Fire Emblem Reviews: Gaiden

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    Fire Emblem Gaiden erschien am 14. März 1992 exklusiv in Japan für das NES und ist der zweite Teil des mittlerweile 14 Teile umfassenden Fire Emblem Franchises.
    Fire Emblem Gaiden gilt oft als das "schwarze Schaf" von Fire Emblem, da es von vielen Konventionen von Fire Emblem stark abweicht. Besonders bei vielen Fans, die zuvor spätere Teile gespielt haben, gilt Gaiden als das schlechteste Fire Emblem. Ich selbst kann das gut nachvollziehen, denn auch ich bin ursprünglich an dieses Spiel gegangen wie an jedes andere Fire Emblem und war nicht sonderlich begeistert. Anschließend habe ich das Spiel erst für dieses Review wieder angerührt und auch endlich einmal bis zum Ende durchgespielt, wodurch sich meine Meinung zu diesem Spiel deutlich verändert hat. Weswegen ich mich jetzt auch besonders freue euch mehr über dieses zu unrecht übersehene und kritisierte Spiel zu erzählen.

    Die Geschichte von Fire Emblem Gaiden spielt auf dem Kontinent Valentia, welcher nach einem Konflikt zwischen den beiden Göttern Mila und Doma in die beiden Reiche Sofia und Rigel aufgeteilt ist.
    Interessant bei Fire Emblem Gaiden ist, dass das Spiel nicht wie FE typisch in mehrere Kapitel aufgeteilt ist, die alle eine Map umfassen, sondern in fünf Kapitel, in denen nach und nach Teile der Weltkarte zugänglich gemacht werden und der Spieler einer Vielzahl an verschiedenen gegnerischen Armeen gegenüber steht, welche alle auf der Weltkarte zu sehen sind.
    Das erste der fünf Kapitel beginnt damit das Dozah, ein Ritter Sofias, eine Coup vollzogen hat und dabei die königliche Familie von Sofia getötet hat. Nun macht sich Alm, ein junger Mann aus dem Dorf Ram, mit einigen gleichgesinnten jungen Männern seines Heimatdorfes auf den Weg, um sich der Rebellion gegen Dozah, welcher von Rigels König Rudolf unterstützt wird, anzuschließen.
    Im zweiten Kapitel wechselt das Spiel von Alm zu Celica, einer Priesterin der Göttin Mila. Sie begibt sich auf eine Pilgerreise zu Milas Tempel, in der Hoffnung dort zu erfahren, warum der Boden Sofias in den letzten Jahren so unfruchtbar war, weswegen viele Menschen an Hunger leiden.
    Wirklich interessant wird es allerdings erst in Kapitel 3, denn ab diesem kontrolliert der Spieler die Gruppen beider Protagonisten zu selben Zeit. Somit hat der Spieler viel Freiheit, wie er das Spiel angehen möchte. Der Spieler kann zuerst alle Maps von einem der beiden Protagonisten abschließen, oder auch ständig zwischen beiden hin-und herwechseln. Außerdem spawnen bestimmte Orte auf der Karte stets neue feindliche Armeen, sofern diese Orte noch nicht vom Spieler erobert wurden, und diese Armeen bewegen sich über die Weltkarte, um den Spieler anzugreifen, wobei sie aber auch bereits vorhandene Armeen verstärken können. Weiterhin können an manchen Stellen Ereignisse ausgelöst werden, die Auswirkungen auf die andere Gruppe haben.

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    Mit Beginn des 3. Kapitels bekommt der Spieler kontrolle über die Gruppen beider Protagonisten.

    Dadurch hat das Spiel eine gewisse Dynamik, die andere Fire Emblem Titel nicht besitzen. Allerdings braucht das Spiel dies auch, um seine schwache Story auszugleichen. Um fair zu sein die Ideen und Thematiken der Story sind an sich ziemlich gut, aber das Problem ist wie schon beim ersten Fire Emblem, dass offensichtlich nicht genügend Speicherplatz auf einem NES Modul vorhanden ist, um die Geschichte des Spiels gut zu erzählen. Wie auch schon im ersten Teil haben kaum Charaktere mehr Persönlichkeiten als alles was in 2-3 Textboxen passt. Auch gibt es viele Kämpfe vor denen es keinerlei Dialoge gibt, wodurch einem oft Kontext fehlt und man sich fragt, weswegen man manche dieser Kämpfe überhaupt bestreitet.

    Zwar versagt Fire Emblem Gaiden im Storybereich, aber dafür kann es durchaus im Bereich Sound punkten. Zum einen gibt es mehr Tracks als im ersten Teil und weiterhin sind die Tracks in Gaiden schlichtweg besser als die Tracks des ersten Teils, deswegen hier auch mal ein großes Lob an Tsujiyoko Yuka, die an den Soundtracks für jedes Fire Emblem mitgewirkt hat. Mein persönliches Highlight aller Tracks ist With Mila's Divine Protection, welches ich nicht nur für den besten Track aus Gaiden halte, sondern auch für einen der Besten des ganzen Franchises.
    Leider hat die Qualität der Maps gegenüber dem ersten ziemlich nachgelassen, denn manche Maps sehen extrem Detailarm aus und die meisten Maps sind auch sehr klein.

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    Mapping ist eindeutig keine Stärke von Fire Emblem Gaiden.

    Wenigstens gibt es einiges an neuen Sprites gegenüber dem Vorgänger, welche für ein NES Spiel ziemlich schicke Animationen haben und sie sind auch reicher an Details sind als die Sprites im ersten Teil.

    Am eigentlichen Kampfgeschehen hat sich nicht viel verändert. Man kontrolliert noch immer eine Gruppe aus Charakteren mit verschiedenen Klassen, Waffen und Werten, um in rundenbasierten Kämpfen seine Gegner zu bezwingen und sollte dabei eine der eigenen Einheiten sterben, so bleibt sie auch für den Rest des Spiels tot. Außerdem erhalten alle Charaktere Erfahrungspunkte, durch sie Level Ups bekommen, bei denen nach dem Zufallsprinzip die Werte des Charakters aufsteigen Nur dieses Mal kämpft man nicht nur gegen Menschen und den gelegentlichen Drachen, sondern auch gegen eine Vielzahl an verschiedenen Monstern, wie Zombies, Skelette und weitere. Abseits von Stellen, wo man einfach grinden muss ist die Schwierigkeit ziemlich ähnlich zum ersten Teil, ziemlich machbar für den meisten Teil mit einigen fiesen Stellen, die recht sporadisch im Spiel verteilt sind.
    Allerdings hat sich, wie ich schon zu Beginn gesagt habe, Fire Emblem Gaiden in viele Dingen von dem entfernt, was wir heute als das klassische Fire Emblem Format bezeichnen würden und dies zeigt sich im Gameplay noch stärker als im Storyaufbau.
    So hat sich Gaiden zum einen der Abnutzbarkeit von Waffen entledigt, wodurch also Waffen nicht mehr zerbrechen können. Dies dürfte jetzt bei vielen Fire Emblem Spielern Sorge auslösen, ob so überhaupt noch ein richtiges Ressourcen Management vorhanden ist. Keine Sorge, dies ist nach wie vor vorhanden. Denn um das Fehlen von zerbrechenden Waffen zu kompensieren sind Waffen und Items nun viel seltener geworden und es gibt auch keine Shops mehr in denen neue Waffen gekauft werden können. Außerdem hat jeder Charakter nur einen Ausrüstungsslot, wodurch der Spieler gezwungen ist sich gut zu überlegen, ob er einem Charakter lieber eine bessere Waffe ausrüstet (alle Charaktere haben im Übrigen eine Standartwaffe die automatisch verwendet wird, wenn keine bessere ausgerüstet wird), einen Schild, oder einen vielen magischen Ringe, welche Bonusse auf bestimmte Werte geben.
    Magie funktioniert auch völlig anders als in anderen Fire Emblem Titeln. So gibt es keine Magiebücher und Stäbe mehr, stattdessen lernen Charaktere mit immer höheren Leveln neue Zauber. Allerdings gibt es auch kein MP - System, denn jeder Zauber verbraucht bei Anwendung eine bestimmte Menge der HP des Anwenders, wodurch sich ein interessantes Risiko- und Belohnungssystem ergibt.

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    Fire Emblem Gaiden hat ein recht ungewöhnliches, aber ziemlich gutes Magiesystem.
    Neu in Gaiden ist auch das es ständig wiederholbare Zufallskämpfe gibt, in denen man Erfahrungspunkte grinden kann. Dadurch kommt natürlich auch hinzu, dass der Spieler gezwungen ist zu grinden, um an manchen Stellen voran zu kommen, wie es nun mal bei 8-Bit RPGs üblich war.
    Ebenfalls neu sind 3rd Tier Klassen, wodurch Charaktere nun auch nach ihrer Promotion noch einmal promoted werden können, sowie eine spezielle Klasse namens Dörfler. Der Dörfler ist eine Klasse die an sich ziemlich unbeindruckend ist, aber ein Dörfler kann zu einer von fünf möglichen Klassen promoted werden (Soldat, Bogenschütze, Söldner, Kavalier und Magier), wodurch Dörfler viel mehr nach den Wünschen des Spielers angepasst werden können als andere Charaktere. Ebenfalls neu ist die Priesterin Klassen, welche die erste Klasse in der Geschichte von Fire Emblem darstellt, die sowohl Waffen als auch Magie verwenden kann.

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    Celica ist die erste Einheit in einem Fire Emblem, die sowohl Magie als auch Schwerter verwenden kann.

    Als Fazit bleibt mir nun nur noch zu sagen was ich bereits am Anfang gesagt habe. Fire Emblem Gaiden ist ein gutes Spiel, das von vielen zu Unrecht kritisiert wird und es ist neben Shadow Dragon wohl das am meisten unterbewertete Fire Emblem. Es hat zwar einige Probleme aber viele davon kann man aufgrund des Alters des Spiels verzeihen und der Rest wird von den Positiven Aspekten mehr als aufgehoben. Meiner Meinung nach ist Fire Emblem Gaiden im Übrigen auch ein deutlich besseres Spiel als das erste Fire Emblem.

    Nun möchte ich mich bedanken, dass ihr euch die Zeit genommen habt mein Review zu diesem schönen Spiel zu lesen und ich hoffe ihr lest auch mein nächstes Review, indem ich Fire Emblem Mystery of the Emblem, das SNES Debüt von Fire Emblem, unter die Lupe nehme.

    Vorherige Fire Emblem Reviews:
    Dark Dragon and the Sword of Light

    Nachfolgende Fire Emblem Reviews:
    Mystery of the Emblem
    Genealogy of the Holy War
    Akaneia Saga
    Týr er einhendr áss
    ok ulfs leifar
    ok hofa hilmir

    606 mal gelesen

Kommentare 5

  • Lolidragon -

    Tolle Reviews!
    Finde es mal interessant etwas von den älteren Spielen zu erfahren.. Auch von den Mechaniken, die sie ja teils später wieder genommen haben (wie hier das die Waffen sich nicht mehr abnutzen in Fates) und andere widerum die wegelassen wurden~ Oder das die Magie früher so mächtig war :O
    Danke das du es machst und freue mich schon auf den nächsten Eintrag :)

  • rakuen -

    @Alphatac:
    Danke für das Lob und es freut mich das es dir gefallen hat!

  • Alphatac -

    Ein sehr toller Blog, den man recht angenehm lesen kann. Ich kann die nächste FE Review kaum erwarten ^^

  • rakuen -

    @cedrickterrick:
    Das ist tatsächlich ein ziemlich guter Vergleich und das war ja auch bei einigen Franchises zu der Zeit so. Ist Wahrscheinlich einfach ein Nebenprodukt von einer Zeit, in der viele Franchises noch keine fest etablierten klassischen Formeln hatten. Wobei ich es interessant finde wie viele Elemente aus Gaiden in späteren FE Teilen wieder kommen, wie die Weltkarte und in Fates jetzt auch das Waffen sich nicht abnutzen.

    Und ja das Review kam wirklich recht schnell, aber es könnte gut sein das das nächste ähnlich schnell kommt.
    Nur ab FE4 wirds wohl länger dauern, weil FE4 wirklich verdammt lang ist (und ich möchte jedes Spiel nochmal durchspielen, bevor ich es reviewe).

    "With Mila's Divine Protection" ist auch nicht ohne Grund in SSB.

  • cedrickterrick -

    Wow, das ging ja schnell mit dem zweiten Review! ;)
    Das Spiel erinnert mich irgendwie sehr stark an Metroid II und Zelda II.
    Man hat versucht gewisse Mechaniken des Vorgängers zu verbessern und hat dann ein völlig anderes Spiel geschaffen^^

    Interessante Mechaniken wurden da auf jeden Fall eingeführt. Das mit dem Waffen nicht abnutzen, aber dafür nur ein Slot finde ich heftig. Ich finde es eigentlich grade gut, dass man auf dem Schlachtfeld immer seine Bewaffnung der Situation anpassen kann.

    Übringens interessant, dass du ausgerechnet "With Mila's Devine Protection" ansprichtst: Der Soundtrack kommt ja nicht umsonst im Brawl-Remix in 3 von 5 Smash Bros. Spielen vor! ;D