Port Report #02 - Thimbleweed Park

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  • Port Report:
    Lange hat es gedauert, doch jetzt ist er endlich da. Teil 2 meiner Reportage-Reihe Port-Report. In Zukunft hoffe ich, dass ich diese regelmäßiger veröffentlichen kann.



    Übersicht:
    Thimbleweed Park ist ein Point and Click-Adventure, der klassischen Art. Entwickelt wurde es von Ron Gilbert, Gary Winnick und David Fox, die 1987 mit Maniac Mansion den Grundstein für den Erfolg der LucasArts-Adventures gelegt haben. Auch waren sie an der Entwicklung des Genreklassikers Monkey Island beteiligt. Thimbleweed Park ist ein über Kickstarter finanziertes Adventure, welches vom Look an erstgenanntes Maniac Mansion angelegt ist.

    Das Spiel wurde am 30.03.2017 parallel für Windows, Mac und Linux veröffentlicht. Nacheinander kamen dann im August eine Version für die Playstation 4, im September Versionen für IOS und für die Nintendo Switch sowie im Oktober eine Version für Android.
    Im Februar 2018 erschien für die Computer-Versionen ein DLC: Ein Charakter, Ransom "the beepin Insult Clown", flucht sehr viel im Spiel. In der ursprünglichen Version gab es gar keine Flüche, stattdessen wurde alles "gebeept". Besagter DLC ersetzt die Beeps nun durch richtige Fluchworte. Diese wurden extra im Nachhinein neu aufgenommen. Die ursprüngliche Version war somit nicht zensiert, viel mehr handelte es sich um ein Stilmittel. Auf der offiziellen Webseite des Spiels teilten die Entwickler mit, dass ein DLC auf PS4, Switch und für Mobile neu durchs Rating laufen müsse und dass der DLC daher exklusiv für die Computer-Versionen bleiben wird. Somit wird man diesen DLC wohl nie für Switch (sowie PS4, IOS & Android) bekommen.



    Inhalt und Funktionen:
    Das Grundspiel ist bei allen Editionen gleich. Die Ursprungsversion wurde im Frühjahr 2017 für PC, Max und Linux veröffentlicht. Im Sommer 2017 kam dann ein Update. Nach diesem konnte man auch Dialoge zwischen den eigenen spielbaren Charakteren starten. Vor allem aber wurde eine Ingame-Hintfunktion in Form einer Ingame-Hotline hinzugefügt. Auf dieser Version inklusive Update basieren alle aktuellen Releases. Der bereits erwähnte DLC fehlt; Abseits davon ist die Switch-Version aber komplett und identisch mit allen anderen Releases.



    Performance & Grafik:
    Auch wenn es sich bei Thimbleweed Park um ein modernes Spiel handelt, welches nur den Stil des bereits über 30 Jahre alten Maniac Mansion imitiert, so ist das Spiel dennoch sehr simpel und läuft daher tadellos auf der Switch. Gleiches gilt auch für die Grafik, diese ist identisch zu allen anderen Versionen. Hier muss man also gar keine Abstriche machen.



    Switch-Hardwareunterstützung & Steuerung:
    Die Unterstützung der Besonderheiten der Switch ist bei Thimbleweed Park sehr rudimentär. Da es generell kein Rumble gibt, gibt es auch kein HD-Rumble. Auf NFC oder Bewegungssteuerung wird ebenfalls nicht zugegriffen. Am meisten fällt auf, dass das Spiel nicht mit einem Joycon spielbar ist. Die Idee den Pointer für ein Point and Cllick-Adventure zu verwenden scheint eigentlich ein No-Brainer zu sein. Jedoch wäre die Verwendung wahrscheinlich so frickelig, dass es dann mit dem regulären Controller oder der Touch-Steuerung doch bequemer ist.

    Thimbleweed Park ist natürlich auch portabel spielbar. Dort unterstützt es eine Touch-Steuerung. Auf den ersten Blick die ideale Methode um ein Spiel dieses Genres zu spielen. Natürlich funktioniert diese Methode daher auch super.
    Ich finde jedoch, dass die Controller-Steuerung ebenfalls sehr gut umgesetzt ist. Die beiden Analog-Sticks dienen dazu den Cursor unterschiedlich schnell und genau zu bewegen, wirklich gut durchdacht. Mit den Pfeiltasten hat man eine Quick-Navigation zwischen den Verben und dem Inventar. Aktions- und Schultertasten werden neben dem regulären Bestätigen vor allem mit diversen Shortcuts belegt. Zwar hat die Touch-Steuerung auch einige Gesten um die Bedienung zu vereinfachen, dennoch kann man viele Dinge mit dem Controller sogar schneller als mit der Touch-Bedienung machen.

    Auf der Konsole habe ich das Spiel daher mit dem Controller gespielt, da es die einzige Eingabemethode ist. Dies hat auch tadellos funktioniert. Im Handheld-Modus habe ich die Controller- und die Touch-Steuerung kombiniert. Das funktioniert intuitiv und lässt das Spiel besser bedienen als ich ein solches Adventure jemals auf PC, Konsole, Smartphone usw. gespielt habe. Neben dem Hybrid-Faktor ist dies auch der Selling-Point für die Switch
    Fazit:
    Wer die klassischen LucasArt-Adventures kennt, weiß genau was er von Thimbleweed Park zu erwarten hat. Wer sich für ein volles inhaltliches Review von mir zu Thimbleweed Park interessiert, der kann dies übrigens hier lesen. Damals hatte ich die Linux-Version getestet. Da die Versionen aber inhaltlich identisch sind passt alles was ich zur Linux-Version gesagt habe auch zur Switch-Version. Wenn man das Spiel bereits auf einer anderen Plattform besitzt, so würde ich nicht zum Kauf dieser Version raten. Schließlich sind alle Versionen identisch und somit auch ist auch kein Mehrwert vorhanden. Wenn es einem nur darum geht das Spiel zusätzlich auch noch portabel spielen zu können, dann sollte man sich aufgrund des Preises auch überlegen vielleicht zu der IOS- bzw. der Android-Version zu greifen. Zum Erstellungszeitpunkt dieses Artikels kosten die PC- und Konsolenversionen 19,99€ während man beide Mobile-Versionen für ca. die Hälfte bekommt. Bei den üblichen Preisgestaltungen werden die Mobile-Versionen wohl dauerhaft günstiger als die anderen bleiben. Ist einem der Preis egal dann ist die Switch-Version aufgrund der Steuerung die beste mobile Version.

    Hat man das Spiel noch nicht und möchte sich eine Version kaufen, so kann man natürlich bedenkenlos die Switch-Version wählen. Von der PS4-Version würde ich abraten, da sie alle negativen Dinge (höherer Preis &, kein DLC, nicht portabel) vereinigt und dabei jedoch keine wirklichen Vorteile hat. Stehen einem alle Plattformen zur Verfügung, so kommt es auf die eigenen Vorlieben an. Spielt man lieber portabel und möchte den günstigsten Preis, dann ist eine der beiden Smartphone-/Tablet-Versionen die beste Wahl. Will man den DLC, dann sollte man eine Computer-Version auswählen. Für die Switch spricht wie immer der Hybrid-Faktor und natürlich die beste Steuerung. Wenn ich die Wahl noch einmal treffen müsste, dann würde ich auf den DLC verzichten und aufgrund der Steuerung nochmal die Switch-Version auswählen.

    Ich hoffe ich konnte euch bei eurer Kaufentscheidung helfen. Für jede Art von Feedback bin ich sehr dankbar.

    PS: Das Spiel hat ja viele Insider-Jokes an alte LucasArts-Advenutres, die man bei Bedarf auch im Menü ausschalten kann. Ich mag diese aber und habe daher haben auch alle in dem Artikel verwendeten Screenshots entsprechende Referenzen (außer die Steuerungsrklärung). Wer diese alle erkennt, darf sich von mir geehrt fühlen. ;)




    Disclaimer: Bei Port Report handelt es sich um mein privates Freizeitprojekt. Ich verdiene damit kein Geld. Weiterhin beitreibe ich keine Crowdfinanzierung oder ähnliches. Falls ihr mich dennoch unterstützen wollt, wäre ich über ein Abo und einen Retweet bei Twitter sehr dankbar. Falls mir Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt wurden zeichne ich das aus. Ein zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar nimmt keinen Einfluss auf die Wertung.

    387 mal gelesen

Kommentare 6

  • XenoDude -

    Danke für den neuesten Port Report.
    Dieser hast du gut geschrieben. Freue mich auf zukünftige Beiträge.

    • Antiheld -

      Ja in Zukunft werden die Berichte hoffentlich zügiger erscheinen. Ein paar habe ich auch schon in der Pipeline.

  • Splatterwolf -

    Ich würde auch immer die Switch-Version vorziehen. Für Sammler eher nicht, da die Retailversion natürlich schon länger nicht mehr zu haben ist. Ist auf der Switch auch wirklich eine gute Umsetzung geworden.

    Leider fand ich das Spiel nur so mäßig. Ich mag Monkey Island und andere Adventures aus der Zeit. Mir gefallen auch die Anspielungen, bspw. Mulder/Scully. Insgesamt waren mir das aber zu viele Charaktere, die man selber spielte, die Geschichte war nicht besonders mitreißend, und die meisten Figuren waren schon fast zu gewöhnlich für so eine Art Spiel. Auch die Rätsel fand ich manchmal echt nur verwirrend und haben für mich nur selten Sinn ergeben.

    Und um bei unpopulären Meinungen zu bleiben. Fand Broken Age insgesamt besser. ^^

    • Antiheld -

      Ich hab ja die Retail-Version.^^ Soweit ich weiß sind alle Retail-Edition von Thimbleweed Park nicht mehr zu haben, von daher macht es kaum einen Unterschied. Für Sammler war die Big Box-Edition echt cool, weil die zu den alten Big Box-Editionen der ganzen Lucas Arts-Adventures passt.

      Ich mochte das Spiel wirklich sehr, verstehe aber was du meinst. Gerade den Clown hätte man finde ich problemlos streichen können. Die Parts mit dem Vater von Dolores waren am abwechslungsreichsten, jedoch habe ich auch nicht so gerne mit ihm gespielt.
      In meinem Test habe ich auch damals ja schon geschrieben, dass ich auch mal hängen geblieben bin, insgesamt fand ichs aber okay. Plus die Hint-Funktion war echt super.

      Broken Age habe ich nie gespielt. Hat mich nicht angesprochen und daher habe ich es dann weggelassen.

    • Splatterwolf -

      Broken Age hat einen recht schlechten Ruf, was wohl auch mit Kickstarter usw. zusammenhängt, aber das ist einfach abgedreht und es passt irgendwie alles. Da sind einige schöne Kniffe dabei und sehr viele Mysterien, die sich nach und nach aufklären. Das hätte ich mir auch mehr von Thimbleweed Park gewünscht.Der Sheriff / Hotelmanger / Leichenbeschauer war da noch am Witzigsten.

      Ich hab die Retail auch für die Switch da. Ich war mir da nicht ganz sicher, wie das mit PC- oder PS4-Versionen aussieht, die sind aber ggf. dann vielleicht noch günstiger, die Switch-Version ist ziemlich im Preis gestiegen auf Ebay.

    • Antiheld -

      Ja ich habe das damals verfolgt, war aber kein Backer bei Kickstarter und war daher auch nicht verärgert oder so. Ich kann mir auch vorstellen, dass es ein gutes Spiel ist, aber da greift halt wieder dass ich wenig Zeit habe und Maniac Mansion ist mein Lieblings Point And Click Adventure. Thimbleweed Park war daher Pflicht. Bevor ich dann aber zu Broken Age greife würde ich ein paar der Sierra- und Lucars Arts-Spiele, die ich verpasst habe, nachholen.

      Die PS4-Version ist auch von Limited Run und die PC Version ebenfalls limitiert (und da gibt es nur die Big Box) aber von Fangamer. Preislich sieht es da genauso aus wie bei der Switch.