schlimm finde. Es sieht so aus, als wäre genau das gewollt und die Augen liesen sich wunderbar korrigieren.
    Was ich damit sagen möchte, keiner ist perfekt und wird es jemals sein. Lasst euch Zeit, nutz euren gesunden Menschenverstand und vorallem wartet auch einfach mal ab, denn wenn es euch zu gefährlich ist, frische Farbe noch zu entfernen, dann wartet bis sie trocken ist...


    Soo, das war erstmal das "kleine" Zwischenkapitel. Bald geht's dann weiter mit den eigendlichen Kapiteln. Hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen und verfolgt mich weiterhin fleißig, bis zu eurem eigenen, kleinen Amiibo ;)
    Der größte Feind des Menschen, ist der Mensch selbst. Welche Maus wäre schon so blöd, eine Mäusefalle zu erfinden? xD

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    Schaut gern in meinem Blog vorbei, dort gibt es ein Custom Amiibo Tutorial kurz vor dem Abschluss und eine Nuzlocke Challenge in Pokémon Soul Silver ^,..,^

    563 mal gelesen

Kommentare 2

  • Blackgoku -

    Das hat mir echt gefallen. aber wirklich Kompliziert ist das schon...

  • LadyBlackrose -

    So, der Bereich ist ja schon eine Weile wegen meiner Abwesenheit fertig, jetzt gehts direkt weiter ^^

    Heute noch geht der neue Teil raus.