Nintendo Switch - Mein Zwischenfazit nach 2,5 Jahren und 100 Spielen

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  • Ich komme etwas zu spät zur Party, denn meinen Artikel habe ich eigentlich schon vor einigen Wochen geschrieben. Dennoch möchte ich euch meine Gedanken nicht vorenthalten, denn pünktlich zum 2,5-jährigen Geburtstag der Switch erreichte meine Sammlung mit 100 Spielen einen Meilenstein. Viel Spaß bei meinem Rückblick!



    Was für ein Jubiläum! Nachdem die Nintendo Switch im März 2017 gestartet war, kam zweieinhalb Jahre später mit dem absolut großartigen „Divinity: Original Sin 2“ ein absoluter Knaller als 100. Spiel in meine Sammlung. In dem Fall leider erst mal nur digital, was aber die Klasse dieses RPG-Hits in keinster Weise schmälern soll.


    Auf 100 Spiele war meine Sammlung nun also angewachsen. Das heißt, es kamen mehr als drei neue Games pro Monat dazu – verrückt! Das ist mir auch absolut bewusst und es beruhigt mein Gewissen nur bedingt, dass ein Teil davon auf die eine oder andere Weise komplett gratis in die Sammlung kam. Denn machen wir uns nichts vor: In die Switch floss wahnsinnig viel Geld. Sei es durch die äusserst umfangreiche Zubehör-Ausstattung; vor allem Controller jeglicher Art und für verschiedenste Einsatzzwecke. Oder durch die zahlreichen amiibo der Smash-Reihe. Und natürlich die vielen, vielen Spiele, die mich trotz Gutscheinen und Rabattaktionen immer noch sehr viele Euro gekostet haben.

    Aber ich bin verdammt stolz auf meine Sammlung. Vor allem, dass zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts der Großteil davon, nämlich 77 Spiele, physische Versionen sind. Dem gegenüber stehen „nur“ 23 digitale Games. Deren Anteil ist zwar für mich als Retail-Liebhaber durchaus schon zu hoch, zieht man aber kostenlose Free-to-play Spiele wie „Pinball FX3“, „Fallout Shelter“ oder „Pokémon Quest“ ab, bleiben lediglich 17 übrig. Geht ja.


    Die „Retail oder digital“ Frage kippte in diesen zweieinhalb Jahren zusehends in Richtung digital, leider. Immer öfter kam es vor, dass ein Spiel ausschließlich oder erst mal nur in den eShop gestellt wurde. Manchmal kaufte ich digital und prompt gab es einige Monate später die Meldung: „Hey, unser Spiel hat sich super verkauft! Wir danken euch und bringen es jetzt auch noch physische in den Handel.“ Das sorgte immer mal wieder für Verdruss. Ebenso die zunehmende Unart, Spiele nur limitiert als Retailversion zu veröffentlichen. Limited Run Games und Super Rare Games spielten da die erste Geige, aber auch andere Firmen kamen auf den Trichter, dass dieses Geschäftsmodell gewinnbringend sein kann. Sehr zu meinem Leidwesen, denn die Preise waren manchmal okay, manchmal schon gesalzen, aber durch den Import aus Ami-Land stiegen die Anschaffungskosten dann noch zusätzlich. In Folge dessen versuchte ich immer häufiger, auf die eine oder andere limitierte physische Veröffentlichung zu verzichten. Was nicht immer klappte. :|


    Apropos nicht klappte: Meinen anfänglichen Plan, immer erst ein Spiel durchzuspielen, ehe ich ein neues kaufte, oder es zumindest so lange zu spielen, bis sich der Kauf wirklich rentiert hatte (die goldene 1 € pro Stunde Spielspaß Regel), musste ich bald etwas dehnen. „Zwei, drei Spiele parallel immer mal wieder weiterspielen ist auch eine Lösung. Das schaff ich.“ :/ In der Anfangszeit ging das auch noch. Später musste ich mir eingestehen, dass bei der unglaublichen Spieleflut (und Kaufwut, ich weiss) an ausgiebiges Spielen der einzelnen Titel nicht mehr zu denken war. Ich änderte mein Label von „Spieler“ zu „Sammler“, denn das war es, was ich tat: Qualitativ meist ordentliche bis sehr gute Versionen von aktuellen, älteren oder klassischen Spielen zu kaufen. Bevorzugt in physischer Form, um für die Nachwelt was Vorzeigbares im Keller zu haben. Die Kinder sollen ja auch was davon haben. ;)


    Mein Plan, eine fast ausschließlich hochwertige Switch Spiele-Bibliothek aufzubauen, wurde torpediert von Day-One-Patches, mittelmäßigen oder auch mal erbärmlichen Portierungsarbeiten und schlicht und ergreifend dem einen oder anderen Quasi-Fehlkauf: „Scribblenauts Showdown“ war nur halb so gut wie gedacht und wurde einem einige Monate nach Release und frühzeitigem Kauf hinterher geschmissen. Gut, ich wollte auch ein Zeichen setzen und Media Markt mit dem Kauf für den stetigen Ausbau des Switch Spiele-Regals danken. Trotzdem ärgerte ich mich im Nachhinein. „Paw Patrol: Im Einsatz“ als Weihnachtsgeschenk für meinen Sohn sah nach dem perfekten Präsent aus, aber mein cleverer Junge erkannte wohl schon im zarten Alter von fast 4 Jahren, dass das Spiel nicht ganz das bietet, was man erwarten könnte.


    Bei anderen Gurken wie „State of Mind“ oder „Project Highrise“ wusste ich schon beim Kauf, dass sie nur mittelmäßige Spiele abgeben. Aber da war der Preis dann halt mal auf ein Niveau gefallen, bei dem man nur schwer nein sagen konnte. Klar, ist auch Geld, aber solche Spiele sind trotz der klaren Schwächen irgendwie schon ihre 10,- bis 20,- € wert.


    In der gehobeneren Mittelklasse gab es hingegen schon mehr Lichtblicke. „Titan Quest“ war furchtbar buggy und schmierte gerne mal ab. Trotzdem spielte ich es durch und hatte Spaß dabei, weil das Setting außergewöhnlich und optisch ansprechend war. Der „Landwirtschafts-Simulator 2017“ war im Grunde genommen ein optisch öder Port einer eigentlich eh schon nur mittelmäßig reizvollen Simulation. Und dennoch spielte ich es sehr gern, auch wenn mir der Multiplayer-Part der anderen Versionen wahnsinnig fehlte.


    Oder die LEGO Games. Mein Gott; dass die Entwickler mit der altbekannten Formel immer noch durchkamen. Und selbst auf stärkeren Konsolen liefen die Abenteuer nicht immer ganz rund, aber auf der Switch und früher der Wii U kam noch Geruckel und eine niedrigere Framerate dazu. „LEGO Marvel Super Heroes 2“ musste ob der Thematik trotzdem sein. Der Port des Open World Klassikers „LEGO City Undercover“ war hingegen zuerst kein Thema und warf kein gutes Licht auf die Entwickler, da die Ladezeiten kaum geringer ausfielen als auf der schwächeren, disc-basierten Wii U. Aber dann wiederum lockte der Zwei-Spieler-Modus. Und ehe wir uns versahen, spielte vor allem unser Sohn das Ding rauf und runter. Über 125 Stunden kamen im Lauf der Zeit so zusammen – verdammt viel für einen technisch und manchmal auch spielerisch eher passablen Titel!


    „Spintires: Mudrunner“ war sicher auch kein Highlight und das nicht nur bedingt durch technische Abstriche, die bei der Portierung auf die Switch nun mal unumgänglich waren. Aber nach der ersten Reaktion, das Spiel am besten sofort wieder zu verkaufen, gab ich dem Titel später nochmal eine zweite Chance und siehe da, mit etwas Einarbeitung erkannte ich hier tatsächlich Potenzial. Sogar so viel, dass ich ein zweites Exemplar hinzukaufte, weil es im Multiplayer garantiert noch besser ist. Ob ich dazu je kommen werde, steht auf einem anderen Blatt. Ich sag ja, aufheben für die Nachwelt. Mach ich ja alles für die Kinder. :)


    Es gab in der Zeit auch so manches Spiel, das für mich erst wahnsinnig interessant aussah und unbedingt gekauft werden musste. Danach war ich aber eher enttäuscht, weil es spielerisch dann doch was ganz anderes war, als ich es mir erhofft hatte. Zum Beispiel „Saints Row: The Third“. Das litt auch nach einem Patch ziemlich unter Framerate-Problemen und sah noch dazu hässlich aus. Schwer war’s auch und es spielte keiner mit mir zusammen. „Chess Ultra“ zeigte mir, dass ich nicht mal die Schachregeln komplett beherrsche, denn immer wieder ging eine Partie Unentschieden aus, weil ich den Gegner nicht Schach-Matt setzen konnte. Es sah oft nach einem Sieg für mich aus, aber das Spiel verwehrte mir diesen – und ich war frustriert.


    Machen wir kurz einen kleinen Schlenker zu den limitierten Retailversionen, ehe ich auf die guten und richtig tollen Titel meiner bisherigen Sammlung zu sprechen komme. „Lovers in a Dangerous Spacetime“ konnte ich dank einem Bekannten kurz austesten, befand das multiplayer-taugliche Spielprinzip für genial und kaufte das Spiel digital, weil die limitierte Version schon längst vergriffen war. Dann ließ ich mich aber auf die Warteliste der physischen Version setzen und bekam sogar relativ schnell tatsächlich noch ein Exemplar. Seither wurde der Titel aber gar nicht so oft gespielt – ein teurer Spaß... Auch „Worms W.M.D.“ war es mir wert, zwei Mal den Geldbeutel zu zücken. Zuerst kaufte ich digital und als dann später eine limitierte physische Version kam, schlug ich nochmal zu. Allerdings verlor ich das Spiel zu dem Zeitpunkt schon wieder aus den Augen. Eigentlich schade.


    „Thimbleweed Park“ spielte ich hingegen komplett durch, was angesichts der relativ kurzen und dadurch sehr angenehmen Spieldauer auch kein größeres Problem darstellte. Dieses Spiel in physischer Form zu haben ist cool. Punkt. Hätte digital auch gereicht, vor allem zum Angebotspreis, als die limitierte Retailversion in den Verkauf ging? Ja, okay, eigentlich schon. Aber so ein Klassiker gehört irgendwie dann doch ins Spieleregal, nicht nur in den elektronischen Speicher.


    Auf „PixelJunk Monsters 2“ als Retailversion verzichtete ich hingegen und kaufte es nur digital. Was sich dann auch als die richtige Entscheidung herausstellte. Es ist nicht schlecht, aber auch nicht top. Sicher hat es was, Tower Defense zu zweit spielen zu können und dabei auch selbst auf dem Schlachtfeld herumzurennen. Aber es ist dann vom Spielgefühl her doch eher ein kleineres Werk.


    „Q.U.B.E. 2“ wirkte derweil interessanter, mit seinem an Portal erinnernden Gameplay und kam nicht zuletzt wegen einiger ganz guter Kritiken in die Sammlung – gespielt habe ich es aber bis heute nicht. Wann soll ich denn auch alles spielen? Bin eh mehr ein Sammler. :rolleyes:


    Ein besonderer Fall war „Everspace“. Das Roguelike-Spiel im Weltall war mir nur von einer Anspielversion einer Betaversion auf der Xbox One bekannt und hatte in Sachen Steuerung keinen guten Eindruck hinterlassen. Aber eine Betaversion ist bekanntlich kein finaler Build. Und ich hatte Lust auf SciFi. Als dann bekannt wurde, dass der deutsche Entwickler eine physische Version in Eigenregie stemmen wird, mit Amazon als exklusivem Handelspartner, behielt ich die Sache immer im Blick. Schließlich wurde das Spiel dann endlich veröffentlicht und ich sicherte mir ein Exemplar der relativ kleinen Produktionsmenge.


    Importe nicht limitierter Switch Spiele waren auch selten mal ein Thema in den vergangenen zweieinhalb Jahren. „Gal*Gun 2“ gab es bei uns zunächst überhaupt nicht. Schulmädchen durch Pheromon-Beschuss in körperliche Ekstase zu versetzen ist halt irgendwie schräg. Weshalb der Import einer Retailversion aus England wie ein Gewinn für die Sammlung aussah. Später kam das Spiel dann doch noch in den deutschen eShop, nicht aber in die Händlerregale, weshalb ich den Kauf auch heute noch irgendwo rechtfertigen kann.


    Die Musikspiele „Deemo“ und das merkwürdig zu steuernde, aber soundtechnisch starke „Superbeat Xonic EX“ hingegen gab es von vornherein im deutschen Switch eShop. Lange nach Release kaufte ich aber lieber die Retail-Versionen aus England. Der Preis war heiß!


    Eine weitere Anreise hatte die „Psikyo Collection Vol. 2“, die ich aus Asien importierte. Mein über Kickstarter erworbenes Zubehör namens „Flip Grip“ ermöglichte es, Spiele mit TATE-Modus (also Hochkant-Darstellung wie in der Spielhalle) auf der Switch nutzen zu können. Also mussten auch passende Spiele her. Unter anderem eben diese Sammlung von vier feinen vertikal scrollenden Shootern, die es sonst nur einzeln im eShop gab. Ich konnte ja nicht ahnen, dass man deutlich später noch ähnliche Kollektionen in den deutschen Handel bringen würde. Geschadet hat der Import aber nicht. Story ist eh egal, Hauptsache ballern.


    Dass ich bei „Cave Story+“ aus den USA zugegriffen hatte, war definitiv sinnvoll. Zwar gab ein deutscher Vertrieb bekannt, das Spiel früher oder später nach Deutschland zu holen und zwar ebenfalls mit einem zusätzlichen Goodie in der Verpackung. (Die US-Version kam nämlich mit einer Soundtrack Mini-CD daher - nett.) Aber daraus wurde nichts. Das Projekt wurde irgendwie nie verwirklicht und so blieb dem deutschen Spieler nur, diesen Klassiker im eShop zu kaufen. Aber ohne mich, Freunde, ohne mich!


    Nun will ich den eShop aber auch nicht verteufeln. Dort gibt es viele gute Spiele, die ich zwar durchaus gerne im Spieleregal stehen hätte, aber man muss schon die Kirche im Dorf lassen. Manchmal ist es wirtschaftlich einfach nicht sinnvoll, ein Spiel auf Cartridge auszuliefern. „Minecraft“ gibt es Retail, aber es ist ein Spiel, was immer noch mit Updates gepflegt wird, weshalb der Stand auf Karte nie auch nur annähernd der gleiche wäre wie die digitale Version. „Rocket League“ schlägt in eine ähnliche Kerbe. Klar, heutzutage ist halt Games as a service total angesagt. Das muss man nicht gut finden, aber manchmal ist es auch nicht verkehrt. Minecraft ist das beste Beispiel.

    „Farm Together“ hat digital jedenfalls lange genug Spaß gemacht und war sein Geld wert. „Townsmen“ befriedigte meine Gelüste nach einem Anno- oder Siedler-Teil auf der Switch ganz gut. Und der „Motorsport Manager“ kam gerade recht zur neuen DTM-Saison.


    Gut, auch im digitalen Bereich gab es mal Fehlgriffe. „Pillars of Eternity“ ist ein hochgelobtes Rollenspiel der klassischen Art und ich schlug aufgrund eines 20%igen Rabatts zu. Es war mit den dann immer noch fälligen 39,99 € trotzdem noch zu teuer für ein digitales Spiel, aber ich hatte halt nur Lobeshymnen gelesen und wollte einfach mal selbst so ein Spiel ausgiebig spielen. In den kommenden 15 Spielstunden erlebte ich dann aber einige üble Bugs, die den Spielspaß deutlich senkten. Auch die Ladezeiten minderten die Freude, auch wenn das Spiel an sich trotzdem ganz gut war.


    Oder „Garou: Mark of the Wolves“, ein kultiges Beat’em’up der legendären Spieleschmiede SNK, das früher nur auf deren Neo Geo Maschine erhältlich war. Ich besorgte mir sogar einen teuren HORI Arcade Fight Stick, für richtiges Arcade-Feeling. Aber ganz ehrlich, ich kam mit der Fight Stick-Steuerung gar nicht klar und auch nicht mit den riesigen Buttons. Später verkaufte ich den Arcade-Stick wieder, besorgte mir ein HORI Fighting Pad, das durchaus gut für Beat’em’ups geeignet ist, aber Garou machte mir trotzdem weniger Spaß als ein Street Fighter. Was vor allem am gehobenen Schwierigkeitsgrad liegt. Und Mitspieler hatte ich natürlich auch keine, was bei so einem Spiel aber wichtig wäre. Zum Glück kostete Garou nur ein paar Euro und das ist eben auch der Vorteil an den meisten eShop Games: Sie kosten nicht viel, besonders wenn man bei einer Rabattaktion zuschlägt, und je nach Spielprinzip, Genre und Kultstatus kann ein digitaler Kauf auch seine Berechtigung haben.


    Wirklich scharf bin ich aber immer noch auf Retail-Games. Ich bin da eben oldschool. Ich mag es, am Regal zu stehen, Hüllen rauszuholen und mir die Rückseite mit der Beschreibung anzusehen. Und ich mag den Gedanken, dass von mir aus die Server abgeschaltet werden können, da ich jederzeit einfach das Spiel in physischer Form einlegen und den Zauber auch noch in zehn, zwanzig, dreissig Jahren erleben kann. Ich kann das Spiel verkaufen, wenn es mir nicht mehr gefällt. Ich kann es verleihen. An andere Familien-Mitglieder, an Freunde. Sicher ist diese Form der Spiele am Aussterben. Aber gerade deshalb will ich jetzt nochmal eine möglichst gute Sammlung aufbauen.


    Zum Beispiel mit „Octopath Traveler“. Der japanische Rollenspiel-Hit mag nicht ganz perfekt sein, aber es sind für mich dann doch eher Kleinigkeiten, die in Tests bemängelt wurden. Denn die Grafik ist mit ihrem Retro-Pixel-Look einfach zauberhaft und zeitlos schön und der Soundtrack ist so eine Wucht, dass mich das Spiel schon beim Spielen der Demo bezaubert hat. Auch das Gameplay kann da mithalten, weil es variantenreich und fordernd ist. Mit diesem Spiel steht ein moderner Klassiker in meinem Regal.


    Die beiden Einsteiger-Pokémon Spiele „Let’s Go – Evoli“ und „Let’s Go – Pikachu“ gehören bei mir zu den Ausnahmen der Reihe, denn die Pikachu Version habe ich komplett durchgespielt. Ich hatte vorher noch nie ein Pokémon Spiel durchgespielt! Ja, sie sind simpler und weniger zäh als die Hauptableger der Serie, durch eine andere Spielmechanik mit deutlich selteneren Zufallskämpfen. Aber genau das kam mir entgegen.


    Ein weiteres gutes Beispiel für einen lohnenswerten Retail-Titel ist „The Elder Scrolls V: Skyrim“. So ein Ausnahme-Rollenspiel hat nichts weniger als einen Platz im ehrenvollen Spieleregal verdient! Und wenn man es mal in die Konsole einlegt, will man so schnell auf nicht wieder aufhören.


    Selbstverständlich gehören auch Mario-Spiele zu jeder Nintendo-Konsole und „Super Mario Odyssey“, „New Super Mario Bros. U Deluxe“, „Mario Kart 8 Deluxe“ sowie die starke Levelbaukasten-Fortsetzung „Super Mario Maker 2“ sind Pflichttitel jeder Sammlung.


    Und ganz, ganz weit oben auf der Bestenliste, da finden sich zwei absolute Ausnahme-Spiele, die ich gar nicht genug loben kann. Da wäre „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“. Meine Güte, hat mich das gefesselt. Weit über 100 Stunden habe ich reingehängt. In der Anfangszeit der Switch, als es noch wenige Spiele gab, war das auch noch machbar. Aber das Spiel macht es einem generell schwer, es beiseite zu legen. Es ist riesig, hat eine starke Atmosphäre, ein tolles Artdesign, eignet sich für kurze und lange Sessions.


    Noch eine Stufe darüber würde ich den Spitzenreiter meiner Bestenliste sehen, der wohl auch niemals vom Thron gestoßen werden wird: „Super Smash Bros. Ultimate“. Mit der Smash-Reihe war ich ja nie richtig warm geworden. Ich besaß mal den ersten Teil auf dem N64, aber kam überhaupt nicht rein und war der Meinung, dass das nie und nimmer an ein Street Fighter heranreicht. Wobei das natürlich zwei ganz unterschiedliche Spiele sind. Jedenfalls verkaufte ich das N64-Modul dann wieder.


    Auf der Wii U startete ich einen neuen Versuch. Schließlich beeindruckte da schon die Anzahl der Kämpfer und ich wollte nach dem späten Konsolenkauf die besten Games nachholen. Eine Weile beschäftigte ich mich damit und fand auch die Möglichkeit, amiibo-Figuren als Kämpfer einzusetzen und zu trainieren extrem reizvoll. Aber ohne Mitspieler blieb eigentlich nur der kurze Kampagnen-Modus mit dem Endkampf gegen die Meisterhand, was dann schnell öde wurde. Smash lebt halt von Multiplayer-Gerangel.


    Auf der Switch änderte sich dann aber alles. Und ich meine wirklich alles! Zum Beispiel kaufte ich diese ultimative Version direkt zum Release. Ich hatte die Limited Editon mit einem GameCube Controller und einem entsprechenden Adapter zur Nutzung an der Switch vorbestellt. Diese Entscheidung sollte sich als goldrichtig erweisen und war vermutlich meine beste der letzten zweieinhalb Jahre. Denn während einige Monate vor Release der Hype-Level noch recht weit unten angesiedelt war („Mein Gott, es ist halt wieder Smash. Hab ich ja schon auf der Wii U.“), stieg die Vorfreude mit so ziemlich jeder Woche. Daran hatte Nintendo selbst großen Anteil, denn die allgemeinen Direct Ausstrahlungen und auch spezielle für Smash zeigten die unglaublich vielen Neuerungen im Detail und es wurden auch ständig neue Kämpfer angekündigt.

    Aber nicht nur das. Hier im ntower-Forum kam der Hype-Train ins Rollen und ich ließ mich nach und nach mitreissen. Dann präsentierte Nintendo noch die Story des Abenteuer-Modus: Was für ein Schock - alle Kämpfer werden gekillt, nur Kirby kann entkommen und muss alle wieder zurückholen! Und erst die Titelmusik, die ich mir auf den USB-Stick kopierte und im Auto wirklich jeden Tag rauf und runter hörte. Der Song brannte sich dermaßen in meine Gehirnwindungen und ich konnte es wirklich, wirklich nicht mehr erwarten, endlich mit Kirby den Kampf anzutreten.


    Als es dann soweit war, bekam ich seit langem mal wieder einen GameCube Controller in die Finger. Und siehe da, nach etwas Einarbeitungszeit musste ich wirklich zugeben, dass das der perfekte Controller für Smash ist. Ich kaufte direkt drei weitere Exemplare für Multiplayer-Runden und schaffte mit dem Abenteuer-Modus einen sanften Einstieg in die Smash-Welt. Danke Nintendo, ihr habt mir damit eines der besten Spiele aller Zeiten zugänglich gemacht! SSBU ist einfach großartig geworden. So viele Kämpfer, die derzeit immer noch durch weitere, kostenpflichtige Neuzugänge ergänzt werden. Die Geister des Abenteuer-Modus und Geister-Bretts, die man zur Stärkung von amiibo-Kämpfern verwenden kann. Zahlreiche Modi und Anpassungsmöglichkeiten. Ja selbst mein Interesse an eSport wurde dank Smash geweckt. Wie Team Ehre sich bis zur E3 2019 vorgekämpft hat und Vize-Weltmeister wurde, das war sagenhaft!


    Neben der im Vergleich zu den stationären Konsolen recht schwache Hardware gab es in den letzten zweieinhalb Jahren nur eine Sache, die mir nicht gefallen hat. Und das sind die JoyCon-Probleme, genauer gesagt der Analogstick-Drift. Immer wieder kommt es vor, dass sich die Spielfigur oder virtuelle Kamera bewegt, obwohl man selbst den Analogstick nicht anrührt. Das Ganze ist offenbar eine ziemliche Fehlkonstruktion, die Nintendo bis heute nicht in den Griff bekommen hat. Bis zwei Jahre nach Kauf der Switch oder der Zubehör-JoyCons kann man den Fehler noch durch eine kostenlose Reparatur bei Nintendo beheben lassen. Aber danach darf man dann so viel zahlen, dass sich fast schon ein Neukauf rechnet. Und das kann es bei den gesalzenen Preisen dieser Controller echt nicht sein. In den USA hat Nintendo wenigstens im Laufe der Zeit eine kostenlose Reparatur zugesagt, egal wann das Produkt gekauft wurde. Nicht mal die Zusendung eines Kaufbelegs wird dort noch gefordert. Davon könnte sich Nintendo of Europe eine Scheibe abschneiden. Denn bei diesem Thema wird mir flau im Magen. Ich will die Dinger auch in 20 Jahren noch nutzen.


    Zum Abschluss meines Berichts möchte ich noch ein besonderes Augenmerk auf ein Feature legen, das ich sehr reizvoll und interessant finde: Die Local Wireless Funktion. Egal ob man es so nennt oder Local WiFi oder LAN oder Local Play, das Feature grenzt sich dadurch ab, dass Multiplayer-Partien weder auf eine Onlineverbindung angewiesen sind, noch auf einen kleinen Bildschirmausschnitt per Splitscreen. Zwar braucht jeder Mitspieler eine eigene Switch und ein eigenes Exemplar des Spiels, aber dafür ist man dann völlig frei und kann einfach zusammen spielen. Jeder auf seinem eigenen Bildschirm, mit voller Kontrolle über die Kamera, und ein Fernseher wird auch nicht zwingend benötigt. Das finde ich einfach großartig, weil es für mich die perfekte Option für Multiplayer-Partien ist. Darum habe ich auch so manches Spiel doppelt gekauft. So gesehen habe ich nach zweieinhalb Jahren eigentlich schon mehr als 100 Switch-Spiele zusammengetragen…


    „Diablo III: Eternal Collection“ ist zum Beispiel ein Titel, den man auch auf zig anderen Plattformen findet. Ich hatte eine weniger umfangreiche Version auch schon auf der Xbox 360, dann auf der Xbox One. Aber auf der Switch, mit zwei Exemplaren des Spiels, konnte jeder in eine andere Ecke der Welt laufen, wenn er das denn wollte. Man ist nicht auf einen gemeinsamen Bildschirm beschränkt und wird mitgezogen oder hinterher teleportiert, wenn man aus dem Bild gerät. Klasse!


    Ein anderes Beispiel ist „Minecraft“. Ohne Splitscreen profitiert jeder von einem komplett ausgefüllten Bildschirm, mit größerer Inventarleiste und ohne vom Bild des Mitspielers abgelenkt zu werden. So macht Bauen und Höhlen erforschen deutlich mehr Spaß!


    Bei „Splatoon 2“ ist es so, dass man später, wenn die Server nicht mehr laufen, via Local Wireless kein vollwertiges Spielerlebnis mehr haben wird. Vorausgesetzt, man spielt nur zu zweit. Denn das Spiel ist nun mal auf 4 gegen 4 Spieler ausgelegt. Findet man aber genug Mitspieler, die zu einem Treffen bereit sind, kann man wunderbar das alte Spielerlebnis rekonstruieren! Selbst wenn es dann nur 2 gegen 2 zur Sache gehen sollte, wäre das schon eine nette Hommage an alte Zeiten.


    Und sonst so? Epische Land-Besiedlung in „Civilization VI“ mit Freunden? Na klar, geht! Eine Mini-Liga in „Fifa 18“ für den Kick zwischendurch? Kein Problem. Gemeinsam die Stadt unsicher machen in „Saints Row: The Third“ oder rumheizen in „Mario Kart 8 Deluxe“? Cool!


    Das neueste Mitglied der Local Wireless Bande ist „Divinity: Original Sin 2“. Ich weiß jetzt schon, dass ich das Spiel in physischer Form direkt nochmal kaufen werde, damit man zu zweit durch die Welt streifen und Abenteuer erleben kann. Online geht auch, sicher, aber wenn mal die Server abgeschaltet werden, guckt man dumm aus der Wäsche. Ich bin über jedes Spiel froh, das die Local Wireless Funktion anbietet. Besser kann man zusammen nicht spielen.

    Ich denke, alleine schon die Länge dieses Berichts hat deutlich gemacht, dass die Switch zu meinen liebsten Konsolen aller Zeiten gehört. Mehr noch, sie führt diese Liste locker an. Zu verdanken ist das der unglaublichen Vielfalt an erhältlichen Spielen. Sicher war es für die Hersteller verlockend, ältere Titel mit möglichst wenig Aufwand zu portieren und das merkt man oftmals. Aber die Breite an Genres, Spielideen und Besonderheiten zahlt sich dann halt doch aus. Dem GameCube oder dem Nintendo 64 waren solche Erfolge damals verwehrt geblieben und die Wii war grafisch deutlich zu schwach, weshalb ich froh bin, dass sich Nintendo nach der Wii U Schlappe mit der Switch deutlich erholen und zurückschlagen konnte. Dazu der Mobilitätsfaktor. Abends mal auf dem großen Fernseher spielen und in der Mittagspause den Spielstand fortsetzen, das ist genau das, was in die heutige Zeit passt. Und dafür bin ich bereit, in Sachen Grafik deutliche Abstriche hinzunehmen. Natürlich hätte ich auch nichts gegen ein neues, stärkeres Switch Modell, das sicherlich mal noch kommen wird. Aber für den Moment, mit Perlen wie „Divinity: Original Sin 2“ – meinem 100. Switch Spiel – kann ich noch gut mit der vorhandenen Power leben. Ich bin gespannt, was die nahe Zukunft noch bringen wird!

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Kommentare 3

  • Ngamer -

    so einen langen Blog um 7:57 zu schreiben ist schon eine Leistugn für sich:D Hätte ich nicht hinbekommen, respekt :D

  • kirby7eleven -

    Es tut mir in der Seele weh, das State of Mind hier als minderwertig abgestempelt wird :(

  • sandtigerhai -

    Ufff... Respekt langer aber toll geschriebener Bericht^^ Deine Sammelleidenschaft kann ich auch nachvollziehen. Mein Verlobter guckt mich auch immer schief an wenn ich so viele Retail Spiele (und auch Digital) kaufe, aber nie dazu kommme sie zu spielen. Auch wenn es nicht solche Ausmaße annimmt, wie deine Sammlung ^^'