Demenzium - die vergessenen Märchen der Geschichte Vol. 1

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  • Märchen.
    Wir alle kennen und lieben sie. Lieb gewonnene Erinnerungen, Geschichten und Erzählungen, aus unserer Kindheit.
    Doch selbst heute wissen moderne Märchen wie "Schland - ein Sommermärchen" oder "ntower - ein Switch-Weihnachtsmärchen" starring @blackgoku und Wichtel, zu gefallen und zu begeistern.
    Doch heute soll es einmal, um die alten, vermeintlich wahren Märchen aus längst vergangener Tage gehen. Denn die Märchen und ihre historisch natürlich korrekt verzeichnete Historie, sind im Wander der Zeit zahlreichen Anpassungen zum Opfer gefallen. Über Jahrzehnte, dutzendfach erzählt und ebenso dutzendfach verfälscht worden.
    Nun ist es an der Zeit, diese Fehler zu korrigieren.
    Die vergessenen Märchen der Geschichte, es ist an der Zeit sie in ihrer wahren Reinform ein letztes Mal zu erzählen, so wie sie sich wirklich zugetragen haben. Dafür stehe mit meinen Namen.
    Euer (Santa) Clause Hipp





    Hansel & Gratel

    Es war einmal in einem vergessenen Land, zu einer vergessenen Zeit, an einem vergessenen Ort. Dort lebte (oder vielleicht auch nicht :dk: ) eine Kuchenkonditorin, die als eine wahre Koryphäe auf Gebiet der Kuchenherstellung und sonstigen Naschwerks galt.
    Besonders ihr Quantenschaumgebäck, gebacken aus reinsten Atomen, kostbarer Zutaten, war Land auf, Land ab, im ganzen Reich bekannt.
    Sie konnte den Gaumen eines Jeden in Ekstase versetzen. Doch verkostete man nur eines ihrer Werke, so war ein Jeder dazu verdammt, für den Rest seines Lebens, mit dem Wissen leben zu müssen, dass alles andere Gebäck, anderer Konditoren, nur noch fahl und aschig schmeckte. Aus allen Herrenländern kamen Könige und andere Herrscher angereist, um die hoch gepriesenen Delikatessen zu verzehren.
    Jeder von ihnen boten ihr Geschmeide, Kleider, Ländereien und Adelstitel an, damit sie den jeweiligen Gönner in sein Land zu begleiten würde, um fort an nur noch für diesen bis an sein Lebensende mit Leckereien zu verwöhnen. Bis das der Diabetes uns scheidet.
    Doch alle Güter, alles flehen, bitten und betteln konnten die alte Kuchenmeisterin nicht dazu bewegen, ihr Backwerk anderorts weiter zu führen.

    Der Grund dafür war ihr Lebenswerk, ein selbstgebackenes Pfefferkuchenhaus, das ihren ganzen Stolz darstellte.
    Nur hier konnte sie die Leckereien backen, die schon so manchen Krieg, um das letzte Tortenstück, entfacht hatten. Beinahe magisch wirkten die Naschwerke auf die Geschmacksrezeptoren der menschlichen Zunge und des Gaumens.
    So sehr, dass die alte Frau schnell in den Verruf geriet in Wahrheit eine Hexe zu sein, um Leid, Verderben und natürlich Diabetes, verpackt in zuckersüßer Verpackung, über das Land zu bringen.
    Verbreitet wurden diese Gerüchte von anderen Konditoren, um die alte Kuchenmeisterin zu denunzieren, da jene ihr geschäftiges Treiben missgönnten. Den schließlich war sie der Grund, warum kein Kunde mehr bereit war, für ihre Kreationen zu bezahlen.
    Die abgewiesenen Gönner ihrerseits, nahmen die Gerüchte nur allzu gerne auf und ließen sie als wahrheitsvolle Kunde im ganzen Land verbreiten, um sich an der alten Frau zu rächen, da sie es gewagt hatte ihre wohl sondierten Angebote abzuweisen.
    So begab es sich, dass immer seltener Kunden, zu der alten Kuchenmeisterin kamen, was diese sehr betrübt, bis sie schließlich ganz gemieden wurde und nur noch, als Hexe verschrien war.

    So vergingen die Jahre und die alte Frau geriet immer mehr in Vergessenheit.
    Doch eines schönen Tages begab es sich, dass ein junges, königliches Geschwisterpaar, auf sie aufmerksam wurde. Sie hatten erst kürzlich, zusammen, den Thron erklommen, da ihre fürsorglichen Eltern, unter dubiosen Umständen, überraschend früh verstorben waren.
    Da sie zweieiige Zwillinge waren, hatten sie beschlossen, fortan zu zweit mit eiserner Hand über das Königreich zu herrschen. So waren sie schnell, als das tyrannische, royale Geschwisterpaar bekannt, das seinen Bürger, hohe Abgaben durch Steuern und hohe Arbeitszeiten angedeihen ließ.

    Ihre Namen waren Hansel und Gratel.

    Verzogene Gören, extravaganter Klasse und Stand und durch ihre nicht vorhandene Erziehung stets gewohnt alles zu bekommen, nach was es ihnen begehrte.
    Zudem, waren sie Naschkatzen par excellance und ständig auf der Suche nach dem ultimativen Geschmackserlebnis.
    So ging es natürlich nicht lange, bis sie von der fast vergessenen Kuchenmeisterin hörten, die in einem selbstgebackenen Häuschens leben sollte.
    Schnell war den beiden klar, dass nur sie alleine das Recht besaßen, von ihr verwöhnt zu werden.
    Doch auch wie die Jahre zuvor verhalf kein angebotenes Gut, bitten, betteln oder flehen und auch nicht die Androhung altmodischer, stumpfer und roher Gewalt.
    Doch die alte Dame, die nun um einiges wunderlicher geworden war, was bei alten Menschen jetzt nicht so verwunderlich ist, konnte nicht dazu umgestimmt werden ihr Exil zu verlassen. Eher würde sie sterben, als dass sie ihr Lebkuchenhäuschen lebend verlassen würde, um am Hofe zu dienen.
    Doch da Hansel und Gratel gewohnt waren alles zu bekommen, akzeptieren sie selbstverständlichweise die Antworten der alten Frau nicht. So entwickelten Beide einen perfiden Plan.

    Hansel, streute auf den Weg zum Pfefferkuchenhäuschen, eine Spur aus Brotsamen, die mit Pheromonen getränkt war, aus, um alle Ratten aus der Umgebung anzulocken, damit sie der Spur folgen konnten.
    Am Häuschen, angekommen, sahen sie es in seiner ganzen köstlichen Pracht. Das Häuschen war perfekt gegen normale Einbrecher und Hausverkoster gewappnet, da kein vernünftiger Mensch mehr als einen Bissen zu sich nehmen konnte. Schließlich waren die Wände aus supersättigendem Lebkuchen gebacken.
    Die Fenster präsentierten sich in Zahnschmelzbrechender Zuckerglasuroptik , sodass deren Antlitz alleine schon dafür sorgte, den Zähnen prächtig florierende Karies angedeihen zu lassen.
    Zudem, bestand der Kamin, aus resistenter Zartbitterschokolade, mit einem Mindestanteil von 70% Kakao und die Dachschindeln aus, in Sekundenschnelle Zähne verklebende, Karamelle.
    Doch die größte Abschreckung, stellte die Haustür dar, da sie zu 100% aus gesundem Vollkornbrot bestand, das alle Menschen schon vom Anblick her, in die Flucht treiben ließ.
    Doch die Ratten, die Hansel angelockt hatte, fielen über das Häuschen her, wie ein Heuschreckenschwarm, über eine volle Ernteplantage. Binnen weniger Minuten, war das Häuschen, durch das Rattenheer, bis auf die Grundzutaten aufgefressen und die alte Dame stand nun im Freien.

    So konnte sie von den Wachen, die Hansel und Gratel eskortiert hatten, gefangen genommen werden. Zurück am Hof verfiel die alte Frau alsbald in eine tiefe Depression. Konnte sie doch den Verlust ihres Häuschens nicht verkraften. Schließlich, hatte sie dort beinahe ihr ganzes Leben verbracht. In der ersten Nacht, ihrer Gefangenschaft, beziehungsweise in ihrem neuen Zuhause, schwor sie bitterliche Rache. Sie, verweigerte jeden Wunsch, neue Speisen zu kreieren, der an sie heran getragen wurde.
    Doch auch die Folter, der ihr angediehen wurde, konnte ihren Willen nicht brechen, sodass Hansel und Gretel von Tag zu Tag ungeduldiger wurden.
    Schließlich, stellten sie der alten Frau ein letztes Ultimatum.
    Sollte sie, innerhalb eines Monats nichts vorzuweisen haben, sollte sie öffentlich, auf einem Scheiterhaufen, als Hexe verbrannt werden.
    Die alte Frau haderte mit ihrem Schicksal.
    Hatte sie sich doch geschworen nie eine einzige Leckerei für das Geschwisterpaar zu backen, doch gleichzeitig hing sie an ihrem Leben und wollte nicht so schnell aus diesem scheiden. So begann sie einen Plan zu schmieden, indem jeder das bekommen sollte was er verdiente. Am nächsten Tag, wollte sie dem Geschwisterpaar in einer Audienz vorstellig werden. Als sie, Hansel und Gratel, fett und feist auf ihren Thronen herumlungern sah, wusste sie, dass ihr Plan aufgehen würde. Sie bat darum, um einen Ofen, der im Hofinnern errichten werden sollte, damit sie ein neues Pfefferkuchenhaus am königlichen Hof errichten konnte und in dem sie überhaupt in der Lage wäre, neue Kreationen zu erschaffen. Hansel und Gratel, erließen darauf den sofortigen Befehl, einen prunkvollen, als auch sündhaft verschwenderisch, teuren Ofen, aus reinstem Gold, im Innenhof errichten zu lassen.

    Als der Ofen, einige Tage später im Innenhof stand, wurde der gesamte Hofstaat geladen, um den Spektakel beizuwohnen, wie die alte Dame live und in Farbe, eine ihrer leckeren Kuchen backen sollte. Als alle versammelt waren und auch Hansel und Gratel Platz genommen hatten, verkündigte die Hexe laut, dass sie zuerst prüfen müsse, ob auch alles seine Richtigkeit mit dem Ofen hatte und sie kurzerhand in diesen hinein kletterte.
    Nachdem, sie ein paar Augenblicke verschwunden war, kehrte sie mit ernstem Blick aus dem Innern des Ofens zurück. Mit betrübter Stimme meinte sie an Hansel und Gratel gewandt, dass wohl während des Baus gepfuscht worden sei, da der Ofen im Inneren eine Stelle gefunden hatte, die anstatt mit Gold mit Blei ausgekleidet sei. Doch nur mit einer reinen Goldverkleidung allein, konnte sie die Aromen und die perfekte Hitze einfangen, um ihre Werke zu schaffen.
    Hansel und Gratel, waren zutiefst empört, über die Aussage der Hexe und wollten sich selbst vergewissern, dass die Hexe auch wirklich die Wahrheit sprach und kletterten beide kurzerhand selbst in den Ofen, um sich vom Wahrheitsgehalt der Aussage zu überzeugen. Doch im Innern war es finster geworden, da die Beiden, mit ihren massigen Körpern, die Öffnung verschlossen, sodass kein Licht ins Innere dringen konnte. "Bringt uns Feuer, damit wir etwas sehen!", befahlen sie in herrischem Ton, was sich die Hexe nicht zweimal sagen ließ. Geschwind verschloss sie die Tür des Ofens und entzündete das aufgestapelte Feuerholz darunter. Hansel war der Erste, der bemerkte, dass in dieser misslichen Lage etwas nicht stimmen konnte, da er plötzlich einen duftigen Geruch von frisch angebratenem Fleisch in die Nase bekam, dass ihm das Wasser im Mund zusammen laufen ließ.

    Eine Fleischpastete, was für eine köstliche Idee schoss es ihm durch den Kopf, ehe ihm bewusst wurde, dass er und Gratel es waren, die da so köstlich duftenden. Da stießen Beide ein Geheul aus, das kein Mensch je vergessen sollte. Die alte Hexe stand zufrieden vor dem Ofen und beobachtete wie sich langsam das Gold, durch die Hitze flüssig geworden, auf die Haut des Geschwisterpaares schmiegte.
    Einem goldenen Käfig gleich würden sie auf ewig, in ihrem neuen Goldkörpern gefangen sein. Die Wachen hatten nicht eingegriffen, da sie selbst unter dem Joch der Tyrannei von Hansel und Gratel gelitten hatten und sich, wie das gemeine Volk, eine Zeit herbei sehnten, in dem diese Geißel des Königreichs endlich ein Ende fand. Als das Feuer erloschen war, zogen einige Diener die massiven Goldstatuen aus den Überresten und stellten sie als Mahnmal, für nachfolgende Herrscher, in den Königssaal. Der alten Frau selbst, wurde der Thron angeboten, doch sie lehnte dankbar ab, da sie nie an Macht interessiert gewesen war. Und wenn sie nicht gestorben ist, was sehr unwahrscheinlich ist, so backt sie noch heute Diktatoren, in Öfen, zu Goldstatuen.
    :nsaf:
    I am thou, thou art I...
    Thou hast acquired a new vow.

    It shall become the wings of rebellion that breaketh thy chains of captivity.

    With the birth of the Switch Persona, I have obtained the winds of blessing that shall lead to freedom and new console power...

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Kommentare 4

  • Encore -

    Sehr gelungen, auf so etwas muss man erst mal kommen, Hut ab :ugly:

    • Solaris -

      Danke für die Blumen, bei mir schwirren ständig verrückte Geschichten durch den Kopf, muss wohl an meinem verqueren und düsteren Humor liegen. ;D

  • GamingPeter -

    Bitte ein Sekt Märchen.

    • Solaris -

      Das wäre dann das "tapfere Trinkerlein", das sieben Gläser auf einen Streich trinkt. Mal sehen was sich da machen lässt. :D