Die spektakuläre (Ex-)Panda-Award-Show 2017

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  • Nachdem ich letztes Jahr eigentlich schon unbedingt einen Blog zum Ende des Jahres verfassen wollte, ich aber seitdem ich bei ntower als Redakteur tätig bin kaum mehr zum Schreiben von Blogs kam, versuch ichs dieses Jahr einfach nochmal. Auch auf die Gefahr hin natürlich, dass ihr diese Zeilen hier nie lesen werdet, weil mir mitten drin die Lust ausgeht. Letztes Jahr hättet ihr jedenfalls nicht viel verpasst, zumindest dürfte das für die meisten von euch gelten – mein geplanter “Spiele des Jahres“-Blog sollte in erster Linie als Plattform dienen, um Lobeshymnen über Blizzards Shooter-Meisterwerk “Overwatch“ in die Welt hinaus zu tragen. Da ich mir das nun allerdings auch nicht nehmen will, strukturiere ich das Ganze ein wenig anders, als ich das eigentlich vor hatte – so beschränke ich mich in meinen Erwähnungen dieses Jahr nicht nur auf meine Top 5-Spiele, die dieses Jahr erschienen sind. Aber, da ihr all dieses Gesülze offensichtlich innerhalb der nächsten Minuten lesen wollt, will ich euch natürlich noch nicht alles vorwegnehmen, was gleich kommt.

    Wer meine längst vergangenen Blogs kennt, der darf sich dabei auf den üblichen Service einstellen. Damit die entsprechenden Texte so zur Geltung kommen, wie sie auch wirken sollen, gibts für jedes Thema eine Soundtrack-Empfehlung von mir auf die Ohren, den ihr bestenfalls im Hintergrund laufen haben solltet, während ihr all eure Aufmerksamkeit meinen Lobeshymnen (oder Kritikgewittern) widmet. Kunstbanausen oder kulturelle Spätzünder sollten allerdings gewarnt sein, in all diesen Themen besteht nämlich eine gewisse Spoiler-Gefahr für das entsprechende Werk.


    Spiele des Jahres – Platz 5: Splatoon 2


    Mit dieser Platzierung habe ich nun offiziell einen großen Schandfleck meiner jüngsten Nintendo-Fan-Vergangenheit beseitigt. Ja, das originale Splatoon auf der Wii U ging gänzlich an mir vorbei – den Grund dazu kann ich noch nicht einmal nennen. Als großer Shooter-Fan und jemand, der stets an neuen und spannenden Spielkonzepten interessiert ist, hätte ich mich eigentlich vom ersten Moment an in Splatoon verlieben müssen. Kurioserweise bliebt das völlig aus – und so sammelte ich meine ersten handfesten Erfahrungen mit Splatoon im Zuge des ersten Testfires kurz nach dem Launch der Nintendo Switch. Wirklich Gefallen daran finden... Wollte ich allerdings nicht. Als begeisterter Spieler von Battlefield, Overwatch und Co. waren mir die farbenfrohen Matches zu schnelllebig, zu sehr auf kurzweiligen und unkomplizierten Spaß ausgelegt.

    Auch, nachdem ich das Spiel dann schlussendlich gekauft und sehr viel Spielzeit darin investiert hatte, wollte sich diese Meinung bei mir übrigens nicht ändern – vom beliebten “Revierkampf“ in Splatoon halte ich recht wenig. Hier fehlt es mir schlicht an spielerischem Sinn, da der Matchverlauf für den Ausgang einer Partie erst innerhalb der letzten 30 Sekunden der sehr kurzen drei Minuten relevant wird. Die restliche Zeit ist schlicht dazu da, um unverbindlichen Spaß zu haben – was meinen Shooter-Ansprüchen aber bei weitem nicht genügt.

    So befindet sich Splatoon 2 hauptsächlich aus einem Grund auf diesem fünften Platz meiner Spiele des Jahres: Wegen der Rang-/Ligakämpfe. Hier beginnen die simplen Spielmechaniken komplex ineinanderzugreifen und bieten in sehr unterschiedlichen Spielmodi viele taktische Möglichkeiten. Den Eifer, mich wirklich intensiv mit Splatoon zu beschäftigen, habe ich dabei allerdings nicht – dafür ist mir beispielsweise auch die Verbindungsqualität zu unausgereift. Ich kann allerdings wirklich anerkennen, welchen Mehrwert die Splatoon-Reihe für Nintendo als Marke liefert und ich hoffe, dass die Reihe sich noch lange weiterentwickeln wird. Von allen Nintendo Switch-Spielen habe ich bislang keines so lange gespielt, wie Splatoon 2.


    Anime-Serie des Jahres – Little Witch Academia


    Wirklich vielen mir zuvor unbekannten Anime-Serien habe ich mich dieses Jahr leider nicht zugewidmet – neben den obligatorischen neuen Folgen zu Attack on Titan, One Piece und Dragon Ball Super, die im Falle von letzterem sogar wirklich super waren, habe ich mich dieses Jahr nur mit Re:ZERO und zuletzt Little Witch Academia auseinandergesetzt. Re:ZERO hatte mich dabei gut unterhalten, auch wenn die Serie im Laufe ihrer Dauer leider einiges an ihrer anfänglichen Faszination einbüßen muss (wer sich nun dafür interessiert, dem empfehle ich übrigens das Video zum Anime von Hooked, durch das ich selbst auf die Serie gestoßen bin).

    Was Little Witch Academia angeht, so waren es nicht etwa einzig die Grundprämisse, die Charaktere oder die Aufmachung des Animes, die mich dazu bewegt haben, die Serie innerhalb von drei Tagen förmlich aufzusaugen, sondern vielmehr war es eine Kombination aus allem, das Little Witch Academia macht. Die Produktionswerte dieser Serie sind zunächst einmal das Beste, das ich bisher in der Anime-Sektion gesehen habe – auf Serien bezogen, versteht sich. In Little Witch Academia hat man es mit ausgefeilten Persönlichkeiten zu tun, deren (oft auf Klischees fußender, allerdings nie einzig aus Klischees bestehender) Charakter sich nahezu perfekt in deren Design widerspiegelt. Das exzellente Charakterdesign geht wiederum exzellent in die Animationen und verschiedenen Posen von Akko, Lotte, Sucy und Co. über. Jede Bewegung, selbst jedes Zwinkern einer der Mädchen sprudelt vor Persönlichkeit geradezu über. Dazu gesellt sich noch eine wundervolle (japanische) Vertonung und voilà: Man ist sofort in den Bann gezogen und interessiert sich für die verschiedenen Persönlichkeiten.

    Da macht es auch nichts, dass die eigentliche Geschichte und oftmals auch die Struktur in Little Witch Academia nur bedingt erwähnenswert und oftmals auch vorhersehbar ausfallen. Mit dem generellen Szenario kann man faktisch aber nichts falsch machen und die Art und Weise, wie dieses in Little Witch Academia umgesetzt ist, ist ziemlich spannend. Ähnlich wie beispielsweise in Harry Potter dreht sich die Handlung in Little Witch Academia um eine Magierschule – eine Hexenschule, um genau zu sein. Zwar gibt es hier keinen dunklen Zauberer, der wieder aufersteht, stattdessen spielt die Rolle der Magie in der Gesellschaft eine wichtige Rolle im Handlungsverlauf – so ist bzw. war diese in Little Witch Academia seit Ewigkeiten fester Bestandteil der Gesellschaft, wird allerdings zur Zeit der Rahmenhandlung nach und nach von Wissenschaft und Technik verdrängt. Aus dieser Prämisse zaubert Little Witch Academia sprichwörtlich einige interessante Konflikte, die allerdings nie unbedingt wirklich tiefgreifend werden. Die Charaktere und deren Dynamik stehen hier klar im Fokus – und diese sind der Grund, dass Little Witch Academia mein persönliches Anime-Highlight des Jahres darstellt!


    Spiele des Jahres – Platz 4: Stardew Valley


    Stardew Valley stellte sich für mich als absoluter Überraschungshit heraus. Als Fan von Spielen, die mir vor allem auf motorischer Ebene einiges abverlangen, hätte ich nicht erwartet, so viel Spaß mit einer Farming-Simulation zu haben. Zwar habe ich meine umfangreichen Eindrücke zu Stardew Valley bereits in unserem Spieletest mit euch geteilt, doch will ich noch einmal knapp darauf eingehen, weshalb Stardew Valley ein kleines Meisterwerk ist.

    Das Spiel versteht es wie nur wenig andere, den Spieler in die Rolle seines Protagonisten hineinzuversetzen – und dies ist dabei sogar von spielerischer Relevanz. Als absoluter Laie beginnt euer Protagonist in Stardew Valley, sein geerbtes Feld zu pflügen und zu bestellen. Dabei hat er keinen Schimmer, wie die optimale Herangehensweise für diese Arbeiten aussieht. So geht es dabei auch euch als Spieler – das Spiel bietet euch nur wenig Hilfestellungen, und falls es Tutorials gibt, dann sind diese oftmals storytechnisch sinnvoll in die Spielwelt integriert. Durch wildes ausprobieren oder gescheiterte Experimente gewinnt ihr allerdings nach und nach an Erfahrung – und so natürlich auch euer Pendant im Spiel. Mit jeder neuen Jahreszeit versteht ihr es besser, euer Feld möglichst gewinnbringend und arbeitsschonend zu bestellen. Zu diesem Spielprinzip gesellen sich natürlich noch eine liebevoll gestaltete Spielwelt und toll ausgearbeitete Charaktere mitsamt ihren herzerwärmenden Dialogen. Mein Indie-Highlight des Jahres.


    Serie des Jahres – Game of Thrones (Staffel 7)


    Die Game of Thrones-Wochen gilt für mich schon seit geraumer Zeit als das regelmäßige Highlight des Jahres. Zehn (oder in diesem Fall sieben) Wochen lang dreht sich alles um Game of Thrones – und noch nie war diese Zeit derart turbulent wie in diesem Jahr. Game of Thrones ist dabei nicht nur eine Serie, sondern ein langfristiges Erlebnis, von dem ich so viel aufsauge, wie ich nur kann. Dabei dreht sich die ganze Woche natürlich um den Montag, an dem ich mir die Zeit nehme, die neue Folge bis zu drei Malen zu schauen. Im weiteren Wochenverlauf gibt es dann zahlreiche Podcasts oder Videos, die die neueste Folge behandeln – und dann wird natürlich diskutiert. Jede Szene der aktuellen Folge wird bis aufs kleinste Detail besprochen, alle Handlungsstränge werden im Kopf weitergesponnen, Wetten werden abgeschlossen. Und jedem Game of Thrones-Fan, der die aktuelle Staffel geschaut hat, dem dürfte natürlich nicht entgangen sein, dass die siebte Staffel die wohl am meistdiskutierteste überhaupt war.

    Auch ich war nicht mit jeder Richtung zufrieden, die die populäre Serie in der bislang am aufwändigsten produzierten Staffel eingeschlagen hat, doch konnte mich die Staffel in ihrer Gänze wohl mehr begeistern, als den durchschnittlichen Zuschauer – im Vorfeld der sieben Episoden wurde einiges versprochen und schlussendlich auch eingelöst. Viele der Schlüsselszenen der siebten Staffel gelten schon jetzt als legendär – und auch der grandiose Soundtrack der Serie konnte sich stellenweise wieder selbst übertreffen, allen voran mit dem Love-Theme von Jon und Daeny. Ich will die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben, dass uns im nächsten Jahr vielleicht doch schon die achte Staffel erwartet – so oder so ist es allerdings nahezu unerträglich, dass es nach der nächsten Staffel vorbei sein wird. Denn, egal wie es schlussendlich ausgeht: Diese Serie wird mir immer in Erinnerung bleiben – falls nicht wegen der bis zuletzt ausgeklügelten Handlung (was ich allerdings nicht glaube), dann wegen dem “Lebensstil“, den man während den Game of Thrones-Wochen jährlich geführt hat.


    Spiele des Jahres – Platz 3: ARMS


    Ich frage mich ja bereits seit der Veröffentlichung von ARMS, wie die Spielerschaft in ihrer Gänze zu Nintendos neuer IP stehen würde, hätte man den ersten Trailer im vergangenen Januar nicht derart vermasselt. Damals ließ ARMS selbst mich fast komplett kalt – die komplette erste Hälfte des Trailers deutet auf ein 08/15-Casual-Bewegungsgimmickspiel hin. Dass man ARMS damit absolut nicht gerecht wird, das dürften mittlerweile immerhin alle Spieler innerhalb der Nintendo-Community wissen – letztlich bestand aber alles an Marketing nach diesem ersten Ankündigungstrailer aus Schadensbegrenzung, was angesichts des eigentlichen Spiels eine ziemliche Schande ist. ARMS ist nämlich ziemlich genial.

    In meinem Spieletest zu ARMS betitelte ich Nintendos neue IP als ein “kleines Meisterwerk für eine kleine Zielgruppe“ – diese These würde ich nach wie vor so stehen lassen. ARMS bringt völlig frischen Wind in ein schon ewig festgefahrenes Genre und schafft es dabei ähnlich wie die Smash Bros.-Reihe, sowohl Spieler, die nur etwas kurzweiligen Spaß wollen, als auch kompetitiv ausgerichtete Spieler, die tief in die Materie einsteigen wollen, anzusprechen. Das frische Spielprinzip kam mir dabei als jemand, der abgesehen von Smash keinerlei Spaß an dem Genre finden kann, sehr gelegen oder traf besser gesagt voll ins Schwarze. Ich liebe den Spielefluss von ARMS. Das liegt vor allem daran, dass ARMS kein Kombo-lastiges Spiel ist, sondern dass die Kämpfe sehr intuitiv, direkt und improvisationsfreudig ablaufen. Eine gewaltige taktische Tiefe bietet dabei die Kombination aus Kämpfer und zweien ARMS – alleine das Finden einer völlig eigenen, individuellen Kombi, die daraufhin auch noch super harmoniert, macht schon unheimlich großen Spaß. So trifft man vor allem auch immer wieder auf Gegner, die Kombinationen verwenden, von denen man niemals gedacht hätte, dass diese funktionieren können, bevor diese Gegner einen binnen Sekunden eines Besseren belehren. Grüße gehen an dieser Stelle natürlich raus an @eatfrishkirby, der mir erfolgreich demonstriert hat, dass Mechanica die ekelhafteste Kreatur im gesamten Nintendo-Universum sein kann.

    Doch genau das ist es, woraus ich in ARMS meinen Spaß ziehe: Bei meinen ARMS-Kombinationen überlege ich stets, ob ich mit meiner Auswahl für sämtliche Situationen gewappnet bin – gegen ihn war ich es offensichtlich nicht. Anschließend macht man sich natürlich Gedanken, was man hätte tun müssen, um sich in einer solchen Situation einen Vorteil zu verschaffen. Dank der taktischen Tiefe, der stetigen Lernkurve und des völlig neuen Spielprinzips stellt ARMS meinen liebsten Multiplayer-Titel dar, den die Nintendo Switch bislang hervorgebracht hat. Hut ab, ich hoffe auf einen Nachfolger!


    Film des Jahres – Star Wars Episode VIII: Die letzten Jedi


    Zum Verfassungszeitpunkt dieses Blog-Eintrags konnte mich die aktuelle Star Wars-Episode bereits schon drei Mal im Kino begeistern. Wie auch schon bei Episode VII gehöre ich zu dem Schlag von Star Wars-Fans, die das meiste, das von vielen Kritikern als indiskutabel schlecht dargestellt wird, als etwas Gutes betrachten. Rian Johnson beweist hier auf pompöse Art und Weise, dass er Star Wars verstanden hat. Dass die originale Trilogie für jeden Star Wars-Fan ein Heiligtum darstellt, das man in Ehren halten muss. Dass Star Wars-Fans einerseits etwas Neues, andererseits aber auch bekannte Elemente in einem neuen Film vereint sehen wollen. Wo fange ich an? Reden wir zunächst einmal über die Struktur des Films.

    “Die letzten Jedi“ beginnt mit der wohl besten Raumschlacht, die Star Wars bislang hervorgebracht hat. In dieser Schlacht zwischen dem Widerstand und der ersten Ordnung bekommt letztere ordnungsgemäß die Fresse poliert. So weit, so Star Wars – wie sich allerdings herausstellt, entwickelt sich der gesamte Film zu einer einzigen Verfolgungsjagd, einem wahren Zermürbungskrieg. So beginnt der Film mit der klaren Überlegenheit des Widerstands und endet schlussendlich in deren verzweifelten letztem Gefecht auf dem Planeten Crait. Nie war Star Wars dabei so spannend, so unvorhersehbar – denn Spannung war bislang auch noch nie ein Anspruch der Reihe, da die Vorhersehbarkeit zu großen Teilen ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte darstellte. Immer wieder lösen sich einige Handlungsstränge voneinander ab, um genau zum richtigen Zeitpunkt wieder zueinander zu finden, bevor ein sensationelles Finale stattfindet – beispielsweise dann, wenn Rey und Finn nahezu gleichzeitig auf Snokes Sternenzerstörer landen, bevor all die Handlungsstränge rund um dieses Schiff ihren Höhepunkt erreichen. Und in diesem Höhepunkt kommt es dann zum einen, großen Knall – dem Hyperlichtsprung des letzten Widerstandsschiffs. Ich bin immer noch sprachlos.

    Dazu versteht man es hier weit besser als in Episode VII, Humor logisch in die Handlung zu integrieren, auch wenn mir da wohl viele nicht zustimmen werden. Episode VII verstand sich bestens darin, die originale Trilogie mit allerlei Anspielungen zu zitieren – dies wurde in Episode VIII deutlich zurückgefahren, stattdessen entwickelt sich ein Großteil der Gags aus der Dynamik zwischen den grandiosen Charakteren heraus. Ich liebe Finn über alles. Ich liebe Poe über alles. Ich liebe Rey über alles. Ich liebe Rose über alles. Und Ben aka Kylo Ren? Nun, er ist das beste, was Star Wars seit dem Abspann von Episode VI: Die Rückkehr der Jedi-Ritter passiert ist. Derart stilvoll, ohne einen bereits bekannten Antagonisten zu zitieren, derart charakterstark, derart mitreißend. Der wohl größte Erfolg der neuen Trilogie ist das Casting der Schauspieler – hier trägt nicht etwa ein Schauspieler den Film, auch wenn Mark Hamill das mit dieser grandiosen Performance als gefallener Jedi-Meister Luke Skywalker durchaus könnte, sondern alle sind daran beteiligt. An diesen Gesichtern und deren Dynamik kann und will ich mich einfach nicht satt sehen.


    Spiele des Jahres – Platz 2: Xenoblade Chronicles 2


    Da es nun wohl offensichtlich sein dürfte, welches Spiel auf meinem ersten Platz thront, lasst mich euch zunächst einmal folgendes sagen: Die Wahl des ersten und zweiten Platzes viel mir verdammt schwer. Xenoblade Chronicles 2, auch wenn ich es nach über 70 Stunden noch nicht durchgespielt habe, zählt für mich wohl als das beste J-RPG, das ich bislang gespielt habe. Hier stimmt einfach (nahezu) alles, insbesondere das wohl wichtigste in einem solch umfangreichen Rollenspiel: Das Kampfsystem. Manno man, dieses Kampfsystem. Im Vorfeld war ich sehr skeptisch, da die Kämpfe im Gegensatz zu beispielsweise Xenoblade Chronicles X sehr passiv und stationär wirkten. Schnell (beziehungsweise nicht so schnell, da ich das System erst nach rund 30 Stunden in seiner Gänze verstanden hatte) konnte ich mich allerdings vom Gegenteil überzeugen – die taktisch sehr vielseitigen Kämpfe erfordern ein unglaublich hohes Maß an Aufmerksamkeit.

    Dabei setzt Xenoblade 2 eine Idee um, auf die man eigentlich schon viel früher hätte kommen müssen: Man bindet zig verschiedene Waffen mit unterschiedlichen Werten, wie es innerhalb des Genres üblich ist, an WaifusÄHHH eigens entworfene Charaktere aka “Klingen“. Diese Klingen entscheiden über alle Werte, die normalerweise Waffen- oder Charaktergebunden sind: Angriffswerte, potenzielle Boni, das Element und so weiter. Dadurch, dass all diese Werte an Klingen, und nicht etwa an die spielbaren Charaktere (die “Meister“) gebunden sind, eröffnet sich eine Vielzahl an taktischen Möglichkeiten, was die Rollenverteilung innerhalb des dreiköpfigen Kämpfertrupps angeht. Und die Auswahl an verschiedenen Charakteren, was sowohl die Meister, als auch die Klingen angeht, ist grandios: Was für tolle Persönlichkeiten! Meine Lieblinge sind dabei Nia, Dromarch und Poppi-desumo, doch selbst mit Rex wurde ich wirklich warm, was ich im Vorfeld nicht erwartet hatte. Und diese tollen Charaktere werden auf eine noch tollere Art und Weise in Szene gesetzt – die Zwischensequenzen, grandios vertonten Dialoge (allerdings ausschließlich auf Japanisch!) und vielen witzige Momente sind einfach nur super.

    Selbes gilt dabei natürlich auch für die abwechslungsreiche Spielwelt und die Handlung des Spiels. Diese beginnt sehr simpel und räumt den verschiedenen Schlüsselfiguren gekonnt ihre Motive ein, bevor sie sich zu einem immer komplexer werdenden Gesamtkonstrukt entwickelt. Aus einer simplen Prämisse wird somit das Beste, das die Nintendo Switch handlungstechnisch bisher hervorgebracht hat. Einige kleine Kritikpunkte habe ich allerdings auch – an allerlei Stellen wirkt das Spiel leider sehr lieblos. So wirken beispielsweise die Söldneraufträge sehr ins Spiel gequetscht und auch nicht wirklich schön inszeniert, am traurigsten finde ich allerdings die zig verschiedenen Items, die man in Xenoblade 2 sammeln und kaufen kann. Keines der Items mit teils sehr spannenden Namen (beispielsweise verschiedene Gerichte) bekam eine passende Beschreibung spendiert, die etwa Einblicke in die Hintergründe von Alrest geben. Bilder gibts natürlich auch keine. Ebenso vermisse ich eine Art Monster-Enzyklopädie, ähnlich wie es beispielsweise Pikmin 2 gemacht hat. An einigen Stellen hätte das Spiel schlicht noch mehr Liebe vertragen. Einen großen spielerischen Unterschied hätten derartige Kleinigkeiten zwar kaum gemacht, und dennoch wäre das Gesamtbild noch einmal ein gutes Stück eindrucksvoller ausgefallen.


    Dauerbrenner des Jahres – Overwatch


    Jetzt ist es soweit – der Moment, auf den ihr alle (und nicht zuletzt auch ich) gewartet habt. Wie bereits im letzten Jahr war Overwatch innerhalb der vergangenen zwölf Monate mein absoluter Dauerbrenner. Vor einigen Tagen habe ich die 500 Stunden-Marke geknackt – und mein Eindruck festigt sich dabei immer mehr: Overwatch ist ein absolutes Meisterwerk, und um dem Superlativ noch einen aufzusetzen: Es ist das bisher beste Spiel des aktuellen Jahrzehnts. Mir gefällt Overwatch so gut, dass es sich inzwischen den ersten Platz meiner liebsten Spiele aller Zeiten mit dem grandiosen Zelda: Majora’s Mask teilt. Gründe dafür gibt es zuhauf, also steigen wir einfach ein.

    Overwatch bricht zunächst einmal mit vielen Shooter-Trends, die sich im Verlauf der letzten Jahre etablieren konnten – so gibt es in Overwatch beispielsweise kein Progressionssystem, das Einfluss auf das Freischalten von spielrelevanten Inhalten nimmt. Jeder Spieler startet mit denselben Voraussetzungen – euch steht von Beginn an alles zur Verfügung, was das Spiel hergibt. In erster Linie wären das natürlich die aktuell 26 Helden des Spiels, die alle individuelle Lernkurven bieten. Denn das ist es, was euch von allen anderen Spielern unterscheidet: Eure Erfahrung. Diese ist dabei in allgemeines “game knowledge“ und in heldenspezifische Spielerfahrung einzuteilen. Und egal, wie lange ihr euch mit Overwatch beschäftigt: Ihr könnt euch immer weiter verbessern. Zahlreiche kostenlose Updates seitens Blizzard sorgen dabei dafür, dass das Metagame des Spiels nicht stagniert – jeder neue Held, von denen seit der Veröffentlichung des Spiels schon fünf Stück integriert wurden, bringt massive Änderungen für die vielen taktischen Möglichkeiten mit sich, die Overwatch dank der frei wählbaren Teamkomposition aus verschiedenen Helden bietet.

    Das große Glanzstück von Overwatch ist es aber natürlich, dass es eine komplexe Balance, erinnerungswürdige Charaktere mit reichlich Hintergrund und eine tolle optische Aufbereitung mit einer exzellenten Spielbarkeit verbindet. Die verschiedenen Helden steuern sich sehr individuell, fühlen sich aber in jedem Falle intuitiv und direkt an. Die wesentlichsten Bestandteile eines Shooters, sei es beispielsweise das allgemeine Movement oder das Abfeuern von Waffen, fühlen sich genau richtig an und runden das Gesamtbild ab. Wie viel Liebe seitens der Entwickler dabei auch in allerlei Kleinigkeiten stecken, die den wenigsten Spielern auffallen dürften, demonstriert beispielsweise dieses Video, das sich mit den First Person-Animationen des Spiels auseinandersetzt. Overwatch stellt für mich das Maß aller Dinge dar, was teambasierte Multiplayer-Shooter mit kompetitivem Fokus angeht – und ich bin mir sicher, dass sich das auch im kommenden Jahr nicht so schnell ändern wird.


    Spiele des Jahres – Platz 1: The Legend of Zelda: Breath of the Wild


    Ja, wer hätte es erwartet, auf meinem ersten Platz thront natürlich das grandiose Zelda: Breath of the Wild. Dabei würde ich Zelda noch nicht einmal als das beste Spiel des Jahres betiteln – vielmehr ist die Spielerfahrung, die dieses Spiel bot, die außergewöhnlichste und wohl auch erinnerungswürdigste des Jahres. Breath of the Wild ist eines der Spiele, das in der Medienlandschaft und unter Spielern gleichermaßen einen immensen Hype im Vorfeld erfuhr – und meinem persönlichen Hype, der nicht weniger immens war, wurde es dabei auch gerecht. Die ersten Tage nach dem Launch der Nintendo Switch kommen mir rückblickend betrachtet wie ein Traum vor. Legt man das Spiel heute noch einmal ein, so hat es bereits vieles von diesem Zauber, den man während des ersten Durchspielens kaum in Worte fassen konnte, verloren. Und doch bleiben die Erinnerungen daran haften – Breath of the Wild entführte den Spieler in eine lebendige, wunderschöne und abenteuerreiche Spielwelt, die einen mitunter völlig vergessen ließ, dass sie von talentierten Entwicklern gestaltet wurde.

    Dabei setzte Breath of the Wild das sich voll im Trend befindende Open World-Prinzip mittels einer völlig eigenen Herangehensweise um und integrierte den Ansatz der offenen Spielwelt bei weitem elementarer in das eigentliche Design des Spiels und die Ausrichtung der Rahmenhandlung, als das in den meisten anderen Open World-Titeln der Fall ist. Bei der Spielwelt handelt es sich dabei nicht nur um ein großgeratenes Stück “Landmasse“, sondern diese Spielwelt ist geradezu gespickt mit prägnanten und erinnerungswürdigen Orten. So bekommt man nach und nach ein echtes Gefühl dafür, wie diese Welt aufgebaut ist und fühlt sich nach und nach fast schon heimisch. Breath of the Wild verlangt dabei auch mittels allerlei Designentscheidungen, dass der Spieler mit offenen Augen durch die Welt schreitet – so spielt das genaue Beobachten der Spielwelt und ein gesundes Verständnis dafür, wo sich welcher Ort befindet, beispielsweise während der Suche nach Links verlorenen Erinnerungen eine zentrale Rolle.

    Am interessantesten fällt allerdings die Spielstruktur aus, mit der man das Open World-Pinzip geradezu unterstreicht: Hier gibt es nicht etwa eine langwierige Hauptquest, die euch nach und nach via leuchtender Punkte auf eurer Karte durch die gesamte Spielwelt führt, stattdessen ist alles, was ihr Abseits vom finalen Endbosskampf unternehmt, rein optionaler Natur – sofern ihr die nötigen Fähigkeiten oder den Eifer besitzt, mögliche Probleme kreativ anzugehen, könnt ihr im zerstörten Hyrule tun, was immer ihr wollt. Durch diese Herangehensweise und etliche Möglichkeiten, mit der Spielwelt zu interagieren, wird aus der Open World nicht etwa nur eine Fassade, sondern die Freiheit ist das zentrale Spielelement dieses wahren Meisterwerks.

    Schlusswort

    Was die Spieleauswahl angeht, so muss ich gestehen, dass ich vom aktuellen Jahr nicht allzu angetan war. Zwar lieferte Nintendo ein wahres Feuerwerk an großartigen Titeln ab, darüber hinaus gab es aber leider so gut wie nichts, was mich wirklich vom Hocker reißen wollte. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass ich keine PlayStation 4 besitze – und Spiele wie Horizon, Nier oder Persona sind zweifelsohne grandios. Doch darüber hinaus? Nun, vom kommenden Jahr verspreche ich mir weit mehr – dort erwarten uns dann Titel wie Red Dead Redemption 2, Ni No Kuni II, Ori and the Will of the Wisps (hoffentlicht?), die Nintendo Switch-Version von Hollow Knight, Far Cry 5 und viele weitere vielversprechende Spiele, von denen ich die Hälfte schon wieder vergessen habe. Ich bin mir auch absolut sicher, dass Nintendo fürs kommende Jahr noch die eine oder andere Überraschung parat hat – so bin ich jetzt schon sehr gespannt darauf, welche Titel es im nächsten Jahr in meine Topliste schaffen werden. Bis dahin hoffe ich allerdings, dass ihr viel Spaß dabei hattet, während ich das Jahr Revue passieren habe lassen und würde mich darauf freuen zu lesen, was eure Highlights des Jahres waren!

    1.101 mal gelesen

Kommentare 4

  • Dirk Apitz -

    Heute fertig gelesen. Toller Blog wie immer gut geschrieben, auch wenn ich natürlich nicht immer deine Meinung teile. Ich würde jetzt gern mit dir darüber diskutieren aber wie ich gelernt habe, darf ich das nicht :D

  • eatfrishkirby -

    Whee, whee!

  • Talisman -

    WOW! Toller Blog <3