Die RPG-isierung der Spiele und mein Konflikt damit

Egal wohin man schaut, RPGs sind seit vielen Jahren der Renner. Ob Elder Scrolls, Final Fantasy, Witcher 3. Überall hört man nur wie toll RPGs sind, wie fantastisch. In diesem Blog will ich aber nicht an des Phänomen RPGs rangehen, sondern an ein Phänomen, was bei anderen Genres oftmals einsetzt.
Und mit andere Genres meine ich hauptsächlich Action-Adventures.


Ich nenne dies Phänomen: Die RPG-isierung


Doch was meine ich damit genau? Ich werde in den folgenden Teile einige Punkte anreißen, die in anderen Spielegenres vermehrt beliebter werden.


Charakter-Individualisierung
Sei es bei RPGs oder manchen Simulatoren. Man erstellt Charaktere nach eigenen Wünschen. Sei es ein Ork in Skyrim, sich selbst in die Sims oder ein hässliches Gesicht in einem Online-Rollenspiel. Die Liste ist lange. Man kann seine Skills individuell anpassen, seine bevorzugte Kampftechnik aussuchen, leveln, der Rolle, die man spielt, den eigenen Touch verpassen.
Ähnliches passiert auch in anderen Genres. Sei es die Anpassung von Kleidung (was noch das nichtigste dieses Prozesses ist) bis hin zur Verteilung von Punkten auf Fähigkeiten. Sehen tut man dies u.A. in Assassin's Creed Unity, Watch Dogs und vielen weiteren Spielen. Stören tut mich dies allemal, will ich doch in einem Adventure oder Action-Spiel eher erkunden/entdecken bzw. ballern, anstelle mich 2 Stunden hinzusetzen, nur um das richtige Set zu basteln. Selbstdarstellung des Charaters, ok, aber multiple Waffenauswahl und "Skills"? Muss ich echt noch erstmal die Wissenschaft des Spiels studieren, bevor ich das Spiel "genießen" kann?


Multiple Wege
In Rollenspielen sehr beliebt. Man erhält eine Mission und kann verschiedenes machen. Man kann direkt angreifen, eine Falle bauen, ködern, versteckt aggieren, wegrennen, Furzen, Schießen und und und. Diese Art der Missionsgestaltung trifft man heute überall. Dies ist nichts schlechtes, doch zeigt hier einmal mehr, dass man lieber mehr eine Rolle spielt, statt eine Geschichte zu erleben, und mit dieser Rolle einen von vielen möglichen Wegen geht.


Open World
Ein weiteres Thema, bei dem ich immer kritisch bin (wollte zwar dazu mal einen eigenen Blog erstellen, aber nunja, dann reiße ich hier einiges an).
Open World heißt soviel wie offene Welt. Aber offen wohingehend? Offen das man alles tun kann oder offen im Sinne von Unbegrenzte Ebenen oder Offen im Sinne von man kann überall hin. Diese "Open World" wurde u.A. zwar auch schon in Adventures von vor 1990 eingesetzt, jedoch kam der Open World-Hype mit Elder Scrolls immer in Fahrt. Plötzliche Quests, zufällige Ereignisse, weite Wege. Auch dieses hat man in Spielen wie Assassin's Creed und Watch Dogs wieder gefunden. Aber wie oben erwähnt, zum Thema Open World vll ein andermal.


Crafting
Dank Minecraft ist Crafting und Selbstgestaltung kein Thema mehr. Man baut etwas zusammen. Jetzt sehe ich ab und an Kommentare wie: "Dieses Spiel braucht ein Crafting-System". "Craften ist toll."
Eben nicht. Craften hat wieder etwas mit Selbstgestaltung zu tun. Die Waffe die zu mir passt. Eine Kettensäge an nem Flammenwerfer als Ergebnis ist auch eine Individualisierung des Verhaltens und somit des Charakters. Ergo wieder eine Form des Rollenspiels.
Vordefinierte Waffen? Kein Problem. Tausend Möglichkeiten? Kopf platzt. Der kreative Prozess hier ist bei weiten für viele zu schwer. Man muss auf Punkteverteilungen achten, Werte ausgleichen und einiges mehr.


Seine Geschichte
Komme ich wieder zurück zu Anpassungen. Durch alles oben genannte, entsteht eine eigene, angepasste Geschichte. Man nimmt eine Rolle an und spielt diese. Ein anderer nimmt vll die selbe Rolle an, erlebt aber andere Ereignisse. Egal wie man es dreht und windet, dass Spielgefühl wird immer unterschiedlich. Es geht nur noch darum, wie löse ich diesen Konflikt intelligent, anstatt zu erwarten, was das Spiel einen bereit hält.


Gedanken, deren ich keine Überschrift geben kann
Individuelle Charaktere, Kleidung, Welten, Geschichten. Alles, was man durch- und erleben kann.
Heutzutage ist die Grenze zwischen RPGs und Adventures zu sehr vermischt wurden.
Ich weiß selber manchmal nicht, ob das eine Spiel ein Adventure oder ein RPG ist. Die größten Konflikte besitze ich bei manchen JRPGs. Während ich Pandora's Tower gespielt habe, kam mir dieses Spiel eher wie ein Adventure vor, als wie ein Rollenspiel.
Wenn ich Skyrim spiele werde ich sofort von den sehr zahlreichen Möglichkeiten überrumpelt. Der Drang alles anpassen zu können führt bei mir zu einem Verlust der Übersicht. Man kann sich verskillen, falsche Wege gehen uvm. Alles geht in andere Genres heute über. Vorallem in westlichen Spielen.


Meine Meinung zu diesen Trend
Ich finde einige Aspekte, welche aus RPGs genommen wurden sind gut. Aber ich mag es nicht, wenn ich in einem Adventure, wo ich ein Abenteuer erleben sollte, erstmal 50.000 Punkte verteilen muss und dann daraufhin zwischen 100en von Waffen wählen muss und plötzlich in einer großen Welt stehe, wo ich nicht weiter weiß. Crafting, Individualisierun, Skills. All diese Sachen sollten bei Rollenspiele bleiben und nicht woanders genutzt werden.


Ende
Wow, jetzt habe ich viel geschrieben. ich weiß noch nichtmal, ob man mir bis hierhin folgen konnte, weil ich hier ziemlich viel geschrieben habe, was heutige Mode-erscheinungen sind und meist in heutigen (westlichen) RPGs gefunden wird. Wieviel auf andere Spiele zutrifft, kann ich nicht sagen.
Fakt ist, das Genre Rollenspiel ist fast überall vertreten. Heute spielen Leute einfach mehr Spiele mit solchen Faktoren und meckern über lineares Design, wenig Waffen und und und. Weiterhin, egal wo man hinschaut. Die meisten Spiele mit der besten Bewertung sind Rollenspiele. Und fast täglich kommt ein neues Rollenspiel hinzu. Kein Wunder also, dass die Industrie mitziehen möchte und ein bisschen Rollenspiel in ihre Spiele überträgt.


Kleines Beispiel: Sucht mal nach Zelda-Beiträgen. manche ordnen es bei RPGs, manche bei Adventures ein. Für mich ist Zelda ein Adventure, doch was ist Zelda nun eigentlich? (Ich weiß auch, dass Adventures und Rollenspiele keine feste Definition besitzen, aber dennoch eine interessante Frage)


Für Rechtschreib- und Grammatikfehler übernehme ich keine Haftung.

Kommentare 7

  • In Bezug auf Xenoblade stimme ich G4M3R voll und ganz zu. Mich stört es auch, dass man sich in X seinen eigenen Char erstellen muss.


    Eine zunehmende RPG-isierung (um Vorpostens Begriff zu nutzen) z. B. in Zelda U wäre für mich ebenfalls ein Schlag ins Gesicht. Ein Skill-System wäre für mich komplett fehl am Platz in diesem Spiel. Items aufwerten war ja in Skyward Sword schon möglich, wenn ich mich recht entsinne und in dem Rahmen auch akzeptabel aber mehr bitte nicht. Achja und keine Ausdauer mehr bitte :D

  • @ Akira:
    Ich habe es meist bei RPGs eingeordnet gesehen. Auf der Nintendo-Seite steht Action, Adventure, RPG Oo
    Deswegen gefiel mir Pandora's Tower also so gut :D


    https://www.nintendo.de/Spiele…ndora-s-Tower-282508.html

  • Dass dir Pandora wie ein Adventure vorkam, liegt daran, dass es eins ist. =D

  • Und was das verschwimmen von Genre angeht: Das ist mit ein Teil des technischen Fortschritts in Videospielen. Die Einteilung von Spielen in Genres ist daher sowieso überholt. Deshalb geben viele Hersteller nur noch Kategorien an, wie z.B. Nintendo im eShop, und keine Genre mehr im eigentlichen Sinn.

  • Also Action-Adventure hatten schon immer RPG-Elemente wie z.B. eine offene Welt - siehe Zelda.


    Was mich aber in der heutigen Zeit extrem stört, dass mittlerweile in fast allen Genres Einzug gehalten hat, ist das Crafting. Ich verstehe nicht wie man bei der Entwicklung von Far Cry 3 auf die Idee kommen musste, Tiere zu schnetzeln um Geld- oder Munitionsbeutel herzustellen. Ich finde, sich bei einem Ego-Shooter durch hässliche Menüs zu klicken, stört den Spielfluss und macht keinen Spass.

  • Teil2:


    Die Sache mit der Individualisierung der Charaktere sehe ich allerdings auch als ätzendes Element der westlichen Rollenspiel Kultur an, während man in Xenoblade eine Geschichte erlebt und einen unverkennbaren Helden hat, werden wir in X bald mit einigen Elementen konfrontiert wie Sie vorwiegend eigentlich von westlichen Entwicklern genutzt werden... ein reinrassiges JRPG wäre mir lieber, dass kann ich jetzt schon sagen ^^'


    Hat mich in Fire Emblem Awakening schon extrem gestört, wo ich Robin/Daraen einfach bei der Standard Konfiguration belassen habe.


    Aber was solls, geht doch eh nichts über Chrono Trigger!

  • The Legend of Zelda ist ein Parade Beispiel für ein reinrassiges Action-Adventure, es als RPG einzuordnen ist schlicht falsch.


    RPG Elemente sind dabei aber nicht unbedingt immer etwas schlechtes, Deus Ex bspw. ist ein ausgezeichnetes Action-RPG mit diversen weiteren Elementen u.A. bzw. vor allem aus dem Genre der Stealth-Shooter.


    Genremixe sind nichts schlechtes, meist sogar sehr gut, reinrassigen Hack'n'Slays (bspw. Bayonetta) kann ich bedeutend weniger abgewinnen, als wenn die Hack'n'Slay Elemente einfach als Kampfsystem in ein übergeordnetes Genre integriert werden (bspw. Darksiders - falls wer es nicht kennt, stellt euch vor ihr schnetzelt euch mit Link durch Hyrule, also nicht wie in Hyrule Warriors sondern so das The Legend of Zelda den größeren Anteil ausmacht ;) ).