Kapitel 2: Erste Schritte mit einem ungewöhnlichen Freund

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  • Im unruhigen Schlaf fand ich nicht die erhoffte Ruhe und so schreckte ich kurze Zeit darauf wieder hoch. Schweiß gebadet versuchte ich zu ergründen, wo ich mich gerade befand, bis es mir wieder in den Sinn kam:
    Ich war erwacht in meinem kleinen Zelt und es war tatsächlich kein Traum! Unglaublich!

    Ungläubig öffnete ich den kleinen Reißverschluss und sah nach draußen... Ich war wirklich in Johto und auf meiner großen Reise. Plötzlich kam es mir in den Sinn, als ich zu meiner Linken etwas Knacken hören konnte... Ich ergriff den Reißverschluss und schloss wieder mein Zelt. Mich beschlich der Gedanke, das es vielleicht keine gute Idee gewesen war, unter diesem Baum mit Beeren zu campieren. Nervös nahm ich mein Ei zu mir und hielt es im Arm, als wollte ich es beschützen... Ich hatte einmal gehört, das ein Ei die Wärme anderer Pokémon brauchen würde aber... Ich hatte nur meine eigene Wärme zu bieten. Minuten vergingen, bis die Geräusche verstummt waren und der kleine Wald wieder ruhiger wirkte und mir der kleine Ball au dem Behälter auffiel... Noch nie hatte ich einen funktionierenden Pokéball in Händen gehalten und jetzt, das es soweit war, fragte ich mich warum er solche komischen Blitze hatte. Waren diese Dinger nicht eigendlich immer rot und weiß?

    Wieder knackte es leise und wieder hörte ich das Rascheln des Grases in der Nähe meines Zeltes. Unweigerlich drückte ich das kleine Ei an mich heran, denn niemand würde mich von meinem Pokémon trennen können, egal was dort draußen vor meinem Zelt lauerte und bereit war mich anzugreifen! Mein Magen knurrte plötzlich und die Geräusche verstummten aufs Neue. Es war für mich fast, als hätte ich eine Ewigkeit nichts gegessen, aber meine Vorräte hielten sich stark in Grenzen und jetzt hatte ich als Trainerin nicht nur Verantwortung für mich selbst, sondern auch für mein kleines Pokémon! Das machte aus dem Vorrat für eine Woche, vielleicht einen Vorrat für zwei oder drei Tage... Auf der anderen Seite, konnte ich doch kein Baby in den Kampf schicken! Wieder knurrte mein Magen und ich merkte, wie mir langsam schwindlig wurde... Es half nichts, ich musste einfach etwas essen. Vorsichtig und bedacht legte ich das kleine Ei auf meinen Schlafsack und zog die Decke etwas hoch, damit das Ei schön warm blieb, während ich nach meinem Rucksack griff und begann darin zu wühlen.

    Mein Zelt war nicht sonderlich groß, gerade ausreichend um aufrecht sitzen zu können und vielleicht, zwei Schlafsäcke nebeneinander legen zu können, daher war genug Platz neben meinem eigenen Schlafsack. Mein letztes Brot und ein wenig Käse sollten es werden, immerhin wollte ich die Sachen ungern wegwerfen müssen und von all den Dingen, welche sich in meinem Rucksack noch befanden, war das am kürzesten haltbar. Wieder ein Knacken in meinem Rücken, aber ich achtete nicht darauf und hoffte nur bald würden sich diese Pokémon zur Ruhe begeben, damit die Geräusche endlich aufhörten! Wieder ein Knacken und jetzt auch noch ein sonderbares Glimmen, welches mich dazu veranlasste das Zelt zu verlassen und nach draußen zu gehen. Zu groß war die Neugier, sodass ich einfach nachsehen musste.

    Nur...war draußen nichts zu sehen. Das Glimmen hatte aufgehört, das Knacken ebenfalls und ich sah mich um. Noch einen Moment verblieb ich dort stehen und sah mich um, ehe ich verwirrt zurück in mein Zelt kroch. Hatte ich mir dies etwa nur eingebildet? Der Schock traf mich wie ein Schlag ins Gesicht, als ich auf meinen Schlafsack blickte: Die kleine Erhebung, wo zuvor noch mein Ei eingewickelt gewesen war, war jetzt weg! Das Herz schlug mir bis zum Hals und ich war völlig außer mir, kroch ungelenk und schnell über den Boden des Zeltes und erstarrte dann doch nur vor meinem Schlafsack. Wagte ich es, die Decke wegzuziehen? Ich zögerte, bekam keine Luft mehr... Nein! NEIN! Das durfte nicht sein, das... Nein! Ich hatte doch eben erst mein erstes Pokémon bekommen und nun, hatte es sich vielleicht ein anderes Pokémon geschnappt? Fraßen Pokémon etwa andere Pokémon? Konnte das sein? Verflucht woher sollte ich das wissen!?
    Während die Gedanken in meinem Kopf kreisten und kreisten, zog ich die Decke weg und es traf mich erneut wie ein Schlag in die Magengrube, denn dort wo eben noch mein kleines Ei gelegen hatte, waren nun nurnoch kleine Bruchstückchen von dem Ei übrig. Es waren vielleicht fünf oder sechs kleine Stücke, auf keinen Fall genug für das komplette Ei. Mir stiegen die Tränen in die Augen, obwohl ich alles versuchte mich zusammen zu reißen aber, es war einfach zu viel für mich. Sollte ich meinen kleinen Gefährten etwa schon verloren haben? Was war ich bitte für eine unfassbar schlechte Trainerin, wenn ich nicht einmal fähig war auf ein Ei aufzupassen? Unfähig zu realisieren, was eben wirklich passiert war sank ich zurück und blickte nur unablässig auf die Stelle mit den Eierschalen, bis ich hinter mir ein weiteres Geräusch hören konnte.

    Schwer schluckte ich, sah im Licht der letzten Sonnenstrahlen nur den riesigen Schatten eines Säbelzahnes, welcher sich an die Südseite meines Zeltes warf. Was für ein Pokémon war das? Was war hier eben passiert und warum hatte ich es nicht mitbekommen? Wie gebannt blickte ich auf die Schatten der riesigen, scharfen Reißzähne und schluckte schwer. Kurz darauf waren sie weg und in dem Glauben - vielmehr der Hoffnung, dass dieses Wesen endlich verschwunden war, ging ich vor mein Zelt. Nichts. Der Wald lag friedlich und ruhig da, wie er es eben auch schon getan hatte und nur die Sonne neigte sich dem Horizont entgegen, um dem Mond Platz zu machen und die Nacht ihren Lauf zu lassen. Mir wurde kalt. Sehr kalt. Zumal mir gerade bewusst geworden war, das ich noch immer den Pokéball krampfhaft in Händen hielt und sich meine Finger um ihn zu spannen begannen. Warum nur... Was sollte ich jetzt tun? Ich war mitten in Johto, hatte ein Pokémon gehabt und jetzt noch keines. Ich war alleine und obgleich der Wald eben noch so lebendig und geräuschvoll gewesen war, war es nun still. Still und einsam. Ich entfachte ein kleines Feuer vor meinem Zelt und starrte nur unablässig in die Flammen hinein. Geräusche und dergleichen nahm ich schon gar nicht mehr wahr. Vielleicht träumte ich das alles nur? Vielleicht war mein Pokémon geschlüpft und ich hatte es nur nicht bemerkt? Aber wo war es dann jetzt? Warum zeigte es sich nicht? Und was hatte es auf sich gehabt mit diesem sonderbaren Wesen und dem Schatten, welchen ich gesehen hatte? Fragen über Fragen.
    Wieder war es mein knurrender Magen, der mich aus den Gedanken riss. Ich hatte etwas essen wollen. Hatte ich überhaupt noch Hunger? Seis drum, mir blieb keine Wahl.

    Langsam zog ich den Reißverschluss meines Zeltes wieder richtig auf, um auch etwas frische Luft in das Innere zu lassen und bemerkte plötzlich, das sich etwas unter der Decke bewegte. Das Stück Brot hatte sich in Krümeln und kleinen Stückchen über den Boden verteilt und der Käse war ebenfalls verschwunden... Unter der Decke konnte ich leises Rascheln hören, während sich die Decke bewegte. Vorsichtig griff ich nach der Decke und nachdem ich tief durch geatmet hatte, zog ich ruckartig daran. Das Blut rauschte mir in den Ohren, mein Herz begann plötzlich bis zum Hals zu schlagen und in mir stiegen plötzlich so unglaublich viele Gefühle und Gedanken hoch, das ich sie kaum benennen, geschweige denn einen Laut von mir geben konnte.

    Vor mir hockte ein kleines, grünes Pokémon mit vergleichsweise großen Sicheln an den Armen und kleinen, leicht zerknitterten Flügelchen. Es hackte frustriert auf den Käse ein und knabberte dann daran, während es dabei ein wenig auf und ab wippte. Es hatte zwei kleine, spitze Zähnchen an den Mundwinkeln und feingliedrige Beine, die ihm im Augenblick zum festhalten des Käses gute Dienste leisteten. Ungläubig sah ich es an, während die vorherrschenden Gefühle wie Überraschung und Angst, einem viel Stärkeren wichen: Freude. Plötzlich brach es aus mir heraus und ich warf mich regelrecht in das Zelt, das kleine Pokémon euphorisch zu umarmen. Das Kleine sah mich verwirrt an, lies sich allerdings von mir überschwänglich in den Arm nehmen. Mein erstes Pokémon war geschlüpft, ich hatte zwar keine Ahnung was es war aber, das war mir in diesem Augenblick auch vollkommen egal! Es war niedlich, gefährlich, so süß und sicher stark! Wir würden ein tolles Team werden, da war ich mir absolut sicher! Nachdem die Freude langsam abklang, bemerkte ich wie das Kleine versucht hatte, wieder den Käse zu erreichen. Lächelnd krabbelte ich aus dem Zelt und schüttelte den Schlafsack aus. Ich setzte das kleine Pokémon auf den Boden und lächelte es an. "Bleib da, hörst du? Ich mach dir jetzt etwas leckeres zu essen. Dann gehst du in deinen Ball, einverstanden?" Es legte nur den Kopf schief und sah mir faszinierend dabei zu, wie ich einen kleinen Topf aus dem Zelt holte, einige weitere Zutaten zurecht legte und dann in einem nahen Fluss, den Topf mit Wasser füllte, um ihn über das Feuer zu hängen. Das bereitgelegte Holz tat jetzt gute Dienste, um das Feuer ordentlich zu schüren. Das kleine Pokémon rutschte etwas von dem Feuer weg, als habe es Angst davor... Vielleicht war es ja ein Pflanzen Typ? Die Farbe würde passen. Ich nahm den Schlafsack und faltete ihn ein wenig ein, damit sich das Kleine darauf bequem hinsetzen konnte und etwas mehr vom Feuer entfernt war. Dann schälte ich etwas Gemüse wie die Kartoffeln und Karotten, welche ich noch hatte und schnitt diese in kleine Stückchen, um sie in das brodelnde Wasser zu werfen. Das sollte eine Art Eintopf werden, hoffte ich jedenfalls. Einige Zeit war vergangen, das restliche Brot teilte ich in zwei gleiche Stücke und probierte meine Kreation. "Magst du auch mal probieren?" Es legte nur den Kopf schief und beobachtete mich weiterhin. War wohl ein Nein.
    Etwas Salz noch dazu, ein kleines Stück einer Tamotbeere, welche ich beim Feuerholz sammeln gefunden hatte um die nötige Schärfe hinzu zu fügen, dann war sie perfekt. Meine Schale füllte ich und stellte sie dem Kleinen vor die Nase. "Hier iss, lass es dir schmecken." Erst schnupperte das kleine Pokémon skeptisch daran, doch nachdem es etwas davon gegessen hatte, schlang es gierig den Rest hinunter. Mehmals schöpfte ich nach, bis es sich nach dem dritten Teller in den Schlafsack eingekuschelt hatte und eingeschlafen war. Das Brot war vom Teller gekullert und ich entschied, jetzt auch endlich etwas zu essen. Langsam aß ich den letzten Teller und das Brot, zündete nur eine kleine Laterne an, ehe ich das Feuer löschte und mit meinem kleinen Pokémon im Arm und dem Schlafsack über der Schulter, in mein Zelt kroch. Ich machte es mir bequem, hatte das schlafende Baby-Pokémon im Arm und löschte kurz darauf auch die kleine Laterne. "Säbelzahn. Der perfekte Name für dich..."

    Der Lärm weckte mich, lies mich abermals hochschrecken und mich fast panisch umsehen. Das kleine Pokémon war weg! Draußen war lauter Krach zu hören, also begab ich mich sofort aus dem Zelt. Der Morgen war noch in den letzten Zügen, als ich ein sonderbares Vogel-Pokémon entdeckte! Es hüfte aufgeregt auf einem Bein hin und her, sah böse aus und ich bemerkte nur einen dunken Schatten um es herum huschen. Ja ne klar! Ein Pokémon griff uns an, mein kleiner neuer Freund war weg und ich hatte absolut keine Ahnung was ich jetzt tun sollte! Unglaubig sah ich hin und her, versuchte zu begreifen was dort eben passierte... Tief durchatmen und ruhig bleiben! Verdammt noch mal, was sollte ich tun? Ich hatte keine Ahnung wo mein kleiner Freund abgeblieben war, geschweige denn was für ein Pokémon es war oder was ich jetzt noch anderes tun könnte, als weiterhin ungläubig auf das Geschehen zu blicken. Hilflos stand ich dort am Rand und sah zu, wie der komische Vogel einen bösen Blick ins Dickicht warf, um dann mit einem furchtbaren lauten Heulen herumzu schreien. Eine Gestalt schoss aus dem Unterholz! Als ich die Umrisse des Schemens besser erkennen konnte, fing ich plötzlich an irgendwelche Attacken zu brüllen, die ich irgendwo einmal aufgeschnappt oder gehört hatte. "Tackle! Bodycheck! Hyperstrahl!! Ruck...irgendwas... Ruckzuckhieb!" Sonderbarerweise hörte der dunkle Schemen auf mich und begann plötzlich, blitzschnell auf den Vogel zuzuschnellen und ihn mit seinen Klingen zu treffen. Der Vogel ging zu Boden und ich nutzte die Gelegenheit, ergriff einen der Pokébälle, welche ich mir zuvor gekauft hatte und warf ihn einfach. Er wackelte...wackelte... Und rührte sich dann nicht mehr.

    Langsam ging ich in die Knie, versuchte mich zu sammeln und zu begreifen, was eben hier geschehen war.
    Ich... war überfordert, grundsätzlich und völlig überfordert von einfach allem. "Sich!" Ich fuhr völlig zusammen, als ich die zischende Stimme hinter mir hörte und dann eine größere Version meines neuen Freundes dort stehen sah. Es sah mich schräg an und stupfte mich an. "Moment du bist... Du bist Säbelzahn?" "Sichlor! Sichlor!" "Okay...Das war ein super Kampf, aber ich glaube, ich muss noch ein wenig mehr üben... "Sichlor." Es nickte und stimmte mir scheinbar zu. Wunderbar, ich hatte einmal gehört das Pokémon kein Vertrauen in schwächliche Trainer hatten und mein erstes Pokémon stimmte mir in dieser Hinsicht natürlich direkt zu. Wunderbar. Es konnte nur besser werden, wenigstens gehorchte es mir.


    Die Frage war jetzt eigendlich einfach: Was nun? Zurück nach Neuborkia oder die Reise fortsetzen? Derart planlos war das mit Sicherheit schonmal keine gute Idee. Vielleicht könnte mir der Professor wenigstens einige Tipps geben oder mir wenigstens die grundsätzlichen Attacken meines Pokémon erklären... Denn so meine Reise fortzusetzen, war mehr als fahrlässig, soviel stand jedenfalls fest.

    Kurz darauf, hatte ich bereits meine Sachen gepackt und das Zelt verräumt, meinen neuen, nicht mehr ganz so kleinen Freund zurück in seinen Ball gerufen. Ob ich mich daran gewöhnen konnte? Was für andere Pokémon würde ich noch auf meiner Reise sehen? Es gab noch so viel zu entdecken, so vieles zu lernen und vorallem, mich selbst zu verbessern. Anfänglich war mein Glaube noch gewesen, diese Reise so spielend einfach zu durchwandern. Immerhin sah es im Fernsehen oder bei anderen Trainern so unglaublich einfach aus, wie schwer konnte es also sein, einfach irgendwelche Attacken zu rufen? Langsam begab ich mich auf den Weg zurück, um noch mehr zu lernen und noch mehr zu erfahren, was die Welt der Pokémon alles für mich bereit hielt.


    ´Î`~ Die Zusammenfassung ~´Î`

    ~ Säbelzahn, Sichlor, Lvl 6 - Ruckzuckhieb, Vakuumwelle, Verfolgung, Energiefokus

    * Ruha, Hoothoot, Lvl 3 - Tackle, Heuler, Gesichte

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    Hoffe ihr hattet viel Spaß beim Lesen, keine Angst in den kommenden Kapiteln kommt etwas mehr Story und mehr Action, vorallem der Anfang war mir einfach in der Ausfertigung sehr wichtig. Muss auch noch mein Maß finden ^^

    Dann hoffentlich bis zum nächsten Kapitel, ich freue mich ;)
    Der größte Feind des Menschen, ist der Mensch selbst. Welche Maus wäre schon so blöd, eine Mäusefalle zu erfinden? xD

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    Schaut gern in meinem Blog vorbei, dort gibt es ein Custom Amiibo Tutorial kurz vor dem Abschluss und eine Nuzlocke Challenge in Pokémon Soul Silver ^,..,^

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