Pirates of Dark Water (25. SNES Jubiläum)

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  • Was geschieht, wenn man einen Cocktail mischt, der in der Hauptzutat aus Conan besteht
    (der Barbar, nicht der Detektiv), etwa ein Drittel kleingehacktes aus Dungeons and Dragons
    und eine feine Prise Monkey Island und es durch den 16Bit-Mixer jagt?
    Richtig! Man bekommt ein Beat’em Up aus den neunziger Jahren, welcher auf einer eher unbekannteren Zeichentrickserie basiert!





    Pirates of Dark Water ist ein Prügelspiel aus dem Hause Sunsoft, welches im Jahr 1994 erschien und passend genau in diesem Monat sein 25. Jubiläum feiert! Hurra!


    Es ist zwar eher Zufall, dass ich genau jetzt die Lust dazu verspürte, einen Bericht zu diesem Spiel zu machen, aber wir werden jetzt mal so tun, als ob wir aus purer eiskalt berechneter Logik, diesen Jahrestag zelebrieren wollten!
    Oder nennen es Schicksal, sucht es euch aus.



    Da wir uns weit über dem Jahr 2000 in der Zukunft befinden, in welcher wir mir bunten Hoverboards fahren, Terminatoren die wie Fitnesstrainer aussehen uns unterdrücken
    und wir drei Muscheln auf der Toilette benutzen, eine kleine Auffrischung des Genres:
    In einem Beat’em Up läuft man in der Seitenansicht durch Level und verprügelt so ziemlich jeden, der einem in den Weg kommt, fertig.
    Oke, so einfach es klingen mag, so unterschiedlich viel Spaß können die ganzen Titel machen, da man verdammt viel richtig machen kann, wie in Turtles in Time und auch verdammt viel falsch, wie in Batman Forever.
    Am ehesten kann man Beat'em Ups heutzutage mit Titeln wie Bayonetta oder God of War vergleichen.

    Wie sich Dark Water nun schlägt, dem gehen wir nun nach.

    Typisch für viele Prügelorgien der vierten Konsolengeneration war, dass man zwischen mehreren Charakteren mit unterschiedlichen Attributen wählen konnte.




    In Dark Water sind es schließlich drei:
    Die agile Tula, welche schnelle, jedoch schwache Schläge mit kurzer Reichweite verteilt.

    Dann das perfekte Mittelding, hier genannt Ren, welcher weder zu schnell, noch zu schwach ist und dank seines abgebrochenen Schwertes eine etwas höhere Reichweite hat.

    Als Nummer drei im Bunde der muskulöse und große Ioz, welcher recht langsam ist, jedoch so stark, dass er selbst Bossgegner packen und durch die Gegend tragen kann, hierzu später mehr



    Bevor wir uns weiter dem spielerischen widmen, sehen wir uns etwas an, was mir persönlich sehr gefällt.

    Geschichtlich suchen wir einige Artefakte um das spielbezeichnende „dark Water“ aufzuhalten,
    ohne die filmische Vorlage von Pirates of Dark Water zu kennen, springt einem als erstes jedoch der bereits am Anfang erwähnte grundlegende Stil des Spiels in Auge.






    Ähnlich wie im Epos von Conan, laufen muskulös und barbarisch anmutende Gesellen durch die Gegend, die wohl in ähnlichen Breitengraden wie unser Barbar unterwegs sind und deshalb ihre stählernen Körper in eher knapper Bekleidung verdecken.

    Dabei wirken nicht nur die weiblichen Gegner sehr wild, sondern auch der Rest mit ihrer Mischung aus Punk und Yakuza, ihre Waffen stammen dabei auch aus exotischeren Himmelsrichtungen.


    Das Piratensetting orientiert sich hier dabei stark an Südostasien, was sich ebenfalls auf den oben genannten Charakterstil auswirkt.
    Deshalb führt uns der Lauf der Geschichte nicht nur durch brache Gegenden, Städte und Höhlen, sondern wir landen ebenso in Dschungelgegenden, die einen an Indonesien oder Malaysia denken lassen.
    Von der Flora lässt uns dies zur Fauna und letzten Zutat unseres Cocktails springen, nämlich den Drachen und Drachenähnlichen geschöpfen, die einem überall Begegnen.


    Seien es papageiähnliche Viecher, welche einfach nur der Belustigung während unseres Sightseeings dienen oder klassische Wyvern, die uns an die Continues wollen, treffen wir einige Spezies bei unserem Besuch auf den verschiedenen Archipelen.



    Dies bringt uns zu unserem ersten Pluspunkt des Spiels, die Level haben alle einen konstanten Stil, bieten jedoch viel Abwechslung und werden von einer passend rockigeren Musik untermalt (Beispiel hier), so dass man immer was zu sehen hat und bei der Dauerprügelei nicht all zu viel Monotonie aufkommt.
    Denn genretypisch tauchen die normalen Gegner in späteren Level schlicht in einer stärkeren Version auf, die man an einer anderen Farbpalette erkennt.
    Diese attackieren uns übrigens mit Saltos, Schwertern, ihren Bäuchen oder Kung-Fu-Tritten.

    Eine größere Vielfalt bieten hier dann aber die Bosskämpfe, da diese vom überstarken Bruderduo hin zum Drachen wirklich nichts zu wünschen übrig lassen.





    Doch zum Endgegner muss man erstmal kommen, indem wir die Gegnerhorden überwinden und hierfür lassen uns die Protagonisten die Auswahl zwischen einem normalen Schlag, einem stärkeren Schlag und einer Superattacke, welche einen Teil unserer Lebensenergie aufbraucht.
    Letztere ist bei Tula eine Art Zauber, welcher Energie schauhaft stark entlädt und bei Ioz ein roundhouse Faustschlag.
    Der Schaden der Standardattacken variiert dabei je nach Charakter.

    Außer zuzuschlagen haben wir auch die Möglichkeit durch einen Sprint eine stärkere Attacke auszulösen und die Gegner zu packen.
    Rennen zu können ist kampftechnisch wirklich relevant in Beat’em Ups, diese taktische Raffinesse lernt man erst schätzen, wenn man einen Titel in der Hand hatte, in welchem dies nicht möglich ist (*hustStreetsofRage*hust).
    Das Packen ist auch sehr wichtig, denn während wir die Gegner an der Mangel haben, können wir gemütlich auf unser wehrloses Opfer einprügeln, oder wir entscheiden uns sie zu werfen.
    Dies kann man taktisch gut ausnutzen, da man sie zum Kuscheln auf herannahende Feinde katapultieren kann oder in einen Abgrund, um den Prozess extrem zu verkürzen.

    Hier kommt auch wieder die Stärke der Charaktere stark zu tragen, denn während Tula und Ren standortgebunden sind, während sie jemanden gepackt haben und sich ihrer nur mit einem Judowurf entledigen können, kann Ioz sie mit einem Arm durch die Gegend tragen, sogar Bosse!
    Es ist dabei wirklich sehr befriedigend, einen nervigen Gegner an den Abgrund zu bringen und ihn dann genüsslich ein paar Stockwerke tiefer fliegen lassen.






    Schaden erleiden wir selber dann nicht nur bei nervigen Gegnern, sondern auch bei Stachelfallen, fallenden Steinen, regnendes Feuer oder weil wir selbst durch eines der genannten Sachen in den vorher hochgelobten Abgrund fallen.
    In allerlei zerstörbaren Objekten, wie Tonnen, finden wir dabei essbares, was unsere Lebensleiste wieder auffüllt, Münzen die Punkte geben oder zusätzliche Leben.





    Trotz all dieser Hilfen bleibt das Spiel wirklich bockschwer, so schwer, dass ich es als Veteran in Super Probotector selbst im Koop niemals durchgespielt habe.
    Dies ist eine oft gefundene Krankheit bei älteren Titeln, dass sie zu sehr „Arcade“ sein wollen und deshalb den Schwierigkeitsgrad zu hoch schrauben.

    Hier wäre die Lösung gewesen, dass der Entwickler mehr Continues oder ähnliches zur Verfügung gestellt hätte.
    Deshalb habe ich in diesem Review selbst dafür gesorgt und folgenden Kammeraden zur Hilfe herausgekramt:





    Was bleibt dann als Fazit für dieses Spiel übrig?
    Beat’em Ups leben vor allem durch Kleinigkeiten, Turtles in Time ist vor allem aufgrund der schnellen Action und der vielseitigen Level ein Meisterwerk.
    Und auch hier macht das Prügeln durch die Level wirklich viel Spaß, man hat ein paar Attacken mehr zur Auswahl als bei mancher Konkurrenz, das Setting hebt sich ebenfalls von jener etwas ab und besonders zu zweit bockt es sich, es existiert eben nur das Manko mit den zu wenigen Continues.

    Ich empfehle also, solltet ihr mal einen Abend Lust auf Beat’em Ups haben, nehmt das Spiel mit rein und spielt so weit ihr kommt, denn es macht Spaß, auch wenn man es kaum durchschaffen kann und da es sich von dem typischen Streets of Rage / Final Fight abhebt, bleibt eure Laune auch für andere Titel erhalten.
    Im Notfall eben der Action Replay für unendlich Continues ;) (80B546AD)



    Und falls euch das Spiel doch zu einfach sein sollte, dann könnt ihr in den Optionen einschalten, dass ihr euch gegenseitig Schaden zufügen könnt ;)





    Um die Screenshots aufzunehmen habe ich das Spiel übrigens mit dem Retrode2 am PC gespielt

    315 mal gelesen

Kommentare 11

  • XenoDude -

    Danke für deinen gut geschriebenen Artikel. Beat'em up Spiele waren selten meins, da ich echt schlecht bei diesem Genre bin und weil sie häufig unglaublich schwer waren.

    • kakiss4 -

      Ja da gibt es durchaus ein paar übertrieben schwere, besonders die die aus den Arcade-Hallen stammten, hatten ja das Ziel, einem die Münzen aus der Tasche zu ziehen.
      Auf den Konsolen haben sie dass dan oft fortgesetzt.

      Gute Titel waren aber nie unfair, man musste eben Glück haben.
      Das hier ist wie im Artikel geschrieben auch zu schwer, hätten sie wirklich nur mehr Leben oder Continues rein, wäre es ein Toptitel.

      Und danke für das Kompliment

  • alfalfa -

    Habe das Spiel früher echt gern gespielt und mache es heute noch ab und an (über das SNES Mini *hust*).
    Wirklich ein cooler Prügler!

    Den Vergleich zu Fatal Fury habe ich aber nicht ganz verstanden, weil ich das eher mit Street Fighter vergleichen würde (feste Stages).

    Schön geschrieben auf jeden Fall!

    • kakiss4 -

      Ah ich meinte Final Fight natürlich :)
      Der Vergleich war dann zum unterschiedlichen Setting gemeint, da Final Fight, Streets of Rage (coole Musik) und Double Dragon eben eher in der moderne spielen.
      Ich werde es mal anpassen.
      Danke für das Kompliment :)

      Jap, Spaß macht das Spiel auf alle Fälle.
      Edit, hast du es denn mal durchgespielt *g*?

    • alfalfa -

      Nee, ich bin glaube ich auch nie bis zum Ende gekommen.
      Weiß auch gar nicht, ob in dem Spiel mein Trick funktionierte, den ich in einigen solcher Spiele angewandt habe: Kurz bevor man das letzte Leben verliert, einfach am zweiten Controller auf "Start" drücken und als Player 2 mit vollen Leben und Continues weiterspielen. :)

      Streets of Rage bleibt bis heute von allen Beat 'em Ups mein Lieblingsspiel.
      Und das nicht zuletzt wegen der Musik. Teil 2 war grafisch besser, die Musik noch ok, aber in Teil 3 wurde es für meinen Geschmack gruselig.
      Final Fight mochte ich auch sehr und fand blöd, dass man bei Final Fight Guy nur alleine spielen konnte.

    • kakiss4 -

      Gut, damals war bei mir dann meist bereits ein zweiter Spieler dran :)
      Streets of Rage habe ich ehrlich gesagt erst vor zwei Wochen zum ersten mal gespielt, weil ich mir die Megadrive Collection auf der Switch geholt habe, die Musik ist wirklich top und die ersten beiden machen wirklich Spaß!
      Meinen Cousin muss ich noch dazu zwingen, die Spiele mit mir durchzuzocken.

      Mein liebstes Beat'em Up wird aber wohl Turtles in Time bleiben, ich glaube kein anderes Spiel habe ich öfter durchgespielt (hmm vielleicht doch Doom).

      Ich hab so viele zeitfressende Spiele, da macht es mir gerade wirklich Spaß, solche Titel zu spielen, da man keine "Jahre" für braucht, durchzukommen.
      Man braucht halt von allem :)

    • alfalfa -

      Ja, Turtles IV ist auch ein extrem gutes Spiel und folgt bei mir gleich auf Streets of Rage.
      Bei Turtles ist die Musik auch sehr gut und es spielt sich schön schnell.
      Ich finde bei Turtles auch definitiv die SNES Version besser als die für das Megadrive, obwohl letztere später erschien.

      Streets of Rage war für mich einer der Hauptgründe, mir die Megadrive Classics für die Switch zu holen. Nun kann man es auch ohne SEGA Nomad mobil spielen. :)

  • Maluigi -

    Fand ich sehr interessant

  • kakiss4 -

    Hm, die Formatierung kommt am Ende ganz anders heraus, als in der Vorschau, da muss ich nochmal ran

    • XenoDude -

      Ich erlebe diese Problematik jedes Mal, wenn ich einen Blog-Artikel poste.

    • kakiss4 -

      Ich schreib die eh in Word vor, ich häng die in Zukunft als PDF in schöner dran und mach die Formatierung hier dann grob.
      Spart den Kamp^^