Fire Emblem Reviews: Akaneia Saga

[Blockierte Grafik: http://s6.postimg.org/mx7iblt5t/BS_Fire_Emblem.png]


Im Jahre 1995 hat Nintendo in Zusammenarbeit mit St.GIGA das Satellaview herausgebracht. Das Satellaview war ein Add-On für das SNES und erlaubte die Übertragung von Spielen per Satellit.
Viele beliebte Franchises bekamen Ports, oder neue Ableger auf diesem System, wie zum Beispiel Zelda, Dragon Quest und F-Zero. Im Jahre 1997 machte dann schließlich auch Fire Emblem sein Debüt auf dem Satellaview mit dem Spiel BS Fire Emblem Akaneia Saga. Akaneia Saga ist anders als bisherige Ableger von Fire Emblem nicht aus mehreren zusammenhängenden Kapiteln aufgebaut, sondern besteht stattdessen aus vier separaten Kapiteln, die in der Zeit vom 28. September 1997 bis zum 19. Oktober 1997 nacheinander ausgestrahlt wurden.
Im Jahre 2010 erschien exklusiv in Japan für den DS ein Remake von Mystery of the Emblem, auf welchem als Bonus auch ein Remake von Akaneia Saga enthalten ist.
Da Akaneia Saga mit seinen vier Kapiteln ziemlich kurz ist, werde ich hier sowohl das Original als auch das Remake reviewen und im Laufe des Reviews auf die Unterschiede zwischen den beiden Versionen hinweisen.


Akaneia Saga setzt sich aus 4 Kapiteln zusammen, die alle eine andere Nebengeschichte zum ersten Fire Emblem erzählen.
Das Kapitel "Fall des Palastes" spielt einige Monate vor dem Beginn des ersten Teils und zeigt wie Prinzessin Nyna, nach der Niederlage Akaneias, aus dem königlichen Palast flieht, wobei ihr nur einige wenige Ritter Akaneias zur Seite stehen.
Im Kapitel "Die Rote Drachenritterin" stellt Minerva von Medon fest das Deserteure ihrer Armee sich mit Banditen zusammengetan haben, um die Bürger von Aurelis auszurauben. Minerva beschließt sofort diese Banditen unschädlich zu machen und schließt sich dafür auch kurzzeitig mit Prinz Hardin von Aurelis zusammen, obwohl dieser ihr Feind ist.
Im Kapitel "Diebesbande der Gerechtigkeit" schließen sich die Priesterin Lena, der Dieb Rickard, der Jäger Castor und der Schwertkämpfer Nabarl zusammen, um aus dem besetzten königlichen Palast von Akaneia Reichtümer zu stehlen und diese dann unter den Armen zu verteilen.
[Blockierte Grafik: http://s6.postimg.org/cfm1tlhpd/Fire_Emblem_Heroes_of_Light_and_Shadow_25_30592.png]
In Akaneia Saga erfährt der Spieler von Geschichten, die sich vor dem ersten Teil zugetragen haben und lernt so auch mehr über einige bekannte Charaktere.


Als letztes ist da noch das Kapitel "Der Anfang", welches kurz vor beginn des ersten Fire Emblem spielt. Hier sieht der Spieler, wie Camus, ein Ritter des Königreiches Grust, gegen seine Befehle verstößt und Prinzessin Nyna zur Flucht nach Aurelis verhilft.
Die Geschichten die in den 4 Kapiteln erzählt werden machen ihren Job als Nebengeschichten zu einer größeren Geschichte ziemlich gut. Es werden bekannte Charaktere in neuen Situationen gezeigt, wodurch der Spieler neue Seiten von mehreren Charakteren zu sehen bekommt und es gibt auch einige wenige neue Erkenntnisse über den Kontinent Akaneia, die die Originalgeschichte des ersten Fire Emblem sinnvoll bereichern.
Allerdings ist es schade das die neuen Charaktere, mit Ausnahme von Malice und ihrem Vater Dice, mit einem einzigen Charakterzug beschreibbar sind, wodurch sie leider keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.
[Blockierte Grafik: http://s6.postimg.org/o0rmnkdsx/BS_Fire_Emblem_Akaneia_Senki_Hen_Dai_3_wa.png]
In Akaneia Saga kommen, neben altbekannten Charakteren, auch neue Gestalten vor, wie zum Beispiel die Söldnerin Malice. Diese ist übigens auch die erste weibliche Vertreterin der Söldnerklasse in Fire Emblem.


Eindeutiges Highlight der vier Kapitel ist jedoch ohne Frage die Beziehung zwischen Camus und Nyna, welche schon in FE1 und FE3 vorkam, aber erst hier wirklich im Detail zu sehen ist. Da man als Spieler nun auch mehr über Camus und Nyna weis, sind auch einigen Stellen in beiden Spielen noch mal um einiges besser.


Spielerisch orientiert sich Akaneia Saga an Mystery of the Emblem und ist somit deutlich simpler als Genealogy of the Holy War, allerdings war die wohl eine gute Entscheidung. Schließlich handelt es sich hier, um 4 einzelne Kapitel und da diese per Satellit übertragen wurden hatte man früher nur fast eine Stunde Zeit zum spielen, bevor die Übertragung vorbei war. Komplexität wäre hier also eher hinderlich.
Zwar bewegt man bei Akaneia Saga noch wie gewohnt Charaktere mit verschiedenen Klassen und Werten Runde für Runde über eine in Vierecke aufgeteilte Karte, um feindliche Einheiten zu besiegen, aber es gibt eine Besonderheit es geht nicht darum alle Gegner zu besiegen, oder ein Burgtor einzunehmen, sondern nur darum für 48 Minuten Realzeit zu überleben.
Während des Kampfes ums Überleben geht es in Akaneia Saga auch darum möglichst viele Punkte zu sammeln bevor die Zeit abläuft. Punkte gibt es für das Besiegen von Gegnern, das Öffnen von Truhen und das Retten von Dörfern.
Im Grunde habe ich nichts gegen die Idee hinter diesen Kapiteln und tatsächlich finde ich bis auf eins auch alle Kapitel durchaus gelungen, aber ein Zeitlimit in Minuten in einem rundenbasierten Spiel ist einfach eine furchtbare Idee. Leider war dies eine Notwendigkeit bei einem Spiel, welches über das Satellaview ausgestrahlt wurde.
Zum Glück gibt es seit 2010 auch ein Remake, welches dieses Zeitlimit entfernt und jedem der Kapitel ein festes Ziel gibt. Da das Remake auf New Mystery of the Emblem basiert hat es ebenfalls den Vorteil das Waffendreieck zu besitzen, wodurch die Kämpfe etwas mehr Taktik erfordern, da der Spieler nun mehr darauf achten muss welchen Waffentyp er wann benutzt.
Leider findet somit aber auch ein großes Problem von New Mystery of the Emblem seinen Weg in Akaneia Saga. Nämlich das es kein Waffengewicht mehr gibt, wodurch es nur noch wenig Sinn hat schwächere Waffen anstatt Stärkeren zu benutzen, da diese einen Charakter nicht länger durch hohes Gewicht verlangsamen.


Da Akaneia Saga auf Mystery of the Emblem basiert, sieht auch nahezu identisch aus mit diesem.
Eigentlich schade, denn auch wenn es spielerisch mehr mit FE3 zu tun hat, so wäre es durchaus schön gewesen wenn die Entwickler das Akaneia Saga grafisch auf einen Stand mit FE4 gebracht hätten. In einem Punkt sieht Akaneia Saga allerdings besser aus als beide Spiele, denn die Porträts der Charaktere sehen klasse aus und sind viel detailreicher als in allen vorherigen Fire Emblem Ablegern.
[Blockierte Grafik: http://s6.postimg.org/e4qjnx80x/image.png]
Akaneia Saga kann mit viel detailreicheren Porträts aufwarten als vorherige Fire Emblem Ableger.


Das Remake hat selbstverständlich die selbe Grafik wie die beiden DS - Ableger und hier scheiden sich die Geister. Manche mögen die Grafik der DS - Ableger und viele andere finden sie hässlich.
Ich persönlich mag die Grafik der DS - Ableger. Zwar stört es mich, dass Charaktere keine eigenen Farbmuster mehr haben, insgesamt mag ich das Aussehen der Sprites und ich liebe es, dass die Animationen bodenständiger sind als die oft ziemlich übertriebenen Animationen in zum Beispiel den GBA - Ablegern.
[Blockierte Grafik: http://s6.postimg.org/hpmf75ckh/Fire_Emblem_Heroes_of_Light_and_Shadow_18_29589.png]
Die umstrittenen Grafiken der DS - Ableger sind auch im Remake von Akaneia Saga vorhanden.


Ebenfalls hat Akaneia Saga einen orchestralen Soundtrack und ist komplett vertont. Allerdings wurde sowohl der Soundtrack als auch die Vertonung per Satellit übertragen und da der Satellaview Service heute nicht mehr existiert können diese nur noch durch YouTube Videos genossen werden.
Das Remake hat im übrigen weder den orchestralen Soundtrack noch die Vertonung des Originals übernommen.


Da beide Versionen durchaus einige Unterschiede haben, kommt es am Ende sehr auf den persönlichen Geschmack an welche von beiden einem besser gefallen wird. Ich selbst tendiere eher um Remake, da dieses kein Zeitlimit hat (und es dafür auch eine englische Fan-Übersetzung gibt).
Spaß machen tun mir aber beide auf ihre eigene Art, weswegen ich mich bis heute frage warum IS diese Idee noch nicht wieder aufgegriffen hat, um ein paar Nebengeschichten zu moderneren Fire Emblem Spielen zu erzählen.


So das war es dann für dieses mal und ich hoffe es hat euch gefallen und ihr freut euch schon auf das nächste mal, denn jetzt kommt endlich Thracia 776. Ein Spiel das berüchtigt ist für Spielmechaniken, die bislang noch von keinem anderen Fire Emblem übernommen wurden, und seinen brutalen Schwierigkeitsgrad. Also betet schön zur RNG - Göttin, denn beim nächsten mal heißt es: Sterben, sterben und noch mehr sterben.
[Blockierte Grafik: http://s6.postimg.org/4o5bv1dk1/20_Soldiers.jpg]


Vorherige Fire Emblem Reviews:
Dark Dragon and the Sword of Light
Gaiden
Mystery of the Emblem
Genealogy of the Holy War

Týr er einhendr áss
ok ulfs leifar
ok hofa hilmir