Meine Meinung zu Nintendo Switch

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Nun ist die Katze also aus dem Sack. Nintendos neues System, ehemaliger Arbeitstitel NX, wurde Switch getauft und wird ab dem 03. März erhältlich sein. Die finale Präsentation von letztem Freitag hinterließ dabei gemischte Gefühle. Nicht nur wegen dem eigenwilligen Stil. Microsoft oder Sony hätten das Ganze wesentlich größer, bombastischer aufgezogen. Nintendos Art der Vorstellung war hingegen mal wieder bodenständig, zurückhaltend und irgendwie schräg. Das ist für mich aber nur nebensächlich. Wichtiger sind die Konsole an sich und die verfügbaren Spiele. So richtig überzeugt bin ich davon jedoch nicht.

    Sicher, es ist super, Spiele daheim auf dem großen Bildschirm spielen und am nächsten Tag in der Mittagspause nahtlos fortsetzen zu können. Das ist der ganz große Pluspunkt und natürlich der eigentliche Clou der Switch. Zumal die Auflösung im Handheld-Modus bei hübsch anzusehenden 720p (1280 x 720 Bildpunkte) liegt, was zwar nur die geringstmögliche Auflösung ist, um noch als HD zu gelten, aber immerhin deutlich mehr als beim pixeligen 3DS (400 x 240) bzw. einiges mehr als bei der Wii U (854 x 480).

    Ein kleiner Kritikpunkt ist aber zum einen die recht niedrige Akkulaufzeit von 2,5 bis 6 Stunden. Gut, die Mittagspause geht nur eine Stunde und essen muss ich ja auch noch was. Und wer spielt schon 4 Stunden am Stück ohne Stromquelle in der Nähe? Das dürfte selten vorkommen. Aber Switch wird ja wie schon das Wii U Gamepad auch zuhause als Mobilgerät benutzt werden. Einfach weil es praktisch ist, den Fernseher nebenher für andere Sachen nutzen zu können. Und da sind drei, vier Stunden schnell vorbei. Das hat mich bei der Wii U schon genervt. Zum Glück geht jetzt das Aufladen dank USB-C sehr schnell.

    Und dann ist da halt der ganz große Schwachpunkt, die Technik. Nintendo hat, um die Akkulaufzeit nicht noch mehr zu drücken, auf allzu stromhungrige Komponenten verzichtet. Das heißt, es wird ein eher schwacher Mobilprozessor von NVIDIA verbaut, der auch so manches Smartphone antreibt. Damit einher geht eine Grafikleistung, die zwar um einiges über der Wii U liegt, gepaart mit doppelt soviel RAM, aber weit von Xbox One und PS4 entfernt ist. Und das jetzt schon, zum Beginn des Lebenszyklus der Switch, während die Konkurrenz in drei, vier Jahren stärkere Modelle nachschieben wird.

    An sich wäre das kein großes Problem. Bereits viele Wii U Titel sahen wirklich schön aus und manche genügsamere Titel wie die Skylanders Spiele erschienen auch auf dem Switch-Vorgänger. Nur darf man nicht vergessen, dass Hersteller wie EA den Weg des geringstmöglichen Widerstands gehen und es sich je nach Verkaufszahlen der Konsolen nicht lohnt, speziell angepasste (sprich grafisch heruntergeschraubte) Versionen zu entwickeln. Nintendo hätte also gut daran getan, technisch endlich mal einen großen Schritt nach vorne zu machen, um zumindest eine Zeit lang auf Augenhöhe mit Xbox und Playstation zu sein. So aber muss man leider wieder davon ausgehen, dass es in Zukunft eben kein FIFA, Call of Duty oder Battlefield auf der Switch geben wird. Oder wenn, dann sind es schlechtere Versionen zum gleichen Preis.

    Letzter Kritikpunkt ist der Preis. Für 329,- Euro bekommt man auch eine Xbox One S (inklusive Spiel oder sogar mehreren Spielen!), die eine deutlich größere Spieleauswahl hat und sehr zukunftssicher ist. Dabei darf man nicht vergessen: Die One ist natürlich leistungsstärker, aber nicht mobil einsetzbar. Und Nintendo hat mit den eigenen Spielen immer großartige Titel in der Hinterhand, für die alleine es sich schon lohnt, die Hardware zu kaufen. Aber nur das Grundgerät genügt ja nicht. Da muss eine große Speicherkarte her, zumindest für Leute, die ihre Spiele digital kaufen. Dann mindestens ein zweiter Controller (sei es ein Pro-Pad oder aber das teilbare JoyCon), ggf. eine Ladestation für die beiden JoyCon-Einheiten und die Spiele sind auch preisstabiler als bei der Konkurrenz, wo sie nach einigen Monaten verramscht werden.

    Spricht also einiges gegen die Switch, wobei ich auch schon auf einige Vorteile eingegangen bin. Letztendlich dachte ich bei der Präsentation, dass sie das Ding auch „Wii U 2“ oder „Wii 2“ (2 bzw. Two wegen dem gesprochen enthaltenen U) hätten nennen können. Denn es ist ja ein ähnliches Konzept, nur dass man die Konsole jetzt quasi immer mitnehmen kann und nicht mehr auf das Grundgerät zuhause angewiesen ist.

    Aber in den letzten Tagen habe ich mir noch zig Videos angeschaut, vor allem die über 5 Stunden dauernde Treehouse-Übertragung. Und da musste ich an etwas denken, das ich letztes Jahr in dem einen oder anderen Forum geschrieben hatte, nachdem die Gerüchte über eine neue Konsole aufgekommen waren. Ich schrieb sinngemäß: Am besten wäre es, wenn Nintendo ein SNES 2 rausbringen würde. Eine Konsole, die sich auf klassischen Spielspaß konzentriert und Erinnerungen an die goldene Zeit weckt.

    Und ich glaube, genau das macht Nintendo jetzt. Die Wii U war schon ein Spaßgarant und Switch wird das eindeutig fortsetzen. Sehen wir uns doch mal einige der angekündigten Spiele für dieses Jahr an: Mario geht immer. Der neueste Teil wird ohne Zweifel wieder in der obersten Liga der Jump’n’Runs mitspielen. Das neue Zelda mit seiner offenen Welt dürfte spielerisch auch wieder fantastisch werden. Und Splatoon 2? Das wird Pflicht! Das Spielprinzip ist nach wie vor genial und auch als Gelegenheitsspieler kann man Erfolge feiern.

    Aber mein Gedanke, dass die Switch quasi ein neues Super Nintendo wird, kommt vielmehr daher, dass es auch kleinere Spielspaß-Hits geben wird. Mario Kart 8 Deluxe mit allen DLC-Strecken der Wii U Version spielt da auf jeden Fall rein, denn der normale Battle-Modus kehrt ebenso zurück wie die Feder, mit der man Abkürzungen nehmen oder Schildkrötenpanzern ausweichen kann. Und es gibt jetzt einen Anfänger-Modus, bei dem es Streckenbegrenzungen gibt, damit man schon mal nicht komplett von der Strecke abkommen kann. Ideal für Leute, die kaum Spielerfahrung haben oder eben Kinder, die Erfolgserlebnisse statt Frust bekommen sollen.

    Oder wie wäre es mit Bomberman? Für 2-4 Spieler ist das perfekte Unterhaltung für zwischendurch, zumal hier eine Hälfte des JoyCons absolut zur Steuerung ausreicht. Also Switch aufgeklappt auf den Tisch gestellt, JoyCons abgestöpselt und es kann losgehen! Entweder im Story-Modus oder ganz klassisch und wesentlich spaßiger gegeneinander. Jeder kann Bomberman spielen, ob jung oder alt, denn jeder kapiert um was es geht.

    Und dann ist da noch das neue Street Fighter, das mich absolut an die tollen SNES Zeiten erinnert. Sich mit Ryu und Ken die Feuerbälle um die Ohren zu hauen, macht einfach Laune. Auf der Switch geht das dann auf Wunsch in klassischer Pixeloptik oder mit zeitgemäßeren HD-Grafiken. Hadouken!

    Okay, Bomberman und Street Fighter sind keine Technikmonster. Für solche Spiele bräuchte es keine neue Konsole. Aber wenn der Spielspaß zählt, gehören sie dann halt doch dazu, oder? Vor allem wenn man wenig Zeit hat, sind solche Spiele optimal.

    Wird Nintendo also den Megaerfolg früherer Zeiten wiederholen können? Wohl kaum. Aber Nintendo braucht vielleicht gar nicht alle großen Multiplattform-Titel. Sie brauchen nur Leute, die weniger auf die Grafik und wieder mehr auf gemeinsames Lachen auf der Couch Wert legen. Ich wünsche Ihnen jedenfalls viel Glück für diese Mission, denn der Markt braucht den Unterhaltungsdinosaurier, wenn nicht alles im Einheitsbrei versinken soll.
    Hier gehts zu meiner Spielesammlung
    (enthält nur Spiele von Nintendo Geräten)

    562 mal gelesen

Kommentare 3

  • Tim Czerwinski -

    Ich frage mich, warum alle über den Launch-Preis meckern. Die XBONE und PS4 waren zum Start noch teurer und auch die Wii U hat mich damals in der Premiumversion so viel gekostet. Ich war zu keinem Zeitpunkt davon ausgegangen, dass die Konsole deutlich unter der dreihunderter Marke liegen wird. Das Zubehör ist natürlich wirklich sehr teuer... Ansonsten schöner Blog mit gut erklärtem Inhalt

    • Mighty Ducks -

      Weil Nintendo´s Zielgruppe Kinder & Eltern sind, welche würden 400€ oder 500€ für die Konsole und die ganzen Zubehörs kaufen? Da geht doch jeder entweder zur PS4 drüber oder sich eine Wii U. Was gibt es daran so schwer zu verstehen?
      Oder wo ist der gute Launch, ich sehe persönlich ihn nicht.

    • Tim Czerwinski -

      Niemand wird gezwungen sämtliches Zubehör zu kaufen. Die Eltern können die Konsole sogar viel besser für mehrere Kinder kaufen, da die multiplayer Möglichkeiten besser sind als zb bei der Wii U-Version. Ich verstehe auch nicht weswegen hier jetzt der Vergleich zu einer Konsole gebracht wird, die schon mehrere Jahre am Markt ist und durch mehrere Preissenkungen nur auf den aktuellen Preis gefallen ist. Das wird der Switch auch widerfahren. Ich bezog mich ja auf die Launchpreise und nicht auf die aktuellen. Denn wenn es danach ginge, sollte man sich bei Amazon nen GameCube für 80 Euro kaufen :P
      Außerdem finde ich, dass der Preis in Ordnung ist und deutlich angemessener als beispielsweise der von einem neuen iPhone, wenn man schon Apfel mit Birnen vergleicht.