Ein Gespräch über Brötchen, Akt 2: Der 3D-Drucker

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  • A: "Hallo, du schon wieder. Hast du dich beruhigt?"
    B: "Ne, ich bin völlig fertig."
    A: "Was ist denn los?"
    B: "Ich hab jetzt gelesen, dass es bald 3D-Drucker für Brötchen gibt."
    A: "Oha, das ist ja gar nicht mal so schlecht."
    B: "Was ist denn daran gut?"

    A: "Na, vielleicht wird das erschwinglich für normale Haushalte. Man speist Rezepte aus dem Internet ein und muss sonntags morgens um 8.00 Uhr nicht zum Bäcker rennen, um frische Brötchen zu bekommen."
    B: "Dann kannst du dir auch Aufbackbrötchen kaufen, das führt doch zu nichts."
    A: "Ja, aber wenn ich so einen 3D Drucker habe, kann ich jederzeit einfach das Brötchen essen, worauf ich gerade Bock habe, unabhängig davon, ob irgendein Geschäft gerade geöffnet hat."
    B: "Solange bis entsprechende Rezepte nicht mehr verfügbar sind, weil die digitalen Rezepte-Stores geschlossen werden."

    A: "Wow, beim Bäcker um die Ecke kann dein Mohnbrötchen aber eben auch plötzlich aus dem Sortiment verschwinden."
    B: "Dann kaufe ich mir eben Mehl, Hefe und Mohn und backe mir halt selber ein Mohnbrötchen. Das ist für mich kein Problem."
    A: "Wenn Mehl mal irgendwann im Preis steigt, dann kannst du auch schauen, wie du an dein Mohnbrötchen rankommst. Ich hab das Gefühl, du willst mich wieder nur missionieren."
    B: "Pass auf, wir sollten nicht schon wieder streiten. Immerhin mögen wir doch das Gleiche, oder nicht? Brötchen sind einfach fantastisch, egal wo sie herkommen."

    A: "Ne, eben nicht. Deine Brötchen sind pure Umweltverschmutzung. Da muss man Weizen und Mohn anbauen, dann Weizen, Mohn und Hefe herstellen sowie vertreiben. Da fahren dutzende Lkws die Produkte jeden Tag durch Deutschland, damit du dann in deinem Bäcker zu einem Spottpreis an dein Brötchen kommst."
    B: "Willst du mich jetzt als Umweltsünder hinstellen, weil ich meine Brötchen noch ganz klassisch kaufen will? Was ist denn mit deinem 3D-Drucker? Der muss auch hergestellt werden und dann muss der auch mit Informationen und Materialien gefüllt werden. Das kostet auch Ressourcen..."
    A: "Na ganz bestimmt nicht soviel wie bei deinen Umweltverschmutzungs-Brötchen. Brötchen werden überproduziert und tagtäglich weg geschmissen, während ich in Zukunft dann immer genau die Menge produziere, die ich brauche."
    B: "Weißt du, ich bin cool damit, wenn du auf deine digitalen Brötchen umsteigen willst. Ich würde nur gerne auch Verständnis von deiner Seite bekommen."

    A: "Es tut mir leid, aber ich finde das schon armselig, was du machst. Besser wir laufen uns nicht mehr über den Weg. Ein kleiner Tipp noch: Hör auf jedem zu erzählen, dass du deine Brötchen ganz normal beim Bäcker kaufst. Das ist so anstrengend."
    B: "Ich wollte dir damit wirklich nicht auf die Nerven gehen, lediglich meine Sorgen und Vorlieben mitteilen."
    A: "Ach komm, lass das versöhnliche Gequatsche. Ich muss jetzt sowieso los, mir noch ein paar Mohnbrötchen kaufen."
    A verschwindet, ohne Tschüss zu sagen.
    B winkt ihm traurig hinterher.

    C tritt hinzu und schneidet eine Grimasse.
    C: "Ich hab euch belauscht. Ich bin da ja total entspannt. Ich kaufe mir nur die sehr speziellen Brötchen beim Bäcker, die Standard-Brötchen kann ich mir auch ausdrucken."
    B verlässt langsam die Szene.
    C (brüllt B hinterher): "Jetzt stehst du blöd da mit deiner Meinung. Du kannst dich ja weiter gegen die Zukunft wehren, irgendwann gibt es keine Bäcker mehr und dann kannst du dir die Mohnbrötchen abschminken."

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Kommentare 2

  • Oblomov -

    Gut beobachtet, sehr treffende Analogie ;)

  • Solaris -

    Was wäre die Zelda Welt nur ohne Brot? Ich mag es zwar lieber klassisch, aber ab und zu neue Rezepturen zu versuchen, ist auch nicht verkehrt. ^^ <3