Kirby-Special: Historie Kirby - Vom Platzhalter zum Firmenmaskottchen! (Teil 1)

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  • Hallo und ein herzliches ''Poyo'' liebe ntower-User! Während Nintendo Geburtstage großer Marken wie Zelda oder Mario umfangreich feiert, müssen andere Helden wie Samus oder Captain Falcon meistens ihre Ehrentage nur mit Hardcore-Fans zelebrieren. Dieses Jahr wird mein Lieblingsvideospielcharakter 25 und da Nintendo bis auf ein paar Kleinigkeiten nichts besonderes plant, würde ich gerne Kirby ein wenig mehr ins Rampenlicht rücken. Ganz im Zeichen der ntower-Themenwochen, präsentiere ich besondere Specials mit hoffentlich informativem Inhalt und Tests zu einigen Spielen. Dabei veröffentliche ich insgesamt vier Blogs und drei Spieletests über vier Wochen verteilt. Da ich oft das Gefühl habe, dass das Franchise ziemlich unterschätzt und unbeachtet ist, hoffe ich mit dieser Special-Reihe vielleicht dem ein oder anderen die Reihe näher zu bringen. Und wer weiß, vielleicht kündigt Nintendo ja doch noch etwas besonderes an, da wäre das eine gute Vorbereitung.
    Anfangen möchte ich mit der Historie des kleinen Helden, wie er entstanden ist, welche Spiele bisher erschienen sind und verworfene Konzepte. Viel Spaß wünsche ich mit dem ersten Teil meines Specials: Historie Kirby - Vom Platzhalter zum Firmenmaskottchen!

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    Um mein großes Kirby-Special gebührend zu starten, würde ich euch gerne die Historie des kleinen Helden näherbringen. Wie bei den
    meisten Ideen, stand das Konzept ‘’Kirby’’ nicht von Anfang an fest und durchlief teilweise witzige Entwicklungen. Wann feierte er sein Debüt, wie viele Spiele gibt es und warum heißt Kirby überhaupt Kirby? Diese Fragen und noch mehr, beantworte im folgenden Text, viel Spaß!

    Machen wir uns doch erstmal ein Bild von Kirby. Das Franchise gehört zu Nintendos bekanntesten Vertretern und wird fast hauptsächlich vom First-Party Studio HAL Laboratory entwickelt. Mit 25 Spielen, einer eigenen Animations- und Comic-Serie und mehreren Gastauftritten ist die Reihe ebenfalls eine der erfolgreichsten. Kirby selbst ist ein kleiner, pinker Bewohner aus Dream Land, welches auf dem sternenförmigen Planeten Popstar liegt. Sein größtes Markenzeichen ist der unersättliche Appetit, der mit einer besonderen Fähigkeit in Verbindung steht. Nicht nur Nahrungsmittel stehen auf dem Speiseplan, Widersacher werden mit der bekannten Saug-Kraft einfach verschlungen. Besitzt der Gegner eine besondere Fähigkeit, kann Kirby diese kopieren und verwenden. Bekannte Sidekicks sind selbsernanter König Dreamlands Dedede, nicht ganz so böser Rivale Meta Knight oder tierische Helfer wie Rick oder Coco. Ihr merkt schon, das Kirby-Universum ist so facettenreich wie charmant und strahlt nach 20 Jahren noch immer viel Charakter aus. Aber wie hat das alles angefangen?

    Am 27. April 1992 erblickte die Knuffkugel mit Kirby’s Dream Land die Welt der Videospiele. In einem simplen aber feinen schwarz-weiß Jump and Run steuert ihr Kirby, der die gestohlenen Vorräte aus König Dededes gierigen Fingern zurückerlangen will. Ob er damit anderen oder nur sich selbst einen Gefallen tut, ist eine anderen Frage. Mit einer geschätzten Spielzeit von 45-60 Minuten fällt das erste Abenteur nicht gerade umfangreich aus. Grund dafür ist die Philosophie hinter dem Spiel: Kurzweiliger Spaß für jedermann! Wichtig anzumerken ist, dass Kirby hier seine stärkste Fähigkeit noch nicht besitzt. Klar, einsaugen und fressen konnte er alles und jeden von Anfang an - das Kopieren einer Fähigkeit kam aber erst später zum Einsatz. Mit über 5 Millionen verkauften Einheiten sollte Kirbys erste Auftritt auch sein erfolgreichster sein. Vielleicht fragt sich ein neugieriger User schon, warum Kirby noch nicht pink ist. Ja nagut, das liegt an der technischen Limietierung des Gameboys. Trotzdem war die Entscheidung, dem kugeligen Helden einen pinken Anstrich zu geben, nicht von Anfang klar. Gucken wir uns doch dazu den Ursprung an, ab Punkt 0!

    Als Nintendo HAL Laboratory den Auftrag gab, ein Gameboy-Spiel zu entwickeln, war es Masahiro Sakurais (Erfinder und Hauptentwickler von Kirby und Super Smash Bro.) Aufgabe den Protagonisten zu entwickeln. Mit nur 19 Jahren erstellte er dabei erstmal einen einfachen Platzhalter für den späteren Helden, Popopo!
    Damit man nicht viel Zeit verschwendete, war es ein schlichtes Design: Ein Kreis mit Gesicht, Armen und Beinen. Der kleine Popopo gewann aber die Sympathie der Entwickler, wodurch man dieses Design beibehielt. Jetzt fehlte nur noch ein passender Name. Mario-Schöpfer Miyamoto schlug Kirby vor, angelehnt an den amerikanischen Anwalt John Kirby, welcher Nintendo bei einem gerichtlichen Fall 1984 erfolgreich verteidigte. Angenommen und abgesichert, hatte man so die Grundform (welche sich bis heute nicht verändert hat) und den Namen. Gerüchten zufolge hat Nintendo als Dank, John Kirby eine Kopie von Kirby’s Dream Land zugeschickt. Einen Beweis gibt es allerdings nicht. Nun fehlte nur noch eine Farbe. Während Miyamoto für Gelb war, wollte Sakurai ein charmantes Pink. Letztendlich entschied man sich für Sakurais Idee, zur Verwirrung für Nintendo of America und Europa. Diese wurden bis zum Erscheinen des ersten Spiels nicht ganz aufgeklärt, wodurch Kirby auf offiziellen Artworks und Bannern die Farbe weiß hatte. In Japan hingegen war er von Anfang mit pinker Farbe auf Bildern zu sehen. Damit aber Miyamoto Geschmack nicht ganz runtergespielt wurde, ist Kirbys offizielle zweite Farbe immer Gelb. Falls ihr also mal ein Mehrspieler-Kirby spielt, achtet darauf, der zweite Spieler wird anfangs Gelb sein!

    In den japanischen Originalen beginnt fast jeder Titel eines Kirby Spiels mit Hoshi no Kaabbi, was so viel wie ‘’Kirby der Sterne’’ bedeutet

    1993 kam dann auch mit Kirby’s Adventure für das NES der erste Auftritt auf einer Heimkonsole. Außerdem ist es einer der wenigen NES-Spiele, welche deutsche Bildschirmtexte und eine Speicherfunktion besitzt. Zum ersten Mal ist es möglich, gegnerische Kräfte zu kopieren. Eine Erklärung, wie man auf diese Idee kam oder warum sie erst hier umgesetzt wurde, gibt es bis heute nicht.
    Auch Schwertkämpfer Meta Knight feierte in diesem Spiel sein Debut, als 6. Boss.
    Aufgrund seines ersten Aufrtitts als Gegner und kleinen weiteren Auseinandersetzungen, nimmt man ihn noch heute als Feind Kirbys wahr. Allerdings ist dem nicht so, heutzutage fungiert er als verlässlicher Kamerade. Mit über 1,5 Millionen verkauften Einheiten konnte das Spiel trotz spätem Erscheinen einen Erfolg verbuchen. 2002 erschien das Remake Kirby Nightmare in Dreamland für den Gameboy Advance und lud mit überarbeiteten Grafiken und einem extra Abenteur mit Meta Knight als spielbarer Charakter, ein.
    Ich selben Jahr, und zwar im November, erschien Kirby Pinball Land für den Gameboy. Wie der Name es schon vermuten lässt, handelt es sich dabei um ein einfaches Pinball-Spiel im Kirbygewand, nichts wirklich spektakuläres.
    Die Experimente gehen weiter, 1994 erblickte Kirby’s Dream Course (SNES), ein golfartiges Spiel, das Licht der Welt. Ursprünglich mit dem Namen Special Tee Shot, verleihte man relativ mittig der Entwicklung dem Spiel einen Hauch von Kirby. Im nächsten Jahr ging es mit Kirby’s Ghost Trap (SNES) weiter. Ein Puyo Puyo-Klon, in dem Kirby erstmals Dialoge führt, wenn auch ziemlich respektlose. Gott sei Dank spricht er nicht mehr.

    Nach 3 Jahren erschien endlich der Nachfolger zum erfolgreichen Kirby’s Dream Land - Kirby’s Dreamalnd Land 2 für den Gameboy. Zum ersten Mal war Sakurai nicht der leitende Entwickler, sondern Shinichi Shimomura. Unterscheiden tut sich das Spiel in dem Aspekt, dass es neben Kirby selbst noch tierische Helfer gab - ähnlich wie in Donkey Kong Country. Das Besondere ist, dass Fähigkeiten wie Feuer und Stein mit einem Helfer gänzlich anders funktionieren. Auch der Inhalt ist im Vergleich zum Vorgänger deutlich umfangreicher. Mit über 2 Millionen verkauften Einheiten, ist es das zweiterfolgreichste Kirby-Spiel.
    Ebenfalls 1995 veröffentlichte Nintendo ein weiteres Spin-Off: Kirby’s Block Ball. Ein Breakout-Klon, zu dem es nicht wirklich viel nennswertes gibt. Allerdings hat man ganze sechs Monate Entwicklung für das Spiel gebraucht, da es sich anfangs nicht nach Kirby ‘’anfühlte’’.
    1996 kam mit Kirby’s Fun Pak endlich ein Jump and Run auf dem Super Nintendo. In episodenartigen Abenteurn kämpft ihr euch als Kirby durch verschieden Gefahren. Das beliebte Partner-System, bei dem ihr jeden beliebigen Gegner als Partner rufen könnt, fasste hier seinen Fuß. Durch die starke Beliebt- und Bekanntheit, erschien 2008 das Remake Kirby Super Star Ultra - mit doppeltem Umfang und animierten Cutscenes.
    1997 ging es mit zwei weiteren Ablegern weiter, Kirby’s Star Stacker und Kirby’s Dreamland 3. Während ersteres ein simpler Tetris-Klon ist, gibt der dritte Teil der Dreamland-Reihe sehr viel mehr her. In einem heute noch recht ansehnlichen, eigenen Grafikstil, steuert ihr Kirby wie gewohnt durch 2D-Welten. Neu sind dabei Aufgaben, die in den Leveln absolviert werden müssen. Tortz einem etwas verstörenden Endgegner (der erst nach dem Erhalt der 100% erscheint), erhielt das Spiel die Alterseinstufung 0, begründet mit der Tatsache, dass Kinder sowieso nicht die 100% erreichen. Stilistisch baut das Spiel recht wenig auf Fun Pak auf und orientiert sich mehr an dem Vorgänger. Erkennbar an der Tatsache, dass wieder Shinichi Shimomura für das Spiel verantwortlich war. Aufgrund des bereits erschienen N64 und der fehlenden Aktualität des Super Nintendo, schaffte es Kirby’s Dreamland 3 nur nach Amerika. Erst durch die Virtuel Console der Wii kamen auch wir Europäer in den Genuß des Spiels.
    Im Jahr 2000 war es dann endlich soweit, und Kirby feierte seinen etwas verspäteten Eintieg auf dem N64 mit Kirby 64 The Crystal Shards. Anders als Mario, Zelda oder Donkey Kong ging man aber auf Nummer sicher und entwickelte einen weiteres 2D-Jump and Run. Allerdings kann man es wegen den dynammischen Kamerafahrten und den offenkundigen Leveln auch als 2,5-Abenteuer bezeichnen. Thematisch orientiert sich die Story sehr stark an die Kirby’s Dreamland-Reihe (ein Grund weshalb es auch als inoffizielles Kirby’s Dreamland 4 bezeichnet wird), gameplaytechnisch setzt es aber ganz eigene Zweige. Erstmals war es möglich Fähigkeiten zu kombinieren, eine noch heute beliebte Idee. Trotz spätem Erscheinen, konnte Kirby 64 mit 1,7 Millionen verkauften Einheiten einen Erfolg verbuchen.

    Kennt ihr Makiko Ohmoto? Kirbys Synchronsprecherin leihte dem Vielfraß erstmals in Super Smash Bros. und Kirby 64 ihre Stimme. Seit dem gibt sie sich größte Mühe auch heute noch knuffige Geräusche von sich zu geben

    Ebenfalls in der Jahrhundertwende erschienen, Kirby Tilt ‘n’ Tumble - allerdings nur in Japan. Das Geschicklichkeitsspiel für den Gameboy Color arbeitete mit dem Gameboy Kippsensor zusammen. Damit war es möglich, Kirby mit leichten Bewegungen des Gameboys zu steuern. Geplant war ein Nachfolger für den Gamecube, sogar auf einer E3 von Miyamotot höchstpersönlich vorgestellt. Erschienen ist es allerdings nie.
    Warum bleiben wir nicht einfach bei nie erschienenden Spiel. Zur Super Nintendo Zeit wollte HAL ein Prequel zu Kirby veröffentlichen, ‘’Kid Kirby’’. Einzigartige Ideen und eine innovative Steuerung mit der SNES-Maus waren geplant, aufgrund der schlechten Verkäufe der Maus, cancelte man aber das Projekt. Gezeigt, aber nie erschienen, wurde ‘’Kirby Bowl 64’’. Das für den N64 geplantes Spiel präsentierte einen kugelrunden Kirby, den man durch Unebenen navigieren musste. Auch war es geplant, dass der kleine Allrounder mit einem Snwoboard ordentlich abgeht. Dennoch erschien das Abenteuer nie, setzte aber die Weichen für ein eigenes, einzigartiges Spiel...

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    Damit endet auch erstmal der erste Teil der kleinen Historie. Ziemlich interessant, was aus einem einfachen Platzhalter heute wurde, oder? Kanntet ihr die meisten Spiele schon und waren Informationen dabei, von denen ihr noch nichts wusstet? Lasst es mich in den Kommentaren wissen. Wünsche und Kritik sind natürlich gleichermaßen erwünscht. Um euch noch ein wenig ins Special einzubinden, führe ich zu jedem Blog eine kleine Umfrage durch. Ansonsten war es das und bis zum nächsten mal! :kirby:
    Wie steht ihr zum Franchise ‘’Kirby’’? 12
    1.  
      Super, ich sauge jedes Spiel auf und erwarte sehnsüchtig den neusten Teil! (4) 33%
    2.  
      Ganz okay, alle 2-3 Jahre kann ich mir mal ein Spiel geben! (2) 17%
    3.  
      Ziemlich langweilig, das Gameplay will mich nie so recht packen! (2) 17%
    4.  
      Es kommt immer ganz auf’s Spiel an! (2) 17%
    5.  
      Ich entscheide immer recht spontan, ob ich mir das neuste Spiel hole! (2) 17%
    6.  
      Nintendo kann das Franchise ruhig begraben! (0) 0%

    480 mal gelesen

Kommentare 2

  • XenoDude -

    Exzellente Blogreihe über Kirby. Diese Beiträge verdienten aus meiner Sicht mehr Beachtung als sie erhalten hatte.

    Danke für deinen Effort.

  • otakon -

    Wow wirklich gut geschriebener Artikel!
    Sehr informativ, einiges wusste ich aber war doch auch viel neues für mich dabei - cool ^^
    Bin sehr gespannt wie deine Blog-Reihe weiter geht.
    Ich selbst liebe die Kirby Spiele, auch viele der Spin Offs ^___^
    Freu mich schon wenn auf der Switch das erste Kirby Spiel erscheint.