Breath of the Wild - 110 Spielstunden Review

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  • Zelda - Breath of the Wild

    Nachfolgender Text enthält massive Spoiler. Diese sind Notwendig um meine Meinung zu dem Spiel besser zu verstehen.
    Meine Meinung nun nach über 110 Spielstunden.

    Man habe ich mich auf dieses Spiel gefreut. Ein neues Zelda für eine Heimkonsole ist immer ein Highlight und kommt im Durchschnitt auch nur alle 5 Jahre vor.
    Diesmal habe ich nach Skyward Sword auch wieder ca. 5 Jahre gewartet. Und hat es sich gelohnt? Meiner Meinung nach schon. Erfüllt es meine Erwartungen? Ja - das Spiel ist ziemlich genau so wie ich es erwartet habe.

    "Wir stellen die Zelda Formel um - gehen zurück zu den Wurzeln" - in etwa so hat uns Nintendo für das neue Zelda "Hoffnung" - oder auch bei mir "Angst" gemacht.
    Um in die Details zu gehen habe ich folgende Punkte die ich gerne ansprechen möchte:

    • Steuerung
    • Story & Charaktere
    • Gegner
    • Dungeons, Titane und die Welt
    • Waffensystem & Schwierigkeitsgrad
    • Grafik & Sound
    1. Steuerung: 9 von 10

    Die Steuerung des Spiels wird einen dann erklärt wenn man es brauch. Das heißt - wenn ich in Schloss Hyrule zum ersten mal einen Bogen finden sollte wird mir die Steuerung des Bogens auch erst in Schloss Hyrule erklärt.
    Manche Kampftechniken wird einem erst gar nicht erklärt wenn man man nicht mit einem Charakter spricht der einem diese beibringt.
    Das trifft so z. B. auf den Sprungangriff zu.

    Allgemein ist die Steuerung doch sehr zugänglich. Link kann auf Knopfdruck springen - das ist neu. Das gab es noch nie. Ändert es im Gameplay was? Kaum. Ich erinnere mich an keine Stelle an der ich wirklich Springen musste. Auf Plattformen kann man meist warten und Zelda ist ja auch kein Jump-N-Run.

    Paraglidern, Sandrobbenrennen und Schwimmen - das alles geht gut von der Hand. Was Link angeht würde ich der Steuerung nach einer Eingewöhnungsphase (am Anfang stellte ich mir oft die Frage "war die Karte jetzt auf + oder -?") 10 von 10 Punkten geben.

    Wäre da nicht die Steuerung des Pferdes. - Auf den GameAwards 2014 sah diese wesentlich besser aus. Das Pferd reitet gezielt und Hindernisse werden gekonnt umritten. Meine Pferde bleiben gefühlt an jedem Grashalm hängen. Auch mit unterschiedlichen Wesen oder Eigenschaften der Pferde kann ich das reiten in diesem Spiel nicht gut finden. Dabei ist es spaßig wenn es mal auf einer detaillosen Wiese funktioniert. Ich würde der Steuerung daher einen Punkt abziehen wenn das reiten optional wäre - ist es aber nicht. Gerade dem Endkampf nimmt die Pferdesteuerung einem ein gutes Stück Spaß.



    2. Story & Charaktere: 7 von 10

    Die Story ist vollkommen in Ordnung. Die Motivation ist gegeben. Spannung baut sie auch ausreichend auf. Alles wäre gut. Aber ich habe bei der Story das Gefühl wiedermal was zu verpassen. Was war in den 100 Jahren genau? Warum hat man keine Bedienungsanleitung vor 10.000 Jahren für Wächter & Titanen hinterlassen? Es gibt da noch so einige Fragen. Vielleicht hilft da der DLC weiter. Wer waren die Hüter der Schreine vorher? Warum haben 120 begabte Leute nichts besseres zu tun als sich Rätsel auszudenken um einen Helden vorzubereiten?

    Wenns zu der Story kommt spielen Nebenquestgeschichten und Charaktere eine wichtige Rolle.

    Link: Könnte trotz Stummheit in den Sequenzen mehr Emotionen ausdrücken.

    Zelda: Die Namensgeberin der Reihe bekommt hier einen Charakter wie kaum zu vor. Sie ist leider nicht so toll wie in OoT wo sie als Shiek durch die Gegend reist um Link zu helfen oder so "cool" wie Tetra. Aber sie möchte Ihrer Situation etwas entgegenstellen und übertrifft damit meiner Meinung nach TwilightPrincess Zelda und SkywardSword Zelda allemal. Mal mag man sie - manchmal nicht. Gerade dadurch zeichnet sich Ihr Charakter aus. Man möchte Ihr helfen.

    der alte Mann: Er hält seine Versprechen nicht. Ich habe es in meinem Run nicht geschafft von ihm das Winterwams zu bekommen. Da ich den Schrein mit dem Eisblock-Modul auf dem großen Plateau als letztes gemacht habe hat er mir dort nicht das Winterwams überreicht.
    Man kann bei ihm das auch über eine Rezepte-Quest bekommen. Das habe ich aber auch erst später erfahren. Er stellt sich als König von Hyrule herraus und ist Zeldas Vater. Als dieser lernt man ihn dann auch noch etwas besser kennen. Ein gut ausgearbeiter Charakter.

    Mipha, Prinz Sidon & die Zoras: Für mich das stärkste Volk. Mipha und Prinz Sidon sind gut ausgearbeitet. Der König der Zoras und Miphas Aufpasser passen gut in die Geschichte.

    Urbosa & die Gerudos.: Urbosa ist meiner Meinung nach der beste Charakter. Sie hat Stärke und Humor. Leider kommt Sie etwas zu kurz. Das Volk der Gerudo und die neue junge Königin haben viele Quests zu bieten. Unterschiedliche Charaktere von denen jetzt keiner heraussticht aber an die man sich auch gerne erinnert. Die Umweltsünderin, die Tanten in der Kneipe oder die Gerudo die gerne was trinkt.

    Daruk & die Goronen: Mit Daruk kann man sich doch recht schnell dank der Erinnerungen anfreunden. Ich hatte fast alle bevor ich den Goronen Titan anfing. Der Rest der Goronen sind sehr unauffällig. Selbst Yunobo (dessen Namen ich googeln musste) finde ich jetzt nicht so gut wie die Goronen in anderen Teilen der Serie.

    Revali & die Orni: Revali hat seine Momente die einen schmunzeln lassen. Jedoch ist der Orni-Boss und Revalis "Nachfolger" Teba charakterlich eher schwach auf der Brust. Gefallen hat mir die Questreihe mit den kleinen Orni Kindern.

    Erwähnenswert sind vielleicht noch Impa & die Einwohner von Kakariko, Purah & die Einwohner von Hateno, Robelo & die Akkala Orte, Kashiwa und Terri. Alle nett da zu haben aber nicht wirklich etwas besonderes.

    3. Gegner 7 von 10

    Moblins, Bokoblins, Oktoroks, Echsalfosse - alle da. Mal alleine, mal als Gruppen, mal in Camps. Es sind wahrlich genug Gegner in der Welt. Und trotz der Vielzahl an Gegnern und den anspruchsvollen Leunen fühlt es sich oft recht gleich an. Wird man Anfangs noch mit Truhen belohnt findet man diese später nur noch seltener wenn Gegner da sind. Kleine Gegenden-Bosse wie Hinoxe und Co. sind bis auf ein paar Varianten sich zu ähnlich. - Sich zu ähnlich - Ich glaube das beschreibt die Vielzahl der Gegner am besten. Die vier Hauptbosse sind da nicht mal die Ausnahme. Diese haben zwar andere Herangehensweisen sind sich aber optisch sehr ähnlich. Ebenso die Wächter - die wenn man den Schildblock beherrscht einfacher als Leunen sind. - War das der Hintergedanke? Eine Story zu den Gegnern gibt es meist auch nicht.

    Und Ganon... in dem Spiel nenn ich ihn wohl lieber Gähnon. Was war denn das? Es wurde soviel "Hype" aufgebaut endlich Ganon besiegen zu können. Und dann ... ist er einfach ein Witz. Optisch nicht so bedrohlich und in der ersten Phase ist er spielerisch zu erledigen. Und die zweite Phase auf der Hyrule Ebene ist noch einfacher. Sieht toll aus - hört sich gut an aber war mir spielerisch zu einfach.

    4.1 Titane / Schreine 7 von 10

    Für das was die Schreine sein wollen sind sie gelungen. Einige gute Kopfnüsse in den Schreinen die alle machbar sind. Manchmal aufgrund der Bewegungssteuerung etwas fummelig. Im großen und ganzen aber vollkommen ok. Das gleiche gilt für die Titanen.

    Jetzt die Kritikpunkte.
    Abwechslung - das was die große Welt gut macht - macht das Spiel in den "kleinen Welten"nicht so gut. Die gleichen Wandtexturen/Farben in allen Schreinen und Dungeons. Es fühlt sich nicht nach was neuem an.
    Kleine Höhlen mit Gängen die man sprengen kann vermisst man komplett. Kleine Schlüssel sind zwar vorhanden in dem Spiel aber überlegen wo man nun einen Schlüssel braucht - oder welche Tür man mit dem Schlüssel zuerst öffnet - das gibt
    es in dem Spiel einfach nicht.
    Den ein oder anderen großen Dungeon der auch schön gestaltet ist - hätte dem Spiel gut getan... das einzige was dem in Ansätzen nahe kommt ist das Yiga Versteck und Schloss Hyrule - welche tatsächlich erwähnenswerte Highlights sind. Wobei beide auch ausgelassen werden können. (in dem man Revalis Sturm einsetzt um zum Thronsaal zu kommen - oder über das Gebirge Koga erreicht)

    4.2 Die Welt 10 von 10

    Bei der großen OpenWorld macht Breath of the Wild alles richtig. So viele Orte die es zu entdecken gibt. Unterschiedliche Dörfer, Ruinen etc. Drachen die durch die Gegend fliegen. Erze die man sammelt. Wetter- und Temperaturabhängige Effekte. Ein Event um Gegner zu resetten. Das was man erwartet vom Spiel - das liefert das Spiel auch. Und das ist meiner Meinung nach trotz der erwähnten Schwächen der Grund warum dieses Spiel so gute Wertungen bekommt. Das ganze ist erstmals so großartig das einen die Worte wegbleiben. Man gewöhnt sich jedoch an alles und fragt sich ob es nicht ein wenig kompakter hätte sein dürfen. Manche Flecken fühlen sich dann doch gleich an. Selten sogar auch lieblos. Grastexturen ohne irgendein Stein, Pflänzchen etc. hat das Spiel auch.

    5. Das Waffensystem und der Schwierigkeitsgrad 8 von 10

    Beides hängt für mich zusammen. Recht schnell kann man an sehr starke Waffen kommen. Die dann dort auch immer wieder zu finden sind - sofern sie nicht in Truhen unterkommen. Überall Material zum Kochen um die Gesundheit zu heilen. Das Spiel ist auf dem großen Plateau noch am schwersten. Einmal nicht festgehalten stürzt man in die Tiefe und schon heißt es GameOver. In der ersten Stunde sah ich den Game Over Screen öfter als in den weit über 100 Stunden später zusammen nicht mehr.

    Das Waffen kaputt gehen nervt auch nicht, da man diese überall findet. Wie wäre es mit einem "Rute-only-Run"? - Da man aber nicht gezwungen wird seine Herzen und Ausdauer zu verbessern und es noch ein Hardmode geben wird kann man es auch noch schwerer spielen. Habe ich es mir einfach nur zu einfach gemacht?
    Die Gefahr des Plateaus in späteren Gebieten wäre nett gewesen. Ein brennbarer Gleiter und schon wäre der Todesberg und Umgebung ziemlich schwierig geworden. Bei Regen kein Gleiter einzusetzen wäre ebenso glaubwürdig gewesen.
    Im großen und ganzen geht der Schwierigkeitsgrad aber in Ordnung.

    6. Grafik und Sound 8 von 10

    Erst möchte ich etwas zur Grafik sagen. Meist sieht das Spiel großartig aus. Manchmal fallen aber zu detailarme Texturen unangenehm auf. Der Sound ist großartig. Soundeffekte und die Sprachausgabe sind meiner Meinung nach auf dem Punkt und passend.
    Abzüge mache ich aber bei der Musik. Und das fängt beim Hauptthema an (E3 2016 Trailer). In diesem Thema
    gibt es eine stelle wo es sehr abgehakt wird. Das ist sehr merkwürdig. Und sonst? Bis auf Miphas Thema, Hyrule Castle und vielleicht noch die Musik wo man der Wasser- und Wüstentitan erobern muss sind es keine Ohrwürmer oder herausragende Musikstücke. Stimmig vielleicht. Aber ich erwische mich nicht irgendeine Melodie mitzusummen. Da fehlt es mir eindeutig an einem der Fundamente der Reihe.


    Fazit:
    Rein rechnerisch Gesamtwertung von ca. 80%. Es fühlt sich dann im Gesamtpaket aber besser an. Die Schwächen jedoch sind mir nicht verborgen geblieben - und ich mag auch nicht meine Augen vor diesen verschließen. Ich mag das Spiel. Als Zelda Spiel und als Spiel allgemein. Und wenn man bedenkt das ich die Schwächen bei 110 Spielstunden vielleicht ein Bruchteil davon gemerkt habe würde ich dem Spiel 91% geben.

    1.437 mal gelesen

Kommentare 4

  • Lahuda -

    Ich finde die Kritikpunkte sowie die Wertung nachvollziehbar. Die Animation der Pferde finde ich ziemlich genial gelungen. Um so ärgerlicher ist die Steuerung. Habe den Boss dann eben zu Fuss erledigt. Ich fand es auch sehr seltsam, dass er sich quasi gar nicht gewehrt hat.

  • Phips McCloud -

    Ich verstehe sehr gut was du meinst. Bei mir ist das ganze anders gewichtet, aber das macht ja eben die Spielerfahrung des einzelnen aus.
    Was du mit deiner 91% obwohl es rechnerisch bei 80 läge hat Aristoteles mal schön und treffend formuliert: "Das ganze ist größer als die Summe seiner Teile", für mich hat dieser Satz nie so gut gepasst wie bei Breath of the Wild.

    • cedrickterrick -

      Für sowas bin ich zu pragmatisch! xD

  • cedrickterrick -

    Also kann dir schon iwie recht geben, aber muss auch teilweise den Kopf schütteln erstmal die Wertung:
    Was soll der Blödsinn wenn du rechnerisch eine 80 gibts aber dann als Freundschaftsbonus ne 91 draus machst? :ugly:

    Das Spiel hat durch aus viele Stärken, aber auch ein paar kleinere Schwächen. Die stören mich aber eigentlich überhaupt nicht. Wenn Nintendo hie und da noch Kleinigkeiten nachpatcht, gern gesehen! Aber unwichtig.

    Mein einziges Problem die Gegnervielfallt. Ich bin seit nem Jahr am Hyrule Warriors Legends suchten. Wie kann es sein, dass es in so einem "eintönigen" Spiel mehr Gegnervielfallt gibt, als in BotW?! Gut, das muss nicht jeden stören. Aber ich hab mir gestern mal das Gegner Roster in Legend of Zelda NES angeschaut. Da gibt es Moblins, Leunen, Oktorocks... Alles klar, auch mit Variation. Aber das sind Oberwelt-Gegner. Es gibt grade mal Fledermäuse und Stalfos aus den Dungeons. Das ist einfach mal garnichts. Warum gibt es keine Nimbusgarden? Keine Dinodorusse? Bullblins, Minblins, Bossblins? Vogelgegner? Killer-Ananasse? Dekuranias? Und was es nicht alles gab.
    Es gibt überhaupt kein Deku-Volk, Horror Kids, Donnerblumen.

    Und wo ist eigentlich mein Best Bro Tingle?!

    Das sind eigentlich so die einzigen Dinge, die mich stören. Ansonsten solides Spiel!

    Das Winterwams bekommt man in jedem Fall. Du hast es nur nicht gefunden. ;)