TLoZ - The Quest of Choice - The Final

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  • The Legend of Zelda
    The Quest of Choice
    Teil 12

    Die 4 Spoilerkästen dienen unter anderem der Übersicht.
    So liest man auch nicht versehentlich zu viel vorweg beim Herumscrollen nach einer Pause
    und kann schneller die Stelle finden, wo man stehengeblieben war.

    Hab mich entschieden es früher als geplant hochzuladen.

    Teil 1
    Zeldas Inventar:
    Nachtkleid

    Zeldas Rubine: 7.800.000

    Tode-Zähler: 0

    24 Stunden vorher...

    Die Sonne lachte durch die Fenster. Impa, Hauptfrau der Shiekah-Wachen des Schlosses, hatte gerade die Vorhänge in Prnzessin Zeldas Schlafzimmer zurückgezogen.

    „Guten Morgen, eure Hoheit!“

    „Guten Morgen, Impa!“

    Zelda erinnerte sich an alles. Sehr gut. Sie sah sich um. Alles im Zimmer war wie immer. Mit einer Ausnahme. Auf ihrem Schminktisch stand die Schatulle von Nayru mit der Feder. Aber auch ein blaues Stück Pergament lag daneben.

    „Danke!“, flüsterte Zelda Richtung Decke schauend, „Das spart zumindest etwas Baum!“

    „Hm?!“, Impa drehte sich fragend zu Zelda, die noch im Nachthemd im Bett lag.

    „Geh bitte und mach meine Stute bereit! Ich reite in fünf... nein, in drei Minuten aus! Das ist ein Befehl!“

    Impa verbeugte sich, „Wie ihr befiehlt, Prinzessin!“ und ging.

    Schnell zog Zelda sich an. Ein schlichtes, blaues Kleid mit Stickereien. Nichts außergewöhnliches. Schmuck und so ließ sie weg. Dafür war weder Zeit, noch hatte sie groß Lust darauf. Sie nahm das blaue Pergament und die Schatulle mit. Prüfte aber vorher nach, ob die Feder darin war und rannte dann, so schnell sie konnte, runter zu ihrem Pferd.

    Ganondorfs Armee der Finsternis nährte sich bereits Hyrule Stadt. Zelda wollte etwas versuchen. Telepathie beherrschte sie in der Realität natürlich besser als im Traum.

    Hörst du mich, Stute?“

    Sie bekam keine Antwort. Nun gut.

    Zelda erreichte Ganondorfs Armee schneller als gedacht. Sie drehte dann ihr Pferd, flüsterte ihr ins Ohr zurückzureiten und sprang aus dem Sattel. Rollte sich ab, stand auf und klopfte Erde und Gras noch nicht einmal vom Kleid. Sie rannte rüber zu Ganondorf auf seinem Hengst, sprang vor ihn auf den Sattel, riss ihm die Zügel aus den Händen, was sie auch nur schaffte weil er noch verblüfft über diese untypische Aktion war. Sie drehte sich zur Seite, sah ihn an, zeigte mit Zeige- und Mittelfinger auf seine Augen.

    „Du!“, dann auf ihre, „Ich!“, nahm die Zügel und ritt los, „Wir müssen ganz dringend reden! Allein! Was wir hier und heute entscheiden, tue ich nicht für dich! Nicht für mich! Für das Volk Hyrules! Für die Hylianer in den Landen, Kokiri in den Wäldern, Zoras im Wasser, Goronen in den Bergen, Gerudo in der Wüste als auch die Orni in den Lüften! Wir werden uns beide am Riemen reißen müssen, wenn das hier funktionieren soll aber ich gebe dem ganzen eine Chance! Früher hätte ich darüber noch nicht einmal nachgedacht!“

    „Worüber?“

    „Was willst du mehr als alles andere?“

    „Machen wir das Gegenfragespiel, ja? Na, wie auch immer! Ganz Hyrule beherrschen natürlich!“, er streckte die Faust in den Himmel.

    „Und wer beherrscht aktuell ganz Hyrule?“

    „Äh, dein Alter?“

    „Eben nicht! Er ist gestern Abend eingeschlafen! Dass weiß das Volk nur noch nicht, die Zeremonien werden bereits vorbereitet. Viel wichtiger ist, dass ich ein neues Viertel Leben Zeit hatte um mich hierauf vorzubereiten. Eine neue Perspektive zu gewinnen.“

    „Du hast noch nicht einmal graue Haare und redest schon wie meine Großmutter - in Rätseln!“

    „Also, nochmal! Wer beherrscht aktuell ganz Hyrule?“

    „Mit den neuen Infos die ich habe, du natürlich!“

    „Und du willst all das was mir gehört, oder?“

    „Ja?“

    „Frag mich!“

    „Was?“

    „Na los! Frag mich dasselbe!“

    „Na gut, was willst du mehr als alles andere, Prinzessin?!“

    „Frieden! Und jetzt stell dir vor wir könnten unsere beiden Ziele zu einem vereinen! Jeder bekommt was er will! Ich meinen Frieden und du ganz Hyrule!“

    „Wo wäre der Haken?“

    „Wir würden für den Rest unseres Lebens aufeinander hocken! Zwei Humanoide die sich auf den Tod nicht ausstehen können!“

    „Deutest du etwa gerade an, dass...“

    Zelda stoppte Ganondorf Hengst.

    „Ja!“

    Stille.

    Dann lachte Ganondorf laut los.

    „Der war gut! Für einen Moment hab ich dir echt geglaubt!“

    Zelda lief vor Wut rot an. Sie setzte sich nun ihm gegenüber und fuhr ihn an.

    „Hey! Hör auf! Es ist mir ernst damit!“

    Ganondorf lachte während er redete.

    „Sicher!“

    Zelda fand, dass es an der Zeit war, sie holte Pergament und Feder hervor und...

    „Wo hast du das denn jetzt auf einmal her?“

    „Taschen!“

    „Dein Kleid hat keine Taschen!“

    Zelda antwortete darauf nicht, sie sprang vom Hengst, setzte sich direkt daneben ins Gras, klopfte mit der Handfläche auf den Boden neben sich.

    „Setz dich! Wenn du meinen Worten nicht glaubst, dann vielleicht meiner Unterschrift unter unserem Ehevertrag!“

    Tat sie das gerade wirklich? Sie zitterte. Zweifel nagten an ihr. War das wirklich so eine gute Idee? Nein. Sie schüttelte den Kopf und die Zweifel beiseite. Sie durfte nicht länger nur an ihr eigenes Wohl denken, sie musste an ihr Volk und zukünftige Generationen denken. Das es einen Viertel Leben als Bäuerin und einen Monolog eines Traum-Ganondorfs brauchte, damit sie dies Verstand und auch mal die Sicht des Volkes zu sehen, war schon traurig genug. Aber das war das Wichtigste. Ein Standbein aufzubauen für einen Frieden, der Jahrtausende überdauern würde. Ganondorf stieg ab und setzte sich brummig zu ihr.

    „Ich hasse Papierkram!“

    „Jeder hasst Papierkram!“

    Zelda legte sich mit dem Bauch ins Gras und das Pergament vor sich. Dann drehte sie den Kopf hoch zu Ganondorf.

    „Aber es muss sein!“

    Zelda sah zurück auf das Papier und fing an zu schreiben und lass dabei vor.

    „Friedens- und Ehevertrag zwischen der Hyrule-Prinzessin Zelda und Gerudo-König Ganondorf. Punkt 1.“

    Sie sah wieder hoch zu ihm.

    „Vorschläge?“

    „Du meinst das ernst oder?“

    „Mein Herz zerspringt fast und ich würde am liebsten gerade vor mir selber weglaufen aber ja! Das hier geschieht wirklich! Ich tue das nicht weil ich dich mag! Ich tue das nicht weil ich verrückt bin! Ich tue das damit unsere und alle anderen Völker für Generationen in Frieden leben können! Irgendwo muss es beginnen!“

    „Was für ein Klischeesatz, Zelda!“

    Sie sah wieder runter auf das Papier und sprach in ruhigem Ton: „Halt die Klappe, ja? Sei so lieb!“

    Er saß noch immer auf seinem Hengst, stieg nun aber ab und stellte sich mit hinter den Armen verschränkten Rücken neben sie. Einfach um sich neben ihr besser zu stellen. Ganondorf verzog dann eine Augenbraue, als sie zu ihm sah.

    „Was? Ein Viertel Leben als Bäuerin macht das mit dir!“

    „Erstens bin ich glücklich männlich und zweitens ist Bauer-sein unter meiner Würde!“

    „Hast du jetzt ein Vorschlag oder nicht?“

    Ganondorf hob den rechten Arm und spreizte Zeige- und Mittelfinger voneinander weg.

    „Mindestens zwei männliche Nachkommen!“

    Zelda wedelte vehement mit den flachen Händen ab und schüttelte den Kopf.

    „Nein! Nein! Auf gar keinen Fall! Das würde ja bedeuten...“

    Ganondorf beugte sich runter zu Zelda.

    „Willst du etwa keine Erben?“, erzeugte nun mit dem Finger auf sie, „Grade du als Frau! Ihr wollt doch alle Kinder!“, er erhob sich und spreizte die Arme von sich, „Wenn man euch fragt, wollt ihr gleich ein halbes Dutzend!“, beugte sich wieder runter und zeigte diesmal auf sich, „Wenn wir Glück haben! Farore, bewahre!“, Ganondorf setzte sich im Schneidersitz neben sie.

    „Ich wollte immer ein Mädchen haben!“

    „Natürlich! Frauen wollen immer Mädchen! Also zwei Jungen und ein Mädchen?“

    „Nein!“, fuhr sie ihn an und hob mahnend die Schreibfeder.

    „Du hast doch grade...“

    „Ja aber... nicht mit dir!“

    „Welchen Teil von deinem eigens erdachten E-h-e-v-e-r-t-r-a-g hast du nicht verstanden, Zelda? Es war immerhin deine Idee! Weißt du was? Vergiss es!“

    Ganondorf erhob sich und stieg auf seinen Hengst. Was tat sie da? Sie hatte wieder ihr wohl über das ihrer Untertanen gestellt. Ganondorf würde nun Hyrule angreifen und der Kreislauf würde weiter fortbestehen. Der nächste Ganondorf würde dort weitermachen, wo dieser aufgehört hatte. Nein. Nie wieder. Eine innere Armee von Schweinehunden überwindend, nahm sie all ihren Mut zusammen, zertrampelte ihren Stolz und schlug Ganondorf einen Kompromiss vor.

    „Ein Sohn und eine Tochter und dann ist Schluß! Danach schläfst du in deinem Gemach und ich in meinem! Solange wie die zwei geschlechtlich unterschiedlichen Erben nicht geboren sind... teilen wir uns ein Schlafgemach!“

    „Einverstanden! Schreib das auf!“

    Puh. Sie würde das auf persönlicher Ebene so etwas von bereuen. Aber das war das Problem der zukünftigen Zelda. Nicht ihres. Noch nicht.

    „Man muss Opfer fürs Volk bringen! Vater hat das immer gesagt! Erst jetzt verstehe ich das wahre Gewicht und die Ausmaße dieser Worte! 1. Punkt: Beide Parteien erklären sich mit der Zeugung mindestens eines männlichen sowie eines weiblichen Erbens bereit. Nach deren Geburt werden beide Parteien für den Rest ihres Lebens in unterschiedlichen, getrennten Räumen schlafen. Gut so?

    Ganondorf nickte und stieg ab und legte sich provokativ auf den Bauch und neben Zelda. Sie schob Pergament und Feder zu ihm.

    „Jetzt du!“, sprach Zelda.

    Verwundert nahm er die Feder aus ihrer zarten Hand. Zögerte aber nicht.

    „Dann mach du jetzt einen Vorschlag, Weib!“

    „Unsere Tochter soll den Namen der berühmten Häuptlingstochter...“

    Ganondorf legte die Feder auf ihre Lippen. Damit wollte er sie zur Ruhe bringen.

    „Schweig! Ich suche den Namen des Mädchens aus! Dafür gewähre ich dir das Privileg meinem Erben einen Namen zu geben!“

    „Einverstanden! Und du wirst ihn ohne Ausnahme akzeptieren?“

    „Ja!“

    „Gut! Ich werde dich gleich dran erinnern, Ganondorf! Dafür werde ich alles akzeptieren, was jetzt aus deinem Mund kommt! Also, ich höre!“

    „Ich will das unsere Tochter Nabooru-Volvagia heißt! Nach der alten Anführerin der Gerudo und der vierten Göttin!“

    „Klingen geil! Von mir aus!“

    „Du hättest es eh akzeptieren müssen!“

    „Genaus wie du!“, sie tippte ihm auf die Stirn, „Akzeptieren musst!“, sie nahm den Finger von seiner Stirn und grinste ihn an, „dass du für den Rest deines Lebens, unseren Sohn Link rufen wirst!“

    Ganondorf stand vor Wut auf und entfesselte sogar seine dunkle Magie bei seinem Wutausbruch.

    „Weib! Du überschreitest gerade eine Grenze!“

    Er ballte die rechte Hand zur Faust und umhüllte diese mit dunkler Magie. Bereit diese auf Zelda niedersausen zu lassen. Zelda erhob sich langsam und sprach im ruhigen Ton weiter.

    „Er wird Link-Argorok heißen! Dann kannst du ihn mit seinem Zweitnamen rufen!“

    „Hmpf! Grrr! Verdammt!“, Ganondorf schrie laut auf und ballerte seine Faust in den Erdboden direkt vor Zelda. Die dunkle Magie wisch und er setzte sich zurück ins Gras, „Ich akzeptiere!“

    Nachdem er diesen Punkt niedergeschrieben hatte, war wieder Zelda an der Reihe zu schreiben und Ganondorf unterbreite ihr einen Vorschlag. Das ging so im Wechsel bis zum Abendrot weiter.

    „Lass uns Schluss machen für Heute und pfeif deine Truppen zurück!“

    „Hab ich doch schon längst!“

    „Wann?“, fragte Zelda und rollte das Pergament zusammen.

    „Als du kacken warst!“

    Zelda lief rot an und klatschte ihm symbolisch eine mit dem Pergament. Woher wusste er das? Sie hatte ihm am Mittag nur gesagt, dass sie für kleine Prinzessinnen musste. Er nutzte das aus und riss ihr das Pergament aus der Hand. Damit es nicht zerriss, hatte sie so schnell losgelassen, wie sie konnte. Er rollte es noch einmal auseinander.

    „Sehr schön! Deine und meine Unterschrift sind darauf! Keine versteckten Klausen und wir haben beide das Pergament für den jeweils anderen versiegelt!“, Ganondorf rollte grinsend das Pergament zusammen und steckte es in einen leeren Halfter an seinem Gürtel. Er ging los und winkte Zelda zu sich.

    „Komm! Wir reiten zurück ins Schloß! Ich will das Gesicht deiner Minister sehen, wenn du ihnen morgen den Schrieb zeigst! Vor allem das von Impa, wenn sie mich beim Wecken in deinem Bett findet!“

    Zelda rollte mit den Augen. Was tat man nicht alles für das Volk und das Reich. Sie saß wenige Sekunden später hinter ihm im Sattel.

    „Du schläfst auf der...“

    „Das Dokument gilt ab Morgen!“

    „Richtig! Nachdem ich meine Minister informiert habe! Steht auch da drin! Punkt 19 Absatz 2!“

    „Hmpf!“

    Ganondorf, Zelda und sein Hengst ritten nun in Richtung des Schlosses.

    „Deine Truppen sind noch im Alarmbereitschaft oder?“, fragte er und drehte den Kopf nach hinten, um Zelda im Blick zu haben.

    Sie hatte die Augen geschlossen.

    „Tele...“

    Sie legte, ohne die Augen zu öffnen, ihre Finger auf seine Lippen. Da sie ellbogenlange Handschuhe trug, war das kein Ding für sie.

    Impa, hörst du mich! Pfeif die Truppen zurück!“

    Pfeifen?! Eure Hoheit! Diese Wortwahl geziemt sich nicht! Wartet, was bitte soll ich tun?!“

    Erkläre ich später, auch meine Wortwahl! Der Befehl ist endgültig und nicht verhandelbar und sorg dafür, dass das Volk in den Häusern bleibt!“

    Warum?“

    Weil ich es so sage!“

    Eure Hoheit!“

    Ganondorf und ich haben eine Einigung erzielt und das Volk würde noch zu... ängstlich und wütend auf ihn reagieren.“

    Bitte was?!“

    Wir haben eine Ehe- und Friedensvertrag geschlossen!“

    ...“

    Durchforsche meinen Geist mit Shiekah Magie, ich bin frei von jeglicher Manipulation des Geistes. Sei es durch Magie oder natürlichen Drogen. Psychisch gebrochen bin ich ebenso wenig, wie ich bedroht oder manipuliert wurde.“

    ...“

    Führ meine Befehle aus!“

    ...“

    Impa?!“

    ... Ja, eure Hoheit! Aber nur unter schärfstem Protest!“

    Wurde zur Kenntnis genommen!“

    Ganz Hyrule könnte euch um die Ohren fliegen!“

    Umso wichtiger sind die nächsten Tage und ich brauche deine volle Unterstützung! Auch die der Minister! Ohne Ausnahme!“

    Ja, eure Hoheit!“

    Und er auch!“

    ...“

    Dein Stamm hat der Königsfamilie die Treue geschworen, brich damit und Kakariko wird ein eigenständiger Mini-Staat!“

    Ja, eure Hoheit!“

    Gut! Und lass mir ein Bad ein!“

    Natürlich!“

    Bis gleich! Sorg dafür, dass bei unserer Ankunft alles glatt läuft!“

    Wie erklär ich ihn?“

    Mit der Wahrheit!“

    Aber...“

    Das ist ein Befehl!“

    Ja, eure Hoheit! Ihr könntet sehenden Auges in eine Rebellion reiten!“

    Dann sei es so! Doch selbst dann kann ich mir nichts vorwerfen! Ich habe versucht den Kreislauf aus Blut und Terror mit dem einzigen zu durchbrechen, dass auf lange Sicht Sinn ergibt - Politk! Oh und Impa, ihr habt zwei Tage Zeit die Krönungszeremonie und Hochzeit von mir und meinem zukünftigen Ehemann vorzubereiten! Die Gästeliste erhaltet ihr morgen früh, wenn die Minister tagen!“

    Eure Hoheit!“

    Zelda nahm den Finger von seinen Lippen.

    „Und?“

    „Läuft alles!“

    „Läuft?“

    „Ach, verdammt! Ich war zulange eine vom Volke aber das hat mir mal gut getan! Das hab ich gebraucht!“

    „Ich versteh nur Bahnhof!“

    „Erklär ich später! Euch allen!“

    „Auf die Geschichte bin ich gespannt!“

    Zelda und Ganondorf ritten so schnelles ging und kamen schon bald an der Zugbrücke der Stadt an.

    „Bete, dass Impa meine Befehle befolgt hat!“

    „Also ob!“

    Doch die Stadt war wie leergefegt. Während sie durchritten begegneten sie noch nicht einmal Soldaten.

    „Die hat echt auf mich gehört!“, sprach sie schon fast ungläubig.

    „Mich wundert, dass dich das wundert, Zelda! Kennst du deinen eigenen Leute nicht?“

    „Na ja, kooperativ klang sie während der Telepathie nicht! Darum!“

    Während sie weiter ritten, gelangten sie in den vorderen Bereich des Schlossgartens, auf dem ein kleiner Pfad zum Haupteingang und der heruntergelassenen Zugbrücke führte. Hier standen nun erste Wachposten.

    „Nicht mehr Wachen als sonst auch!“

    „Und jetzt? Landet gleich ein Speer in meiner Brust?“

    „Du und ich wissen, dass dir ein einfacher Speer doch nicht Schaden kann!“

    Plötzlich hörte Zelda und Ganondorf noch ein weiteres Pferd. Alleine nur das Geräusch der Hufe verriet Zelda, dass es im Galopp auf sie zukam. Beide drehten ihre Köpfe nach hinten. Da saß er auf einem braunem Pferd. Link. Er hatte das Master Schwert aus der Scheide gezogen.

    „So schnell war er doch beim ersten letzten Mal nicht!“, murmelte Zelda leise.

    „Hä?!“

    „Hast du deine Truppen abgezogen?“

    „Natürlich!“

    „Verstehe! Darum kam er schneller voran!“

    Ganondorf gab seinem Hengst die Sporen.

    „Dir ist schon klar, wie das aussieht, Ganondorf?“

    „Ich lasse mich doch nicht so kurz vor meinem...“

    „Unseren Zielen abschlachten? Ja, das wäre sehr bedauerlich!“

    Als Zelda und Ganondorf die Zugbrücke passierten, hob Zelda ihre rechte Hand hoch, machte eine Faust, bewegte die Finger im Winkel von der Handfläche weg und richtete die Finger dann vertikal auf. Die zwei Soldaten an den seitlichen Mechanismen der Zugbrücke wussten was zu tun war. Sie zogen die Zugbrücke hoch.

    „Das verschafft uns etwas Zeit oder?“, meinte Ganondorf.

    „Die Zugbrücke ist aus Grünen Eisenholzbäumen aus dem Kokiri-Wald gefertigt, die mein Großvater einst hier anpflanzte!“

    „Das härteste Holz Hyrules! Beeindruckend, Zelda!“

    „Und die Brücke ist Licht-magisch verstärkt! Das Master-Schwert mag gegen Dunkelheit und Böses effektiv sein aber wie schlägt es sich gegen seine eigene, gute Magieart?“

    „Gar nicht?“, riet Ganondorf.

    „Wir werden es bald erfahren! Hier vorne links!“

    Ganondorf ritt seinen Hengst in eine Seitengasse und landete an einer grünen Weidefläche für Pferde. An der Seite stand ein halber, nach außen offener, sehr langer Pferdestall. „Gib den Hengst an einen der Stalljungen oder -Mädchen!“

    „Stallmädchen?“

    „Ich war schon immer für Gleichheit im Arbeitsleben! Wir haben auch männliche Näher, Schneider, Fleischerinnen sowie eine Hofschmiedin und Impa ist direkt nach mir die Oberbefehlshaberin der Hylianischen Armee!“

    „Möchtest du dafür jetzt Anerkennung?“

    „Ich wollte es nur mal erwähnt haben!“

    Zelda stieg zuerst ab und Ganondorf ritt den Hengst in den Stall.

    „Du Diener! Nimm den Hengst und sorge gut für ihn! Oder ich vernichte dich!“, er ballte eine Faust und hüllte sie in Dunkelheit!“

    „Ganondorf! Hier wird niemand umgebracht und schon gar nicht ohne meine Erlaubnis! Nicht, dass ich es erlauben würde!“

    „Hmpf! Es gibt schlimmere Schicksale als den Tod!“

    Ganondorf stieg vom Hengst und ging rüber zu Zelda.

    „Und nun? Trinken wir Tee und verhandeln mit lächerlichen Untertanen über zu hohe Steuern?“

    „Jetzt spreche ich erst einmal mit Link! Es sei denn du willst göttlichen Stahl kosten, dann...“

    „Rede mit ihm!“, fuhr er sie an, aber es klang auch gleichzeitig nach einer Bitte.

    Zelda ging zurück zur Zugbrücke.

    „Warte hier!“, rief sie ihm zu, ohne sich nach ihm umzudrehen.

    Zurück an der Zugbrücke gab Zelda das Handzeichen von eben. Diesmal aber rückwärts. Dadurch wurde die Zugbrücke gesenkt. Zelda war überrascht. Epona stand alleine vor der Zugbücke. Epona?

    „Epona?!“

    Zelda lief hinaus zur Stute und wollte sie schon begrüßen, doch dann fiel ihr ein, dass es nicht ihre Epona war. Traurig blickte sie auf die Zeit mit ihr zurück. Was hatten sie nicht alles erlebt.

    „Schade! Ich hätte das mit uns gerne vertieft!“

    Sie streichelte das Pferd und sah sich nach Link um. Wo steckte er? An der Schlossmauer war er nicht zu sehen.

    Einer der Soldaten der Gartenanlage, welche zwischen dem Zugang zu Hyrule Stadt und dem Schloss lag, kam aufgeregt auf sie zu.

    „Eure Hoheit! Dieser Mann er... er mäht alles nieder und dann packt er das Gefundene ein! Ist das erlaubt?“

    „Streng genommen... nur Gras oder auch die Blumen selbst?“

    „Nur das Gras! Bis jetzt!“

    „Ermahnen und dann soll er zu mir!“

    „Wie ihr befiehlt!“

    Die Wache entfernte sich und kam kurz darauf mit Link zurück. Der Held stand nun vor Zelda und musterte sie von oben bis unten. Irgendwann packte er eine Shiekah-Lupe aus und sah Zelda dadurch an.

    „Ich hab dich her befohlen um dir zu sagen, dass deine Dienste nicht länger benötigt werden! Ich danke dir für deine geleisteten Erfolge aber Ganondorf und ich haben einen Friedensvertrag geschlossen! Übergib mir bitte das Master-Schwert!“

    Zelda streckte die Hand aus und wartete. Doch er sah sie einfach nur an. Dabei kam ihr noch ein Einfall. Sie wollte Epona auf jeden Fall bei sich behalten.

    „Das war ein Befehl, Link und das Pferd kommt in die königlichen Stallungen, den Wert dafür kiregst du zehnfach in Rubinen zurück!“

    Er nickte, dann schnallte er die Scheide los und überreichte Zelda diese. Das Master Schwert steckte bereits darin.

    „Vielen Dank!“, sprach sie lächelnd.

    „Gebt ihm...“, wie viel war so ein gutes, untrainiertes Pferd ungefähr wert? 15.000 Rubine? 20.000?, „... 250.000 Rubine als Entschädigung für die Stute!“

    Zelda zog das Schwert aus der Scheide. Warum wusste sie selbst nicht. Es war ja das Original, dass fühlte sie einfach. Sie stieß es wieder in die Scheide ging über die Zugbrücke zurück in den Schlosshof.

    „Hochziehen, wenn ich durch bin!“

    „Ja, eure Hoheit!“

    Zurück bei Ganondorf wurde dieser zusehends unruhig als er merkte, welche Waffe Zelda da in ihrer rechten Hand mit sich trug.

    „Was zum... ich dachte...“

    „Haben wir auch! Ich wollte es nur unter meiner Kontrolle wissen!“

    „Ich trau dir nicht!“

    „Ach, Ganondorf! Beruht das nicht auf Gegenseitigkeit?!“

    „Äh...“

    „Aber bitte! Hier!“

    Zelda warf Ganondorf die Scheide mit dem Schwert entgegen. Er rannte regelrecht seitlich davon und stoppte erst, als er die Waffe ins Gras fallen hörte.

    „Spinnst du?!“, schrie er sie aus der Ferne an.

    „Ich habe noch nie einen so guten Sprint gesehen und ich war mal eine Stute!“

    „Was?!“

    „Ist eine lange Geschichte! Und jetzt komm her! Das ist doch albern! Also wirklich!“

    „Nimm es! Nimm es und schmelz es ein oder sonst was aber halt das Teil fern von mir!“, sprach er hysterisch und wagte es nicht näherzukommen.

    „Angsthase!“

    Sie ging rüber zum Schwert und zog es aus der Scheide, schulterte es und ging pfeifend sowie singend weg.

    „Am morgen bring ich das Futter, melke die Kühe und sammle Eier ein. Am Nachmittag gehts aufs Felde, da wird gepflanzt, gesät und geerntet. Dafür gibt es am Abend ein leckeres Mahl vom frisch geschlachtetem eigenen Tier! Ja, das Bauernleben das ist schön! So schön! Ich möchte niemals ein anderes Leben leben! Am morgen bring ich...“

    Ganondorf kreiste, nicht sichtbar für Zelda, seine beiden Zeingefinger um die Schläfe.

    „Total plemplem das Weib!“

    Teil 2

    Zelda ging wieder hinaus aus dem Schloss hinaus in die Stadt und dort zum einzigen weiblichen Schmiedemeister in ganz Hyrule. Sie war halb Hylianerin und halb Gerudo. Eigentlich brachten Gerudo nur Gerudo zur Welt. Durch Launen der Götter, kamen aber auch alle 100 Jahre mal ein viertel Dutzend Mischlinge zur Welt. Diese hatten meist mit extremer Ablehnung innerhalb der Gesellschaft und Rassismus zu kämpfen. Zelda hatte das von heute auf morgen geändert. Eines Tages begutachtete sie die Qualität aller Schmiedemeister in Hyrule. Der königliche Schmied war verstorben und besaß weder Mitarbeiter noch Nachkommen und so fand Zelda sie. Sie gab ihr den Auftrag, was für einiges an Kritik im Volke sorgte aber das war ihr egal. Sie sah auch nicht ein, ihre Entscheidung vor dem Volk zu rechtfertigen. Sie hatte das so entschieden. Punkt. Irgendwann sahen die Leute hinter den Körper und die Person, die sie war. Es dauerte noch weitere 3 Jahre bis die anderen Mischlinge so langsam akzeptiert wurden. Es war noch immer nicht ideal aber es hatte sich im Vergleich zu früher sehr gebessert. Meist waren es nur ältere die noch gegen diese Randgruppe schimpften.

    „Guten Abend, Alschimara!“

    Zelda trat in die Schmiede. Es war ganz schön heiß hier.

    „Euch auch, eure Hoheit!“

    Sie verbeugte sich und mache sofort mit der Bearbeitung des Eisens auf dem Amboss weiter. Sie sah dabei von Zelda weg, um sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Das ging in Ordnung, immerhin hatte sie die Prinzessin bereits gegrüßt und solange sie danach respektvoll blieb, war ihr egal, ob sie sie beim Gespärch ansah oder sich auf die schwere Arbeit konzentrierte, von der sie so gut wie nichts verstand. Nicht jeder wusste alles. Niemand kann alles wissen. Das tun nur die Göttinnen. Zelda ging hinüber zu einem der Tische und legte das Schwert dort ab.

    „Meinst du, du kannst es schmelzen?“

    „Klar! Ich kann alles schmelzen!“

    „Willst du es dir nicht genauer ansehen? Du hast kaum hingeguckt.“

    „Nein wieso! Schwert ist Schwert! Wenn ihr mit einem meiner Produkte nicht zufrieden seid, dann schmiede ich euch zum Ausgleich zwei neue Waffen - kostenlos! Immerhin hängt davon das Überleben einer Person im Kampf ab!“

    „Bitte! Sieh es dir wenigsten mal an!“

    „Geht grade schlecht! Sonst muss ich das Eisen erneut erhitzen! Haltet es mir bitte unter die Nase!“

    „Gut!“

    Zelda nahm das Schwert und hielt es etwas entfernt vom Amboss in ihr Sichtfeld. Alschimara hielt kurz inne, blickte ungläubig auf das Schwert aber dann atmete sie erleichtert auf.

    „Puh! Nur eine Replik, zwar nicht von mir aber legt es auf den Tisch! Das ist guter Stahl aber nicht unschmelzbar!“

    „Nein! Du verstehst nicht, dass ist das echte Master Schwert!“

    „Unsinn! Warum solltet ihr es schmelzen...“

    Es klopfte jemand an den Türrahmen. Es war Ganondorf selbst.

    „Du Schmiedin! Zerstöre diese Waffe oder ich zerstöre dich!“

    Jetzt war sie total überfahren. Was ging hier grade vor sich?

    „Ich... was.... hat er euch bedroht?“

    Sie legte ihr Arbeitsutensil auf den Amboss neben das Eisen und hob ihren Sichtschutz aus Metalll hoch.

    „Hat er euch verzaubert?“, fragte sie in Zeldas Richtung gewandt.

    „Nichts dergleichen! Wir sind einfach nur zu einer...“, Zelda sah kurz zu ihm rüber, „politischen Einigung gekommen!“

    „Na ja, ich schätze das ist besser als Krieg auch wenn mich das zurück zu Löffeln, Gabeln und Brotmessern bringt! Aber ab und an kriegt man auch Replik-Aufträge von reichen Sammlern! Es ist eigentlich nicht so schlecht.“, Alschimara klang dennoch sichtlich enttäuscht, „Da ihr beiden meine Monarchen seid, werde ich euch helfen! Ich versuche es, kann aber nichts versprechen! Ich hoffe, dass dies kein Fehler ist, aber dies ist nicht an mir zu entscheiden! Wenn ihr beide dies aus freien Stücken entschlossen habt und zusammen an einem Strang zieht, egal was es euch kostet, dann bin ich die letzte die euch da im Wege steht! Wir Mischlinge haben euch so viel zu verdanken, Prinzessin! Danke!“

    „Du bedankst dich jedesmal!“

    „Mit jedem Hieb auf das Eisen!“, sprach Ganondorf.

    „Wirst du jetzt phylosopisch?“, fragte Zelda mit hochgezogener Augenbraue in seine Richtung.

    Ganondorf verdrehte nur die Augen und ging wieder aus der Schmiede. Zelda lächelte zu Alschimara und umarmte sie. Dadurch verdreckte sie ihr Kleid, dass wusste sie aber es war ihr gleich. Sie lief schon in dreckigerer Kleidung herum. „Danke!“, sprach Zelda noch lächelnd und küsste ihr auf die Stirn. Sie drehte sich um und ging hinaus aus der Schmiede.

    „Wollt ihr mir nicht noch etwas sagen?“, rief Alschimara ihr hinterher.

    Zelda drehte sich um und ging nun rückwärts. Sie grinste und schüttelte den Kopf.

    „Nein! Führt meine Befehle aus!“

    „...“, Alschimara murmelte zu sich selbst, mit Blick auf das Schwert, „Meint Ihre Hoheit das nun ernst?“, sie hob den Schmiedehammer hoch und merkte, dass das Eisen schon kühler wurde, „...“, sie blickte wieder rüber zum Schwert. „Machen wir zwei hübschen gleich eine kleine Reise?“

    Zelda und Ganondorf standen irgendwann vor dem Haupteingang des Schlosses, welcher hinter der Zugbrücke lag. Die Soldaten schoben gerade die schweren Flügeltüren auf. Zelda sah hoch zu Ganondorf.

    „Benimm dich!“

    „Was? Schickst du mich sonst ohne Abendessenzu Bett?“

    Zelda beschwor den Lichtbogen.

    „Ich... werd es versuchen!“, sprach er weiter.

    Das genügte ihr für den Anfang. Sie löste den Bogen wieder auf.

    „Gib mir wenigstens die Chance dich irgendwie zu mögen! Sonst werden wir beide Jahre stressige Jahre vor uns haben! Nicht gut für die Entwicklung der zukünftigen Erben, wenn die Eltern sich ständig in der Wolle haben!“

    „Hmpf!“

    „Kann nur im Interesse aller sein, wenn das hier nicht gleich im ersten Jahr in die Hose geht!“

    Mit diesen Worten ließ sie ihn stehen und ging hinein ins Schloss. Zelda bemerkte wie beschäftigt alle Diener waren. Jeder rief jemandem irgendwas zu. Natürlich, zwei Tage Vorbereitungszeit für eine Krönung und eine Hochzeit in diesem Stil. Brachte jeden hier im Schloss an den Rand des Wahnsinns. Im Thronsaal traf Zelda dann auf eine bellende Impa. Sie war übel gelaunt. Dafür schien der Thronsaal optisch fast fertig zu sein. Als Impa Zelda erblickte, stürmte sie sofort auf sie zu und gab ihr eine schallende Ohrfeige, die im ganzen Saal zu hören war. Jeder Angestellte im Schloss stoppte augenblicklich mit seiner Arbeit und sah ungläubig in Richtung der zwei Frauen. Für einen kurzen Moment herrschte absolute Totenstille. Ein kurzes Räuspern aus der hintersten Ecke hätte erklang. Wohin sich Impa kurz drehte, sah dann aber wieder zu Zelda. Sie klatschte ihr noch eine auf die andere Seite. Impa war es egal wer dabei zusah, wenn sie Zelda zur Schnecke machen wollte, dann tat sie das. Da hätten Din, Nayru oder Farore stehen können. Es wäre ihr gleich gewesen.

    „Was denkt ihr euch?!“, fuhr sie Zelda an.

    „Ich...“

    „Nein! Ich rede!“, Impa hob mahnend den Zeigefinger, „So etwas von unorganisiert! Geht sofort in euer Arbeitszimmer, dort liegen entsprechen Vorschläge für Einladungen die in 15 Minuten per Boten raus müssen! Und jetzt geht mir aus den Augen!“

    Zelda lief weinend und wütend am Impa vorbei.

    Impa rief in den Saal: „Was glotzt ihr so? Zurück an eure Arbeit!“, und dann rief sie hinüber zu Zelda, „Danach kommt ihr zurück zu mir! Wir müssen weitere Details absprechen aber glaubt ja nicht, dass die Sache damit aus der Welt ist!“

    Ganondorf betrat nun den Thronsaal. Er sagte nichts. Ließ sich Zeit und ging sich umsehend Richtung Thron. Impa beobachtete ihn genau. Er hielt erst wenige Zentimeter vor dem Thron an und grinste hinunter. Er fuhr noch mit seiner Hand über den Rand der Rückenlehne und ging dann ohne ein Wort hinter Zelda her. Einer der Diener, der in Wirklichkeit ein verkleideter Shiekah war, nährte sich Impa.

    „Zelda hat das Schwert der Schwerter zur Mischlingsschmiedin, Alschimara gebracht, um es dort zerstören zu lassen!“

    „Verstehe! Kümmert euch darum, ! Wir machen alles wie besprochen!“

    „Impa!“, er verbeugte und entfernte sich von ihr.

    „Ich lasse doch nicht zu, dass dieses Reich in die Hände eines Monsters fällt!“, sprach sie zu sich selbst.

    In Zeldas Schlafzimmer warf sich Ganondorf auf ihr Bett und prüfte das Lattenrost. Zelda hatte sich die Arbeit aus dem Arbeitszimmer mit in ihr Schlafzimmer genommen. Sie wollte ihn nicht alleine lassen. Sie legte das Blaue Pergament und das Kästchen mit der Schreibfeder in eine Schublade und versiegelte diese mit Licht-Magie.

    Zelda hatte noch etwa 10 Minuten. Sie lud daher nur alle Oberhäupter der anderen Völker und deren Gefolge ein. Für mehr reichte die Zeit nicht. Kurz vor Ende klopfte Impa an ihre Türe und trat dennoch einfach ein.

    „Der Bote wartet, Prinzessin!“

    „Ich bin fertig!“

    Impa sah hinüber zu Ganondorf, der auf Zeldas Bett lag.

    „Gibt es jemanden in eurem Volk mit dem ich über die Vorbereitungen sprechen soll?“, fragte Impa ihn.

    „Ja, mit mir!“

    „...“

    Zelda reichte Impa nun die Briefe.

    „Hier!

    „Danke! Sie werden zugestellt werden!“, sie lehnte sich vor und flüsterte Zelda ins Ohr, „Mögen euch die Göttinnen die Augen öffnen!“

    Zelda flüsterte zurück, „Das haben sie bereits getan!“

    Impa sah nochmal kurz zu Ganondorf.

    „Ihr kommt mit mir! Es gibt da noch ein paar Fragen bezüglich dem Einbringen eurer Kulturellen Traditionen!“

    Genervt stand er auf. Impa ging raus in den Gang und wartete dort auf ihn. Danach zog er die Türe hinter sich zu. Zelda hatte sich gerade gesetzt, als der königliche Schneider eintrat.

    „Eure Hoheit, euer Hochzeitskleid liegt zur Anprobe im Aufenthaltsraum bereit!“

    „Ich komme sofort!“

    Das Hochzeitskleid war perfekt. Es musste auch nicht geändert werden. Also ließ sie es in ihr Ankleidezimmer bringen und versuchte dann Ganondorf und Impa zu finden. Es war offensichtlich, dass es... Spannungen zwischen den beiden gab.

    Sie fand die beiden im Speisesaal.

    „Wie soll das in zwei Tagen gehen? Der Mond steht bereits am Himmel und...“, begann Impa wild in Ganondorfs Richtung gestikulierend.

    „Worum geht es?“, fragte Zelda.

    „Die Speisen! Er will auch Gerudo-Gerichte dabei haben!“, sprach Impa und zeigte auf Ganondorf.

    „Ich sehe das Problem nicht!“, fand Zelda.

    „Sollen die Köche etwas zubereiten, was sie nicht kennen? Und die Beschaffung der Zutaten würde ebenfalls dauern!“

    „Ihr kriegt das sicherlich hin! Wenn ein Bote...“, begann Ganondorf.

    „Das ist etwas anderes! Die Köche müssen ja auch Zeit haben sich mit den einzelnen Zutaten und der Zubereitung der Gerichte auseinanderzusetzen!“, sprach Impa laut.

    „Gut! Klärt den Rest hier, bisher bin ich mit dem, was ich so gesehen habe zufrieden! Ich und Epona machen das!“

    „Wer?!“, fragten Impa und Ganondorf im Chor.

    „Die von Link gekaufte Stute! Und versucht bitte, euch nicht gegenseitig umzubringen, bis wir wieder da sind? Ja?“

    „Wir?“, fragte Impa.

    „Äh, später!“

    Zelda verließ den Speisesaal und machte sich auf zu den Stallungen. Sie öffnete Eponas Gatter und streichelte sie am Kopf.

    „Na, alte Freundin! Schade, dass du dich nicht erinnerst! Ich hatte nie wirklich Zeit dir zu sagen, wie sehr ich unsere gemeinsame Zeit genoß und wie gern ich dich hatte! Wenn ich mir noch einmal etwas wünschen könnte, dann, dass du zu mir zurückkehrst!“

    Zelda sattelte Epona selbst, sehr zur Verwunderung der anwesenden Mitarbeiter und ritt dann los. Ihr Ziel war die Stadt der Gerudo in der Wüste.

    Irgendwo auf einer Wolke...

    „Was meint ihr, sollen wir?“, fragte Farore in die kleine Runde.

    „Wir machen das!“, sprach Nayru und sie sowie Farore schnippten im Anschluss zweimal mit den Fingern.

    „Thanos bräuchte dafür den vollständigen Infinity Gauntlet!“, kommentierte Din das Geschehene.

    „Was glaubt ihr ist mächtiger? Unser Triforce oder die Infinity Stones?“, fragte Farore.

    „Schwer zu sagen. Soll ich Enternity und die anderen fragen?“, überlegte Din.

    „Mach was du willst! Ich kenne die Antwort und sehe mir das hier weiter an!“, sprach Nayru und sah hinunter zu Zelda und Epona, „Jetzt wird es nämlich interessant!“

    Unten stand Zelda mitten in der Hylianischen Steppe. Sie dachte gerade nach. Ob da im Schloss alles glatt ging? Hoffentlich rammte man ihren Plänen keinen Dolch in den Rücken oder Schwert in die Brust.

    Hallo, Zelda?“

    Epona? Aber...“

    Nayru und Farore haben mich zu dir zurückgesandt!“

    Zeldas freute sich so sehr. Sie fing an zu weinen und fiel Epona, noch auf ihrem Rücken sitzend um den Hals.

    „Danke! Ich danke euch!“, sie sah dabei weinend Richtung Himmel.

    Sie küsste Epona in den Nacken und richtete sich wieder auf.

    Zelda wischte sich die Tränen weg und sprach: „Lass uns zurückreiten! Ich will ihnen angemessen dafür danken!“

    Zelda ließ die Zügel nun los und Epona drehte nun um zum Tempel zu reiten, der in Hyrule Stadt stand. Es war der einzige Tempel in Hyrule, der allen drei Göttinnen gemeinsam gewidmet war.

    Dort angekommen sieg sie nicht ab sondern brachte sich und Epona in den Tempel. Der Tempel war für Mensch und Tier. Diese mussten aber gepflegt sein, doch auch ihnen erlaubte man, nahe bei ihren Schöpferinnen zu sein. Das war kein privileg der Humanoiden. Zelda war das letzte Mal als kleines Mädchen hier gewesen. Sie stieg von Epona und ging zu einer der Geistlichen. Diese trug ein seidene Unterwäsche in grün-roten Farben und war entsprechend geschminkt. Sie gehörte einem Nebenzweig des Glaubens an, den Farodinen. Diese huldigten hauptsächlich Farore und Din aber natürlich auch irgendwo Nayru. Um den Göttinnen so nah wie nur möglich zu sein, trugen die Geistlichen in den Tempeln so wenig wie möglich, damit so wenig irdisches wie möglich zwischen Ihnen und den Göttinnen stand.

    „Der Segen der Göttinnen für euch, Zelda!“

    Hier im Tempel gab es so etwas wie Rang und Titel nicht. Hier, vor den Göttinnen, waren alle gleich. Ohne Ausnahme.

    „Ich würde sehr gerne beten! Ich war lange nicht hier und weiß nicht, auf was ich achten muss! Ich habe meinen Glauben in den letzten Jahren leider sehr vernachlässigt!“

    „Ich bringe euch ein passendes Gewand!“

    Sie sagt zwar Gewand, gemeint ist damit aber mehr dieser Unterwäsche-Look!“, sprach Epona per Telepathie.

    Ich weiß! Boha, ich hoffe im Schloss geht alles gut!“

    Hab es schon von Ganondorfs Hengst gehört. Meint ihr, diese Entscheidung ist richtig?“

    Ich weiß es nicht! Ich hoffe es so sehr, Epona! Ich bin so dankbar, dass du wieder da bist, nach allem was wir durchgemacht haben!“

    Ich auch!“

    Zelda ging zu Epona und nahm ihr Zügel und Sattel ab.

    „So! Alles ändere wäre nicht richtig!“, sprach Zelda und legte die Sachen an einer nahen Wand auf den Boden.

    Die Geistliche kam nun mit entsprechender Kleidung in weiß und gold zurück. Weiß stand für die Einigkeit und Reinheit aller drei Göttinnen, deren Licht und das Gold für deren Herrlichkeit und das Triforce.

    „Zieht euch bitte hier um!“

    Zelda sah sich um.

    „Wo sind die Umkleiden?“

    „Kind, eure Scham sollte nur den Göttinnen gelten!“

    „Natürlich!“

    Da hier reger Betrieb herrschte und Gläubige ein und aus gingen, sahen nun die Bürger, wie sich ihre Prinzessin vor ihnen entblößte. Ihr war das wirklich peinlich aber sie empfand das als Prüfung und Beweis ihrer Hingabe an die Göttinnen. Zelda öffnete den Reißverschluss im Rücken ihres Kleides und ließ es zu Boden sinken. Dann folgte die Unterwäsche und die Kniestrümpfe.

    „So wie Farore euch schuff, steht ihr nun vor den Göttinnen! Wollt ihr dies noch anlegen oder lieber so zu den Göttinnen finden?“

    „Wenn ich schon einmal hier so stehe...“, Zelda drehte sich zu Epona, „Als Pferd war ich ja auch nackt! So wie du!“, sie drehte sich zur Geistlichen, „Ich gehe so hinein! Soll halt jeder meine Pracht bewundern! Sie gehört nur mir und meinem zukünftigen Gemahl!“

    Die Geistliche lächelte und sprach: „Der Gerduo-König kann sich wahrlich glücklich schätzen! Er bekommt eine wunderschöne Frau!“

    Selbst hier wusste man bereits Bescheid. Na ja, so nahe bei den Göttinnen, war das eigentlich nicht verwunderlich.

    Zelda ging nun mit Epona an ihrer Seite in den zentralen Gebetsbereich des Tempels, welcher hinter einer Glasflügeltüre mit Goldrahmen lag. Dort angekommen fand man Aspekte aller drei Göttinnen vor, ein offenes Dach, ein großes Feuer in der Mitte. Am Rande der großen Gebetshalle gab es eine Erhöhung, die das knöchelhohe Wasser zurückhielt, das hier in der kompletten Halle lag.

    Wundervoll!“

    Ja, Zelda!“

    Zelda erkannte hier reiche Kaufmänner, Bauern, Stadtwachen, die hoffentlich gerade Dienstfrei hatten, Kinder jeden Alters, Schwangere, Großväter und -Mütter, stadtbekannte Diebe, sogar ein aktuell gesuchter Trickbetrüger betete gerade hier aber im Tempel waren all diese Dinge nicht von belang. Ihn hier festzunehmen war verboten. Erst außerhalb des Tempels durften die Wachen ihn aktiv verfolgen. Sollten die Göttinnen ihm allerdings vergeben und die Wachen davon Kenntnis erlangen, dann war er frei von seinen Sünden und durfte auch nicht weiter verfolgt werden. Der Sündenerlass der Göttinnen stand über dem Gesetz. Das war einfach so.

    Wie man zu den Göttinnen betete war unterschiedlich. Manche falteten einfach die Hände zusammen und schlossen ihre Augen. Gebetet wurde dann im Stehen, Sitzen oder auch mal Liegen. Andere knieten erst und beugten sich dann in Ehrfurcht nach vorne und stützten ihre Hände neben ihrem Kopf auf den Boden. Meist beteten so Menschen, die hauptsächlich Farore anbeteten. So waren sie beim Gebet der Erde am Nächsten, welche vor allem Farore repräsentierte. Anhänger Dins tanzten beim Gebet und Nayrus Gefolge beteten nahe des Wassers. Hier legten sie sich dafür ins Wasser, dass hier überall verteilt war. In Tempeln die nur einer der Göttinnen gewidmet war, konzentrierte man sich natürlich nur auf die entsprechenden Gebetsarten aber hier war alles möglich. Immerhin war es der Tempel der drei Göttinnen. Zelda selbst legte sich ebenfalls mit dem Rücken ins Wasser, verschränkte die Arme über dem Bauchnabel und schloss die Augen. Sie hörte wie Epona sich anscheinend neben sie legte. Das fühlte sie auch am verdrängten Wasser, dass gegen ihre Haut schlug. Zelda fing an zu beten. Es war ein altes Gebet. Sie hatte es mal in den Aufzeichnungen ihrer Eltern gefunden.

    Ihr Göttinnen in den Himmeln,
    eure Herrlichkeit erleuchtet uns,
    eure Allmacht schuf uns,
    Dins Feuer schenkte uns die Welt,
    Farore schenkte uns leben,
    Nayru gab uns die Weisheit unser selbst zu erkennen,
    das Feuer der Berge,
    das Wasser der Flüsse und Ozeane,
    die Winde des Himmels,
    das Triforce im Goldenen Reich,
    die Macht, die Weisheit und euer Mut,
    geformt in den Wunschbringer,
    möget ihr uns unsere Sünden vergeben,
    und uns vor der Versuchung des Bösen bewahren,
    gebt uns die Kraft allen Widrigkeiten zu trotzen,
    den Mut unseren Weg zu gehen und die Weisheit das richtige zu tun,
    wir sind euere Kinder und zu euch kehren wir zurück am letzten unserer Tag,
    ob König, Magd, Bauer, Ganove,Geistliche, das Mädchen, der Junge, jedes Tier, jede Pflanze,
    wir alle sind gleich und neigen unsere Häupter vor euch und eurem Gericht,
    euch allein gebührt das Recht, unseren Verbleib in Himmel und Unterwelt zu bestimmen,
    euer Urteil ist gerecht und euer Urteil ist endgültig,
    ihr liebt eure Kinder, so wie wir uns euch hingeben,
    ich bin euer Kind, nehmt meine Liebe und Hingabe an,
    jetzt und für den Rest der Ewigkeit,
    führt uns ins Licht!“

    Nayrus Füße verdrängten das Wasser nahe Zeldas Kopf, sie beugte sich hinunter und küsste ihre Stirn. „Ich segne dich, mein Kind!“ Ungesehen von allen Sterblichen. Doch Zelda fühlte ihre Nähe, auch Din war erschienen und grinste nur. „Ich segne dich, mein Kind!“ Farore beugte sich über Zeldas und küsste ihren Bauch dort, wo in einer Frau leben entstand. „Ich segne dich, mein Kind und all deine Kinder mit Gesundheit!“ Von alldem bekam Zelda nichts mit. Es geschah in der Sphäre der Göttinnen. Außerhalb des Reiches der Sterblichen. Danach blieb Zelda still und vertiefte sich gedanklich in ihren Glauben an die Göttinnen. Alles weltliche blendete sie aus. Vor den Göttinnen hatte all dies hier keinerlei Bedeutung.

    Auch Epona versuchte auf ihre Weise zu den Göttinnen zu finden.

    „Ich wäre so gern wieder eine Humanoide! Auf die Art und Weise fühle ich mich ihr noch näher. Außerdem gefiel es mir sehr! Schade, dass ich letzten Endes doch nur eine Stute bin!“

    Din, war die Erste die erschien, dann Farore und schlussendlich Nayru. Sie knieten neben Epona nieder, da diese sich seitlich ins Wasser gelegt hatte. Sie streichelten die Stute. Diesmal war es an allen dreien Epona ihren Herzenswunsch zu erfüllen. Sie waren heute wahrlich in Geberlaune. Epona bemerkte erst gar nicht, wie sich ihr Körper langsam und immer mehr veränderte.

    Als Zelda glaubte, genug gebetet und mit den Göttinnen auseinandergesetzt zu haben, öffnete sie die Augen und staunte nicht schlecht. Sie erhob sich und saß im Wasser. Neben ihr lag eine Gerduo, die der von Epona in ihrer Gerudo-Form glich. War das etwa...

    „Epona?“

    „Hmm?!“

    „Du bist wunderschön!“

    Zelda weinte kurz und beugte sich dann über Eponas Gesicht um sie zu küssen. Niemand bemerkte das.

    „Bleib ruhig noch! Ich gehe nicht weg!“

    Zelda stand auf und ging kurz hinaus in den großen Vorraum. Sie hob all ihres und Eponas Zeug auf und ging damit zurück in die Gebetshalle. Sie stellte sich vor die große Flamme in der Mitte und sprach leise: „Ich überantworte diese irdischen Güter den Flammen Dins! Auf das sie diese aus unserer sterblichen Welt tilgen möge! Beim Licht der Göttinnen!“, und dann warf sie alles ins Feuer. Anstatt zu verbrennen, verschwanden die Gegenstände regelrecht. So als hätte Din selbst diese zu sich geholt.

    In einer anderen Spähren fischte Din gerade Eponas Geschirr aus dem Feuer.

    „So, das wäre alles!“

    Sie legte alles auf einen Haufen und schnippte einmal mit den Finern. Diese Gegenstände gab es nun nicht mehr.

    Im Reich der Sterblichen entfernte Zelda sich tief einatment vom Feuer und legte sich ganz dicht an Epona.

    „Hallo, Freundin!“

    Epona lächelte und fühlte, wie Zelda ihre Hand nahm. Da sie die Augen ebenfalls geschlossen hatte, war sie etwas überrascht über diese Berührung.

    „Und wie kommen wir rechtzeitig zu den Ge...?“

    „Sssscccchhh!“, Zelda legte ihre Finger auf Eponas Lippen um sie zum Schweigen zu bringen.

    Nachdem auch Epona ihre private Runde mit den Göttinnen beendet hatte, gingen die zwei nackt hinaus in die Stadt.

    Natürlich erntete die Prinzessin dafür verwirrte Blicke von der Allgemeinheit. Eltern hielten ihren Kindern schnell die Augen zu. Nicht, weil zwei nackte Frauen herumliefen. Es ging allein um die Tatsache, dass eine davon die Prinzessin war. Ihr Oberhaupt. Natürlich ernteten die Zwei gierige Blicke von Männern und lesbischen Frauen. Epona selber war das alles egal. Sie war ihr Leben lang nackt gewesen und verstand die Gedankengänge der humanoiden in dem Zusammenhang eh nicht.

    Als die beiden nach ein paar Minuten nackt den Thronsaal betraten, war Ganondorf gerade mit dem königlichen Schreiner das Design seines und Zeldas Thrones am Besprechen.

    „Und an der Armlehne...“

    Ganondorf hatte dem Eingang zum Thronsaal den Rücken zugewandt aber als es um ihn herum schlagartig still wurde, drehte er sich verwundert um. Der Schreiner hielt sich sofort die Augen zu. Seine Augen war nicht würdig ihre Hoheit so zu sehen. Ganondorf grinste nur, während alle anderen entsetzt in ihre Richtung blickten oder sich die Augen zuhielten. Zelda baute sich vor Ganondorf auf.

    „Ich gehe mich umziehen! Danach reiten die von den Göttinnen zur Gerudo umtransformierte Epona und ich zu den Gerudo! Hier hast du schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf Farores Werk!“

    Sie knetete dabei demonstrativ ihren Vorbau und ging dann stolzierend an ihm vorbei in eine der Seitentüren. Epona zuckte mit den Achseln vor ihm und folgte ihr.

    „Ich sag doch, die hat einen Hau weg!“

    Epona redete mit Zelda über die geplante Reise, während sie sich etwas von Zelda zum Anziehen lieh und sich mit Hilfe der Prinzessin umzog.

    „Ich weiß noch nicht ob ich dich oder Impa zu meiner Trauzeugin machen soll!“

    „Trauzeugin?“

    „Das ist ein Zeuge der die Trauung von mir und Ganondorf bezeugen wird! Das ist Tradition!“

    „Wir Pferde haben auch welche!“

    „Zum Beispiel?“

    „Wenn der Hengst...“

    Zelda reagierte schnell. Wer weiß was da jetzt kam. Das wollte sie sich nicht vorstellen müssen. Sie wedelte vor Epona mit den Händen und rief, „Nein! Stopp! Ich will es nicht wissen!“

    „Oh, na gut! Das ihr Humanoiden so Probleme mit Natürlichkeit...“

    „Eponaaaaaaaaa!“, rief Zelda lang aus.

    „Ist ja gut!“, sie kicherte und zog sich allein zuende an, „Aber ich weigere mich auf meinen Artgenossen zu reiten!“

    „Und wie willst du dann mit mir reisen, Epona?“

    „Gute Frage!“

    Als Prinzessin hatte sie auch eine gewisse Vorbildfunktion. Vielleicht war das eben keine gute Idee gewesen, so nackt durch die Stadt zu laufen. Respekt konnte man sich dadurch sicherlich nicht verdienen. Zumindest sah Zelda das so.

    „Meinst du das war ein Fehler, Epona?“

    „Nein! Wenn, hat eure Aktion dem Volk nur gezeigt, dass auch eine Prinzessin nur eine humanoide ist, die genau so einen Körper hat wie andere Frauen. Dadurch, dass ihr euch so gezeigt habt, wart ihr dem Volke nahe. Ihr habt damit gesagt: „Seht ich bin wie ihr!“ Euch dem Volk so zu präsentieren, das zeugt von Vertrauen und Hingabe, auch an die Göttinnen! Viele haben euch so aus dem Tempel kommen sehen. Das war gut!“

    „Hm!“

    Impa riss wütend die Tür auf.

    „Seid ihr immer noch hier?! Die ganze Stadt redet über euch!“

    „Es ist mitten in der Nacht!“, warf Zelda ein und zeigte mit der flachen Hand zum Fenster.

    „Vergesst es! Ich reite selbst zu den Gerudo! Geht zu Ganondorf und lasst ihn bitte nicht aus den Augen! Ich traue ihm nicht!“

    „Keine Sorge, ich auch nicht - so ganz!“, sprach Zelda.

    „Und was sollte dann die Aktion mit dem Schwert?“, fragte Impa.

    „Eine Investition in sein Vertrauen mir gegenüber!“

    „Wir werden sehen!“

    Impa platzte bald. So wie damals sie noch klein war und...

    „Komm!“, sie drehte sich zu Epona, „Lass uns zu Ganondorf gehen! Bevor er es sich anders überlegt!“, sie sah wieder zu Impa. „War noch etwas?“

    „Der Vertrag! Gebt ihn mir! Die Minister warten da noch immer drauf!“

    Zelda traute Impa gerade nicht. Was wenn sie den Vertrag zerreißen würde?

    Sie entsiegelte die Schublade am Schminktisch, griff mit der Hand rein und zog einmal am Papier. So erstellte sie ein neues leeres Blatt aus dem blauen Pergament. Dies hielt sie nun an den Vertrag und der Inhalt wurde mit Magie übernommen. Zelda ging rüber zu Impa und reichte ihr das Dokument.

    „Das hatte ich total vergessen! Richte ihnen meine Entschuldigung aus! Hier!“

    „Danke! Ich lasse es, nachdem die Minister es durchgesehen haben, von der Rechtsabteilung absegnen!“

    Den Rest der Nacht verbrachten Zelda, Ganondorf und auch Epona damit, über die Vorbereitungen zu sprechen. Die gingen am nächsten Tag weiter. Gegen Mittag kam Impa zurück und übernahm mit Epona den Rest. Das gab Zelda und Ganondorf die Zeit für etwas Zweisamkeit. Die zwei hatten sich in die große Schlossbibliothek zurückgezogen. Hier war gerade niemand. Alle waren mit den Vorbereitungen beschäftigt. Während Zelda sich an einen der Tische setzte, lief Ganondorf interessiert durch die Gänge der Bücherregale.

    Teil 3

    „Also, erzähl, wie hast du dir unsere Ehe vorgestellt?“, wollte Ganondorf wissen und zog ein Buch über Magische Pflanzen heraus.

    „Siehst du dann!“

    „Ich werde mich dir nicht unterordnen, Zelda!“

    „Davon sprach doch jetzt niemand! Ich mich dir aber auch nicht!“

    „Hmpf! Wir werden sehen!“

    „Willst du unserem Kind den Eindruck vermitteln, wir Frauen seien euch untertan?“

    „Im Ehebett...“

    „Ich rede doch nicht davon! Die Ehe ist so viel mehr als das!“

    „Ach?!“

    „Tu nicht so, Ganondorf!“

    Er kam mit dem Buch zurück und blieb mitten im Raum stehen. Woher hatte er die Brille?

    „Du trägst eine Brille?“

    „Nur zum Lesen!“

    „Aber...“

    Er sah auf: „Was! Sag, wann hast du mich je lesen sehen?“

    „Äh,... nie?!“

    „Na also! Die Wüstensonne macht das auf lange Sicht mit dir!“

    Verstehe! Tut mir leid!“

    „Hm! Als ob!“

    „Nein wirklich!“

    „Spare es dir, Weib!“

    „Und hör auf mich Weib zu nennen!“, fuhr sie ihn wütend an.

    „Übrigens, dein Schneider hat echt Eier! War bei dem und der hat total cool gewirkt, als er Maß nahm! Der Kerl hat mich sogar zurecht gewiesen! Mich!“, er klopfte sich dabei auf die Brust.

    „Er hat Impa eingekleidet. Klar hat er Eier!“

    Ganondorf lachte laut.

    „Zu gut! Ich habe übrigens auch einen Berater hierher beordert!“

    Ganondorf zeigte mit der flachen Hand in den Raum. Dort öffnete sich ein Portal und Twinrova, die Eisfeuer-Hexe erschien. Sie war die Fusion der Hexenzwillinge Kotake und Koume.

    „Meister Ganondorf!“, sie kniete sofort nieder vor ihm und zu Zeldas großer Verwunderung kniete sie danach vor Zelda nieder, „Herrin Zelda!“, dann stand sie auf und stellte sich nahe ihres Meisters hin.

    Zelda wollte sie testen.

    „Geh bitte zu Impa, der Anführerin der Shiekah und der Gerudo Epona, welche einmal eine Stute war und helfe ihnen bei den Vorbereitungen!“

    Sie verbeugte sich vor Zelda und verließ den Raum. Sie drehte sich noch nicht einmal zu Ganondorf um. Fragte ihn daher nicht final um Erlaubnis. Das genügte Zelda fürs Erste. Sie blieb aber wachsam. Das hier alles war noch zu sehr auf Körnern aus Eis gebaut. Jeder kleinste Fehler, egal von welcher Seite er kam, konnte das hier alles einstürzen lassen.

    „Was liest du da eigentlich?“

    „Die Magischen Pflanzen Hyrules und ihre Wirkungen!“, er sah dabei nicht auf und las während des folgenden Gespräches weiter.

    „Interessiert dich das?“

    „Ich hab in Gerudo-Stadt schon immer die Botanik geliebt!“

    „Tja, auch einer wie du scheint Hobbys zu haben wie jeder andere auch!“

    „Traurig, dass es Jahrtausende brauchte bis eine von euch Zeldas das erkannte!“

    „Eine meiner Vorfahrinnen war auch Botanikerin!“

    „Aha!“

    Am Abend wurde dann zum ersten Mal gemeinsam im fertig dekorierten Speisesaal gegessen. Twinrova und Impa kontrollierten dabei das jeweilige Essen argwöhnisch und kosteten alles vor. Zelda und Ganondorf hatten gemein, dass es ihnen beiden auf den Geist ging. Sagten aber nichts.

    Eponas Rolle in diesem neuen Leben war ihr selbst noch nicht ganz klar. Sie wollte nicht Teil des Heeres werden und verbrachte nun die meiste Zeit in der Bibliothek um sich zu belesen und allgemeines Wissen anzueignen.

    Ganondorf und Zelda saßen acht Stuhlreihen voneinander entfernt und sie war überrascht, wie vornehm er sich benehmen konnte. Sie hatte ihn immer für einen Barbaren gehalten. Immerhin kannte sie ihn nur vom Schlachtfeld und alte Erzählungen seiner Vorfahren, kannten nur den Krieger aber nicht den Mann in seinen vier Wänden. Es war genau dieser Ganondorf, denn sie jetzt kennen lernte. Der Mann, der neben Krieg auch noch Hobbys und andere Geschmäcker in anderen Bereichen hatte. Wie jeder andere Mann auch. Natürlich blieb er ungehobelt aber er gab sich anscheinend Mühe, dass hier nicht vor die Wand zu fahren. Etwas, dass Zelda durchaus anerkannte und zur Kenntnis nahm.

    „Ich finde es schön auch mal eine andere Seite an dir zu sehen!“

    „Gleichfalls!“

    Damit war das Gespräch auch schon wieder beendet aber nicht für Impa. Sie stichelte nun.

    „Ihr mögt doch sicher noch etwas Sahne oder? Wartet! Wieso klettert ihr nicht gleich unter den Tisch und ö...“

    Zelda fuhr hoch, packte Impa am Arm und zog sie mit sich aus dem Raum. Dann fuhr sie diese wütend und mit feuerrotem Kopf an.

    „Hör auf mich zu beleidigen! Es reicht mir langsam mit deiner scheiß Laune! Morgen zum späten Nachmittag werden die ersten Gäste erwartet! Benimm dich oder ich setze Epona an deine Stelle!“

    „Das wagt ihr nicht!“

    „Du entwickelst dich gerade zu einem richtigen Arschloch!“

    „Ihr seid dabei unser Reich ins Unglück zu stürzen! Ich werde dabei nicht tatenlos zusehen! Ihr seid zwar meine Prinzessin und ich und mein Volk haben euch und eurer Familie die Treue geschworen aber wenn ihr gegen das Reich arbeitet, werden ich und die Shiekah gegen euch arbeiten! Wir sind der Geheimbund der seid Jahrtausend für ein stabiles Reich kämpft! In den Schatten! Notfalls mit mitteln die euch nicht recht sind! Wir tun was nötig ist, weil kein anderer es tut!“

    „Droht ihr mir?!“

    „Nein! Ich drohe euch nicht! Das liegt mir fern! Ich habe euch nur Tatsachen genannt! Ihr wärt nicht die erste Prinzessin die das Volk ins Exil schickt! Ach und...“, sie lehnte sich zu Zeldas Ohr und flüsterte, „Wir haben das Schwert!“, sie ging von Zelda und grinste sie an. Dann betrat sie wieder den Speisesaal und ließ Zelda so stehen.

    Doch für Zelda war das Thema nicht gegessen. Sie schlug die Tür zum Speisesaal auf und rief: „Ihr habt keinen Erben! Wen wollt ihr auf den Thron setzen?!“

    „Es gibt immer irgendwo einen Bastard und notfalls... erfinden wir einfach einen! Papier ist geduldig!“

    „Ihr! Das ist Verrat!“

    „Nennt es wie ihr wollt! Ihr habt uns alle verraten, indem ihr ihn hier her holtet!“, sie sah dabei zu Ganondorf, der sich das noch alles recht gelassen anhörte, „Die Minister haben nur widerwillig zugestimmt! Keiner vertraut euch noch oder eurem zukünftigen Gatten!“

    „Und das Volk?“, fragte Zelda.

    „Das Volk weiß nicht, was gut für es ist!“, sprach Impa.

    „Wer gibt dir das recht so etwas zu entscheiden?“, schrie Zelda sie jetzt an.

    „Uralte Verträge zwischen unseren Vorvätern!“

    „Annuliere ich!“

    „Macht euch nicht lächerlich!“

    „Ihr handelt gegen die Krone!“

    „Wir Shiekah sind in erster Linie dem Reich verpflichtet! Ganz gleich was es kostet!“

    Zelda drehte sich zu den Bediensteten, Ganondorf und Twinrova.

    „Alle,“, sie drehte sich wieder zu Impa, „bis auf Impa, verlassen jetzt augenblicklich den Saal!“

    Ganondorf winkte Twinrova raus und dann die Mitarbeiter. Er verließ als letzter den Saal und zog die Tür zu.

    „Gib ihm eine Chance! Du musst nicht mit ihm schlafen!“

    Impa schüttelte den Kopf.

    „Es wird nie enden!“

    „Impa, irgendwo müssen wir ansetzen! Es kann nicht ewig so weiter...“

    „Wenn es der Wille...“

    Zelda pochte auf ihre Brust.

    „Wir sind für unser Schicksal verantwortlich! Der Glaube soll uns leiten aber uns nicht in unserer Selbstbestimmung einschränken! Wenn ich beschließe, so einem Frieden eine Chance zu geben! Dann hast du kein Recht dich darüber hinwegzusetzen! Wenn das hier funktioniert, kann ich als Vorbild für meine Kindeskinder in die Geschichte eingehen!“

    Zelda und Impa führten diesen Streit nur noch laut schreiend.

    „So etwas wird nirgendwo funktionieren! Zeigt mir“, sie hob den Zeigefinger, „eine Frau im Universum die so etwas freiwillig durchzog und wo es funktionierte! Nur eine!“

    „Das kann ich nicht!“

    „Seht ihr?!“

    „Lasst mich die erste sein! Bitte! Stempelt dies hier nicht von vornherein als Fehlschlag ab!“

    „Zelda! Der Vertrag, er wird sich nie daran halten!“

    Zelda schloss die Augen und betete zu den Göttinnen.

    Ein Zeichen für Impa! Nur eines um sie zu besänftigen! Bitte!“

    Nichts geschah. Sie sah zur Tür aber diese blieb verschlossen.

    „Übergebe mir bitte das Schwert!“

    „Niemals!“

    „Ich befehle es!“

    „Nein! Das Schwert bleibt in Obhut der Shiekah! Sollte Ganondorf meinen dies hier alles auszu...“

    „Ihm und mir gehört ab übermorgen Alles! Es gibt dann keinen Grund mehr etwas zu erobern, was einem bereits gehört! Wir regieren gemeinsam!“

    „Er wird euch bei erster Gelegenheit hintergehen!“

    „Vielleicht! Aber er kriegt von mir immerhin eine Chance! Und auch mein Opfer solltet ihr hier anerkennen! Ich muss mich einem Mann im Bett hingeben, den ich nicht liebe!“

    „Bitte! Da seid ihr wahrlich nicht die erste Prinzessin!“

    „Ja, schon aber... ach, egal! Komm! Das ist mir zu blöd! Ich setze doch nicht unsere Freundschaft...“

    „Schmeiß ihn raus!“

    „Nein! Das wäre Vertragsbr...“

    „Mumpitz! Der Vertrag ist hinfällig, wenn er alles hier an sich reißt und dich nach der Geburt des Erben tötet!“

    „Impa! Verdammt! Ich will das nicht tun!“

    „Dann tue ich es!“, Impa zog aus einem Schattenportal das Master Schwert, „Für Hyrule!“

    „Ich tue all das für Hyrule, ich gebe meinen Körper diesem Mann! Du tust das doch alles nur weil du Angst hast, dass es nicht funktioniert aber das weißt du nicht!“

    „Doch!“

    „Nein!“

    „Genug, Zelda! Ich beende das hier! Du wirst kein Monster heiraten!“

    „Bitte Impa, zwing mich nicht dazu!“, Zelda fing zu weinen an.

    Das war Verrat. An ihr. Der alten Freundschaft.

    „Ich tue das auch für dich! Um dich vor dir selbst zu retten, Zelda!“

    Sie schüttelte den Kopf. Das konnte doch alles nicht wahr sein.

    „Bitte... nein!“, hauchte Zelda leise weinend.

    Doch Impa verschwand im noch offenen Portal, welches sich sofort wieder schloss. Zelda rannte los. Sie musste Impa und Ganondorf finden.

    Sie fand die beiden im Thronsaal. Ganondorf wehrte die Schläge noch mit Leichtigkeit ab. Was aber auch daran lag, das Impa nicht würdig war, das Schwert zu führen und es ihr die Lebenskraft entzog. Irgendwann ließ sie es fallen und Ganondorf holte zum finalen Schlag gegen sie aus.

    „Nein! Ganondorf! Stopp!“

    Er hielt inne. Nahm den Blick aber nicht von der geschwächten Impa. Zelda baute sich bedrohlich über Impa auf und sah wütend und enttäuscht auf sie herab.

    „Wachen!“

    Zwei Wachen kamen herbeigeeilt und richteten ihre Speere auf Ganondorf.

    „Nehmt sie mit!“, sprach sie knurrend und weinend.

    Die Wachen sahen sich erst fragend an, führten den Befehl dann aber aus. Zelda hob das Master Schwert auf und ging damit aus dem Schloss.

    „Kümmere dich hier um alles! Ich bin im Morgen zurück!“

    Zelda nahm ihre weiße Stute und ritt mit dieser bis in die Verloren Wälder, dort rammte sie das Master Schwert zurück ins Steinpodest. Der Nebel kehrte zurück und auch die Labyrinth-Magie. Zelda hatte sich gerade selbst eingesperrt.

    Doch Nayru hatte noch ein kleines Hochzeitsgeschenk für die Zwei. Sie platzierte die Maske der Shiekah, die eigentlich nur ein Produkt von Zeldas Traum gewesen war, in der Realität direkt neben Zeldas Füße. Als Zelda dagegen trat hob sie den Gegenstand auf und bemerkte, dass es die Maske der Shiekah war.

    „Danke, ihr Drei!“

    Mit Hilfe der Maske gelangte sie aus dem Wald und erreichte mit der Stute am Morgen Hyrule Stadt. Ungesehen von allen trat Din in der vorherigen Nacht zum Master Schwert in den Verlorenen Wäldern und umschloss es mit ihrem feurigen Griff. Das Schwert musste sich ihrer Macht beugen und schmolz zu einem Klumpen aus Silber und Blau zusammen. Dann verschwand sie wieder in der Sphäre der Götter.

    Farore war mittlerweile an einem White Board zugange. Sie hatte sich noch nicht entschieden. Vom Einzelkind bis zu Achtlingen war noch alles drin. Schließlich hatte sie irgendwann ihre Wahl getroffen und am Frühstückstisch hauchte sie Zelda, ungesehen durch Sterbliche, dieses Schicksal in die Leibesfrucht.

    „Hast du schon entschieden, was mit Impa geschehen soll?“, fragte Epona besorgt.

    „Sie wird natürlich all ihrer Titel, Ländereien und Ämter enthoben! Diese Dinge gehen zurück in Staatshand! Sie selbst wird dafür, dass sie meinen zukünftigen Gatten angriff, leider sterben müssen! So will es das Gesetz!“

    „Sie ist deine älteste Freundin!“, raunte Epona eindringlich in ihre Richtung.

    Sie saß neben Zelda und durfte mitessen. Ganondorf selbst sagte zu dem Thema nichts. Es interessierte ihn ganz einfach nicht.

    Zelda flüsterte nun mit Epona.

    „Ich weiß aber das würde zu sehr nach Begünstigung aussehen! Und dann denkt das Volk, Bekannte und Freunde von mir, hätten Freifahrtscheine gegen das Gesetz! Man soll mir nicht auch noch Korruption oder Vetternwirtschaft vorwerfen können!“

    „Ja, aber...“

    „Nein, Epona! Diese Diskussion ist beendet! Es schmerzt mich schon genug!“

    Zelda fing an zu weinen.

    „Vergib ihr!“, bat Epona und nahm Zeldas Hand, in der sie gerade ihre Gabe hielt.

    „Aber...“

    „Auch so etwas zeugt von Größe! Bestrafung ja aber mildere sie ab! Verdammt ihr heiratet morgen! Verbanne sie doch einfach!“

    „Und wohin?“, fragte Zelda.

    „Nach Gerudo-Stadt!“

    „Was ist das für eine Strafe?“

    „Na ja, es ist heiß dort! Oder, Ganondorf?“, fragte Epona in seine Richtung.

    Er sah nur kurz hoch und aß dann weiter. Bei Tisch schien er nicht der gespräßigste zu sein.

    Epona und Zelda wandten sich wieder einander zu.

    „Ich werde sie an den Pranger stellen und nach der Hochzeit ins Nayru-Kloster der Zora verbannen! Wo sie den Rest ihres Lebens als Geistliche im Einklang mit sich selbst und der Göttin Nayru verbringen wird - im Körper einer Zora! Dazu muss ich aber noch mit König Zora sprechen. Immerhin liegt das Kloster tief auf dem Grund des Hylia Sees.“

    „Siehst du! Es geht auch ohne Blut!“

    Epona klopfte ihr auf die Schulter, nahm ihren leeren Teller und ging damit hinaus aus dem Speisesaal. Zelda und Ganondorf aßen alleine weiter und wechselten kein Wort miteinander. Erst im Thronsaal, wo nun gerade kein Thron stand, machte Ganondorf den Mund wieder auf.

    „Ich hätte sie ja...“

    „Wir sind hier nicht bei den Gerudo! Bitte!“

    „Spaßbremse! Bist du so auch im Bett, Zelda?“

    „Kennst du kein anderes Thema?“

    „Wusstest du dass es Blume gibt die nur bei Vollmund blüht und deren Säfte dich dann rasend machen und in ein Werwesen verwandeln können?“

    „Faszinierend!“

    „Kein Sarkasmus, bitte, Zelda!“

    „Ich hab dich auch lieb, Ganondorf!“

    „War das Sarkasmus?“

    „Das findest du noch raus!“

    „Wann?“

    „Spätestens im Bett!“

    „Kennt ihre Hoheit kein anderes Thema?“

    Die zwei vergewisserten sich, dass im Gesamten Schloss alles rundlief. Alle Zeremonien den ausführenden Mitarbeitern bekannt waren und alles da war, was da sein musste. Gegen den späten Nachmittag kamen erste Gäste. Den Anfang machten die Goronen unter Darunia VI., gefolgt von den Shiekah. welche dabei ihren neuen Anführer Vaati II. präsentierten. Am Abend erreichten dann die Kokiri unter Salia VIII. das Schloss und die Zora unter ihrem König Ralis V., die Orni und Gerudo waren die letzten die eintrudelten. Sie kamen erst am Morgen der Hochzeit und der Krönung. Aber endlich waren alle Gäste anwesend.

    Epona war als Ehrengast dabei und leitete zusammen mit Twinrova das Ganze so gut sie eben konnte. Die Throne der zwei neuen Herrscher standen auch bereits. Es waren besondere Throne. Es war eine Thronsitzbank für zwei Personen. Was dem Zusammenhalt nochmal untermauern sollte.

    Der Thron war in purem Gold gehalten und besaß als Symbole natürlich ganz oben das Triforce, an den Armlehnen ganz vorne, waren das Symbol der Din und Nayru. An den Seiten prangte Farores Symbol und das, was nicht vorne auf der Armlehne abgebildet war. Auf dem Rückenbereich war der Stammbaum von Ganondorf und Zelda so eingraviert, dass dort noch Platz für ihre Nachkommen war.

    Zelda selbst war nicht anwesend. Sie wurde bereits für die Hochzeit hübsch gemacht und in ihr Hochzeitskleid gesteckt. Ganondorf war sichtlich nervös. Er erwartete, dass das alles hier in letzter Sekunde platzte. Vorne am Thron standen die höchsten Geistlichen der Göttinnen Din, Nayru und Farore. Sie würden die Hochzeit und Krönung durchführen, als Mittler zwischen den Göttinnen und den Sterblichen, die einen Bund fürs Leben eingingen und den Herrschern, die vor den Göttinnen gekrönt wurden.

    Die Stimmung war heiter und gelassen. Warum wusste niemand so genau. Ganondorf versuchte sich zu integrieren und hatte sich zwischen die Goronen und die Gerudo gesetzt. Alles war gut.

    Ganz im Gegensatz zu Impa. Sie hatte man gestern Abend noch an den Pranger gestellt. Ohne großes Aufmachen oder das Zelda sie auch nur besucht hätte. Das Volk fand solch Pranger sehr anziehend. Das waren wahre Magnete für faules Essen. Was auch an diesem Morgen wieder in Impas Richtung flog. Was sie getan hatte war egal. Die Tatsache, dass sie dort am Pranger hing, reichte dem Volk aus um sie zu bewerfen und zu beschimpfen.

    Letzter Teil

    Irgendwann war es soweit. Alle mussten aufstehen und ihre Gespräche unterbrechen. Ganondorf stand bereits in königlichen Brautgewändern für männliche Gerudo vorne am Thron vor den drei Geistlichen. Ein Kirchenchor der Dinayru-Fraktion sangen heute lokale Lieder der Hylianer und Gerudo im Wechsel. Die Tür ging auf, der Gesang startete und die Braut sowie zukünftige Königin trat ein. Zumindest war das der Plan. Doch niemand kam. Wo war die Prinzessin?

    Zelda selbst tobte. Ganondorf hatte ihr Kleid ändern lassen und weigerte sich es anzuziehen.

    „Aber eure Hoheit, woher sollte ich wissen, dass Ganondorf nicht eure Erlaubnis dazu hatte, euer Kleid ändern zu lassen! Ich musste sogar durcharbeiten um die Änderungen alle umzusetzen!“

    „Darin sehe ich aus wie eine Gerudo und nicht wie eine Hylianerin! Das alte Kleid sollte alle Völker repräsentieren! Ich bring ihn um!“

    „So schlimm ist es nun auch wieder nicht!“

    Es war eigentlich nur ein normales Gerudo-Gewand. Es war halt einfach nur weiß und hatte goldene Stickereien. Die Schleppe war am Hüftstück befestigt. Einen Schleier gab es auch. Es war einer der Gerudo. Dazu gab es den typischen Gerudo-Schmuck in Gold und für diesen Anlass auch in Weiß. Fußreife, Armreife, Halsreife, fette Ohrringe und Haarschmuck. Zelda war bereits sogar schon entsprechend geschminkt worden.

    „Ich hatte eigentlich.. ach, an so etwas sollte es nicht scheitern! Bin trotzdem sehr sauer auf ihn! Der kann was erleben! Euch trifft keine Schuld! Helft mir beim Anlegen!“

    Mit über 15 Minuten Verspätung kam Zelda dann endlich in den Thronsaal. Alles stand wieder auf und die Zeremonien konnten endlich beginnen. Zelda schien erst nun so langsam zu begreifen, auf was sie sich da eingelassen hatte. Er schien das alles nun klarer vor Augen als in den letzten Tagen. Da war dies alles noch entfernte Zukunftsmusik gewesen, der sie kaum Beachtung geschenkt hatte aber nun da sie kurz davor stand Königin zu werden und an der Seite eines Mannes zu herrschen, den sie nicht liebte, sondern nur zum Wohle Hyrules heiratete, bekam sie Lampenfieber und wäre am Liebsten weggelaufen. Sie zitterte am ganzen Körper aber fasste all ihren Mut zusammen, um in eine harmonische und friedliche Zukunft zu schreiten. Der Weg zum Thronsaal schien ihr noch nie so lange wie jetzt gerade. Alle Blicke ruhten auf ihr. Was die Anwesenden wohl dachten? Hoffentlich stoß das nicht traditionell-hylianische Gerudo-Kleid nicht auf Ablehnung.

    An der Thronbank stand sie dann schließlich neben Ganondorf und nun ging ihr Herz so richtig über in den Wettrennen-Modus. Sie glaubte es würde zerspringen. So aufgeregt war sie. Hatte sie Angst? Vor was? Regiert hatte sie vorher schon, wenn auch nur alleine und es lief gut. Vor der Ehe und den Pflichten einer Ehefrau? War es das? Wahrscheinlich. Doch bevor sie weiterdenken konnte, ergriff der Geistliche der Farore das Wort. Der Chor hatte bereits aufgehört zu singen und die Anwesenden sich wieder gesetzt.

    „Liebe Gemeinde, wir haben uns heute hier vor den Göttinnen versammelt um...“

    Zelda war mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt und hörte dem Geistlichen kaum mehr zu.

    Tue ich wirklich das richtige? Was ,wenn er sich doch alles nimmt? Was, wenn er jetzt noch nett spielt und später zum Arsch wird? Die Ehe annullieren? Als Königin? Geht das überhaupt?“

    „... Prinzessin Zelda von Hyrule und Gerudo König Ganondorf Dragmire in den Bund der Ehe zu entlassen! Möge Nayru ihnen die Weisheit, Din ihnen Stärke und Farore ihnen den Mut geben, die Ehe glücklich zu leben! Die beiden Parteien haben beschlossen, ab der Ehe den gemeinsamen Nachnamen Dragmire von Hyrule zu führen! Ich frage daher sie Ganondorf Dragmire, König der Gerudo, nehmt ihr die Ehe mit dieser Frau an? So bezeugt vor den Augen und Ohren Göttinnen nun eure wahre Absicht!“

    „Ja! Ich nehme die Ehe vor den Augen und Ohren der Göttinnen an!“

    Zeldas Herz raste nun einem Herzinfarkt entgegen.

    „Ich frage nun auch euch Zelda, Prinzessin von Hyrule, nehmt ihr die Ehe mit diesem Mann an? So bezeugt vor den Augen und Ohren Göttinnen nun eure wahre Absicht!“

    Stille. Sollte sie wirklich? Noch konnte sie ablehnen aber welche Konsequenzen würden sich daraus ergeben? Wäre der Vertrag dann hinfällig? Wahrscheinlich. Nein. Es ging hier um mehr als um sie als Person. Das alles war so viel größer als sie. Sie nahm allen Mut zusammen und wieder ihrem inneren Schweinehund sagte sie:

    „Ja! Ich nehme die Ehe vor den Augen und Ohren der Göttinnen an!“

    Zelda brauch in Tränen aus. Überwältigt von ihren Gefühlen, die gerade in jede Richtung Amok liefen. Sie hielt sich heulend die Hand ins Gesicht. Man wartete bis sie sich etwas beruhigt hatte und der Geistliche der Nayru fuhr fort.

    „Als Trauzeugen sind geladen, für Prinzessin Zelda von Hyrule, Epona und für Ganondorf, König der Gerudo, Twinrova! Bezeugen die beiden Trauzeugen dieses Ehebündnis vor den Augen und Ohren der Göttinnen?“

    „Ja!“, sprach Epona. Twinrova folgte.

    „Ja!“

    Die beiden Trauzeugen trugen die Kronen des Königspaares, welche auf Kissen lagen, zu den Geistlichen von Nayru und Din, welche die Kronen an sich nahmen und die Trauzeugen zogen sich wieder an die Seite zurück.

    „Kniet nieder!“, bat der Farore Geistliche.

    Beide knieten vor den Geistlichen nieder. Der Geistliche der Din begann.

    „Ich kröne euch König der Gerudo, Ganondorf, zu König Ganondorf Dragmire von Hyrule, König von Hyrule! Nach Rücksprache mit den Göttinnen verleihen wir euch folgende Titel: Friedensbringer, Brecher des Rades aus Blut und Terror, Bezwinger des Hasses, Der ohne Blutvergießen siegte, Widersetzer des Fluches, Ablehner des Helden!“

    Der Geistliche setzte ihm die Krone auf. Er durfte sich aber noch nicht erheben. Erst wenn Zelda ebenfalls gekrönt war. Der Geistliche Nayrus folgte nun direkt im Anschluss.

    „Ich kröne euch Prinzessin von Hyrule, Zelda, zu Königin Zelda Dragmire von Hyrule, Königin von Hyrule! Nach Rücksprache mit den Göttinnen verleihen wir euch folgende Titel: Friedensbringerin, Brecherin des Rades aus Blut und Terror, Bezwingerin des Hasses, Die ohne Blutvergießen siegte, Widersetzerin des Fluches, Ablehnerin des Helden, Formwandlerin, Königin der Weisheit, Träumerin eines Viertel Lebens als Bäuerin, Zweifach Wünschende am Triforce, Die die ewige Ruhe zum Master Schwert brachte, die mit den Göttinnen plauderte!“

    Farores Geistlicher sprach wieder.

    „Aber auch euch, Epona, verleihen wir hiermit Titel und Rang! Gefährtin und Stimme der Prinzessin und Königin von Hyrule! Ihr seid hiermit von Rechts wegen und offiziell eine Einwohnerin des Volkes der Gerudo! Dies wurde bereits so mit König Ganondorf Dragmire von Hyrule abgesprochen! Ebenso erhaltet ihr die Position von Zeldas Vertrauter bei Hofe! Doch zurück zu euch!“, er wandete sich wieder an Zelda und Ganondorf, „Hiermit seid ihr vor den Göttinnen in den Bund der Ehe getreten und zum Königspaar Hyrules gekrönt wurden! Mögen die Göttinnen eure Verbindungen segnen und möget ihr lange, gesund Leben und gerecht herrschen! Erhebt euch König und Königin von Hyrule!“

    Was für ein Gefühl das war. Sie fühlte sich gut dabei. Keine Reue im Herz. Reine Aufregung auf all das Neue war dem gewichen, was sie noch an Ängsten übrig hatte. Die Göttinnen hatten ihr sogar all das im Traum getane anerkannt und den Geistlichen alles mitgeteilt. Eigentlich schon gemein aber es waren Göttinnen. Sie durften alles. Sie waren niemandem Rechenschaft schuldig. Jeder applaudierte. Keiner schien irgendwelchen Argwohn gegen Ganondorf zu hegen. Noch nicht oder zumindest zeigten er oder sie das nicht nach außen.

    Nun ging es ans große Schlemmen und der Chor durfte weitersingen. Zelda und Ganondorf wurde extra ein Tisch mit Speisen und Getränken an den Thron gebracht. Epona wurde von einer der Gerudo rüber gewunken, immerhin war sie nun ganz offiziell eine von ihnen und die anderen wollten sie sicherlich kennenlernen.

    „Ich wüsste nicht, was unser Glück noch trüben könnte!“, sprach Zelda voll Euphorie.

    Er beugte sich rüber zu ihr und flüsterte: „Bett?!“

    „Selbst davor hab ich keine Angst mehr!“, sie stellte ihr Weinglas ab und nahm seine große Hand in ihre kleine, zierliche, was witzig aussah, sie sah ihn mutig an, direkt in die Augen, „Nein, wenn mich dir das näher bringt! Dann gebe ich mich dir gerne hin!“

    Irgendwo weiter vorne spuckte jemand sein Getränk quer über den Tisch. Vielleicht hätte sie das etwas leiser sagen sollen.

    „Nicht für dich oder mich! Für unser Volk!“, schob sie schnell hinterher.

    Zelda war sich allerdings gerade selbst nicht sicher, ob zumindest der erste Teil davon, nicht bereits schon eine Lüge war. Bisher lief es relativ gut zwischen ihnen. Vielleicht funktionierte das auf lange Sicht ja wirklich? Vielleicht... ja, vielleicht konnte sie ihn eines Tages sogar lieben? Warum nicht? Mit feuerrotem Kopf sprach sie aus was sie dachte.

    „Vielleicht lieb ich dich sogar eines Tages! Wäre schön! Für uns beide... und für unsere Kinder!“

    Sie nahm darauf erst mal einen tiefen Schluck aus ihrem Glas. Auch Ganondorf leerte daraufhin erste einmal seinen ganzen Bierkrug. Was für ein Weib. Die Tür flog auf und zwei Wachen schleppten einen sichtlich rasenden Link in den festlichen Thronsaal und warfen ihn vor den Tisch von Zelda und Ganondorf.

    „Eure Majestäten!“

    „Wau, ihr habt die richtige Anrede benutzt, ja?!“, fragte Ganondorf.

    „Dieser Mann hier, wir haben ihn dabei erwischt, wie er versucht hatte ein Huhn mit einem Holzschwert zu erschlagen! Außerdem hatte er über die letzten Tage in mehreren Häusern Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch betrieben! Diebstahl von mindestens 400 Rubinen stehen ebenfalls auf seiner Liste!“

    „Und mit so etwas behelligt ihr uns an so einem Tag? Ich hab dafür gerade echt keinen Kopf oder Hyrule noch Verwendung für solche gefallenen Helden! In den Kerker mit ihm, wir nehmen uns seiner später an und ich will nicht mehr gestört werden!“, rief Zelda wütend.

    „Verzeiht, eure Majestäten!“

    Die Wachen schafften Link aus dem Thronsaal. Kurz nachdem diese den Saal verlassen hatten klirrten erste Gläser und Besteck. Füße stampften und alles rief im Chor.

    „Küssen, küssen, küssen, küssen, küssen, küssen, küssen, küssen, küssen, küssen, küssen, küssen, küssen!“

    Zelda sah ihn und er sie grinsend an. Was war nun schon dabei? Sie war aus freien Stücken seine Frau geworden. Zumindest sagte sie sich das und irgendwo stimmte es ja auch. Sie hätte noch jederzeit „Nein!“ sagen können. Sie hatte eine Wahl gehabt und sich entschieden. Sie hatte einen neuen Lebensabschnitt betreten. Zeit ihr altes Leben endgültig hinter sich zu lassen. Sie musste noch etwas Mut fassen und vor so vielen Leuten, war ihr das etwas peinlich. Sie hielt seine Hände und presste so schnell es ging ihre Lippen auf seine. Er löste sich aus Zeldas zartem Griff, hielt sie einer Hand am Hinterkopf fest, sodass sie nicht so leicht weg konnte und küsste sie jetzt mal richtig. Sie erwiderte und schon wollte sie gar nicht mehr weg. Es hatte definitiv seine Vorteile einen Mann zu ehelichen, der in einer reinen Frauengesellschaft aufgewachsen war. Er konnte unglaublich gut küssen. Sie hatten ihn gut unterrichtet. Zumindest im Küssen.

    Nach dem Kuss wurde weiter gegessen, getrunken und geredet. Ganondorf schien aber mehr der Stille zu sein. Noch gefiel ihr das. Begann man aber vernünftig ein Gespräch mit ihm, dann war recht angenehm.

    „Magst du neue Minister ernennen?“

    „Kann ich jetzt noch nicht sagen, Zelda! Taugen die etwas?“

    „Ich finde schon aber wenn deine besser sind!“

    „Wieso nur auf Hylianer und Gerudo beschränken! Warte, ihr seid nicht etwa rassistisch oder?“

    „Sagt der ehemalige König einer Rasse, die nur Frauen zutritt in ihre Städte gewährt!“

    „Hey, du bist eine Frau!“

    „Ja und? Ich darf das doch trotzdem kritisieren? Ich finde das nicht richtig!“

    „Zurück zu dem, was ich eigentlich vorschlagen wollte! Was hältst du davon, von jedem Volk in Hyrule je einen als Minister zu ernennen? Also, eine oder einen Hylianer, Orni, Gerudo, Gorone, Zora, Kokiri, Aeralfos, Moblin...“

    „Warte bitte, was?!“

    „Na ja, Aeralfos sind nun genauso wie Moblins ein Teil Hyrules! Immerhin unterstehen sie noch immer meinem Kommando!“

    „Nein!“

    „Na gut! Dann nicht!“

    „Dein Vorschlag ist trotzdem gut! Wir haben ja aktuell einen Minister der Krone, das ist dein und mein Hauptberater, einen Kriegsminister, Schatzminister, Minister der Schatten, Minister der Gesetze, einen Geistlichen als Glaubensminister sowie einen Minister der Forschung und Wissenschaften, einen Magieminister, einen Gesundheitsminister sowie einen Minister der Tiere und einen Minister der Pflanzen!“

    „Wie viele warten das jetzt? Neun?“

    „12?“

    „12! Damit können wir fast von jedem Volk zwei aussuchen! Eine Frau und einen Mann! Können Kokiri eigentlich mittlerweile den Wald verlassen?“

    „Salia meinte einmal, dass wenn diese Kokiri Farores Segen erhalten, sie dann auch den Wald ganz normal verlassen und wieder betreten können!“

    Ganondorf stand auf und schlug mit seiner Gabel gegen das Trinkglas.

    „Hört mal bitte alle her! Ihr kennt euch innerhalb eurer Völker am Besten aus! Gibt uns bitte in den nächsten Tage eine Liste mit geeigneten männlichen und weiblichen Kandidaten für folgende Ministerposten!“, er sah rüber zu seiner Frau.

    Zelda erhob sich nun ebenfalls und sprach weiter.

    „Dabei handelt es sich um einen Minister der Krone, das ist dein und mein Hauptberater, einen Kriegsminister, Schatzminister, Minister der Schatten, Minister der Gesetze, einen Geistlichen als Glaubensminister sowie einen Minister der Forschung und Wissenschaften, einen Magieminister, einen Gesundheitsminister sowie einen Minister der Tiere sowie einen Minister der Pflanzen! Wir erwarten eure Vorschläge innerhalb einer Woche ab morgen! Vielen Dank!“

    Beide setzten sich wieder.

    „Wie willst du beziehungsweise wir eigentlich für Sicherheit sorgen? Ohne dabei alle Völker im Blick zu haben? Also sprich auch die Aeralfose, Moblins und so! Ich rede jetzt nicht von Untoten! Ich rede von lebenden Wesen!“

    „Das sind Monster!“

    „Ja, aber sie sind ebenso ein Teil Hyrules wie die anderen Völker! Willst du, dass sie für den Rest der Tage weiter unkontrolliert plündern, jagen und terror verbreiten?“

    „Ich höre deinen Vorschlag?“

    „Moblins sind dumm aber die Aeralfos könnten die niederen Monster in Schach halten!“

    „Wenn?!“

    „Wir ihnen ein Stück Land geben, in dem sie ihre eigenes Volk zur Blüte bringen können! So wie es alle anderen Völker auch haben!“

    „Du willst die Aeralfos als achtes Volk etablieren?“

    „Warum nicht? Solange sie friedlich und zivilisiert bleiben wie der Rest! Schiebt das Aussehen jetzt einfach mal beiseite, Majestät Frau!“

    „Hmm... gut, geben wir ihnen eine Chance! Aber wir müssen uns die Schritte diesbezüglich gut überlegen!“

    „Natürlich! Immerhin ist das jetzt auch mein Reich!“

    „Was du immer wolltest und wie fühlt es sich an?“

    „So wie immer! Aber das kommt alles noch!“

    „Ja, ich hab das auch alles noch nicht richtig verarbeitet!“

    „Bei acht Völkern und 12 Posten werden einige leer ausgehen!“

    „Die Hälfte!“

    „Also 2, 2, 2, 2, 1, 1, 1 und 1?“

    „Genau! Wobei, nein!“,Zelda schüttelte den Kopf, „Wir teilen es so auf, dass wir drei Hylianer, zwei Gerudo, zwei Orni, zwei Zora, einen Goronen, zwei Kokiri, einen Aeralfos und definitiv keinen Shiekah als Minister einsetzen!“

    „Die haben bei dir echt verspielt oder?“

    „Die sind so unten durch bei mir! So etwas habe ich noch nicht erlebt! Die können froh sein, dass sie überhaupt noch an den Feierlichkeiten teilnehmen durften, nachdem was Impa die Tage abgezogen hat! Du und Epona habt mir ja auch noch einiges erzählt!“

    Nach dem Ende der Feierlichkeiten nahmen sich einige Völker Gästezimmer im Schloss, wieder andere reisten ab. Geschenke hatte es keine gegeben. Das war eigentlich unüblich. Zelda schnappte sich noch schnell den König der Zora um ihn danach zu fragen. Seine Antwort war kurz und schlüssig.

    „Die Führer der Völker erwarten euch im Schlosshof! Nur euch! Dort erhaltet ihr unser Geschenk!“

    „Wann?“

    „Jettz!“

    „Gut, dann komme ich mit euch!“

    Zelda lief schnell zu Ganondorf und erklärte ihm, wohin sie gleich ging und er nickte zustimmend,während er sich das letzte Rest Zora-Hummer rein schaufelte. Die Tischmanieren waren ausbaufähig. Dann folgte Zelda dem König der Zora nach draußen.

    Die Anführer der Völker hatten einen Kreis gebildet und warteten noch auf die beiden. Salia ergriff das Wort, als Zelda dann schließlich mit dem König im Kreis stand.

    „Wir haben in einer Sondersitzung beschlossen, euch etwas zu schenken, dass ihr gerade gut gebrauchen könnt!“

    „Nerven?“, fragte Zelda scherzhaft.

    Manchmal fragte sich Zelda, wie alt Salia war, das äußere kindliche warf ein falsches Bild auf die geistige Reife mancher Kokiri. Viele blieben geistig Kinder oder Jugendliche aber ab und an gingen einige Kokiri darüber hinaus und wurden erwachsen. Zumindest innerlich. Äußerlich war dies unmöglich. Auch jetzt wieder ging Salia ganz lässig auf Zelda zu, lehnte sich an ihre Taille, sah hoch zu ihr und meinte nur:

    „Wir sprechen hier grade ein ernstes Thema an und du kommst uns so?“

    Sie sagte das so ernst.

    „Es tut mir leid!“

    „Sag es ihr, Vaati!“ rief Salia rüber zum Shiekah.

    „Wir, eure Majestät, die Völker Hyrules haben beschlossen dieser...“, er suchte nach dem richtigen Adjektiv, fand es aber nicht, „Verbindung eine Chance zu geben! Eine einzige!“,betonte er mahnend und mit erhobenem Zeigefinger.

    „Ich danke euch allen, ich... er... wir werden euch nicht enttäuschen!“

    Epilog
    Die Ehe der beiden war schwierig aber sie hielt bis zu Ganondorfs Tod an. Zelda und er hatten Zwillinge. Ein leicht älteres Mädchen und einen Jungen. Das Mädchen folgte als junge Frau ihren Eltern auf den Thron und regierte in eine Zeit des ewigen Friedens und Wohlstandes.

    Epona wurde Zeldas engste Vertraute und blieb ihr bis ans Lebensende treu. Nach Zeldas Tod verbrachte sie den Rest ihres Lebens als Gerudo in der Wüstenstadt.

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Kommentare 3

  • Octave -

    Und somit geht eine weitere Geschichte zuende...

    Mein liebstes Kapitel war das 9te, vorallem da ich Kämpfe gegen sein eigenes ich liebe.

    Für mich gingen die letzten Kapitel ein bisschen zu lang. Du hast zwar beim Finale mit den einzelnen Spoiler-Kästen wieder einen guten Kompromiss gefunden, aber die davor waren eigentlich genug für zwei Kapitel.

    Trotzdem habe ich es sehr genossen deine Geschichte zu lesen und hoffe auf weitere Werke aus deiner Feder!

    • Kiramos -

      Danke! Ja, am Ende hatte ich es übertrieben. Ich bin mehr so der Dialog als der Action Mensch, was das Schreiben angeht. Es wird aber hier bald weitergehen. Hoffe ich. Ich hab da was im Kopf an dem ich grade sitze.

  • Loco4 -

    wow, ganz schön lang geworden! :)
    das muss ich mir einteilen. ^^
    teil 1 hab ich gelesen. gefällt mir schonmal bis dahin.