Etwas anderes: Kurzgeschichten

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  • Mit ca. 3 Jahren erzählte ich meinen Verwandten eine ausführliche Geschichte. Seitdem habe ich immer wieder Ideen in meinem Umfeld für neue gefunden, einzig und allein mit dem Unterschied, dass ich angefangen habe, sie aufzuschreiben. Diese Geschichte stammt von vor ca. 1 - 1 1/2 Jahren.


    Der alte Reiter

    Es war sein letzter Winter.Er spürte es. Sein Frühstück war das Selbe, wie immer. Eine Scheibe Pumpernickel und einen kalten Tee. Kalt, wie sein Lebensende.
    Er ging aus dem Haus. Auch draußen war es kalt. Wie sich doch alles verband, dachte er. Als er an einer Straße vorbeikam, sah er einen Vogel. Er lag wohl schon länger da, und man konnte sich kaum vorstellen, das dieser mal durch die Lüfte gesegelt war. Danach erblickte er zwei Kinder. Sie spielten auf dem Gehweg und hätten ihn fast umgerannt. Der Mann ging weiter, ohne ein Wort zu sagen. Wäre er umgefallen, hätte dieses unerträgliche Leben vielleicht ein Ende gehabt.

    Als er zu Hause ankam, legte er sich direkt in sein Bett. Zu müde und erschöpft war er, um noch etwas zu essen. Er starrte an die weiße Decke. Wie immer, dachte er. Als er da so lag und darüber nachdachte, wie der Vogel auf der Straße gelegen hatte, so zermatscht, da überlegte er sich wie der junge Vogel wohl geschlüpft war, umsorgt von seinen Eltern. Irgendwann hatte er sich in die Lüfte erhoben, hatte Passanten geärgert, selber Küken bekommen und war alt geworden. Er spürte schon in der Luft, dass sein Ende nahte. Wenn nicht heute, dann morgen, wenn nicht morgen, dann übermorgen. Und dann war er langsam zu Boden gesegelt und stand nicht mehr auf. Kein Krächzen mehr und auch keine geärgerten Passanten.

    Ihm fiel seine eigene Kindheit ein. Er spürte die so oft vermisste Wärme. Doch dann fiel ihm auch ein, wie dies alles ein plötzliches, jähes Ende nahm. Er wollte doch nur ein kleines Feuer vor dem Hühnerstall machen, doch damit ruinierte er seine Eltern. Sie verstießen ihr eigenes Kind und so zog er hinaus in die weite Welt.

    Er dachte noch lange darüber nach, wie ihn sein Schicksal durch das Leben geritten hatte. Eigentlich ein erfülltes Leben, dabei war er nie zufrieden gewesen. Jetzt wusste er dies zu schätzen. Zufrieden schloss er die Augen.

    Der Mann,den man am Morgen fand,war etwa 80 Jahre alt, knorrig, zusammengekrümmt und hatte noch seine Alltagskleidung an. Das merkwürdigste war allerdings sein Gesicht. In diesem thronte ein breites, zufriedenes Grinsen.

    Sollte Euch diese Geschichte gefallen haben, so rede ich gerne darüber, wie ich zu der Idee dahinter kam. Mein Schwerpunkt wird demnächst aber wieder auf den ,,üblichen‘‘ Themen liegen.
    Ich gestehe: Ich bin kein Switch-Besitzer :whistling:


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    2.329 mal gelesen

Kommentare 18

  • buburoi2 -

    Mir gefallen die melancholische Atmosphäre und die beinahe schon märchenhaften Elemente. Vor allem eine besondere Stimmung zu kreieren ist dir meiner Meinung nach gut gelungen.

    Es finden sich noch ein paar kleinere Fehler, es müsste zum Beispiel heißen: „Sein Frühstück war dasselbe wie immer. Eine Scheibe Pumpernickel und ein kalter Tee.“

    Sonst habe ich eigentlich keine Kritikpunkte, außer dass manchmal Details schön wären. Normalerweise würde man bei einem toten Vogel zum Beispiel erkennen, um welche Art es sich handelt, also um einen Raben, eine Taube etc. Aber vielleicht hast du das ja absichtlich so vage gehalten ...

    • Maluigi | Leon -

      Den Fehler habe ich auch gesehen, wollte ihn aber lassen, um zu schauen, ob er überhaupt entdeckt wird.

      Details wollte ich nicht unbedingt angeben. Für die Geschichte ist es nicht ausschlaggebend, zu welcher Art der Vogel gehört.

      Vielen Dank für Deine Kritik! :)

  • AinoHinode -

    Wirklich sehr schön geschrieben und eine sehr angenehme Länge zum Lesen. Ich schreibe eigentlich auch gern, aber seitdem ich berufstätig bin und meinen eigenen Haushalt habe, fehlt mir leider die Zeit und die Muse (dafür klapper ich in der Arbeit lange Dokus rein). Hab letztens ein paar meiner unfertigen Werke wieder angelesen. Ich tauge nicht zum Verfassen von Kurzgeschichten, da ich gerne sehr ins Detail gehe. Ich beiße mir aber auch gedanklich oft in den Hintern, weil ich meine Geschichten nie zu Ende gebracht habe. Darum finde ich es so toll, dass du so eine gute kurze Geschichte verfasst hast, die mich als Leser so zufrieden stellt. Sie hat Emotion, weckt Neugier, lässt aber keine Fragen offen. Ich bin gespannt, ob du irgendwann noch mehr solche Kurzgeschichten schreibst? :)

    • Maluigi | Leon -

      Vielen Dank. :D

      Ich habe diese Kurzgeschichte auch in einem anderen Forum gepostet und dort fand man sie alles andere als logisch. (Lässt also eventuell doch Fragen offen.)

      Ich habe noch viele (oder doch weniger? Ich weiß es gerade nicht...) Kurzgeschichten. Das hier ist eine aus der ,,jüngeren‘‘ Zeit und war eine Art ,,Test‘‘.

      Das Problem ist, dass ich die anderen erstmal raussuchen müsste, denn diese hier habe ich sofort am iPad geschrieben, sodass ich sie einfach nur ,,kopieren‘‘ musste.

      Bei Gelegenheit werden in größeren Zeitabständen eventuell noch mehr folgen, ich kann aber leider nichts versprechen.

      Da ich erst seit ca. 10 Jahren (ca. mit 5 Jahren) schreibe, sind leider auch ein paar aus meiner frühsten Kindheit nicht mehr vorhanden. (ein paar hat mein Vater jedoch mit einer Kamera gesichert!).

      Wie gesagt: Vielen Dank für das positive Feedback. Manche Geschichten bringe ich auch nicht zu Ende. ;)

    • AinoHinode -

      Wow, hätte nicht gedacht, dass du in so jungen Jahren schon mit dem Schreiben angefangen hast. Als ich angefangen hab, war ich so 14 Jahre alt. Mein Schreibstil war aber ... nicht verständlich. XD Habs dann auch oft überarbeitet, wahrscheinlich wird es deswegen nie fertig. Kommt irgendwann wieder ein neues geiles Fandom dazu, will man wieder alles biegen und brechen. ;)
      Ich kann zwar nicht professionell bewerten, aber da ich immer wieder mal Fanfics im Netz lese (meistens aber nur in Englisch) und dort merke, was man als Autor alles an Lücken, Logikfehlern oder einfach extremst umgangssprachlichen Erzählstil reinbringen kann, finde ich es umso schöner, mal einen guten Schreibstil auf Deutsch lesen zu können.
      Manchmal hab ich irgendwelche komischen Träume und versuche die dann in Geschichtenform festzuhalten, bis dann wieder meine Detailvernarrtheit es killt. X(
      Freue mich jedenfalls, wenn du irgendwann mal wieder eine Geschichte postest.

    • Maluigi | Leon -

      Ich habe auch durch die Schule angefangen. Ich fand es schön, meine Gedanken festzuhalten.

      Danke. :)

      Ich weiß nicht, wie ich das beschrieben soll. Irgendwann kommen so viele Ideen, dass ich manches wieder vergesse... Das ist oft mein Problem...

    • AinoHinode -

      Oh, das kenn ich nur zu gut. Nachdem ich kaum noch richtig schreibe, halte ich zumindest meine Ideen irgendwie in Stichpunkten fest. Ich glaub, ich muss echt mal an nem Wochenende mal den Medien (außer offline Musik) entsagen und schreiben. Aber ich glaub auch, dass man es nicht erzwingen kann. Wenn man einen Lauf hat, dann hat man ihn. Damals lief es während der Schulferien perfekt. Ein, zwei Stunden länger wach geblieben und so viele Seiten geschrieben. Hach, ich vermisse die Zeiten.

    • Maluigi | Leon -

      Sonst veröffentliche doch mal hier etwas.

      (Nur an die Blogregeln denken! :ugly: )

  • Solaris -

    Schöne Geschichte, ich hab früher auch gerne Kurzgeschichten und Gedichte geschrieben, die wenn ich jetzt rückblickend darauf sehe, zum Glück, als Großteil ungelesen, auf dem PC, ihr Dasein fristen. Bei mir fing es mit meinem 18. Geburtstag an, inspiriert durch die Story von Silent Hill 2 und ging ca. 3 Jahre bis mich die Muse verließ. Und jetzt Jahre später, trauere ich dieser Zeit etwas hinterher. :(
    Aber du solltest wirklich dran bleiben, bei mir war es zumindest so, dass die Texte praktisch von alleine in meinem Kopf entsprangen und ich sie nur noch eintippen musste. Ich konnte mir vorstellen, daß es dir ähnlich ergeht. :D

    • Maluigi | Leon -

      Genau so!

      Veröffentliche sie doch mal. Für Deine Fantasien kannst Du nichts :) .
      Bei mir fing es mit ca. 3 Jahren an.

    • Solaris -

      Mal schauen, vielleicht die mMn besten Geschichten in einer Übersicht und die User entscheiden dann was sie lesen wollen. Z.B. Agonie des Engels/Dämons, wäre eine davon, gespickt mit schwarzem Humor und derben Zoten (nur Spaß). Achja die Besonderheit ist, dass sie alle kein Happy End haben. Zumindest nicht im klassischen Sinne. ;D

    • Maluigi | Leon -

      Falls Du jemanden brauchst, der nochmal nach Rechtschreibungs- und Grammatikfehlern sucht, kannst Du mich gerne anschreiben. :)

  • HabyX -

    @Maluigi: Sehr interessant Kurzgeschichte, könne ruhig länger sein!
    Die Geschichte ist auch als Kurzgeschichte sehr kurz!

    • Maluigi | Leon -

      Ich wollte die Handlung nicht zu sehr strecken. Aber danke für das Feedback! :)

  • Aya -

    Ich mag die Geschichte nicht, da kommt ein armer Vogel zu schaden, der arme kleine Flappie. :( Aber davon abgesehen, ist sie toll, wie bist du denn darauf gekommen? :)

    • Maluigi | Leon -

      Danke

      Ich habe einen toten Vogel in der Stadt gesehen. Es wirkte komisch. Es war, als wäre er gar nicht da. Niemand riskierte einen Blick. Und dann habe ich mir gedacht ,, Was könnte drum herum passieren?‘‘.

      Oftmals kommen mir die Ideen von ganz alleine.